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Lexikon

Deutungsmacht

1. Deutungsmacht: Eine neue hermeneutische Perspektive in der Religionspädagogik

In der → Religionspädagogik ist ähnlich wie in der Praktischen Theologie sehr viel von Deutung und relativ wenig von Macht die Rede. Beiden Beobachtungen ist nachzugehen. Dabei bleibt der Deutungsbegriff einerseits trotz seiner Omnipräsenz oft unterbestimmt, ja seine Attraktivität ist möglicherweise sogar eng mit seiner semantischen Offenheit und seinem polyvalenten Gebrauch in → Lebenswelt und Wissenschaft verbunden. Eine konkretisierende Arbeit am Deutungsbegriff, die auch seine Bezüge zu impliziten und expliziten Geltungsansprüchen mit in den Blick nimmt, bleibt demnach im Bereich der Religionspädagogik weiterhin angezeigt. Andererseits hat die konstatierte latente Machtvergessenheit in Theorie und Praxis des Faches vielfältige Gründe (Josuttis, 1993; Reuter, 2014, 19f.), wobei ein wesentlicher in der verbreiteten wirkmächtigen Negativkonnotation von Macht liegen dürfte, mit der man nichts zu tun haben will, sowie in dem korrespondierenden Anspruch und Anliegen, religiöse Bildungsprozesse im Sinne von Mündigkeit und Emanzipation unter den Bedingungen spätmoderner Pluralität programmatisch von jeder Form von Zwang, Überwältigung oder Indoktrinierung freizuhalten. Machtphänomene im weitesten Sinne sind jedoch damit nicht einfach aus dem Bildungssystem und schon gar nicht aus den Prozessen religiöser Kommunikation verschwunden. Vielmehr gilt auch hier gleichzeitig: „Macht ist omnipräsent, eindringend in soziale Beziehungen jeden Gehalts“ und „alle Macht ist fragwürdig“ (Popitz, 1992, 20).

Im Kontext der Foucault-Rezeption in der allgemeinen Pädagogik (exemplarisch Pongratz, 2004; Ricken/Bieder-Ladich, 2004), die in besonderer Weise die Verbindungen von Macht, → Subjekt und Wissensformationen reflektiert und auf Machtbezüge in Bildungsprozessen bezieht, ist dieser theoretische Impuls jedoch punktuell auch in der Religionspädagogik aufgenommen worden. So ist z.B. diskursanalytisch (→ Diskursanalyse) nach der Genealogie des Verhältnisses der Wissensformationen von Praktischer Theologie und Religionspädagogik gefragt worden (Sass, 2014), sind Verschiebungen im Subjektverständnis nachgezeichnet worden (Boschki, 2017) und ist im Ausgang von Foucaults Machtverständnis und seinen Vorstellungen von Selbstsorge ein religionspädagogischer Einwurf gegen die „Bildungsökonomisierung“ erfolgt (Reuter, 2014).

Diese Erkenntnisse zu den Zusammenhängen von Wissen und Macht, beziehungsweise zu dem Einfluss machtvoller, diskursbestimmender Dispositive, die sich z.B. aus institutionellen Einflüssen, reglementierenden Entscheidungen, Grundüberzeugungen, wissenschaftlichen Aussagen und sanktionierenden Maßnahmen zusammensetzen, lassen weiter fragen, wie sich in einem grundlegenden Sinne Kommunikation und Macht zueinander verhalten (zur Kommunikationsmacht Reichertz, 2010) und von dort aus noch präziser, wie sich im Kerngeschäft hermeneutischer Reflexion (→ Hermeneutik) die Verschränkung von Deutungsprozessen und Macht wahrnehmen und analysieren lässt.

