Tor / Stadttor

Andere Schreibweise: Gate (City gate) (engl.)

(erstellt: Aug. 2022)

1. Name

In der Hebräischen Bibel steht שַׁעַר / הַשַּׁעַר ša‘ar / hašša‘ar allgemein für „Tor“, oft auch für „Stadttor“ (Otto 1994). Die Etymologie ist ungeklärt. Im Aramäischen steht das Wort mitunter für geschätzte Preise oder Werte. Insofern wird auch das nur Spr 23,7 belegte Partizip ša‘ar mit „berechnend“ wiedergegeben. Ein solches Bedeutungsspektrum von ša‘ar entspricht den im Alten Testament und möglicherweise auch archäologisch belegten Handelsgeschäften am Stadttor (s.u. 2.1. und 3.2.2.). Das Verständnis von (haš)ša‘ar als „Stadttor“ wird durch die Wendung שַׁעַר הָעִיר ša‘ar hā‘îr „Tor der Stadt“ hervorgehoben (Jos 8,29; Ri 9,35; Ri 16,2 u.ö.). Häufig steht (haš)ša‘ar allerdings auch ohne weitere Näherbestimmung für ein Stadttor (Jos 2,5; 1Sam 9,18; 2Sam 18,4; 2Kön 7,20; 2Kön 9,31 u.ö.). Erkennbar wird die Bedeutung als Stadttor auch in Verbindungen von ša‘ar mit Städtenamen wie → Samaria (2Kön 7,18), → Jerusalem (Jer 17,19; Mi 1,12 u.ö.), Sodom (Gen 19,1) oder → Ekron (1Sam 17,52). Tore können Namen haben wie etwa in Jerusalem u.a. das Efraimtor und das Ecktor (שַׁעַר אֶפְרַיִם šaʿar ʾæfrajim, שַׁעַר הַפִּנָּה šaʿar happinnāh; 2Kön 14,13) oder das Quelltor (שַׁעַר הַעַיִן ša‘ar ha‘ajin; Neh 2,14) und das Fischtor (שַׁעַר הַדָּגִים ša‘ar haddāgîm; Neh 3,3). Daneben steht (haš)ša‘ar für torartige Zugänge zu repräsentativen Gebäuden wie etwa zum Jerusalemer Tempel שַׁעַר בֵּית יהוה ša‘ar bêt jhwh (2Kön 15,35; Jer 7,2), zur Jerusalemer „Tempelburg“ שַׁעֲרֵי הַבִּירָה ša‘ărê habbîrāh (Neh 2,8) oder zum Heiligtum von Schilo (1Sam 4,18). Auch das Zeltheiligtum der Wüstenwanderungszeit soll ein „Tor zum Vorhof“ שַׁעַר הֶחָצֵר ša‘ar hæḥāṣer aufgewiesen haben (Ex 27,16; Ex 35,17). Darüber hinaus bezeichnet (haš)ša‘ar die Eingänge zu dem im Ezechielbuch beschriebenen visionären Jerusalemer Tempelbezirk (Ez 40, passim) oder zum Lager der Israeliten in der Wüste (Ex 32,27 u.ö.). Nicht zuletzt werden auch Zugänge zu königlichen Palästen mit (haš)ša‘ar benannt, etwa „die Tore dieses Hauses“ שַׁעֲרֵי הַבַּיִת הַזֶּה ša‘ărê habbajit hazzæh (Jer 22,4) – gemeint ist das Haus des Königs von Juda (vgl. Jer 22,1) – oder das „Tor des Königs“ שַׁעַר הַמֶּלֶךְ ša‘ar hammælækh (Est 2,19 und öfter im Esterbuch).

Vergleichsweise selten ist ein übertragener Gebrauch von (haš)ša‘ar, wenn etwa vom „Tor meines Volkes“ שַׁעַר עַמִּי ša‘ar ‘ammî (Ob 13; Mi 1,9), vom „Tor des Himmels“ שַׁעַר הַשָּׁמַיִם ša‘ar haššāmajim (Gen 28,17) oder vom „Tor zu Jhwh“ הַשַּׁעַר ליהוה hašša‘ar ljhwh (Ps 118,20) die Rede ist. In einem Wort gegen die → Philister wird (haš)ša‘ar mit dem Ruf „Heule auf, Tor“ wie eine Person behandelt (Jes 14,31).

Im Deuteronomium finden sich einige Belege, an denen LXX (→ Septuaginta) den Plural von (ἡ) πόλις () polis („Stadt“) für den Plural von (haš)ša‘ar schreibt, und damit das Stadttor bildlich für die ganze Stadt deutet (s.u. 2.1.). Ansonsten gibt LXX (haš)ša‘ar mit (ἡ) πύλη () pylē wieder, einem Wort, das im klassischen Griechisch auch eine schwierig zu überwindende Wegpassage wie einen Engpass oder einen Gebirgspass meinen kann. Damit wird (haš)ša‘ar als eine schwer zu passierende Engstelle der Stadtbefestigung interpretiert.

Das Neue Testament verwendet ebenfalls (ἡ) πύλη () pylē für „Stadttor“ (Lk 7,12; Apg 9,24; Apg 16,13; Hebr 13,12), auch im übertragenen Sinn (Mt 7,13f). Daneben findet sich ὁ πυλών ho pylōn (Mt 26,71; Apg 14,13), v.a. für die Tore des Tempels im himmlischen Jerusalem (Apk 21,12-15). Häufig bezeichnet ὁ πυλών ho pylōn jedoch die Türen eines Hauses (Apg 10,17; Apg 12,13f u.ö.).

Mitunter wird behauptet, die Ausdrücke דְּלָתַיִם dəlātajim (Dual von דֶּלֶת dælæt „Tür“) und פֶּתַח pætaḥ („Öffnung“, „Durchgang“) seien synonym zu ša‘ar (Lum 2014, 1008). Dies trifft nur bedingt zu. Allenfalls in Dtn 3,5 könnte dəlātajim das Tor insgesamt meinen, da der Vers noch weitere Teile der Stadtbefestigung nennt und da LXX hier πύλη pylē übersetzt. Ansonsten meint dəlātajim die beiden Türflügel eines Tors oder Hauseingangs (1Sam 23,7; Jer 49,31 [LXX 30,26]), zumal LXX an diesen Stellen (ἡ) θύρα () thyra „die Tür, der Eingang“ hat. Am deutlichsten wird die Differenzierung zwischen dəlātajim und ša‘ar in Jes 45,1 mit der Wendung דְּלָתַיִם וּשְׁעָרִים dəlātajim [LXX θύρας thyras] ûšəʿārîm „Türen und Tore“. In dieser Hinsicht entspricht der Gebrauch des Duals dem Plural von dælæt, der oft auch paarweise angeordnete Türflügel meint und von šaʿar abgesetzt ist, etwa in den Wendungen דַּלְתוֹת שַׁעַר־הָעִיר dalətôt ša‘ar-hā‘îr „Türen des Stadttors“ (Ri 16,3) bzw. דַּלְתוֹת הַשַּׁעַר dalətôt haššaʿar „Türen des Tors“ (1Sam 21,14). Während ša‘ar den ganzen Torbau (s.u. 2.1. und 3.) bezeichnet, stehen Dual und Plural von dælæt lediglich für einen Teil dieses Tors, nämlich die Türflügel. Dies wird dadurch unterstrichen, dass der Dual nahezu stereotyp mit dem Ausdruck בְּרִיחַ bəriaḥ „Riegel“ kombiniert ist (Dtn 3,5; 1Sam 23,7; Jer 49,31), der sich ebenfalls nur speziell auf die Türen, nicht auf das ganze Tor beziehen kann.

Im Fall von pætaḥ sind vielleicht die Belege 1Kön 17,10 und 1Chr 19,9 mit der Wendung פֶּתַח הָעִיר pætaḥ hā‘îr „Eingang der Stadt“ als Kennzeichnung eines Stadttors zu verstehen. Häufiger ist pætaḥ jedoch von ša‘ar abgesetzt, etwa, wenn vom „Eingang zum Stadttor“ פֶּתַח שַׁעַר הָעִיר pætaḥ ša‘ar hā‘îr die Rede ist (Jos 20,4; Ri 9,44; ähnlich 2Kön 7,3). Darüber hinaus gibt LXX pætaḥ an den genannten Stellen mit ὁ πυλών ho pylōn wieder, was auch im Neuen Testament meist einen Hauseingang meint (s.o.). Das entspricht der Verwendung von pætaḥ im Alten Testament als Bezeichnung eines Eingangs in ein Gebäude (1Kön 14,27) oder in einen speziellen Raum (1Kön 6,33).

