Kinneret

Andere Schreibweise: Chinnereth; Kinnereth; Kinnéreth

(erstellt: Dez. 2021)

1. Identifikation

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 1 Hafenanlagen an den Ufern des See Gennesaret (aus unterschiedlichsten Jahrhunderten) und einige wichtige Orte am Seeufer.

Im 19. Jh. wurde die Ortschaft Kinneret fälschlicherweise am Südende des See Gennesaret in Chirbet el-Kerak (Koordinaten: 2040.2360; N 32° 43' 4.65", E 35° 34' 18.71") gesucht. An diese Identifizierung erinnern heute noch der 1909 gegründete Moschav Kinneret sowie der 1913 gegründete Kibbuz Kinneret, beide in der Nähe des Jordanausflusses aus dem See Gennesaret gelegen (Abb. 1). Erst als sich auf Grund von Surveys und den ersten Grabungen zeigte, dass Chirbet el-Kerak keine eisenzeitlichen Reste aufweist und daher nicht mit dem biblischen Kinneret identifiziert werden kann, wurde diese Interpretation aufgegeben.

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 2 Karte zur Lage von Tell el-‘Orēme und der unmittelbar benachbarten Ortslagen.

Etwa zur selben Zeit wurde die Gleichsetzung von Chirbet el-Minje (Koordinaten: 2005.2523; N 32° 51' 54", E 35° 32' 11") (unmittelbar neben dem Tell el-‘Orēme gelegen) mit Kapernaum endgültig aufgegeben (Abb. 2), so dass der Tell el-‘Orēme (Koordinaten: 2008.2528; N 32° 52' 10", E 35° 32' 27"; Abb. 3), der – wie wir heute wissen – wichtigste und bedeutendste Siedlungshügel der Mittel- und Spätbronzezeit sowie der Eisenzeit I am See Gennesaret, für eine Identifizierung mit Kinneret zur Verfügung stand. Diese Identifizierung wurde erstmals 1915 an sehr entlegener Stelle (in einem Vortrag, dessen Zusammenfassung von einem Journalisten in einer Tageszeitung veröffentlicht wurde) von dem Orientalisten und ersten Ausgräber von Kinneret, P. Karge, vorgenommen und später etwa zeitgleich von W.F. Albright (1923) und G. Dalman (1921) vorgeschlagen, ohne Karge zu erwähnen. Die Identifizierung ist aktuell allseits akzeptiert. Nach dem heutigen Wissensstand ist Tell el-‘Orēme die einzige bedeutendere Ortslage im Umfeld des Sees Gennesaret, die Siedlungsschichten aus jenen Epochen aufweist, in denen der Ort literarisch erwähnt ist.

2. Bedeutung des Namens

Aus: J. Garstang, Joshua, Judges (London 1931, Pl. XIXa = Archive des Palestine Exploration Fund P-G1413 (abgedruckt mit freundlicher Erlaubnis des PEF)

Abb. 3 Der Tell el-‘Orēme von der Ebene von Ginnosar aus gesehen (vor 1931).

Der Name Kinneret (כִּנֶּרֶת kinæræt) ist von dem hebräischen Wort כִּנּוֹר kinnôr „Leier“ abgeleitet. Es könnte sich auf die Form des Hügels beziehen, wenn man ihn vom See her sieht. Für eine Verbindung mit der in → Ugarit belegten Gottheit Kinnaru (KTU 1.47:32 = 1.118:31; 1.148:9.38; RS 20.24:31) oder gar einer ansonsten nicht belegten Partnerin dieses Gottes namens Kinnartu gibt es keine Veranlassung (gegen Jirku 1960).

Der arabische Name Tell el-‘Orēme könnte von dem arabischen Wort ‘rm „stark / zahlreich sein“ hergeleitet sein, von dem es zahlreiche Ableitungen gibt (z.B. ‘urma bzw. ‘arama „Haufen“, was sich auf die Form des Siedlungshügels beziehen könnte, der die Ebene von Ginnosar wie ein Haufen im Norden abschließt).