Dies hat sich in besonderer Weise das Rostocker Deutsche Forschungsgemeinschaft-Graduiertenkolleg „Deutungsmacht. Religion und belief systems in Deutungsmachtkonflikten“ (https://www.deutungsmacht.uni-rostock.de) zur Aufgabe gemacht. Nach Impulsen zur Deutungsmacht der Verfassungsgerichtsbarkeit (Vorländer, 2006) und zur Geschichtspolitik (Winkler, 2004) verfolgt es anhand verschiedenster Phänomene interdisziplinär die Forschungsfrage, wie Prozesse von Deutungsmacht als Macht zur Deutung und Macht der Deutung zu analysieren sind und in welchen performativen beziehungsweise medialen Vermittlungen sich Spuren von Deutungsmacht zeigen (zur Einführung Stoellger, 2014; Röttgers, 1990). Grundthese ist dabei, dass sich Deutungsmachtkonflikte überall da, wo Glaubens- und Überzeugungssysteme zur Disposition stehen, mit besonderer Vehemenz entwickeln können. Plurale Gesellschaften in der Spätmoderne sind durch eine Vielzahl konkurrierender, konfligierender, agonaler oder antagonistischer Deutungsangebote im religiösen Feld und im Kontext grundlegender belief systems gekennzeichnet. Da Traditionen und große Erzählungen (→ Erzählung) keinen Deutungsmachtanspruch per se mehr erheben können, müssen die verschiedenen Deutungsangebote jeweils um Aufmerksamkeit und Anerkennung ringen, um Geltung zu erlangen und sind dabei auf den effektiven Einsatz semantischer und symbolischer Macht angewiesen. Es entsteht die ambivalente Situation, dass das Zerbrechen oder Verschwinden herkömmlicher moderner Machtstrukturen gerade die Machtthematik im Kontext von Deutungen besonders virulent werden lässt. Diesbezüglich nehmen auch Debatten um die Deutungsmacht religiöser Einstellungen im öffentlichen Raum wieder zu. Das lässt sich an den Diskursen um die postsäkulare Gesellschaft (Habermas, 2012), an den Auseinandersetzungen um Fundamentalismus, Extremismus und Populismus, aber auch an der Frage nach angemessener religiöser Bildung (→ Bildung, religiöse) an öffentlichen Schulen (→ Schule) beziehungsweise der Debatte hinsichtlich der Möglichkeit multireligiöser theologischer Fakultäten nachvollziehen.

Korrespondierend bieten komplexe belief systems jenseits religiöser Grundeinstellungen oder gerade in Verbindung mit ihnen unterschiedliche sinnstiftende und orientierende Deutungsleistungen. Dazu gehören z.B. die deutungsmächtigen Grundüberzeugungen der Aufklärung und die Idee der Demokratie. Letztere ist einerseits programmatisch durch ihren symbolischen „leeren Ort der Macht“ (Lefort, dazu Wagner, 2013) gekennzeichnet und ist andererseits gerade von ihm her auf eine hinreichend kohärente politische Kultur der Anerkennung ihrer sich wechselseitig kontrollierenden Machtstrukturen angewiesen. Diese notwendige Anerkennungskultur wird auch durch wirkmächtige Grunderzählungen (moderne Mythen) vermittelt (z.B. Bizeul/Wodianka, 2018), die individuelle und gesellschaftliche Sinnstrukturen prägen und die postmoderne Rede vom Ende aller Großerzählungen zumindest modifiziert, wenn nicht gar in Frage stellt. Das Innovationspotential der Deutungsmachtperspektive liegt darin, dass sie die in Religion und belief systems oft latent wirkenden zentralen Deutungsformationen in ihrer komplexen Struktur differenziert verstehbar und so auch der → Kritik zugänglich macht, indem sie die in sie eingelagerten vielfältigen impliziten und expliziten Machtstrategien in den Blick rückt. Sie leistet damit einerseits einen wesentlichen Beitrag zur Kulturhermeneutik der Gegenwart und trägt andererseits dazu bei, mit innovativer analytischer Schärfe Traditionen auf ihre Deutungsmachtansprüche und -strategien hin zu erschließen und damit in ihrer Wirkung besser zu verstehen – was als grundsätzlicher Beitrag zu religiöser Bildung an allen Lernorten (→ Lernorte religiöser Bildung) verstanden werden kann.

Im Folgenden sollen theoretische Grundlagen der Deutungsmachtanalyse kurz vorgestellt werden, um dann exemplarisch an einigen Themenfeldern und Bezügen die religionspädagogische Relevanz dieser Perspektive, die das hermeneutische Spektrum spezifisch erweitert, konkretisierend zu skizzieren.

2. Deutung aus Deutungsmachtperspektive

Deutung wird als operativer Grundbegriff in der systematisch-theologischen und praktisch-theologischen Hermeneutik entfaltet (Lauster, 2005; Korsch, 2005; Stoellger, 2014; Gräb, 2006). Für religiöse Bildungsprozesse lassen sich folgende grundlegenden Facetten des Deutungsbegriffes festhalten, die jeweils markieren, wie die Übergänge zur Machtthematik zu denken sind.

1. Deutungen generieren Bedeutung und konstruieren Phänomene der Wirklichkeit im Repräsentationsmodus, indem etwas als etwas gedeutet wird. Sie sind „bewusste, meist intentionale (also gerichtete […]) Erschließungen von Teilen objektiver, subjektiver und fiktionaler Wirklichkeit“ (Hastedt, 2016, 24) Deutungen sind lebensweltlich unhintergehbar. Sie können als Antwort, als Reaktion auf das verstanden werden, was uns widerfährt, begegnet, gegenübertritt. Das heißt, das andere der Deutung wird aufrechterhalten, es fordert heraus und ist widerständig, aber es ist uns eben nur in der Deutung zugänglich. Es ist nicht alles Deutung, aber ohne Deutung – und sei der Vorgang noch so elementar – ist für uns nichts von Bedeutung. Dabei ist ein wechselseitiges Verhältnis vorauszusetzen: vorgängige Erfahrungen (→ Erfahrung) beeinflussen Deutungen, aber Deutungen können auch allererst die Überführung von Erlebnissen in kommunizierbare Erfahrungen beziehungsweise die Erneuerung oder Umcodierung von bisherigen Erfahrungen ermöglichen. Das ist in Bildungsprozessen höchst relevant, gerade auch in religiösen: Deutungsmuster prägen Erfahrungsmöglichkeiten und -welten, wenn diese sich erweitern, verändert sich auch die Möglichkeit der Weltbegehung.