2. Biblische Überlieferung

2.1. Altes Testament

Das Alte Testament beschreibt Tore als Gebäude. Sie weisen architektonische Details wie Häuser auf: einen eigenen Zugangsweg (דֶּרֶךְ הַשַּׁעַר dærækh hašša‘ar; 2Sam 15,2), einen Eingang (pætaḥ; s.o.), Türen (dalətôt bzw. dəlātajim; s.o.) mit Riegeln (bəriaḥ, s.o.), eine Art Innenraum (תּוֹךְ הַשַּׁעַר tôkh hašša‘ar; LXX πλάγιος plagios „Seitenraum“; 2Sam 3,27), ein Obergeschoss (עֲלִיַּת הַשַּׁעַר ‘ălijjat hašša‘ar; 2Sam 19,1) und ein begehbares, d.h. flaches Dach (גַּג הַשַּׁעַר gag hašša‘ar; 2Sam 18,24) (vgl. Frese 2020, 29f.61f).

Neh 3 nennt neben bəriaḥ („Riegel“) mehrfach noch den Ausdruck מַנְעוּל man‘ûl (Neh 3,3.6.13-15), der vielleicht Bolzen meint. Meist waren diese Vorrichtungen zum Verriegeln der Türen aus Holz, seltener aus Metall. Das Alte Testament erwähnt Riegel aus Bronze (בְּרִיחַ נְחֹשֶׁת bərîaḥ nəḥošæt; 1Kön 4,13) bzw. Eisen (בְּרִיחֵי בַּרְזֶל bərîḥê barzæl; Jes 45,2; Frese 2020, 46-51). Jes 45,2 redet gleichzeitig von „bronzenen Türen“ דַּלְתוֹת נְחוּשָׁה dalətôt nəḥûšāh, womit bronzene Plattenbeschläge an der Außenseite der Türen gemeint sein dürften. Solche Türdekorationen aus wertvollen Metallen sind im Alten Testament v.a. für Repräsentativbauten bezeugt (1Kön 6,32; vgl. 2Kön 18,16; die in Übersetzungen dieses Verses häufig genannten Edelmetalle sind jedoch aus 2Kön 18,14 erschlossen). In dieser Weise werden Tore als repräsentativ ausgestattete Häuser, als Torhäuser geschildert.

Die repräsentative Ausstattung der Tore entspricht ihrer Funktion als Orte öffentlicher Veranstaltungen. Im Tor erfolgt die Rechtsprechung (Sach 8,16 u.ö.), insbesondere durch die → Ältesten (Dtn 22,15; Dtn 25,7; vgl. Crüsemann 1992; Frese 2020, 151-157), teilweise auch der Vollzug der Strafe (Dtn 22,18f.24; Dtn 25,9). Am Tor treffen sich Könige und Propheten zur Beratung (1Kön 22,10; vgl. 2Sam 19,9; vgl. Frese 2020, 141-145.157-159). Insofern könnten auch → Lot (Gen 19,1) oder → Hiob (Hi 29,7-25; insbesondere Hi 29,25) als königliche Figuren verstanden werden. Im Bereich des Tores werden öffentliche Versammlungen abgehalten (Neh 8,1). Entsprechend soll die Verkündigung prophetischer Botschaften dort stattfinden (Jer 17,19; Jer 19,2; Frese 2020, 131-133). Auch der → Handel am Tor ist bezeugt (2Kön 7,1; Frese 2020, 168-170). Insofern erscheint das Stadttor als Treffpunkt schlechthin (Ps 69,13; Frese 2020, 168f). Zum Stadttor gehört ein freier Platz (רְחוֹב שַׁעַר הָעִיר rəḥôv ša‘ar hā‘îr; 2Chr 32,6; ähnlich Neh 8,1.3.16), der alle diese Aktivitäten ermöglicht.

Wenige Stellen im Alten Testament deuten einen Kult im Stadttor an (→ Kulthöhe; Bernett / Keel 1998; Haettner Blomquist 1999, 151-188; Jericke 2003; Jericke 2010, 140-143; Frese 2020, 160-162). Dabei handelt es sich jeweils um nichtjahwistische Kulte. In 2Kön 23,8 ist von „Torhöhen“ בָּמוֹת הַשְּׁעָרִים bāmôt haššə‘ārîm in Jerusalem die Rede, d.h. von offenen Kultplätzen, die „am Eingang zum Tor des Stadtobersten Josua auf der linken Seite“ lagen und die König → Josia entfernen lässt (Emerton 1994; Frese 2020, 160). Ez 8,3 spricht davon, dass am Nordtor von Jerusalem ein „Bild“ (סֵמֶל semæl) steht, das Eifersucht (die → Eifersucht Jahwes?) erregt.

Auffällig sind einige Belegstellen im Deuteronomium, an denen der Plural von ša‘ar nicht nur das Stadttor selbst, sondern die ganze Stadt meint, was LXX veranlasste, hier Pluralformen von πόλις polis zu verwenden (Dtn 12,17f; Dtn 15,7; Dtn 16,5; Dtn 24,14 u.ö; vgl. Frese 2020, 183-216). Einzelne möglicherweise deuteronomistisch geprägte Verse zeigen einen vergleichbaren Gebrauch wie etwa die Wendung בְּאֶרֶץ שְׁעָרָיו bə’æræṣ šə‘ārâw „im Land seiner Tore“ (1Kön 8,37). Der geschilderte Befund wird mitunter auch so verstanden, dass ša‘ar im Deuteronomium sozialgeschichtlich zu interpretieren ist als Bezeichnung für die Großfamilie oder den Clan (Otto 1994) bzw. als Ausdruck für die „Israelite community in biblical times“ (Frese 2020, 211).

2.2. Neues Testament

Über das Aussehen oder den Aufbau von Stadttoren sagen neutestamentliche Texte nichts Substanzielles. Lediglich Apg 12,10 ist von einem „eisernen Tor“ die Rede, was wahrscheinlich Metallbeschläge an der Außenseite der Tortüren meint, wie sie auch im Alten Testament bezeugt sind (s.o. 2.1.). Das Matthäusevangelium verwendet (ἡ) πύλη () pylē mehrfach im übertragenen Sinn, als enges Tor zum Leben (Mt 7,13f) oder als Zugang zum Hades, zur Unterwelt (πύλαι ᾅδου pylai hadou; Mt 16,18). Das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte dagegen erwähnen mitunter Stadttore, entweder mit der eindeutigen Wendung ἡ πύλη τῆς πόλεως hē pylē tēs poleōs „das Tor der Stadt“ (Lk 7,12) oder mit verschiedenen Formen von (ἡ) πύλη () pylē ohne Näherbestimmung (Apg 9,24; Apg 16,13). Im Einzelfall hat ein Tor auch einen Namen wie die „Schöne Pforte“ des Tempels (ἡ ὡραία πύλη hē hōraia pylē; Apg 3,10; vgl. Apg 3,2). Allerdings zeigen sich hier auch Unterschiede zum Alten Testament. Während dort das Jerusalemer Schaftor als שַׁעַר הַצֹּאן ša‘ar haṣṣo’n „Tor der Schafe“ wiedergegeben ist (Neh 3,1.32; Neh 12,39; LXX ἡ πύλη ἡ πρόβατική hē pylē hē probatikē „das schafartige Tor“), verkürzt Joh 5,2 die LXX-Wendung auf das Adjektiv πρόβατικος probatikos (von τὸ πρόβατον to probaton „das Schaf“) und nennt das Schaftor einfach ἡ πρόβατική hē probatikē „das Schafartige“. Ebenso wenig ist im Neuen Testament davon die Rede, dass das Stadttor ein Versammlungsort war. Diese Funktion erfüllt in hellenistisch-römischer Zeit die Agora (ἡ ἀγορά hē agora), der Marktplatz (Mt 11,16; Mt 20,3.5; Lk 7,32; Apg 16,19). So bleibt die Funktion der Scheidung zwischen Innen und Außen (Ferda 2014). Dabei gilt der Bereich außerhalb des Stadttors als tendenziell unrein (→ Reinheit / Unreinheit / Reinigung). Verstorbene werden durch das Tor hinausgetragen, um außerhalb der Stadt begraben zu werden (Lk 7,12), und der Vollzug der → Todesstrafe, in diesem Fall die Kreuzigung Jesu, fand „außerhalb des Stadttors“ ἔξω τῆς πύλης exō tēs pylēs statt (Hebr 13,12). Der letztgenannte Vers unterstreicht v.a. die sühnende Bedeutung des Todes Jesu und stellt einen Vergleich zu alttestamentlichen Sühneriten her (→ Sühne), die außerhalb des Lagers stattfinden sollten (Lev 16,27; vgl. Hebr 13,11). Darüber hinaus zeigen sich jedoch Unterschiede zur Funktion des Stadttors im Alten Testament, wo im Extremfall Leichenteile im Stadttor abgelegt werden konnten (2Kön 10,8) und wo Bestrafungen bis hin zur Steinigung im Torbereich gestattet waren (Dtn 22,24).