3. Lage

Der Siedlungshügel Tell el-‘Orēme hatte eine in vielerlei Hinsicht gute Lage, die zu seiner Bedeutung beigetragen hat. Wichtige Aspekte für die Gründung eines antiken Ortes sind gute Ackerböden in der Umgebung, eine ausreichende Wasserversorgung, eine gute Straßenanbindung für den Handel und eine geschützte Lage. All dies traf für Tell el-‘Orēme in besonderer Weise zu. Südlich von Tell el-‘Orēme erstreckt sich am Nordwestufer des Sees Gennesaret eine sehr fruchtbare Ebene (Ebene von Ginnosar), deren landwirtschaftliche Erträge von → Josephus schon fast mit paradiesgleichen Worten gepriesen werden (Bellum Judaicum III, 516-520). Am Fuße des Siedlungshügels entspringt die ‘Ēn et-Tīne, die wasserreichste Quelle Galiläas (Koordinaten: 32° 52' 02" N, 35° 32' 25" E). Die Quelle hat heute noch eine wichtige Rolle bei der Wasserversorgung des Staates Israel inne. Daher ist der westliche Bereich des → Tell heute ein Hochsicherheitstrakt, der nicht zugänglich ist. Zudem liegen unmittelbar östlich des Siedlungshügels die Quellen von eṭ-Ṭābġa (Heptapegon „Siebenquell“; Koordinaten: 32° 52' 19" N, 35° 33' 02" E); dort gab es in byzantinischer Zeit ein großes christliches Pilgerzentrum. Die wichtigste überregionale Straßenverbindung zwischen Ägypten und Mesopotamien, die sog. Via maris, verlief entweder am Fuß des Siedlungshügels oder im Verlauf der Geschichte teilweise sogar über ihn. Von der Ebene von Ginnosar aus stieg die Straße nach Norden zum rund 200 m höher liegenden Hulebecken hin an. Tell el-‘Orēme schützte diesen Aufstieg und hatte damit auch eine wichtige strategische Bedeutung inne. Schließlich liegt der Ort auf einem natürlichen Bergrücken, dessen steile Flanken ihn im Westen und Norden ideal schützen. Im Süden begrenzt der See den Hügel, zudem liegen zwischen Seeufer und Siedlung große Felsbrocken, die einen Zugang von dieser Seite fast unmöglich machen. Lediglich im Osten ist das Gefälle des Berges etwas sanfter. Von der Akropolis bis zu den Felsen am See ist ein Höhenunterschied von über 60 m. Dies machte zwar die Besiedlung des Ortes nicht gerade einfach, aber es stand ein großflächiger Bereich zur Verfügung, der in einzelnen Epochen der Geschichte auch vollständig bewohnt war.

4. Außerbiblische und biblische Zeugnisse

Kinneret wird als Nr. 34 in der berühmten Ortsnamensliste des Pharaos → Thutmosis III. (1479-1426 v. Chr.) genannt. Das zeigt, dass die Stadt damals eine bedeutsame Rolle innehatte. Dies wird durch ein ägyptisches Stelenfragment unterstrichen, das an der Oberfläche gefunden wurde und das sich heute im Museum des Kibbuz Deganya B befindet. Stefan Wimmer hat die Inschrift für den Grabungsbericht (Zwickel / Pakkala in Vorbereitung) einer neuen Untersuchung unterzogen. Er übersetzt den Text, den er der Zeit Thutmosis’ III. zuschreibt, folgendermaßen:

Zeile 1 […]

Zeile 2 Die königliche Verordnung wurde ihm vorgelesen […]

Zeile 3 […] es. Ich habe die fremden Länder von Mitanni abgewehrt (und sie gemacht) wie etwas, was nicht existiert hat […]

Zeile 4: […] was ich für ihn gemacht habe, ist […]

Trifft die Zuschreibung an Thutmosis III. zu, dann wurde Kinneret von ihm sicherlich nicht zerstört, wie das wahrscheinlich für viele andere Ortschaften Galiläas zutrifft, sondern als wichtiges Zentrum in dieser Region genutzt.

Ein Gesandter aus Kinneret wird neben anderen bedeutenden Orten in dem ägyptischen Papyrus Leningradensis 1116A erwähnt, der in die Zeit des Pharaos Amenophis III. (1426-1400 v. Chr.) datiert wird. Aus dieser Zeit stammt auch ein auf der Oberfläche gefundenes Siegel der Teje, der einflussreichen Gattin von Amenophis III. (1390-1353 v. Chr.). In den → Amarna-Briefen, die aus der Zeit der Pharaonen Amenophis III. und Amenophis IV. / Echnaton (1353-1336 v. Chr.) stammen, wird Kinneret dagegen nicht mehr erwähnt. Offenbar verlor Kinneret, wenn man sich nur die schriftliche Überlieferung betrachtet, in der Frühzeit von Amenophis III. massiv an Bedeutung und wurde schließlich aufgegeben (s. auch 6.3.).

Der Name Kinneret findet sich mehrfach im Alten Testament. Dabei ist in Num 34,11; Num 12,3; Num 13,27 (vgl. auch Dtn 3,17; Jos 11,2) der See Kinneret (= → See Gennesaret) gemeint, der nach der Ortschaft Kinneret, dem mittel- und spätbronzezeitlichen Hauptort an seinem Ufer, benannt wurde. In 1Kön 15,20 („Ben-Hadad hörte auf den König Asa und sandte seine Heerführer gegen die Städte Israels und schlug Ijon und Dan und Abel-Bet-Maacha, das ganze Kinneret samt dem ganzen Lande Naftali“) ist mit „ganz Kinneret“ nicht die Ortschaft, sondern eine Landschaft (vermutlich nördlich des Ortes Kinneret) gemeint. Sprachlich ist eine Verbindung von „ganz“ mit einer Ortschaft nämlich nicht möglich. Somit verbleibt als einzige Nennung Jos 19,35 („Und feste Städte sind: Ziddim, Zer, Hammat, Rakkat, Kinneret“), wo Kinneret als Ort des Stammes Naftali aufgeführt wird.

5. Ausgrabungen

Obwohl Reisende, die das Ufer des Sees Gennesaret besuchten, den Siedlungshügel entweder passieren oder überschreiten mussten, wurde seine Bedeutung von den meisten nicht wirklich erkannt. Allerdings fand man schon früh auf dem Hügel einige wichtige Keramikstücke und die oben erwähnte ägyptische Inschrift.