2. Deutungen können auf Deixis, auf ihren möglichen gestischen Modus des Zeigens/Hinweisens/Sehenlassens hin befragt werden (ausführlich dazu Stoellger, 2014, 433-440). Deuten erscheint dann als ursprünglich deiktisch, gestisch, mimisch, tonal, leiblich, kinästhetisch bestimmte Weise des Zeigens, die etwas in bestimmter Weise sehen lassen will. Deutung in diesem Sinne des Hinweisens und Hindeutens dient der Lenkung der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit der Adressaten, die durch ihre Anerkennung der Deutung Macht verleihen. Gedeutet wird, um Relevanz zu setzen und Unterschiede zu machen. Aufmerksamkeitserregung wird hier als erster Machtanspruch verstanden. In phänomenologischer Perspektive spiegelt sich der deiktische Zugang in Fragen wie: Was zeigen Deutungen, was zeigen sie nicht? Was lassen sie sehen und was verdecken sie? Welche Blick- und → Perspektivenwechsel schlägt eine Deutung vor?

3. Deutungen sind zeichenvermittelt – seien es Gesten, einfache Ausrufe, Töne, Musik, Bilder oder Sprache. Damit sind Deutungen immer auch in Ordnungsstrukturen eingebettet: Die Möglichkeiten unserer Wahrnehmung begrenzen unsere Deutungsmöglichkeiten und die Sprache mit ihrem überindividuellen Regelwerk tut das ebenso. Semiotisch gesprochen: Der Code oder die Enzyklopädie bestimmen unsere Kommunikation wesentlich mit. Der Komplexitätsgrad einer solchen regelhaften Einbettung kann dann bis zu ausgefeilten Interpretationsmethoden verschiedener wissenschaftlicher Weltzugänge reichen. Damit liegt ein graduelles Abstufungsmodell zugrunde. Deutung ist der Oberbegriff, der immer auf Prozesse der Auslegung von etwas bezogen ist, und in diesem Sinne – insbesondere auch in semiotischer Perspektive – durchaus mit Interpretation synonym verwendet werden kann. Der Begriff hat jedoch offene Ränder und sichert vor allem, dass auch die lebensweltlichen Deutungsprozesse im Blick bleiben, die vorwissenschaftlich strukturiert sind. Deutung ist in unterschiedlicher Weise mit Sinnstiftung und Elementen des Verstehens verbunden und damit hermeneutisch grundiert, wobei Deuten und Verstehen nicht deckungsgleich sind. Beim Verstehen geht es um den Umgang mit den Deutungen, die selbst wieder Abgleichungs- und Einordnungsprozesse verlangen und damit in einen komplexen Deutungsprozess führen, semiotisch gesprochen in die unendliche Semiose der Zeichen- und Interpretantenbildung. Die Unabschließbarkeit dieses Prozesses steht für die Unvermeidbarkeit von Deutungskonflikten, denn Deutungen folgen nicht nur aufeinander, sondern stehen auch nebeneinander und verlangen nach Verhältnisbestimmungen.

4. Wer die Welt deutet, geht häufig ein Wagnis ein. Auslegungsprozesse sind zwar mehr oder weniger regelgeleitet, aber Deutungen sind daraus dennoch nicht einfach ableitbar, das heißt, es braucht den Sprung ins Deuten und Verstehen, das kreative Element, das Neues hervorbringt: Divination (Schleiermacher) oder Abduktion (Peirce, Eco), die Prozessen der Induktion und Deduktion vorausgehen. Dabei wird unter Umständen aber auch etwas riskiert, indem Ordnungen durchbrochen werden und man mehr zu sagen wagt, als methodisch einholbar oder abzusichern ist. In modaler Perspektive sind Deutungen einerseits dann als besonders mächtig zu adressieren, wenn es ihnen gelingt, in diesem Sinne Ordnungsgefüge in Frage zu stellen und Grenzen des Gefüges zu verschieben, und andererseits konträr genau dann, wenn sie in „stiller“ Weise durch Invisibilisierungsstrategien unsere Handlungsoptionen „wie selbstverständlich“ steuern.