3. Archäologie

3.1. Bronzezeit

3.1.1. Frühbronzezeit

© Detlef Jericke (nach Kempinski 1992b, 135, Fig. 18)

Abb. 1 Mittelbronzezeitliches Stadttor in Dan / Tell el-Qāḍī, Grundriss. Zeichnung.

Stadttore setzen Stadtmauern, d.h. befestigte Städte, voraus. Daher sind die ältesten Stadttore in der südlichen Levante aus der ersten urban geprägten Kulturperiode in der Region, der Frühbronzezeit II, bekannt (ca. 3000 bis 2700/2600 v. Chr.; vgl. Herzog 1986, 12-23; Herzog 1992b, 845f). Dabei handelte es sich noch nicht um Torhäuser wie ab der Mittelbronzezeit (s.u. 3.1.2.), sondern um einfache Durchgänge, die durch Aussparungen in den Stadtmauern entstanden. Die einfachsten solcher Tore waren Poternen (engl. posterns; „Nebeneingänge“ bzw. „Nebentore“ [Keel / Küchler 1982, 223], „Ausfalltore“ [→ Arad, 4.1.3.1.] oder „Tunneldurchgänge“ [→ Ai, 4.1.2.]). Sie bestanden aus einem maximal 1 m breiten Durchgang, der vermutlich verschlossen oder im Gefahrenfall vermauert werden konnte. Solche Poternen sind etwa in den frühbronzezeitlichen Stadtanlagen von Ai (Kempinski 1992a, 74 mit Fig. 5 auf S. 71; → Ai, 4.1.2.) und Arad (Weippert 1988, 167; → Arad, 4.1.3.1.) nachgewiesen. Daneben gab es Mauerdurchlässe mit einer Breite von ca. 2 m bis 3,4 m. Reste von Pfannen für Türpfosten deuten darauf hin, dass diese Tore zwei verschließbare Türflügel aus Holz hatten (Herzog 1992b, 845). Die Tore wurden durch halbrunde (z.B. → Jericho; Arad, vgl. → Arad, Abb. 9) oder rechteckige (z.B. Tell el-Fār‘a Nord; Koordinaten: 1823.1882; N 32° 17' 14'', E 35° 20' 16''; Weippert 1988, 167; Kempinski 1992a, 73f mit Fig. 4 auf S. 71; Herzog 1992b, 845), aus der Stadtmauer vorspringende Türme geschützt. Für das Tor von Tell el-Fār‘a Nord ist eine Höhe von 4 m nachgewiesen. Wie die Stadtmauer auch, war es aus einem Steinfundament und einem Lehmziegeloberbau erbaut und vermutlich mit Dachbalken aus Holz abgedeckt.

Auf dem Stadthügel von Jarmut (Chirbet Yarmūt; Koordinaten: 1478.1241; N 31° 42′ 33″, E 34° 58′ 33″) in der judäischen → Schefela wurde eine frühbronzezeitliche Toranlage freigelegt, die aus einer aufsteigenden Rampe und einem indirekten Tordurchgang bestand, d.h., am Ende der Rampe machte der Zugang einen rechtwinkligen Knick, der zum eigentlichen Mauerdurchlass führte. Dieser wurde dadurch gebildet, dass die beiden auf das Tor zulaufenden Teile der Stadtmauer gegeneinander versetzt waren, d.h., die von links kommende Mauer lag etwas weiter im Stadtinneren als die von rechts kommende (Kempinski 1992a, 74 mit Foto; Miroschedji 1999, 6 mit Abbildung; Shalev / Golani 2018, Fig. 4).

3.1.2. Mittel-und Spätbronzezeit

© public domain; Foto: Klaus Koenen

Abb. 2 Mittelbronzezeitliches Stadttor in Dan / Tell el-Qāḍī, Außenfassade und Zugang.

Da die Mittelbronzezeit I (ca. 2200 bis 2000 v. Chr.) eine nichturbane Übergangsperiode zwischen der Früh- und Mittelbronzezeit darstellt (→ Chronologie, archäologisch, 2.1.2.), sind erst wieder aus der Stadtkultur der Mittelbronzezeit II (ca. 2000 bis 1550 v. Chr.) Stadttore belegt. Aus der frühen Phase sind wenige Beispiele von Einkammertoren dokumentiert, bei denen ein Torraum von außen über Treppenstufen durch einen einfachen Durchgang betreten wurde und der Zugang von diesem Raum zum Stadtinneren ebenfalls durch einen einfachen Durchgang erfolgte (Weippert 1988, 221f; Kempinski 1992b, 133f; Herzog 1992b, 846). In Megiddo / Tell el-Mutesellim (Koordinaten: 1675.2212; N 32° 35' 7.58", E 35° 11' 5.18") bildeten beide Durchgänge einen indirekten Zugang, d.h., man musste im Torraum nach links abbiegen, um ins Innere der Stadt zu gelangen (Weippert 1988, 225, Abb. 3.28; Kempinski 1992b, 133, Fig. 15).

Ab dem 18. Jh. v. Chr. kam in der Levante eine Torarchitektur auf, die für die Folgezeit bis über die Eisenzeit hinaus prägend blieb. Es handelt sich um den Typ des Mehrkammertors. Bei diesem wird der 2,5 bis 4 m breite Tordurchgang auf beiden Seiten durch eine gleiche Anzahl von Kammern flankiert, d.h. von Räumen, die entweder vom Tordurchgang her zugänglich oder aber zu diesem hin ganz offen waren. Die Anzahl der Kammern reicht von einer Kammer pro Seite bis zu drei Kammern. So entstehen Zwei-, Vier- oder Sechskammertore. Tordurchgang und Kammern bilden eine architektonische Einheit, das Torhaus.

© public domain; Foto: Klaus Koenen

Abb. 3 Mittelbronzezeitliches Stadttor in Dan / Tell el-Qāḍī, Außenfassade Detail.

In der Mittelbronzezeit II waren in der südlichen Levante v.a. Vierkammertore verbreitet. Eines der bekanntesten Beispiele ist das mittelbronzezeitliche Stadttor von Dan / Tell el-Qāḍī (Koordinaten: 2112.2948; N 33° 14' 51'', E 35° 39' 05'') im Norden Israels (Biran 1981; 1984; 1993, 325f; Weippert 1988, 223, Abb. 3.27; Kempinski 1992b, 131 [Foto].134f mit Fig. 18; Herzog 1992b, 846f). Das Gebäude ist deshalb nahezu vollständig erhalten, weil es in eine Wallanlage integriert war und deshalb nicht in späteren Zeiten eingeebnet wurde. Das aus Lehmziegeln gebaute Torhaus stand an der südöstlichen Ecke des Stadthügels (Areal K, vgl. → Dan, Abb. 4). Es war 15,45 m breit und 13,5 m tief und mindestens 7 m hoch (→ Dan, 4.2.3.). An beiden Seiten des Tordurchgangs führten Treppenstufen zum Torhaus. Im Torhaus waren auf beiden Seiten je zwei ca. 2,5 m breite und ca. 5m tiefe Kammern angelegt (Abb. 1). Über dem Eingang wölbt sich ein ca. 3 m hoher halbrunder Bogen, der aus drei Lagen von senkrecht stehenden Lehmziegeln besteht (Abb. 2 und 3). Ob der Bogen ein Hinweis darauf ist, dass der gesamte Tordurchgang überwölbt war, oder ob Durchgang und Kammern eigens mit einem Flachdach aus Holzbalken gedeckt waren, ist unklar (Weippert 1988, 222-224).

© Detlef Jericke (nach Kempinski 1992b, 136, Fig. 20)

Abb. 4 Mittelbronzezeitliches Nordwesttor von Sichem / Tell Balāṭa. Zeichnung.