1886 wurde das Gelände vom „Deutschen Verein vom Heiligen Lande“ erworben. P. Karge (1881-1922), der als erster Stipendiat der Görres-Gesellschaft nach Palästina kam, unternahm zunächst Oberflächenuntersuchungen vor Ort (Karge 1917), dann auch erste, allerdings wegen seines frühen Todes unpubliziert gebliebene Ausgrabungen. Die von ihm ausgegrabenen Gegenstände wurden offenbar sämtlich nach Polen verschickt, konnten aber bisher nicht mehr ausfindig gemacht werden. Ihm ist es zu verdanken, dass die Bedeutung des Ortes erkannt wurde. Seine Grabungsergebnisse dürften dank mündlicher Überlieferung in Jerusalem bekannt geworden sein, so dass auch andere Forscher verstärkt auf diesen Hügel aufmerksam wurden.

1932 wurden als Vorbereitung einer Grabung unter der Leitung von R. Köppel (1882-1944) mehrere Sondagen durchgeführt, deren Keramikbefunde allerdings offenbar größtenteils falsch datiert wurden und nicht mit dem heutigen Wissen über die Siedlungsgeschichte des Ortes verbunden werden können. Kurzzeitig verlor man wieder das Interesse an Grabungen auf dem Tell und konzentrierte sich mehr auf die westlich gelegene frühislamische Ortschaft Chirbet el-Minje und die östlich gelegenen Kirchenbauten (Tabgha) aus dem 4./5. Jh. n. Chr. 1939 wurde dann am Rand der Akropolis eine kleine Grabung durchgeführt, die offenbar vor allem einen Turmbau aus dem 9. Jh. v. Chr. freilegte (Darsow 1940). Allerdings scheinen die Ausgräber mit den stratigraphischen Verhältnissen vor Ort überfordert gewesen zu sein. Wegen des Kriegsausbruches wurde die Grabung nur in einem Vorbericht veröffentlicht.

Eine 1963 durchgeführte Sondage von G. Edelstein wies nicht nur eine frühbronzezeitliche Besiedlung nach, sondern auch einen Kanal am Fuß des Tell und einige Gräber (wird veröffentlicht in Zwickel / Pakkala, in Vorbereitung). Kleine Grabungen wurden auch im Auftrag der israelischen Antikenverwaltung durchgeführt (Veröffentlichung ebenfalls in Zwickel / Pakkala, in Vorbereitung). Von 1982 bis 1985 führte Volkmar Fritz (damals Johannes Gutenberg-Universität Mainz, später Deutsches Evangelisches Institut für die Altertumswissenschaft des Heiligen Landes und Universität Gießen) erste systematische Ausgrabungen auf der Akropolis durch (Fritz 1990). Die Arbeiten wurden 1994-1999 und 2001 unter Mitarbeit der kirchlichen Hochschule Wuppertal (1994-1996), der Evangelischen Akademie Bad Boll (1997-1998), der Universität Bern (1997-1999) und der Universität Helsinki (1998-1999, 2001) wiederaufgenommen und auf die Unterstadt ausgedehnt. Dort standen vor allem die früheisenzeitlichen Siedlungsreste im Zentrum der Ausgrabungen, während ältere Epochen nur unsystematisch erfasst wurden.

Unabhängig von Fritz führten 1982 und 1983 Jak Yakar (Universität Tel Aviv) und Shan Winn (Universität of South Mississippi) eigene Grabungen in kleinen Arealen am unteren Abhang des Siedlungshügels durch (Yakar 1982; Winn / Yakar 1984). Ihr Interesse lag vor allem auf der Stratigraphie der voreisenzeitlichen Schichten (vor allem Funde der Bronzezeit).

Das Kinneret Regional Project, an dem die Universitäten Bern, Helsinki, Leiden und Mainz beteiligt sind, führte nach der Pensionierung von Volkmar Fritz in den Jahren 2003 bis 2005 sowie 2007 und 2008 weitere Grabungen auf dem Siedlungshügel durch. Sie wurden von Stefan Münger (Bern), Juha Pakkala (Helsinki) und Jürgen Zangenberg (Leiden) geleitet; Wolfgang Zwickel (Mainz) war für die Projektkoordination zuständig. Die Eisenzeit I stand auch hier im Mittelpunkt der Untersuchungen, aber vor allem in Areal R wurden auch ältere Schichten systematisch untersucht. St. Münger und J. Zangenberg werden die Funde der Eisenzeit I veröffentlichen. Alle anderen Epochen werden in einem Grabungsbericht von W. Zwickel und J. Pakkala publiziert.

2020 wurden von der Israelischen Antikenverwaltung Grabungen am Südwestrand des Hügels im Bereich des dortigen ehemaligen Badehauses ausgeführt, die aber noch unveröffentlicht sind.

6. Darstellung der Ortsgeschichte vornehmlich auf der Basis der Archäologie

© Wolfgang Zwickel

Abb. 4 Gesamtübersicht über die stratigraphische Verteilung der einzelnen Areale.