5. Deutungen sind notwendig perspektivisch und selektiv. Sie nehmen nur Ausschnitte der Wirklichkeit wahr und wählen entsprechend aus beziehungsweise akzentuieren. Sie erfassen Bestimmtes und anderes nicht, sagen etwas und verschweigen anderes. Sie lassen uns die Welt aus einem bestimmten Blickwinkel wahrnehmen und verstehen. Dabei ist einerseits das Ganze der Welt als solches nicht deutungsfähig (Hastedt, 2016, 24). Andererseits setzen sich Religion und belief systems narrativ-mythisch zum Ganzen der Welt deutend ins Verhältnis und fragen nach dem Woher, Wohin und Warum von allem. Das Ganze wird in einer bestimmten Weise imaginiert, z.B. als umfassender Sinnhorizont oder Grund von Sein. Der deutende Bezug selbst ist aber selbstverständlich perspektivisch, begrenzt und fragmentarisch. So ist es z.B. für religiöse Rede in der Verbindung mit dem belief system der Aufklärung ein ganz zentraler Moment, dass sie sich von dem, worauf sie sich bezieht, immer grundsätzlich unterschieden weiß (Kant, Semler, Herder, Schleiermacher). Dass wir das Ganze nicht im Blick haben können – genau an dieser Kontingenzerfahrung arbeiten sich Religionen deutend unabschließbar ab und finden genau dafür symbolische, performative, narrative und diskursive Deutungsmuster. Auf der anderen Seite kommt es in religiöser Perspektive genau dann zu vehementen Deutungsmachtkonflikten, wenn Deutungen mit Absolutheitsanspruch auftreten, indem sie die Selbstbegrenzung gerade nicht mitthematisieren, sondern z.B. durch Evidenzansprüche von Offenbarung zu überspringen versuchen.

6. Mehrdeutigkeit und die notwendige Perspektivität von Deutungen führen in Deutungskonflikte und verbinden sich mit Wahrheitsfragen (→ Wahrheit). Je komplexer Deutungen werden, umso strittiger werden sie. Das gilt in besonderer Weise für die Themen des Selbst-, Welt- und Gottesverhältnisses, die in Religionen deutend erschlossen werden und auch in den mythischen Strukturen komplexer belief systems aufscheinen und mit Begründungsleistungen von Weltstrukturen verbunden sind. Komplexe Deutungen führen mehr oder weniger ersichtliche Geltungsansprüche mit sich, die auf Zustimmung und Anerkennung angewiesen sind. Um diese zu erlangen, setzen sie bestimmte Strategien ein, z.B. metaphorische, narrative und rhetorische. Deutungsmachtkonflikte werden in unterschiedlichen Konstellationen sichtbar, wenn einer Deutung (nicht mehr) gefolgt wird und ihr die Anerkennung verweigert wird, oder wenn eine Deutung durch eine andere Deutung abweichend oder konkurrierend ersetzt werden soll.

3. Macht aus Deutungsmachtperspektive

Komplementär zu der These, dass Deutung Macht implizieren kann, gilt, dass Macht Deutung impliziert. Denn Macht manifestiert sich, sofern sie wirksam wird, in ihren Darstellungs- und Deutungspraktiken. Um die „Variationen der Macht“ (Brodocz/Hammer, 2013) in der Deutungsmacht genauer beschreiben zu können, ist der Machtbegriff aus verschiedenen theoretischen Perspektiven in den Blick zu nehmen.

3.1. Akteursbezogene und institutionell-strukturelle Macht

Wer spricht? Wer spricht in wessen Namen? Woher speist sich die Autorität des jeweiligen Sprechers: aus einem Amt, der Rolle, dem Charisma, der Kompetenz oder aus in Anspruch genommener höherer Macht? Auf Religion bezogen könnte das heißen: „Wer hat ‚das Sagen‘ in Sachen Religion?“ (Stoellger, 2017, 1). Diese Fragen stehen exemplarisch für akteursbezogene machttheoretische Zugänge zur Deutungsmacht, die sowohl personal als auch nicht-personal zu denken sind. Sie sind am Vermögen beziehungsweise der potestas orientiert und rekurrieren in handlungstheoretischer Perspektive auf Max Webers Definition, wonach Macht die Chance darstellt, „innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ (Weber, 1972, 28). In dieser Perspektive erscheint Macht als eine Form, „die von irgendwo ausgeht, an einer Stelle entspringt, und die von hier aus dann etwas bewirkt, prägt, erzwingt oder auch dominiert“ (Gehring, 2016, 87). Nicht nur in politischer, philosophischer oder literarischer Perspektive jedoch ist die Frage nach dem Sprecher und seiner Autorisierung beziehungsweise seiner Handlungsmöglichkeit und Überzeugungskraft eine zentrale, wenn es um Macht geht, sondern auch in religiöser und vor allem theologischer Perspektive ist die Fragerichtung in die eigenen Deutungshorizonte eingezeichnet. Das beginnt systematisch-theologisch bei Gedankenfiguren der Offenbarung und Geistvermittlung als Ermächtigungsfiguren, die dem Wort Dignität verleihen; zeigt sich in der Prophetentradition, gewinnt in der praktischen Theologie Relevanz bei Fragen nach dem Subjekt des Predigers im Verhältnis zum Text oder in der Rolle des Lehrenden als autorisiertem Sprecher in Vermittlungsprozessen; und ist religionswissenschaftlich präsent im Vergleich der Autorität heiliger Schriften als nicht-personaler Akteure oder beim Blick auf Divinationstechniken, die die Autorität des Sprechenden sowohl er- als auch entmächtigen und damit ganz wesentlich Deutungsmacht inszenieren und beanspruchen.