Eine Variante des Vierkammertors ist ein über die gesamte Levante von Nordsyrien bis in das südliche Palästina verbreiteter Torhausbau, der in englischsprachigen Publikationen „three-piered syrian gate“ (Kempinski 1992b, 134) bzw. „6-pier gate“ (Herzog 1992b, 846f) genannt wird. Er unterscheidet sich vom Vierkammertor dadurch, dass die jeweils drei zangenartigen Trennmauern („piers“) links und rechts des Durchgangs, welche die jeweils zwei Kammern gegeneinander abtrennen, sehr kurz sind. Dadurch sind die Kammern weniger tief als beim Tor von Dan. Hinter den schmalen, in Durchgangsrichtung längs gestreckten Kammern liegen in den „three“- bzw. „six-pier“-Toren nochmals Räume, die teilweise ein Treppenhaus enthielten, das vermutlich zu Räumen im Torhaus oberhalb des Tordurchgangs führte. Reste von Vertiefungen für Türpfosten deuten darauf hin, dass diese Tore an beiden Zugängen Doppeltüren aufwiesen, die vermutlich aus Holz gefertigt waren (Herzog 1992b, 846f). Ein prominentes Beispiel ist das sog. Nordwesttor in Sichem / Tell Balāṭa (Koordinaten: 1768.1800; N 32° 12' 49'', E 35° 16' 55''; Abb. 4; vgl. → Sichem, Abb. 4).

In der Spätbronzezeit änderte sich die Torarchitektur nicht gegenüber der Mittelbronzezeit, zumal die Zahl der befestigten Städte zurückging (Kempinski 1992b, 136-142).

3.2. Eisenzeit

3.2.1. Eisenzeit I

Aus: Jericke 1997, 175, Fig. 21

Abb. 5 Tell es-Seba‘ Stratum VII.

In der → Eisenzeit I (12. bis 10. Jh. v. Chr.) existierten in den Bergländern östlich und westlich des Jordangrabens praktisch keine befestigten Städte, so dass auch keine Stadttore nachgewiesen sind. Erst in der ausgehenden Eisenzeit I bzw. in der Übergangszeit von der Eisenzeit I zur → Eisenzeit II (11./10. Jh. v. Chr.) sind wieder vereinzelt befestigte Tordurchgänge belegt. In → Beerscheba / Tell es-Seba‘ (Koordinaten: 1343.0726; N 31° 14' 42'', E 34° 50' 26'') im nördlichen Negev erfolgte der Zugang zum Innenbereich der Siedlung von Stratum VII mittels eines einfachen Durchgangs, der an beiden Seiten durch rechteckige, nach außen vorspringende Räume (vielleicht kleine Wachtürme) geschützt wurde (Abb. 5). Vergleichbar ist die Anordnung von ‘Ain Qudēs Fort im zentralen Negev (Koordinaten: 1034.0002; N 30° 03′ 24″, E 34° 30′ 56″), wo die beiden Räume neben dem Durchgang nach innen vorspringen (Keel / Küchler 1982, 185, Abb. 147; Jericke 1997, 103f). Auf der Chirbet el-Mšāš / Tel Māśoś (Koordinaten: 1476.0691; N 31° 12' 47'', E 34° 58' 00'') östlich von Beerscheba war in Stratum I der Zugang in die Siedlung durch ein Gebäude gesichert, das als Wachturm bzw. kleine Festung gedeutet wird (Jericke 1997, 201-203; → Chirbet el-Mšāš, 3.3.3.).

In → Aschdod / Isdūd (Koordinaten: 1179.1293; N 31° 45′ 18″, E 34° 39′ 37″) an der Mittelmeerküste wurde ein Vierkammertor freigelegt (Stratum X), das später zu einem Sechskammertor erweitert wurde (ab Stratum IX). In älteren Publikationen ist das Vierkammertor noch als ein Stadttor der Eisenzeit I in der bronzezeitlichen Tradition, d.h. mit rechteckigen Räumen an beiden Seiten des Durchgangs, rekonstruiert (Dothan, 109). Neuere Veröffentlichungen geben ein Torhaus mit je zwei seitlichen Kammern wieder wie am mittelbronzezeitlichen Tor von Dan (Herzog 1992b, 850, Fig. FOR.04.F; Frese 2020, 262f, Fig. C.2. und Fig. C.3). Zudem ist die absolute Datierung der Strata umstritten. Zunächst wurde für Stratum X das 11. Jh. v. Chr. (Herzog 1992a, 268, Table 3) oder das 11./10. Jh. v. Chr. vorgeschlagen (Keel / Küchler 1982, 48). Neuere Interpretationen gehen vom 10. Jh. v. Chr. aus (Ben-Shlomo 2009, 971) oder lassen die Frage der zeitlichen Ansetzung offen (Keimer 2014, 1006). Daher scheint es angemessen, die beiden nacheinander gebauten Stadttore von Aschdod nicht zur Eisenzeit I zu rechnen, sondern sie als relativ frühe Exemplare der Vier- und Sechskammertore der Eisenzeit II zu verstehen (s.u. 3.2.2.).

Ähnliches dürfte für die beiden Vierkammertore (s.u. 3.2.2.) von Chirbet Qeiyafa (Koordinaten: 1462.1226; N 31° 41′ 46″, E 34° 57′ 27″) gelten (Finkelstein / Fantalkin 2012, 47, Figure 5 und 6; Garfinkel u.a. 2016, 42 Fig. 8, 44 Fig. 11, 53 Fig. 23; Frese 2020, 294f, Fig. C.34 und C.35). Die befestigte eisenzeitliche Landstadt in der Schefela wird gern in das 10. Jh. v. Chr. datiert (Garfinkel u.a. 2016). Diese zeitliche Ansetzung ist jedoch umstritten (vgl. u.a. Dagan 2009: Vierkammertore aus der Eisenzeit II oder aus hellenistischer Zeit). Ebenfalls kontrovers wird die Gleichsetzung von Chirbet Qeiyafa mit dem alttestamentlichen Ort Schaarajim („zwei Tore“, d.h. Dual von ša‘ar; Jos 15,36; 1Sam 17,52) diskutiert, die u.a. mit dem Hinweis auf die zwei archäologisch nachgewiesenen Tore begründet wird (Garfinkel / Ganor 2008; zu weiteren Vorschlägen vgl. Na’aman 2008; Finkelstein / Fantalkin 2012; Levin 2012, und die Diskussion bei Garfinkel u.a. 2016, 188-191).

3.2.2. Eisenzeit II

1) Mehrkammertore (Torhäuser)

© Detlef Jericke, 1981

Abb. 6 Sechskammertor in Geser.

Im Zuge der Reurbanisierung in den Bergländern der südlichen Levante wurden in der Eisenzeit II (9. bis 6. Jh. v. Chr.) wieder befestigte Städte aufgebaut, die dementsprechend auch Stadttore aufwiesen. Nach den archäologischen Befunden handelte es sich nahezu ausschließlich um Mehrkammertore nach dem Muster der mittelbronzezeitlichen Toranlage von Dan (Herzog 1986; 1992a; 1992b; Keimer 2014). Insofern sind auch die eisenzeitlichen Stadttore als Torhäuser zu verstehen.

In seltenen Fällen sind Tore dokumentiert, die lediglich zwei Kammern – je eine links und rechts des Durchgangs – aufwiesen (Herzog 1992b, 851, Fig. FOR.05.), etwa auf Tell Bēt Mirsim (Koordinaten: 1415.0960; N 31° 27' 21'', E 34° 54' 37''; Frese 2020, 267, Fig. C.7) oder in Bet-Schemesch / Tell er-Rumēle bei ʿAin Šems (Koordinaten: 1476.1286; 31° 44′ 59″ N, 34° 58′ 25″ E; Frese 2020, 268, Fig. C.8). Häufiger sind Vierkammertore (Herzog 1992b, 850, Fig. FOR.04.) und Sechskammertore (Herzog 1992a, 266, Fig. 21-25; 1992b, 849, Fig. FOR.03.), bei denen rechts und links des zentralen Durchgangs jeweils zwei bzw. drei rechteckige Kammern eingebaut waren (Überblick bei Frese 2020, 257-259). In vielen Fällen sind zur Verstärkung zwei rechteckige Türme vorgebaut, welche die Reihe der Kammern nach außen fortsetzen.

Aus: Jericke, 2010, 239, Abb. 11 (Ausschnitt)

Abb. 7 Sechskammertor in Lachisch.

Eine chronologische Abfolge der verschiedenen Ausführungen der Mehrkammertore lässt sich nicht feststellen (Herzog 1992b; Keimer 2014; Frese 2020, 107-111). Tendenziell finden sich Sechskammertore eher in Zentralorten wie Hazor / Tell el-Qedaḥ (Koordinaten: 2035.2693; N 33° 01' 05.65'', E 35° 34' 08.59''; → Hazor, Abb. 17 und 18; Frese 2020, 278, Fig. C.18), Megiddo / Tell el-Mutesellim (Koordinaten: 1675.2212; 32° 35' 58" N, 35° 11' 18" E; Frese 2020, 286, Fig. C.26), Geser / Tell Ǧezer bzw. Tell el-Ǧazarī (Koordinaten: 1425.1407; N 31° 51' 34'', E 34° 55' 15''; → Geser, Abb. 4; Frese 2020, 276f, Fig. C.16 und C.17; Abb. 6), Ekron (Tel Miqne / Chirbet el-Muqannaʿ; Koordinaten: 1358.1318; N 31° 46' 43", E 34° 51' 07"; Frese 2020, 273, Fig. C.13) und → Lachisch / Tell ed-Duwēr (Koordinaten: 1357.1082; N 31° 33' 54'', E 34° 50' 59''; Weippert 1988, 527, Abb. 4.46; Jericke 2010, 239, Abb. 11; Frese 2020, 284, Abb. C.24; Abb. 7).