Angesichts der wenigen literarischen Zeugnisse muss sich die Erforschung der Ortsgeschichte größtenteils an den archäologischen Hinterlassenschaften orientieren. Dabei ist allerdings zu bemerken, dass sowohl die Grabungen in den 1990er Jahren als auch diejenigen nach der Jahrtausendwende die Siedlung der Eisenzeit I zum Schwerpunkt der Grabungsaktivitäten gemacht hatten. Ältere Schichten wurden oft nur geringfügig angeschnitten, so dass sie nur eingeschränkt aussagekräftig sind. Früh-, mittel- und spätbronzezeitliche Befunde wurden oft nur eher zufällig erfasst und nicht systematisch untersucht. Auch spätere Phasen wurden nur ansatzweise erfasst.

Insgesamt wurden bei den Ausgrabungen dreizehn Strata von der Übergangszeit Chalkolithikum / Frühbronzezeit bis zur Eisenzeit II freigelegt. Neolithische Flints belegen auch schon früher eine menschliche Präsenz, ohne dass irgendwelche Keramik oder Architektur bisher nachgewiesen werden konnte. Auch nach der Eisenzeit gab es noch eine wenngleich jeweils sehr kleinräumige Besiedlung in Kinneret, die von den Ausgräbern als Stratum 0 bezeichnet wird und bis in die jüngste Vergangenheit reicht (vgl. Abb. 4).

6.1. Übergangszeit Chalkolithikum / Frühbronzezeit I (3700-3300 v. Chr.): Stratum XIII

Diese Schicht wurde nur in einem seenahen Bereich (Areal R sowie die Ausgrabungen von Winn und Yakar) sowie mit wenigen unstratifizierten Funden am Ostabhang (Areal G) nachgewiesen. Die wenige Keramik entspricht nicht derjenigen der sog. Golan-Kultur, die vor allem im Golan, aber auch wenige Kilometer nördlich von Kinneret in Ḥorvat Dobšīn (Koordinaten: 32° 56' 32" N, 35° 33' 21" E) nachgewiesen ist. Die Golan-Kultur scheint, wie der Wasserspiegel am Toten Meer belegt, um 3600 v. Chr. auf Grund von stark zurückgegangenen Niederschlägen ihr Ende gefunden zu haben. Es ist gut vorstellbar, dass sich in dieser Zeit Menschen an dem Siedlungshügel von Kinneret niedergelassen haben, da hier selbst bei großer Trockenheit eine ausreichende Trinkwasser- und Nahrungsmittelversorgung sichergestellt war. Leider können bisher keine Architekturbefunde mit dieser Schicht verbunden werden.

6.2. Frühbronzezeit II (3200/3100-2900/2850 v. Chr.): Strata XII und XI

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 5 Nachgewiesene Siedlungsreste der Frühbronzezeit I und II.

Kinneret war in dieser Zeit mindestens 6 ha groß und dürfte etwa 1500 Einwohner beherbergt haben. Befunde dieser beiden Strata wurden in den Arealen A, C, G, H, J, K und R gemacht, aber besonders aussagekräftig sind diejenigen aus Areal R. Nur hier konnte zwischen zwei frühbronzezeitlichen Strata unterschieden werden. Reste einer bis zu 6,7 m breiten Stadtmauer wurden in den Arealen C, G und H entdeckt.

© Klaus Koenen

Abb. 6 Außenseite der Stadtmauer der Frühbronzezeit II, darüber die Stadtmauer der Eisenzeit I (dunklere Steine).

Während in der Frühbronzezeit I keine galiläische Ortschaft mit einer Stadtmauer umgeben war, finden sich Stadtmauern in der Frühbronzezeit II außer in Kinneret in Chirbet el-Kerak am Südende des Sees und in Me‘ona (Koordinaten: 33° 00' 59" N, 35° 15' 32" E) im westlichen Galiläa. Offenbar war die Gesellschaft nun feindlicher gesinnt, und man musste sich entsprechend stärker schützen. Scherben mit Rollsiegelabdrücken, wie sie üblicherweise für große Vorratsgefäße für Öl verwendet wurden, belegen eine Olivenölproduktion in dieser Zeit.

Am Ende der Frühbronzezeit II wurde der Ort verlassen. Es wurde keine Chirbet el-Kerak-Keramik, die für die Frühbronzezeit III so typisch ist, gefunden. Ein möglicher Grund für die Beendung der Siedlungsaktivitäten hier, aber auch in vielen anderen Bereichen um den See Gennesaret könnte ein Erdbeben sein, das zur Aufgabe zahlreicher Ortschaften und zur Ansiedlung einer völlig neuen Bevölkerungsgruppe zumindest in Chirbet el-Kerak geführt hat. In Kinneret gab es nun eine rund 1000 Jahre andauernde Siedlungslücke.

6.3. Mittel- und Spätbronzezeit I (1950-1400 v. Chr.): Strata X-VII

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 7 Nachgewiesene Siedlungsreste der Mittel- und Spätbronzezeit.

Die Mittel- und die Spätbronzezeit müssen zusammengenommen werden, weil es keine klare Zerstörungsschicht gibt, die die entsprechenden Strata voneinander trennt. Obwohl Reste dieser Epochen in mehreren Arealen (E, G, H, K, M, U und R) gefunden wurden, lässt sich eine aussagekräftige Stratigraphie eigentlich nur in Areal R entwickeln, da in diesem Areal die voreisenzeitlichen Schichten ausführlicher untersucht wurden. Demnach war die Ortslage nach der langen Siedlungslücke in der Mittelbronzezeit II und in der Spätbronzezeit I erneut besiedelt. Es gibt keine Nachweise für eine Besiedlung des Hügels während der Spätbronzezeit II, was auch mit dem auf Grund der historischen Quellen vermuteten Befund (s.o.) zusammenfällt.