Dynamischer wird das Machtmodell, wenn die institutionellen und strukturellen Verflechtungen und Interdependenzen mitberücksichtigt und im Sinne eines komplexen Machtgefüges gedacht werden. Dann geht es nicht mehr nur um die einzelnen Akteure, nicht mehr nur um eine kausale Quelle, sondern um sozial beschreibbare Machtgefüge und Machtprozesse, die sich über Aushandlungsprozesse, Identifikationen und Partizipation aufbauen. Alle Formen kultureller, medialer und kommunikativer Macht, wie sie sich z.B. in kollektiven Narrationen, Mythen und Ideologien zeigen können, sind auch unter dem Aspekt struktureller Macht und ihrer Verbreitungsmöglichkeiten zu betrachten, die die Deutungsmacht wesentlich mit beeinflusst.

3.2. Modale und relationale Macht

In einer spezifischen Deutung der Machttheorie Foucaults (Röttgers, 1990; Gehring, 2016) wird Macht vorrangig unter dem Aspekt der Ermöglichung beziehungsweise Verunmöglichung im Sinne von potentia in den Blick genommen. Es geht um den Versuch, „Macht in ihren positiven Mechanismen zu analysieren“ (Foucault, 2005, 224), wobei mit der Zuschreibung positiv keine qualitative moralische Wertung verbunden ist, sondern die Betonung dessen, was Macht vermag beziehungsweise eben auch nicht vermag – was sie ermöglicht und verunmöglicht. Die Beispiele Foucaults hinsichtlich der Pastoralmacht, der Biomacht und der Heterotopien zeigen dabei, dass dieser Machtbegriff nicht im Sinne einer Verharmlosung misszuverstehen ist, sondern gerade auch in der Macht der Begrenzung von Möglichkeiten sichtbar wird. In der modalen Perspektive organisiert Macht demnach Strukturen des Möglichwerdens von etwas beziehungsweise die Verwirklichung von Möglichem und das Gegenteil im Sinne des Unmöglichmachens von etwas. Sie arbeitet auch an Grenzverschiebungen des für möglich oder unmöglich Gehaltenen. Modale Macht zeigt sich in der Vielfalt ermöglichter Relationierungen und Neupositionierungen. Sie ist nicht nur eine verneinende Kraft, sondern Ermöglichungs- und Gestaltungsgrund oder -raum. Damit wird deutlich, wie notwendig eine Abgrenzung von Begriffen wie Herrschaft und Gewalt ist, wobei Übergänge hier auch fließend sein können und genau beachtet werden müssen. Modale Macht steigt nicht mit dem Zwang, sondern mit der Erhöhung der erzeugten oder ermöglichten Alternativen, die sie vermitteln kann. „Im Gegensatz zur nackten Gewalt kann sich die Macht mit Sinn verbinden. Vermittels ihres semantischen Potentials schreibt sie sich einem Verstehenshorizont ein“ (Han, 2005, 37). Foucault war insbesondere auf Machttechniken fokussiert, die sich über die Einwirkung auf den Körper einschreiben (Sexualität, Gefängnisse, Biopolitik). Die entsprechenden Diskurse zeigen die deutungsmächtigen Formationen, die Identität normativ prägen. Foucault hat allerdings auch gerade im Widerstand und Kampf gegen Machtkonstellationen gezeigt, wie beredt die Macht ex negativo beziehungsweise die Störung der Ordnung sein kann, insbesondere dann, wenn es um Prophetie und Wahrsprechen – um das Konzept der Parrhesia geht, das sich gegen Widerstände behaupten muss (Gehring/Gelhard, 2012; Reuter, 2014, 129-131 zur Rolle der Parrhesia als Ziel religiöser Bildung). Neben den Diskursen sind Metaphern, → Bilder, Mythen und Narrationen Deutungsmachtformationen, die in besonderer Weise neue Perspektiven auf die Weltwahrnehmung eröffnen und diese dadurch neu justieren. In der Fiktionalität als Eröffnung eines Möglichkeitsraumes der Neu- und Andersdeutung im Sinne eines Experimentalraums der Existenz (Koschorke, 2017) zeigen sich die Spuren modaler Macht in exemplarischer Weise. Die Deutungsmacht von Religion und belief systems hängt wesentlich davon ab, wie ihre Sinnproduktion Alternativen des Selbst- und Weltverstehens erschließt und erweitert. Dabei werden in signifikanter Weise die Grenzen des Vorfindlichen transzendiert und damit in der Deutung imaginär überschritten.