Vierkammertore hingegen standen in Landstädten wie Dan (→ Dan, Abb. 15 und 17; Frese 2020, 270, Fig. C.10), et-Tell (Koordinaten: 2094.2574; N 32° 54' 37", E 35° 37' 50"; → Bethsaida / Iulias, Abb. 3 und 4; Jericke 2010, 232, Abb. 3; Frese 2020, 269, C.9), Beerscheba (→ Beerscheba, Abb. 3 und 4; Keel / Küchler 1982, 202, Abb. 261; Jericke 1997, 167, Fig. 19; Frese 2020, 266, C.6; s.u. Abb. 11), oder im Ostjordanland auf Chirbet el-Mudēbiʿ (Koordinaten: 2306.0502; N 31° 02′ 28″, E 35° 50′ 41″; Gaß 2009, 242-244.250, Abb. 21 Mitte), auch in Festungsanlagen wie Arad / Tell ‘Arād (Koordinaten: 1620.0767; N 31° 16' 50", E 35° 07' 34") Stratum XI (Keel / Küchler 1982, 225, Abb. 178; Jericke 1997, 220, Fig. 35.1), ‘Ain el-Ḥuṣb / ‘En Ḥaṣevāh (Koordinaten: 1734.0242; N 30° 48′ 30″, E 35° 14′ 44″; Jericke 2010, 243, Abb. 16; Frese 2020, 274, Fig. C.14) oder Tell el-Chulēfe (Koordinaten: 1476.8845; N 29° 32′ 49″, E 34° 58′ 48″) am Nordufer des Roten Meers (Keel / Küchler 1982, 283, Abb. 201; Glueck / Pratico 1993, 867; Frese 2020, 282, Fig. C.22).

Mitunter standen an einem Ort in verschiedenen Bauphasen auch unterschiedlich große Tore wie in Megiddo (Herzog 1992a, 268, Table 2-4; Frese 2020, 286-290, Fig. C.26, C.28 und C.30), Aschdod (Frese 2020, 262f, Fig. C.2 und C.3), Timna / Tell Baṭāšī (Koordinaten: 1417.1325; N 31° 47′ 06″, E 34° 54′ 40″; Frese 2020, 264f, Fig. C.4 und C.5), oder in Arad, wo das an der Nordostecke gelegene Vierkammertor aus Stratum XI in den folgenden Strata durch ein Zweikammertor an der Ostseite der Anlage ersetzt wurde (Jericke 1997, 220, Fig. 35.1 und Fig. 35.2; Frese 2020, 261, Fig. C.1). Auf der ostjordanischen Chirbet el-Mudēyine eṯ-Ṯemed (Koordinaten: 2363.1109; N 31° 35′ 18″, E 35° 54′ 31″) stand vielleicht zunächst ein Vierkammertor (Gaß 2009, 250, Abb. 21 unten), das später zu einem Sechskammertor ausgebaut wurde (Gaß 2009, 218-222; Jericke 2010, 104.134; Frese 2020, 291, Fig. C.31). Im Einzelfall lässt sich nicht mehr genau erheben, ob es sich um ein Vierkammer- oder ein Sechskammertor handelte wie in Jesreel / Chirbet Zer‘īn (Koordinaten: 1810.2182; N 32° 33' 28'', E 35° 19' 45''; vgl. → Jesreel, 4.2. mit Abb. 3 [Vierkammertor]; Frese 2020, 281, Fig. C.21 [Sechskammertor]).

Aus: Jericke 2010, 239, Abb. 11 (bearbeitet)

Abb. 8 Lachisch im 8. Jh. v. Chr.

Neben den in die Stadtbefestigung integrierten Stadttoren sind vereinzelt noch Tore innerhalb des Stadtbereichs nachgewiesen. So führte in Megiddo ein Vierkammertor in einen eigens ummauerten Hof an der Südseite der Stadt, in dem das als „Palast“ gedeutete Gebäude 1723 stand (Reich 1992, 204, Fig. 2; Jericke 2010, 234, Abb. 5). In Lachisch war die „Akropolis“ – ein rechteckiges Podium mit Repräsentativbauten im Zentrum der Stadt – durch ein eigenes Sechskammertor mit vorgebauten Türmen zugänglich (Reich 1992, 208, Fig. 7; Vieweger 2012, 297f mit Abb. 248; Frese 2020, 285, Fig. C.25; vgl. Abb. 8).

2) Größe und Aufbau

Die Grundfläche der Toranlagen lag im Durchschnitt bei ca. 18 x 14 m (Frese 2020, 25). Allerdings weisen die Maße auch innerhalb der einzelnen Untergruppen erhebliche Unterschiede auf (Frese 2020, 257f). Bei den Zweikammertoren reichen die Maßangaben von ca. 8 x 6 m bis 24 x 12 m (Herzog 1992a, 268, Table 4), bei den Vierkammertoren von 10 x 8 m bis 30 x 18 m (Herzog 1992a, Table 3) und bei den Sechskammertoren von 15 x 15 m bis 24,5 x 24,5 m (Herzog 1992a, 268, Table 2). Das größte bisher dokumentierte Tor ist das Stadttor von Lachisch mit 24,5 x 24,5 m (Abb. 7 und 8), das breiteste (30 m) das Tor von et-Tell. Der jeweilige Tordurchgang ist in den meisten Fällen ca. 4 m breit (Frese 2020, 30). Dies impliziert, dass die beiden an der Außenseite angebrachten Türflügel jeweils ca. 2 m breit waren (Frese 2020, 35f). Lediglich in Lachisch wurden wenige Reste gefunden, die auf Metallbeschläge an den hölzernen Türflügeln deuten (Frese 2020, 45 mit Fig. 1.10), wie sie im Alten Testament mehrfach erwähnt sind (s.o. 2.1.). Im Unterschied zu den mittelbronzezeitlichen Torhäusern (s.o. 3.1.2.) wiesen die eisenzeitlichen Tore lediglich an der Außenseite ein Paar Türflügel auf.

© Detlef Jericke, 1981

Abb. 9 Zugehauene Steine („ashlars“) am Tor von Geser.

Da meist nur die Grundmauern erhalten sind, kann über den Aufbau der eisenzeitlichen Torhäuser wenig Sicheres gesagt werden. Nach Versturzresten zu urteilen, waren sie weitgehend aus Lehmziegeln gemauert (→ Mauer / Mauertechnik). Die besonders anfälligen Ecken waren mitunter durch zugehauene Steine („ashlars“) verstärkt (Reich 1992, 211; Frese 2020, 27-29; Abb. 9). Der Bodenbelag der Durchgänge war mit Kieseln, Steinplatten oder ähnlichen Materialien gepflastert. Reste von Treppenaufgängen weisen darauf hin, dass zumindest die größeren Torhäuser ein zweites Stockwerk hatten. Die Gesamthöhe dieser Gebäude wird auf 6 bis 7 m geschätzt (Gaß 2009, 219f), wobei das untere Geschoss mit dem Durchgang gut 3 m hoch gewesen sein dürfte (Frese 2020, 36-38). Holzreste deuten darauf hin, dass der Durchgang mit einem Dach aus Holzbalken gedeckt war (Gaß 2009, 219f; Frese 2020, 52-58). Nach der Darstellung der Eroberung von Lachisch auf einem assyrischen Wandrelief aus → Ninive war auch der obere Abschluss des Torhauses ein Flachdach, das begehbar und mit einem zinnenartigen Schutz umgeben bzw. dekoriert war (Frese 2020, 60, Fig. 2.4). Nach dieser Darstellung wies das Obergeschoss rechteckige Fenster auf, die außen durch einen Querbalken gesichert waren.

© Detlef Jericke, 1984

Abb. 10 Aufgang zum Vierkammertor in Beerscheba / Tell es-Seba‘.