Leider fehlen jegliche C14-Daten für diese Epoche, um die Schichten näher datieren zu können. Auch die ägyptische Stele und das Siegel der Teje wurden nur auf der Oberfläche und nicht in einer Siedlungsschicht gefunden, so dass auch sie nichts zur genaueren Datierung beitragen können. Auf der Grundlage der Keramik lässt sich die Siedlungsgeschichte in dieser Zeit daher nur ungefähr angeben:

Stratum X, Mittelbronzezeit IIB (1950-1750 v. Chr.);

Stratum IX, Mittelbronzezeit IIB (1750-1600 v. Chr.);

Stratum VIII, Mittelbronzezeit IIB–C / Spätbronzezeit I (1600-ca. 1458 v. Chr.);

Stratum VII, Spätbronzezeit I (ca. 1458-ca. 1380/1370 v. Chr.).

Der Siedlungshügel scheint trotz seiner offensichtlichen Bedeutung in der Mittel- und Spätbronzezeit nicht ummauert gewesen zu sein. In der Spätbronzezeit war dies üblich; die Ägypter, die die Oberherrschaft in der Levante zumindest temporär immer wieder ausübten, wollten mit einem solchen Verbot aufrührerische Ortschaften leichter kontrollieren und gegebenenfalls erobern. Für die Mittelbronzezeit ist das Fehlen einer Stadtmauer eher ungewöhnlich, aber es gibt andere Ortslagen in Galiläa, für die das ebenfalls zuzutreffen scheint.

Die Siedlungsfläche beschränkte sich nun offensichtlich auf den unteren Teil des Hügels, über den auch die sog. Via maris, die wichtigste überregionale Straße des Landes, verlief. Auf der Akropolis wurden keine entsprechenden Funde entdeckt. Allerdings ist es nicht auszuschließen, dass alle älteren Siedlungsreste dort beseitigt wurden, bevor die Stadtanlage der Eisenzeit I errichtet wurde.

Angesichts der geringen voreisenzeitlichen Grabungsflächen lässt sich nur wenig über die Bausubstanz sagen. Bisher wurden offenbar nur Wohnbauten ausgegraben, aber es muss auch öffentliche Bauten gegeben haben. Mehrere Siegel, die vor allem im Bereich von Areal K gefunden wurden, legen es nahe, dass in diesem Bereich einige repräsentative Bauten lagen. Kinneret wurde offensichtlich am Ende von Stratum VII und damit in der Spätbronzezeit I aufgegeben und nicht gewaltsam zerstört.

Die eingangs erwähnten literarischen Belege für den Ort Kinneret müssen für die Rekonstruktion der Geschichte mitherangezogen werden. Früher nahm man häufig an, dass die Mittelbronzezeit um ca. 1550 v. Chr. endete und damit rund 100 Jahre vor dem Feldzug von Thutmosis III. (1457 v. Chr.). Manches spricht aber dafür, dass zumindest in Galiläa und der Jesreel-Ebene erst der Feldzug dieses Pharaos den Untergang der mittelbronzezeitlichen Kultur markiert. Weiter im Süden des Landes werden die Zerstörungen beim Übergang von der Mittel- zur Spätbronzezeit dagegen meist mit den → Hyksos in Verbindung gebracht, die um 1550 v. Chr. aus Ägypten vertrieben wurden. Zahlreiche galiläische Ortschaften, die in der Thutmosis-Liste genannt werden, weisen keinen spätbronzezeitlichen Scherbenbelag auf. Damit dürfte erst der Feldzug Thutmosis’ III., dessen Hauptziel die Eroberung der Stadt → Megiddo war, für den enormen Rückgang der Ortschaften von der Mittel- zur Spätbronzezeit verantwortlich sein.

Kinneret, das als Nr. 34 in der Thutmosis-Liste erwähnt wird, scheint aber von den diversen von Megiddo ausgehenden Feldzügen der Ägypter nicht betroffen gewesen zu sein. Eine Zerstörungsschicht ist nicht festzustellen. Die Stele Thutmosis’ III. dürfte eine besondere Stellung der Stadt in seiner Zeit bestätigen.