4. Deutungsmacht und Deutungsmachtkonflikte

Ausgehend von dem Postulat, dass ein beweglicher Machtbegriff in Anschlag zu bringen sei, „der die divergierenden Vorstellungen von der Macht in sich zu vereinigen vermöchte“ (Han, 2005, Vorwort), sollen im Deutungsmachtbegriff folgende Aspekte zusammengeführt werden: Deutungsmacht ist akteursbezogen (personal und nicht-personal) und institutionell-strukturell bedingt das Vermögen (modal verstandene potentia) zur Deutung und zur Machtausübung durch Deutung sowie die Möglichkeit zur Ermöglichung beziehungsweise Verwirklichung einer Deutung beziehungsweise deren Negation. Vom Urheber der Deutung aus ist sie die Macht zur Durchsetzung und vom Adressaten aus die zur Anerkennung. Deutungsmacht in modaler und relationaler Perspektive nimmt zugleich die Macht der Deutung selbst in den Blick, der aufgrund ihrer metaphorischen, narrativen, rhetorischen, performativen und diskursiven Strategien das Vermögen zur Änderung bestehender semantischer oder kommunikativer Ordnungen zukommt, die sie irritiert, stört, erweitert, reformiert oder revolutioniert. Deutungsmacht kann als vierstellige Relation zwischen „Agent – Ordnung – Medium – Rezipient“ begriffen werden (zu diesen Bestimmungen ausführlich Stoellger, 2014, 36-38). Macht gilt als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium, das in spezifischer Weise die Chance bezeichnet, unwahrscheinliche Kombinationen und Selektionen in Kommunikationsprozessen zu ermöglichen (Luhmann, 2012). Die Macht einer Deutung stammt weder vom Akteur noch vom Rezipienten allein, sondern entsteht in deren Kommunikationsverhältnis, das strukturiert wird durch vorgängige, medial vermittelte Ordnungen, wie sie sich in Narrationen, Mythen und Ideologien zeigen können. Dabei entsteht und reproduziert sich Deutungsmacht performativ, im Zuge ihres bewussten und unbewussten Ausagierens.

Mit Blick auf die Deutungsmachtanalyse sind drei Modi von Deutungsmacht zu unterscheiden (Stoellger, 2014, 41-44): Im Fall stiller, latenter Deutungsmacht, ist Deutungsmacht bereits anerkannt, erscheint von daher quasi als selbstverständlich und wird nicht als solche thematisch beziehungsweise problematisiert. Gerade darin erweist sie sich jedoch als besonders mächtig, wie z.B. in anerkannten Gesetzen, denen fraglos gefolgt wird. Dispositive im Sinne Foucaults und der → Habitus im Sinne Bourdieus stehen darüber hinaus für Formen latenter Deutungsmacht. Der Habitus verkörpert Macht in Form von Wahrnehmungsschemata, die auch die Aufnahmebereitschaft und Empfänglichkeit für bestimmte symbolische Deutungsmuster präfigurieren (Bourdieu, 2001, 219). Deutungsmachtanalyse muss sich demnach der Erhellung kulturellen Kapitals in inkorporiertem Zustand (Habitus), objektiviertem Zustand (Texte, Bilder usw.) und institutionalisiertem Zustand (Bildungsformationen) nachgehen (Barlösius, 2011).

Wenn Deutungsmacht im Konfliktfall strittig wird, erweist sie nicht mehr oder noch nicht als selbstverständlich anerkannt, sondern steht zur Disposition und ist legitimierungsbedürftig. Hinsichtlich der immer um Konsens im Dissens ringenden spätmodernen Gesellschaften mit ihren widerstreitenden Deutungskulturen kann jedoch in einer nahezu paradoxen Zuspitzung der Konfliktfall selbst gerade als der Normalfall von Deutungsmacht angesprochen werden. Deutungsmachtanalyse im Zeichen des Konflikts verlangt in besonderer Weise die Aufmerksamkeit für die kommunikativen, rhetorischen und performativen Vermittlungsformen dieser Konflikte. Deutungsmacht muss im pluralen Kontext allererst errungen und verteidigt werden, indem z.B. mediale Aufmerksamkeit erzielt wird. Konfligierende Deutungsmachtansprüche in diesem Sinne kommen zugespitzt in religiösen beziehungsweise interreligiösen Auseinandersetzungen zum Tragen.