Die Breite der seitlichen Kammern schwankt zwischen 2,5 und 4,5 m. Häufig weisen sie Steinbänke auf (Frese 2020, 30f). Welche Funktion die Kammern hatten, bleibt unklar. Vermutungen gehen dahin, dass die Bänke für die im Alten Testament erwähnten „Torhüter“ (2Sam 18,26; 2Kön 7,10 u.ö.) gedacht waren (kritisch Frese 2020, 70-73). Reste von Spielen in den Torkammern von Chirbet el-Mudēyine eṯ-Ṯemed könnten zum Zeitvertreib dieser Hüter gedacht gewesen sein. Allerdings können sie auch Hinweis auf Rechtstätigkeit (durch Losorakel etc.) sein (Gaß 2009, 219f). Insofern wird erwogen, ob die Bänke in den Kammern eventuell für Älteste, Richter, Propheten oder im Einzelfall für Könige, wie dies im Alten Testament erwähnt ist (s.o. 2.1.), dienten. Diese Annahmen bleiben spekulativ. Wenig wahrscheinlich erscheint die vereinzelt vorgetragene These, in den Kammern seien Pferde untergestellt gewesen (vgl. Frese 2020, 73-76). Umstritten ist auch die Frage, ob die Kammern Kultpraktiken dienten, wie nach jüngsten Funden im Torhaus von Lachisch behauptet wird (s.u.).

3) Umgebung der Torhäuser

Aus: Jericke 1997, 167, Fig.19 (bearbeitet)

Abb. 11 Beerscheba / Tell es-Seba‘ in der Eisenzeit II.

Da die eisenzeitlichen Stadtanlagen meist an Orten errichtet wurden, an denen sich bereits in der Bronzezeit Städte befanden, lagen sie erhöht auf einem Stadthügel. Die Stadttore waren demzufolge durch rampenartige Aufgänge zu erreichen. Diese sind an einigen Orten (Dan, Lachisch, Beerscheba) inzwischen rekonstruiert (Abb. 10). An den Aufgängen lagen zumindest zeitweise nochmals kleinere Torhäuser, die allerdings nicht immer nach dem Muster der Mehrkammertore angelegt waren (zu Lachisch vgl. die Rekonstruktion bei Keel / Küchler 1982, 894, Abb. 600; zu Megiddo Herzog 1992a, 254, Fig. 16). In Beerscheba / Tell es-Seba‘ hatte die erste Stadtanlage (Stratum V-IV, 9./8. Jh. v. Chr.) ein Zweikammertor als Außentor (Abb. 11, Nr. 2), von dem ein gewundener Aufgang zum Vierkammertor (Abb. 11, Nr. 1), dem eigentlichen Stadttor, hinaufführte.

© Detlef Jericke, 1984

Abb. 12 Vierkammertor und freier Platz am Tor in Beerscheba / Tell es-Seba‘.

Das Außentor wurde in Stratum III-II (8./7. Jh. v. Chr.) aufgegeben (Jericke 1992, 123, Abb. 1; 1997, 167, Fig.19; Abb. 11). In Dan wurde ein kleines Außentor erst spät in der Eisenzeit II vorgebaut, als bereits eine komplexe, aus zwei Vierkammertoren bestehende Anlage am Stadteingang existierte (s.u.). Vielfach lag unmittelbar beim Stadttor ein offener Platz (Frese 2020, 95-103), wie er auch im Alten Testament erwähnt ist (s.o. 2.1.). Das Ausmaß der Plätze reicht von 200 bis zu 750 m2. Mitunter sind die freien Plätze am Tor innerhalb der Stadt, etwa in Beerscheba (Abb. 11 und 12) und in Tirza / Tell el-Fār‘a Nord (Koordinaten: 1823.1882; N 32° 17' 14'', E 35° 20' 16''; Bernett / Keel 1998, 137, Abb. 85). In anderen Fällen lagen sie außerhalb der Befestigungsanlagen, etwa in Jesreel (Ussishkin / Woodhead 1997), in Dan (s.u.) oder auf der Chirbet el-Mudēyine eṯ-Ṯemed (vgl. die Tabelle bei Frese 2020, 97-99, Fig. 5.2.).

Aus: Bernett / Keel 1998, 130 Abb. 78 (Beschriftung: Klaus Koenen = Art. Dan, Abb. 15)

Abb. 13 Grundriss der Toranlage der Eisenzeit II in Dan / Tell el-Qāḍī.

In Beerscheba / Tell es-Seba‘ lagen rings um den Platz beim Vierkammertor größere Gebäude. Auffallend sind Pfeilerhallen nordöstlich des Platzes (Abb. 11, Nr. 3). Vermutlich handelte es sich um Vorrats- bzw. Warenhäuser. Beerscheba bietet somit ein Beispiel für eine Toranlage mit einem freien Platz für Versammlungen verschiedener Art, der gleichzeitig Markt- und Handelsplatz war.

In Dan war der Zugang zur Stadt während der Eisenzeit II eine komplexe Anlage, die zeitweise aus zwei Vierkammertoren und zwei einfachen Tordurchgängen bestand (Abb. 13). Das Ensemble findet sich im Süden des Stadthügels, nicht mehr im Osten wie in der Mittelbronzezeit. Das eisenzeitliche Haupttor war ein Vierkammertor aus dem 9. Jh. v. Chr. (Abb. 13, Nr. 1). Die Passage lag in ost-westlicher Richtung. Ihm östlich vorgelagert war ein Tordurchgang, der nicht nach dem Muster der Mehrkammertore, sondern als einfacher Durchgang gebaut war (Abb. 13, „Vortor“). Im 8. Jh. v. Chr. wurde ein weiteres Vierkammertor direkt am Stadtzugang gebaut, das von Süd nach Nord durchquert werden musste (Abb. 13, Nr. 2).

© public domain; Foto: Klaus Koenen

Abb. 14 „Hof“ zwischen Vortor und Haupttor in Dan / Tell el-Qāḍī.

Beide Vierkammertore waren durch einen leicht ansteigenden gepflasterten Weg verbunden. Im 7. Jh. v. Chr. wurde diese Anlage noch um ein kleines Außentor erweitert, das offenbar den Platz vor dem Vortor schützen sollte (s.u.). Innerhalb dieses komplexen Ensembles entstanden zwei freie Plätze, zunächst ein kleinerer zwischen dem Vortor und dem Haupttor (Abb. 13, „Hof“) und später ein größerer zwischen dem Außentor und dem Vortor (Abb. 13, „Vorplatz“). Beide Plätze sind mit Steinen gepflastert (Abb. 14 und 15). Auf dem Vorplatz wurde ein ca. 9 x 18 m großes mehrräumiges Gebäude aus dem 9./8. Jh. v. Chr. freigelegt (Biran 1998). Der Ausgräber nennt das Gebäude חוּצּוֹת ḥûṣṣôt (Biran 1999). Das Wort steht im biblischen Hebräisch für innerstädtische Straßen bzw. Gassen (Jes 5,25; Jes 15,3 u.ö.) oder für städtische Handelsplätze (1Kön 20,34).

 © public domain; Foto: Klaus Koenen

Abb. 15 „Vorplatz“ zwischen Außentor und Vortor in Dan / Tell el-Qāḍī.

Die extramurale Position des Gebäudes am Südrand der Stadt und die Mehrräumigkeit könnten darauf hinweisen, dass es sich um Basare oder Quartiere für Handelskarawanen handelte. Um ein Eindringen in den städtischen Innenbereich zu verhindern, wurden die Handelsgeschäfte vor dem Stadttor abgewickelt (Jericke 2010, 69f). Insofern bestätigt der so gedeutete Befund von Dan die Interpretation des innerstädtischen Platzes von Beerscheba, auch wenn die entsprechende Anlage von Dan außerhalb der Stadtmauern lag.

4) Soziale Funktion

Die extramurale Lage vieler offener Plätze bei Stadttoren weist auf eine wichtige Kontrollfunktion der Torhäuser mitsamt der ihnen angegliederten Räume. Sie sollten verhindern, dass die Landbevölkerung ohne Weiteres in den inneren Stadtbereich kam, der vermutlich v.a. als Residenz des jeweiligen Stadtfürsten und der ihm verbundenen städtischen Eliten diente. Eine solche Funktion des am Tor liegenden Platzes war etwa in Beerscheba nicht unbedingt notwendig, da es sich um eine Landstadt handelte, die ausweislich der vielen Drei- und Vierraumhäuser auch von Menschen bewohnt wurde, die keinen repräsentativen Tätigkeiten nachgingen oder Funktionsträger waren. Angesichts der unterschiedlichen Lage der beim Stadttor eingerichteten Plätze erscheint allerdings eine weitergehende Interpretation fraglich, die davon ausgeht, dass die Funktion der Stadttore auf eine „mental map“ der Israeliten in alttestamentlicher Zeit zurückzuführen ist, die zwischen dem Stadtbereich als Ort der Ordnung und Kultur und dem Bereich außerhalb der Stadt als Sphäre der wilden Natur, des Chaos usw. unterschied (so Frese 2020, 237-254).