Auch unter Amenophis II. (1427-1401 v. Chr.) und in der Frühzeit der Regierung Amenophis’ III. (1390-1353 v. Chr.) hatte Kinneret noch eine führende Rolle inne, wie die Erwähnung im Papyrus Leningradensis 1116A und der Fund eines Skarabäus mit dem Namen der Pharaonengattin Teje bestätigen. Danach begann aber offensichtlich der Niedergang der Stadt, wie nicht nur die archäologischen, sondern auch die fehlenden inschriftlichen Befunde der Folgezeit deutlich zeigen. In den → Amarnabriefen aus der Zeit Amenophis III. und Amenophis IV. / Echnaton (1353-1336 v. Chr.) ist der Ort nicht mehr genannt. Aus der Zeit Sethos I. (1290-1279 v. Chr.) wissen wir von einer der beiden ägyptischen Siegesstelen aus → Bet-Schean, dass sich Hapiru-Gruppen (→ Hebräer / Hapiru) in Südgaliläa zurückgezogen haben. Sie dürften die Handelswege sehr unsicher gemacht haben. Der Niedergang der Handelsaktivitäten in Galiläa hatte letztendlich die Aufgabe der Siedlung in Kinneret zur Folge. Unter Sethos I. und → Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) wurde zudem die Hauptverbindungsstraße mit Mesopotamien verlegt. Sie überquerte nun den Jordan bei Bet-Schean und verlief über Damaskus östlich des Antilibanongebirges zum → Eufrat. Spätestens jetzt wurde Kinneret endgültig aufgegeben, weil es schlichtweg keine Funktion mehr hatte. Um 1230 v. Chr. brach dann auch die einstige Weltstadt → Hazor, die rund 20 km und damit eine Tagesreise nördlich von Kinneret liegt, zusammen.

6.4. Eisenzeit I (1200/1150-950 v. Chr.): Strata VI-IV

Mit freundlicher Erlaubnis © Kinneret Regional Project

Abb. 8 Stadtanlage des Stratum V.

Nach einer Besiedlungslücke von über 200 Jahren wurde der Tell el-ʽOrēme im 11. Jh. v. Chr. wiederbesiedelt. Aus der → Eisenzeit I stammen die Schichten VI-IV, deren Freilegung das Hauptinteresse der Ausgrabungen der 1990er und 2000er Jahre galt. In nahezu allen Arealen wurden entsprechende Baureste nachgewiesen. Am deutlichsten ist die Siedlungstätigkeit dieser Zeit in den beiden großen zusammenhängenden Ausgrabungsfeldern am unteren Abhang der Siedlung zu erkennen (Abb. 8). In dieser Zeit war Kinneret die vielleicht größte Stadt im ganzen Land und unterschied sich signifikant von anderen Städten in Israel und Juda, die meist nur 1-2 ha groß waren. Die Ortschaft umfasste den ganzen Hügel, war rund 350 x 250 m groß (8,75 ha) und war von einer Stadtmauer umgeben. Insgesamt dürften hier bis zu 2000 Menschen gelebt haben.

Die älteste Schicht (Stratum VI) ist nur relativ schlecht erhalten. Der Ort könnte, wie Keramikreste und ein C14-Datum nahelegen, im frühen 11. Jh. v. Chr. gegründet worden sein. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass der ersten Bauphase eine mehr oder weniger lange Präsenz von Nomaden auf dem Tell oder in der Umgebung vorausging, die nur schwer nachzuweisen ist. Gut möglich ist, dass Stratum VI durch ein Erdbeben zerstört wurde, das sich an vielen Orten in Palästina nachweisen lässt. Nach dem Erdbeben reparierten die Bewohner die Bauten und bewohnten diese weiterhin.

Das nachfolgende, recht gut erhaltene Stratum V übernahm aber die Ausrichtung der Bauten aus Stratum VI. Die freigelegten Partien von Stratum V zeigen einen klar geplanten Stadtgrundriss. Es gab Wohnblöcke oder einzelne, wohl geplante „insulae“. Die sich weitgehend rechtwinklig kreuzenden Straßen verliefen schräg, damit der Wasserabfluss nach starken Regenfällen verlangsamt wurde. Bislang wurde kein öffentliches Gebäude gefunden, aber es gab einige Zeugnisse für die private Frömmigkeit der Bewohner. Ein Bau wird zwar als Kultbau angesprochen, aber die genaue Bestimmung dieses Baus erfordert die Publikation aller Funde darin. Der blühende Ort (Stratum V) kam im 10. Jh. v. Chr. zu seinem Ende.

Wie kann dieser archäologische Sachverhalt am sinnvollsten erklärt werden? Da keinerlei Textbefunde existieren, ist man stark auf Hypothesen angewiesen. Auch die biblischen Texte berichten nichts Zuverlässiges über diese Epoche. Trotzdem lässt sich vielleicht eine Entwicklungslinie aufzeigen.

Die Lage von Kinneret an einem Aufstieg nach Norden gibt dem Ort eine große strategische Bedeutung. Auch wenn es in der Eisenzeit I keinen oder kaum einen relevanten überregionalen Handel gab, war der Verbindungsweg vom See Gennesaret zum Hulesee auch für den regionalen Handel und für Feldzüge jeglicher Art bedeutsam. Eine zweite wichtige Beobachtung ist, dass während der Eisenzeit I ein etwa 10 km langer Bereich südlich von Kinneret nicht bewohnt war. Erst dann fangen wieder Siedlungen an. In der Eisenzeit II wurde dieses „Niemandsland“ dann besiedelt.

© Wolfgang Zwickel

Abb. 9 Die politische Situation in der Eisenzeit I.

Die biblischen Texte informieren uns über die Bevölkerungsgruppen, die um den See Gennesaret gesiedelt haben. Unter den biblischen Stämmen ist der Stamm Naftali zu nennen, zu dem auch Kinneret gerechnet wurde (Jos 19,35). Nördlich davon siedelte der Stamm Bet-Maacha mit der Hauptstadt → Abel-Bet-Maacha (= Tell Ābil el-Qamḥ, Koordinaten: N 33° 15' 39'', E 35° 34' 48''), der nicht zu Israel gehörte. Am Ostufer des Sees befand sich das Reich von → Geschur, das gegen Ende des 10. Jh.s v. Chr. in das Reich von Aram-Damaskus (→ Aramäer; → Damaskus) eingegliedert wurde (Abb. 9).

