Zin

1. Name

Die Herkunft des Namens „Wüste Zin“ (צִן ṣin) ist ungeklärt. Er ist nicht zu verwechseln mit der → „Wüste Sin“ (סִין sîn), auch wenn beide in der → Septuaginta meist mit Σιν Sin wiedergegeben werden. Denkbar ist eine sprachliche Verwandtschaft des Namens צִן ṣin mit צִנִּים ṣinnîm „Dornen“; die Wüste Zin wäre dann eine „Dornenwüste“. Unklar ist auch, ob Zin stets die Bezeichnung für eine Wüste ist oder auch einen Ort meinen kann (vgl. Num 34,4; Jos 15,3) und ob die Wüste ihren Namen vielleicht von dem erhalten hat.

2. Biblische Überlieferung

Abb. 1 Die Wasser von Meriba (Jan Steen; 17. Jh.).

Abb. 1 Die Wasser von Meriba (Jan Steen; 17. Jh.).

Die zehn Erwähnungen der Wüste Zin begegnen mehrheitlich in Routenbeschreibungen der → Wüstenwanderung (Num 20,1; Num 33,36) sowie als Teil der Südgrenze der nachmaligen Besiedlung Kanaans (Num 13,21 als erste Station der Kundschafter; Num 34,3-4; Jos 15,1.3). Eingebettet in den Rahmen der Wüstenwanderungsroute erscheint die Erwähnung von → Mirjams Tod sowie die Erzählung von der wundersam behobenen Wassernot in → Kadesch (Num 20,1; genannt Meribat-Kadesch in Num 27,14; Dtn 32,51; → Meriba).

3. Lage

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 2 Landkarte: Wüste Zin und Wüste Sin auf dem Sinai.

Die Wüste Zin grenzt im Osten an das Siedlungsgebiet der → Edomiter, im Norden an die Ausläufer des Stammesgebiets von Juda. Eine genauere Bestimmung ist verquickt mit der (wohl bereits in alttestamentlicher Zeit beginnenden) Kontroverse, ob mit Kadesch immer → Kadesch-Barnea gemeint ist und wo dieser Ort zu lokalisieren ist. Die meisten Texte setzen voraus, dass Kadesch innerhalb der Wüste Zin liegt; in Num 33,36 werden die beiden Namen gleichgesetzt.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Calwer Bibellexikon, Stuttgart 2003

2. Weitere Literatur

  • Woolley, C.L. / Lawrence, T.E., (1914-1915) 2003, The Wilderness of Zin, 3. Aufl., Winona Lake
  • Davies, G.I., 1979, The Way of the Wilderness. A Geographical Study of the Wilderness Itineraries in the Old Testament, Cambridge, 24-25.91
  • Hoffmeier, J.K., 2005, Ancient Israel in Sinai. The Evidence for the Authenticity of the Wilderness Tradition, Oxford
  • Seebass, H., 2007, Numeri (BK IV/3), Neukirchen, 409
  • Zucconi, L.M., 2007, From the Wilderness of Zin alongside Edom: Edomite Territory in the Eastern Negev during the Eighth-Sixth Centuries B.C.E., in: S. Malena (Hg.), Milk and Honey. Essays on Ancient Israel and the Bible in Appreciation of the Judaic Studies Program at the University of California, San Diego / Winona Lake, 241-256

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Die Wasser von Meriba (Jan Steen; 17. Jh.).
  • Abb. 2 Landkarte: Wüste Zin und Wüste Sin auf dem Sinai. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

PDF-Archiv

Alle Fassungen dieses Artikels ab Oktober 2017 als PDF-Archiv zum Download:

VG Wort Zählmarke