5) Kultische Einrichtungen

© Detlef Jericke, 1981

Abb. 16 Mazzeben-Gruppe im „Hof“ von Dan / Tell el-Qāḍī.

Die im Alten Testament selten erwähnten Kultplätze an Stadttoren sind archäologisch nachgewiesen (Bernett / Keel 1998; Haettner Blomquist 1999; Jericke 2010, 121-143). Meist handelt es sich um nischenartige Einrichtungen unmittelbar vor den Toren. Hauptmerkmale sind Steinbänke und aufrechtstehende, teilweise geglättete Steine, sog. → Mazzeben (hebr. מַצֵּבוֹת maṣṣevôt). Daneben finden sich stellenweise Steinpodeste für Kultbilder.

In Dan befanden sich auf dem Platz („Hof“) vor dem Haupttor ein etwa 2,5 x 1 m großes Steinpodest (Abb. 13, „Podium“), eine Steinbank und zwei Gruppen von Mazzeben (Abb. 13, Nr. 5; Abb. 16; vgl. Biran 1998; 2001). Weitere Reihen von je fünf Mazzeben standen an der Nordmauer des „Hofs“, im Bereich des Vorplatzes zwischen Vortor und Außentor sowie am Aufgang zum inneren Vierkammertor.

 © Detlef Jericke, 1981

Abb. 17 Das Podest auf dem „Hof“ in Dan / Tell el-Qāḍī.

Vor dem im „Hof“ aufgebauten Podest mit einer rechteckigen Vertiefung sind zwei Stufen. An drei Ecken des Podests liegen runde Steine, wahrscheinlich Sockel für Säulen aus Holz (Abb. 17 [Fundzustand] und Abb. 14 [Rekonstruktion]). Die Deutung des Ensembles ist umstritten. Die Ausgräber interpretieren es als Podest für einen Thron, auf dem der Stadtfürst sitzen konnte, wenn er als Richter am Tor fungierte (→ Gerichtswesen) oder wenn er dort Versammlungen abhielt (Biran 1994, 241). Andere Interpretationen sind zurückhaltender, gehen jedoch auch davon aus, dass das Podest Menschen diente (Bernett / Keel 1998, 68). Daneben wird die Nutzung als Standfläche für ein Königsbild erwogen (Gleis 1997, 105). Parallelen aus Assyrien und Grabungsbefunde aus et-Tell (s.u.) legen jedoch eine kultische Deutung als Sockel für ein → Götterbild nahe (Jericke 2010, 121-124).

© Rami Arav (= Art. Bethsaida / Iulias, Abb. 5)

Abb. 18 Podest vor dem Stadttor in et-Tell.

Vor dem Vierkammertor in et-Tell wurde ein ähnliches kultisches Ensemble gefunden wie in Dan: eine Nische, in der zumindest eine große Mazzebe und ein Podest mit Stufen standen. Auf dem Podest befand sich ein Bassin mit Gefäßen für Räucheropfer (Abb. 18). An der Rückwand der Nische lehnte eine 115 cm hohe und 59 cm breite Bildstele aus Basaltstein (Abb. 19; Jericke 2010, 233, Abb. 4). Sie zeigt eine gehörnte Figur mit einem Rinderkopf und einem stilisierten menschenähnlichen Körper, der ein kurzes Schwert mit mondförmigem Griff trägt. Nach ähnlichen Darstellungen aus der nördlichen Levante wird die Figur als ein zum Mondgott umgedeuteter → Wettergott interpretiert (Bernett / Keel 1998). Der Kult am Stadttor von et-Tell vereinigt demnach Elemente des Baal(Wettergott)-Kults (→ Baal) und der Verehrung des nordmesopotamischen Mondgottes Sin. Ein solcher Kult scheint lokal oder regional begrenzt gewesen zu sein, da aus der südlichen Levante bislang keine Parallelen bekannt sind.

Vergleichbare Kultpraktiken wie in Dan und et-Tell sind von mehreren Fundplätzen der südlichen Levante bis zur Sinaihalbinsel (Kuntillet ‘Aǧrud; Koordinaten: 0940.9562; N 30° 11′ 10″, E 34° 25′ 41″) oder auch im Ostjordanland (Chirbet el-Mudēyine eṯ-Ṯemed; Gaß 2009, 290f) dokumentiert (Haettner Blomquist 1999; Jericke 2010, 121-143). Allerdings sind die Befunde nirgends so umfangreich wie in Dan und et-Tell.

© Rami Arav (= Bethsaida / Iulias, Abb. 6)

Abb. 19 Kultstele von dem Podest vor dem Stadttor in et-Tell.

Zuletzt wurden Funde aus dem Bereich des Stadttors von Lachisch (vgl. Abb. 7 und 8) vorgelegt, welche die Ausgräber kultisch interpretierten. In einem Bereich neben den Torkammern wurden zwei kleine Steinaltäre gefunden, deren obere, spitz zulaufende Ecken („Hörner“) abgeschlagen waren. Daher wird der Fund mit dem Heiligtum von Arad verglichen, dessen Kultnische ebenfalls zwei Steinaltäre aufweist (→ Arad, Abb. 21 und Abb. 23). Gleichzeitig wurde angenommen, dass das Heiligtum im Torhaus von Lachisch im Zug der vermeintlichen Kultreform Hiskias (vgl. 2Kön 18,4; → Hiskia, 2.6.) entweiht wurde, worauf neben den abgeschlagenen Altarhörnern ein toilettenartiger Sitz aus Stein hinweisen soll, der in demselben Fundkontext entdeckt wurde. So wurde nach Ansicht der Ausgräber aus dem Heiligtum eine Latrine (Ganor / Kreimerman 2019). Die Deutung ist umstritten, zumal eine Mehrräumigkeit wie in Arad nicht nachzuweisen ist (Kleiman 2020). Der in diesem Zusammenhang vorgebrachte Vorschlag, nicht den Bereich mit den Altären und dem toilettenartigen Sitz, sondern Installationen in den beiden innersten Kammern links und rechts des Tordurchgangs kultisch zu deuten, etwa im Sinn eines Reinigungskults beim Betreten der Stadt (Kleiman 2020), wird allerdings vom langjährigen Ausgräber des Sechskammertors nicht geteilt. Dieser hält an einer säkularen Deutung der Kammerinventare fest (Ussishkin 2020). Die zuletzt genannte Interpretation wird zumindest partiell dadurch gestützt, dass auch in einer der Kammern des Tors von Chirbet el-Mudēyine eṯ-Ṯemed ein „Kalksteinblock mit Hinweisen auf industriellen Gebrauch“ (Gaß 2009, 219) gefunden wurde. Daher ist fraglich, ob neben den gut bezeugten Kultpraktiken vor den Stadttoren auch in den Torhäusern selbst vergleichbare Aktivitäten stattfanden.

Bislang wurde noch keine breit akzeptierte Deutung des Kults am Stadttor vorgelegt. Die naheliegende Vermutung, es handle sich um apotropäische Praktiken, die Schutz für die betreffende Stadt erwirken sollten, lässt sich nicht belegen. Nimmt man die Lage der Kultplätze an Stadttoren und den ihnen benachbarten offenen Plätzen als Ausgangspunkt, erscheint die Annahme möglich, dass die Kulte den am Tor ankommenden Reisenden und Händlern dienen sollten (Jericke 2010, 140-143). Zugunsten dieser Deutung ließe sich anführen, dass die Mazzeben eventuell als Repräsentationen von Gottheiten verstanden wurden (→ Mazzebe, 4.1.), d.h., die zur Stadt Kommenden konnten in den aufgerichteten, nicht bebilderten Steinen jeweils die ihnen vertrauten Gottheiten verehren. Allerdings ist auch diese Interpretation letztlich nicht belegbar.

6) Zusammenfassung

Die eisenzeitlichen Torhäuser mit ihren Nebenanlagen zeigen viele Bauelemente, die in alttestamentlichen Texten erwähnt sind (s.o. 2.1.): Zugangswege, Türen, einen Innenraum und Seitenräume, dazu gibt es Hinweise auf begehbare Flachdächer und Obergeschosse. Außerdem sind offene Plätze sowie kultische Aktivitäten nachgewiesen. Darüber hinaus finden sich auch Tore zu palastartigen Anlagen. In diesem Sinn sind die archäologisch dokumentierten ebenso wie die alttestamentlich beschriebenen Stadttore Orte für öffentliche Aktivitäten der Stadtbevölkerung und für Handelsgeschäfte mit Auswärtigen. Gleichzeitig erlauben sie der Stadtbevölkerung, die von außen kommenden Menschen weitgehend fernzuhalten. Daher ist davon auszugehen, dass die alttestamentlichen Texte Erfahrungen der Menschen aus der Eisenzeit II wiedergeben, auch wenn einige Texte ihre jetzt vorfindliche Gestalt später erhielten.