Der liminale Ausnahmefall von Deutungsmacht kann immer nur ex post erschlossen werden. Er ist dann zu konstatieren, wenn Deutungen Ordnungsgefüge in besonderer Weise irritieren und verändern, wenn Deutungen etwas von umfassender Bedeutung grundlegend neu und anders sehen lassen. So lassen sich die neutestamentlichen Deutungen des Kreuzestodes Jesu Christi und die Deutung der Auferstehungserfahrungen als radikale Umdeutungen der Wirklichkeit verstehen, die alle gängigen Ordnungsvorstellungen und Deutungsmuster von Macht und Ohnmacht in Frage gestellt beziehungsweise umgestellt haben (exemplarisch in der paulinischen Theologie). Luther hat dann gerade durch die Neuinterpretation der paulinischen Theologie seinerseits die theologischen Deutungsmuster seiner Zeit und damit zugleich ihre Akteure und Institutionen radikal in Frage gestellt und wirkmächtig verändert. Die bleibenden Deutungsmachtkonflikte um das „rechte“ Verstehen der Reformation waren zwischen verschiedenen Akteuren und Institutionen (z.B. Kirche und Wissenschaftssystem) im Reformationsjubiläumsjahr bis in die Feuilletons hinein präsent.

5. Deutungsmachtsensible Religionspädagogik – exemplarische Bezüge und relevante Themen

Es wäre viel erreicht, wenn in den hermeneutischen Grundüberlegungen der Religionspädagogik Deutungsmachtanalyse und Deutungsmachtkritik als mögliche Querschnittsdimensionen verstärkt in den Blick kämen. Denn Deutungsmacht als Phänomen zeigt sich auf den verschiedensten Ebenen – von der institutionellen Makroebene bis in die Formen, wie die eigenen Traditionen im Bildungsprozess erschlossen werden, und in die Mikroebene der unterrichtlichen Kommunikation hinein. Als Reflexions- und Analysekategorie kann sie also sowohl im fachlichen Metadiskurs zum Tragen kommen als auch in der → Unterrichtsplanung, -kommunikation und -reflektion beziehungsweise der empirischen Unterrichtsforschung (→ Unterrichtsforschung, empirische). Im Folgenden werden nur erste – sehr selektive und exemplarische Hinweise auf zukünftige Fragestellungen und Perspektiven gegeben, ohne dass die Bezüge hier im Einzelnen adäquat entfaltet werden können.