Folgendes historische Szenario scheint plausibel, auch wenn es nicht sicher bewiesen werden kann: Das Reich von Bet-Maacha bildete sich im Laufe der Eisenzeit I heraus. Zu einem nicht unbeträchtlichen Teil gehörten ehemalige Bewohner von Hazor, das um 1230 v. Chr. aufgegeben wurde und danach während der Eisenzeit I nur spärlich besiedelt war, zu diesem Reich. Vermutlich war die Entstehung dieses Reiches ein langsamer Prozess: Ehemalige Stadtbewohner verließen die Stadt, gründeten als Nomaden in der Umgebung eine neue Existenz, wurden allmählich sesshaft, verbündeten sich untereinander, bis schließlich eine dominante Persönlichkeit namens Maacha einen Territorialstaat gründete und organisierte. Kinneret könnte die südliche Festung dieses Reiches gewesen sein, während Abel-Bet-Maacha die nördliche Festung war. Das Wohngebiet beschränkte sich vermutlich auf das Hulebecken und auf die östlichen Bereiche Galiläas. Diese Annahme würde auch hinlänglich erklären, warum das früheisenzeitliche Kinneret eher kulturelle Beziehungen nach Norden zu den Aramäern als zu den Israeliten hatte.

Die Zeit des 10. Jh.s v. Chr. ist eine Epoche der Konsolidierung der kleinen Staaten, die sich in der Eisenzeit I gebildet haben. Diese Staaten waren auf Dauer nicht überlebensfähig, wenn sie einem erfahrenen Streitheer gegenüberstanden. So wurde Geschur ein Teil von Aram-Damaskus, und es ist gut vorstellbar, dass das Reich von Bet-Maacha in das Gebiet Davids eingegliedert wurde. Damit verlor Kinneret aber seine strategische Bedeutung. Es war nun nicht mehr eine besonders zu schützende Grenzstadt von Bet-Maacha gegen Israel, sondern lag mitten im Gebiet des Stammes Naftali. Während die Stadt vorher sicherlich von anderen Orten Bet-Maachas mitversorgt werden musste, weil die große Stadtanlage auch viele Krieger beherbergte, wurde Kinneret nun verlassen und aufgegeben. Eine neue Schutzfunktion erlangten in der Mitte des 10. Jh.s v. Chr. und damit etwa zeitgleich mit der Aufgabe Kinnerets zwei andere Ortslagen am Ostufer des Sees, die nun festungsartig ausgebaut wurden: → Bethsaida / et-Tell (Koordinaten: N 32° 54' 37", E 35° 37' 50") und ‘En Gev (Koordinaten: N 32° 47' 02'', E 35° 38' 15''). Diese Orte sollten nun den Aufstieg in den Golan und den Weg östlich des Jordans schützen.

Nachdem Kinneret Stratum V weitgehend verlassen worden war, weil seine strategische Bedeutung nicht mehr benötigt wurde, siedelten für eine Zeitlang neue Siedler in den Ruinen (Stratum IV). Dieses Stratum ist aber nur noch eine Nachbesiedlung von Ruinen und stellt einen deutlichen Niedergang der Kultur dar. Die Besiedlung war zudem kurzzeitig und endete im 10. Jh. v. Chr.

6.5. Die Eisenzeit II und Achämenidenzeit (9.-4. Jh. v. Chr.): Strata III-I

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 10 Festungsanlage des 9. Jh.s v. Chr. auf der Akropolis (Stratum III).

Nachdem die Eisenzeit I-Siedlung aufgegeben worden war, wurde im 9. Jh. v. Chr. auf dem östlichen Teil der Akropolis eine kleine, vielleicht etwa 25 x 25 m große Festung errichtet (Stratum III; Abb. 10; → Eisenzeit II). Nachuntersuchungen zeigten, dass schon bei den Grabungen 1939 Teile dieser Festung erfasst, die Baustrukturen aber nicht verstanden wurden. In den 1980er Jahren wurde dann noch eine etwa 20 m lange und 1,2 m dicke Mauer der Anlage freigelegt. Die Struktur dieser Festung lässt sich leider nicht mehr erschließen. Die Anlage sollte sicherlich den Straßenverlauf am Fuß des Tell schützen, zumal im 9. Jh. unter den Omriden (→ Omri) der internationale Handel auf der via maris wieder stärker aktiviert wurde. Das etwa eine Tagesreise im Norden gelegene Hazor blühte wieder auf, so dass die Straße gesichert werden musste.

Die biblische und außerbiblische Überlieferung erlaubt für dieses Jahrhundert und für die nachfolgenden Jahrhunderte eine zwar bruchstückhafte, aber doch auch aussagefähige Rekonstruktion der historischen Ereignisse in dieser Region, die sich zumindest ansatzweise mit der Stratigraphie von Kinneret verbinden lässt.