3.3. Nacheisenzeitliche Perioden

3.3.1. Babylonische und persische Zeit

Nach 586 v. Chr. sind weiterhin Mehrkammertore in der südlichen Levante anzutreffen. Dazu gehört ein Zweikammertor der babylonischen und frühpersischen Zeit (6./5. Jh. v. Chr.) in Mizpa / Tell en Naṣbe (Koordinaten: 1706.1436; N 31° 53' 07'', E 35° 12' 60'': vgl. → Mizpa, 2.3.4.; Zorn 2020). Auch der älteste Kultbezirk auf dem Berg Garizim / Ǧebel eṭ-Ṭōr (Koordinaten: 1759.1785; N 32° 12' 05'', E 35° 16' 24'') aus der spätpersischen Zeit (5./4. Jh. v. Chr.) weist Sechskammertore, teilweise mit vorgebauten rechteckigen Türmen, auf (Magen u.a. 2008, 103, Fig. 185, und 115, Fig. 210).

3.3.2. Hellenistische Zeit

Der gut dokumentierte jüngere Kultbezirk auf dem Garizim aus hellenistischer Zeit (3./2. Jh. v. Chr.) hatte mehrere Vierkammertore (Magen u.a. 2008, 99f, Fig. 180 und Fig. 181, u.ö.). Dagegen war die von der mediterranen Kultur beeinflusste Stadt → Dor an der südlevantinischen Küste durch ein Stadttor nach griechischem Vorbild zu betreten, d.h. durch einen monumentalen überwölbten Durchgang, der auf die langgestreckte Hauptstraße führte (Sharon 1991; Stern 1994, 206-208). Hier zeigt sich ein kultureller Unterschied zwischen dem traditionell geprägten westjordanischen Bergland und dem auf das Mittelmeer ausgerichteten Küstenland.

3.3.3. Römische Zeit

www.euratlas.net/cartogra/peutinger/9\_palestina/palestina\_3\_4.html (graphische Bearbeitung: Detlef Jericke); letzter Zugriff: 17.12.2021

Abb. 20 Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana.

In der römischen Kaiserzeit setzt sich die Tendenz zu monumentalen Stadttoren fort, zumindest in größeren Städten. Das Südtor der Dekapolisstadt Gerasa / Ǧeraš im nördlichen Jordanien (Koordinaten: 2347.1876; N 32° 16′ 50″, E 35° 53′ 30″) wurde im 2. Jh. n. Chr. als repräsentativer Torbau mit drei überwölbten Durchgängen errichtet und erscheint daher römischen Triumphbögen vergleichbar (Vieweger 2012, 319, Abb. 260). Verbreitet war in der südlichen Levante ein architektonisches Muster, das etwa beim Südtor von Tiberias (1. Jh. n. Chr.) und beim sog. Tiberias-Tor in Gadara / Umm Qēs (Koordinaten: 2140.2290; N 32° 39′ 17″, E 35° 40′ 39″) anzutreffen ist: in der Mitte war ein Bogen mit Durchgang, an beiden Seiten standen Türme, die weitgehend repräsentativen Charakter hatten (Weber 2002, 98-108; Bührig 2006).

© Detlef Jericke, 1984

Abb. 21 Jerusalem-Vignette auf der Mosaikkarte von Madeba.

Noch die Vignette für Tiberias auf der Tabula Peutingeriana, einer Karte, die vermutlich auf das 4. Jh. n. Chr. zurückgeht und das Straßennetz des römischen Imperiums abbildet, zeigt ein stilisiertes Tor mit zwei seitlichen Türmen (Abb. 20). Dieses Bildsymbol wurde jedoch auf der Karte auch für weitere befestigte Städte der südlichen Levante – u.a. auch für das benachbarte Caesarea Paneas und für die Küstenorte → Tyrus, → Sidon und Berytus (Beirut) – verwendet (Abb. 20). Das könnte darauf deuten, dass die beschriebene Art des Torbaus in der römischen Kaiserzeit verbreitet war, auch wenn die bildliche Präsentation vermutlich zeitgenössischen Darstellungskonventionen folgt. Dem bei den genannten Stadttoren von Tiberias und Gadara festzustellenden Aufbau folgte ebenfalls das in Jerusalem unter dem Damaskustor teilweise ergrabene römische Stadttor (M. Magen 2000; Küchler 2007, 105-113).

© Detlef Jericke, 2014

Abb. 22 Porta Nigra in Trier.

In stilisierter Form ist ein solches Tor auf der Darstellung Jerusalems in der Mosaikkarte von → Madaba (6./7. Jh. n. Chr.) am linken (nördlichen) Ende der zentralen Kolonnadenstraße wiedergegeben (Abb. 21). Noch heute bietet die Porta Nigra in Trier ein anschauliches Beispiel für ein ähnlich aufgebautes, von zwei massiven Türmen flankiertes Torgebäude der römischen Kaiserzeit (Abb. 22).

Literaturverzeichnis

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Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Mittelbronzezeitliches Stadttor in Dan / Tell el-Qāḍī, Grundriss. Zeichnung. © Detlef Jericke (nach Kempinski 1992b, 135, Fig. 18)
  • Abb. 2 Mittelbronzezeitliches Stadttor in Dan / Tell el-Qāḍī, Außenfassade und Zugang. © public domain; Foto: Klaus Koenen
  • Abb. 3 Mittelbronzezeitliches Stadttor in Dan / Tell el-Qāḍī, Außenfassade Detail. © public domain; Foto: Klaus Koenen
  • Abb. 4 Mittelbronzezeitliches Nordwesttor von Sichem / Tell Balāṭa. Zeichnung. © Detlef Jericke (nach Kempinski 1992b, 136, Fig. 20)
  • Abb. 5 Tell es-Seba‘ Stratum VII. Aus: Jericke 1997, 175, Fig. 21
  • Abb. 6 Sechskammertor in Geser. © Detlef Jericke, 1981
  • Abb. 7 Sechskammertor in Lachisch. Aus: Jericke, 2010, 239, Abb. 11 (Ausschnitt)
  • Abb. 8 Lachisch im 8. Jh. v. Chr. Aus: Jericke 2010, 239, Abb. 11 (bearbeitet)
  • Abb. 9 Zugehauene Steine („ashlars“) am Tor von Geser. © Detlef Jericke, 1981
  • Abb. 10 Aufgang zum Vierkammertor in Beerscheba / Tell es-Seba‘. © Detlef Jericke, 1984
  • Abb. 11 Beerscheba / Tell es-Seba‘ in der Eisenzeit II. Aus: Jericke 1997, 167, Fig.19 (bearbeitet)
  • Abb. 12 Vierkammertor und freier Platz am Tor in Beerscheba / Tell es-Seba‘. © Detlef Jericke, 1984
  • Abb. 13 Grundriss der Toranlage der Eisenzeit II in Dan / Tell el-Qāḍī. Aus: Bernett / Keel 1998, 130 Abb. 78 (Beschriftung: Klaus Koenen = Art. Dan, Abb. 15)
  • Abb. 14 „Hof“ zwischen Vortor und Haupttor in Dan / Tell el-Qāḍī. © public domain; Foto: Klaus Koenen
  • Abb. 15 „Vorplatz“ zwischen Außentor und Vortor in Dan / Tell el-Qāḍī. © public domain; Foto: Klaus Koenen
  • Abb. 16 Mazzeben-Gruppe im „Hof“ von Dan / Tell el-Qāḍī. © Detlef Jericke, 1981
  • Abb. 17 Das Podest auf dem „Hof“ in Dan / Tell el-Qāḍī. © Detlef Jericke, 1981
  • Abb. 18 Podest vor dem Stadttor in et-Tell. © Rami Arav (= Art. Bethsaida / Iulias, Abb. 5)
  • Abb. 19 Kultstele von dem Podest vor dem Stadttor in et-Tell. © Rami Arav (= Bethsaida / Iulias, Abb. 6)
  • Abb. 20 Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana. www.euratlas.net/cartogra/peutinger/9_palestina/palestina_3_4.html (graphische Bearbeitung: Detlef Jericke); letzter Zugriff: 17.12.2021
  • Abb. 21 Jerusalem-Vignette auf der Mosaikkarte von Madeba. © Detlef Jericke, 1984
  • Abb. 22 Porta Nigra in Trier. © Detlef Jericke, 2014

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