  • Deutungsmacht und Institutionen religiöser Bildung: In welcher Form Religion im Kontext des öffentlichen Bildungswesens thematisch werden beziehungsweise überhaupt vorkommen soll, ist schon lange nicht mehr unumstritten. Das zeigen Fächerformationen wie → Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde (LER) in Brandenburg, der Modellversuch zu einem von verschiedenen Religionsgemeinschaften verantworteten Religionsunterricht für alle in Hamburg, der Streit um die Einführung eines verbindlichen Ethikunterrichts (→ Ethikunterricht) in Berlin und die neuesten Bemühungen um die Einführung eines → konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts als einer Regelform des Religionsunterrichts in allen Bundesländern. Dabei wird durchaus um Deutungshoheit hinsichtlich des adäquaten Verstehens von → Religion und Bildung im Kontext spätmoderner Pluralität gerungen. Interessanterweise wird wenig explizit, dass schon Art. 7 Abs. 3 GG gerade nicht ein „Ermächtigungsartikel“ zugunsten der Kirchen ist, sondern vielmehr ein beachtliches Gebilde wechselseitig intendierter Begrenzung von Deutungsmacht im Zusammenspiel von Staat und Religionsgemeinschaften, die für das demokratische Machtgefüge (→ Demokratie) zentral ist. Wie sich dieses Gefüge angesichts der sich ändernden gesellschaftlichen Verhältnisse entwickelt, indem einerseits Möglichkeitsräume der Auslegung von Art. 7 Abs. 3 erweitert werden und andererseits neue Formen eines Monopolanspruchs religiöser Bildung entstehen können, ist weiterhin ein dynamischer Prozess, der auch deutungsmachtkritisch zu begleiten ist. (Kumlehn, 2014). Zugleich ist nicht nur allgemein machtkritisch, sondern auch deutungsmachtkritisch sehr genau zu fragen, welche Einflüsse und Interessen (allen voran wirtschaftliche) mittels welcher Argumentationsstrategien gegenwärtig die Formulierung von Bildungszielen beziehungsweise die → Bildungspolitik beherrschen und welche deutungsmachtkritische Rolle religiöse Bildung in diesem Zusammenhang spielen kann (z.B. Dressler, 2006; Reuter, 2014).
  • Deutungsmachtsensible Wahrnehmung von Diskursen: Die Perspektive der Deutungsmachtanalyse lässt sich prinzipiell auf alle wirkmächtigen Diskurse im eigenen Fach kritisch beziehen. Dazu gehört gegenwärtig exemplarisch z.B. der Diskurs um die → Inklusion, der sowohl mit erheblichen expliziten und impliziten Geltungsansprüchen verbunden ist als auch von Invisibilisierungsstrategien oder gar „Sprachverboten“ durchzogen sein kann (Kumlehn, 2016). Es gilt stets zu fragen: Wer spricht in wessen Interesse aufgrund welcher Grundüberzeugungen mit welchen Strategien? Sehr interessant unter Deutungsmachtgesichtspunkten ist auch der noch anfängliche Diskurs um religiöse Bildung als Empowerment-Strategie (Bucher/Domsgen, 2016) im Sinne einer Ermächtigungsdynamik, die personale Möglichkeitsräume erweitern soll. Aber auch die Debatte um die Kompetenzorientierung wäre hinsichtlich der Deutungskompetenz unter Einschluss von Deutungsmachtaspekten und ihrer Kritik weiter auszudifferenzieren (Kumlehn, 2014).
  • Deutungsmachtsensible Themenerschließung: Jedes Thema des Religionsunterrichts kann unter Einschluss der Frage nach Aspekten der Deutungsmacht in den Blick genommen werden (muss es aber natürlich nicht). Besonders naheliegend ist das allerdings bei Themen, die Formen modaler Macht von Deutungen erkennen lassen, wie z.B. Interpretationen von Kreuz und Auferstehung Jesu (→ Passion und Auferstehung, bibeldidaktisch), die immer die Grenzen des Möglichen und Unmöglichen in der Imagination von Macht und Ohnmacht berühren beziehungsweise verschieben, aber natürlich auch kontroverse Themen wie die Ursprungsdeutungen der → Reformation und ihrer Wirkmacht oder Themen im Spannungsfeld von Politik und Religion wie gegenwärtig das Thema Flucht und → Migration (Reese-Schnitker/Bertram/Franzmann, 2018).
  • Deutungsmacht und Modi religiöser Kommunikation: Nicht nur thematisch, sondern auch strukturell lässt sich nach der Macht der Deutung fragen, indem die Macht symbolischer Kommunikation (schon Gutmann, 1996) oder die „Macht des Erzählens“ (Eckel/Müller-Wood, 2017) in religiösen Bildungsprozessen reflektiert wird. Dazu gehört z.B. die Wahrnehmung der spezifischen Strategien des Perspektivenwechsels, der radikalen Umdeutung von Wirklichkeit, der Verschiebung und Irritation semantischer Ordnungen, der Arbeit an den Rändern von Sagbarem beziehungsweise Unsagbarem. Das gilt für die Analyse nahezu aller biblischen Texte, aber natürlich auch anderer Medien religiöser Ausdruckskultur. Ein besonderer Fokus der Aufmerksamkeit kann dabei auch auf die Macht der → Medien hinsichtlich der Vermittlung und Darstellung von Religion gerichtet werden (Pirner/Lähnemann/Haußmann, 2011), stärker noch jedoch im Kontext von Digitalisierung auf die Macht der Algorithmen hinsichtlich der massiven Beeinflussung des Selbst- und Weltverstehens, das erhebliche Auswirkungen auf eine auch religionspädagogisch neu zu reflektierende Identitäts- und Glaubensbildung hat (Zeitschrift für Pädagogik und Theologie, 2018).
  • Deutungsmacht und Unterrichtskommunikation: Die Religionspädagogik hat viele turns mitvollzogen, aber die Neuentdeckung der Rhetorik als wichtiger Bezugsdisziplin ist bisher doch weitgehend an ihr vorbeigegangen. Dabei sind Unterrichtsvollzüge – auch dort, wo „nur Deutungsangebote“ unterbreitet werden sollen – keineswegs frei von Geltungsansprüchen und entsprechenden rhetorischen Strategien und ein bewusster, deutungsmachtsensibler Umgang mit Gesten, werbender oder auch abwertender Sprache, Aufmerksamkeitsrhetorik, dem Wunsch zu überzeugen kann sowohl in der Unterrichtsforschung und Ausbildung als auch im Fördern kritischer rhetorischer Kompetenzen im argumentativen Reden über Religion bei Lernenden einen Beitrag zur religiösen Bildung leisten (Kumlehn, 2017).

Literaturverzeichnis

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  • Bourdieu, Pierre, Meditationen. Zur Kritik der scholastischen Vernunft, Frankfurt a. M. 2001.
  • Brodocz, André/Hammer, Stefanie (Hg.), Variationen der Macht, Baden-Baden 2013.
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  • Gehring, Petra/Gelhard, Andreas (Hg.), Parrhesia. Foucault und der Mut zur Wahrheit, Zürich 2012.
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