Exkurs: Kinneret im Kontext der geschichtlichen Entwicklung der Eisenzeit II

2. Hälfte 10. Jh. v.Chr.

Salomo baute Hazor aus (1Kön 9,15), wobei unklar ist, wie umfangreich diese Ausbaumaßnahmen waren. Das Gebiet Israels reichte zumindest jetzt bis nach → Dan, das zum Grenz- und Staatsheiligtum erhoben wurde (1Kön 12,26-32). Der Feldzug des ägyptischen Pharaos → Scheschonq, 922 v.Chr., berührte Galiläa nur am äußersten Rande im Süden und hatte keine Auswirkung auf Kinneret. Die Stadtanlage verlor wegen der postulierten Nordausdehnung Naftalis bzw. Israels ihre strategische Bedeutung und wurde allmählich weitgehend aufgegeben (Stratum V[?] and IV).

906-883 v. Chr.; Regierungszeit von Asa von Juda (908-868) und Bascha von Israel (906-883 v. Chr.)

Der Aramäerkönig Ben Hadad I. (→ Ben-Hadad) zerstörte das ganze Land als Unterstützungsmaßnahme für → Asa von Juda (1Kön 16,16-20). Dies war jedoch nur eine Strafexpedition gegen Israel, ohne dass die Aramäer das Gebiet längerfristig kontrolliert hätten. Nach der Dan-Inschrift gehörte das Gebiet irgendwann in der Folgezeit wieder zu Israel. Kinneret wird in 1Kön 16,20 nicht als Ortschaft erwähnt, sondern als Region („ganz Kinneret“). Daher war der Ort Kinneret wohl noch nicht wiedergegründet.

878-841 v. Chr. (Omridenzeit)

Das Hulebecken und damit auch das Nordufer des Sees Gennesaret waren unter der Kontrolle der Omriden. Auf der östlichen Akropolis von Tell el-‘Orēme wurde eine kleine Festung zum Schutz der Handelsstraße errichtet (Stratum III).

858 v. Chr.

Tyrus und → Sidon zahlten dem assyrischen König → Salmanassar III. Tribut, aber Galiläa blieb noch unbetroffen von assyrischen Maßnahmen.

841-838 v. Chr.

→ Hasael von Damaskus eroberte nach der → Dan-Inschrift zumindest Dan, vielleicht auch weitere Gebiete im Hulebecken. Wie weit sein Einflussbereich nach Süden ging, ist unklar. Allerdings bedrohte ihn Salmanasser III., der Damaskus belagerte und den Antilibanon besetzte. Sein Feldzug führte weiter in den Hauran, aber auch nach Westen (Ba’alra’si = entweder Karmel oder Rosch ha-Niqra). → Jehu musste Salmanasser III. Tribut zahlen. Dies hatte offenbar keine Auswirkung auf die Baustruktur in Kinneret.

Um 760 v. Chr.

In Galiläa gab es ein heftiges Erdbeben (vgl. Am 1,1). Kinneret ist von ihm nicht betroffen, wohl weil es noch nicht wiederbesiedelt war.

Nach 760 v. Chr.

Jerobeam II. nutzte die katastrophale Situation nach dem Erdbeben, um das territorial inzwischen stark geschrumpfte Israel zu vergrößern, ohne größere kriegerische Maßnahmen einleiten zu müssen (vgl. 2Kön 14,25; Am 6,13; Am 8,14). Er baute den internationalen Handel wieder auf. Kinneret Stratum II war eine kleine, aber gut geschützte und befestigte Ortslage an dem Handelsweg, eine Tagesreise von Hazor entfernt.

734 v. Chr.

Der Feldzug → Tiglat-Pilesers III. gegen → Gaza verlief vermutlich entlang der Mittelmeerküste und betraf daher das östliche Galiläa nicht.

733-732 v. Chr.

Bei dem Feldzug der Assyrer unter König Tiglat-Pileser III. gegen Damaskus wurde auch Galiläa (vgl. 2Kön 15,29: Ijon = Tell Dibbīn, Abel Bet-Maacha = Tell Ābil el-Qamḥ, Janoah = nicht identifiziert, Qedesch = Tell Qedes, Hazor = Tell el-Qedah) erobert und es wurden Personen von dort (ausdrücklich genannt in assyrischen Texten: Hannaton) deportiert. Die Siedlung Kinneret Stratum II wurde von Truppen des Tiglat-Pileser III. erobert und gewaltsam zerstört.

Nach 732 v. Chr.

Galiläa wurde eine assyrische Provinz. Auf Tell el-‘Orēme gab es eine kurzfristige Nachbesiedlung in Stratum I auf der Akropolis. Ein assyrischer Palast für einen lokalen Gouverneur wurde errichtet (Areal E und F).

609 v. Chr.

Syrien / Palästina wurde von den Ägyptern kontrolliert. Auf Kinneret hatte dies keine Auswirkung. Der Palast scheint weiter benutzt worden zu sein.

604 v. Chr.

Syrien / Palästina wurde von den Babyloniern erobert. Auf Kinneret hatte dies keine Auswirkung. Der Palast scheint weiter benutzt worden zu sein.

538 v. Chr.

Syrien / Palästina fiel in Besitz der Perser. Auf Kinneret hatte dies keine Auswirkung. Der Palast scheint weiter benutzt worden zu sein, wurde aber irgendwann aufgegeben.

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 11 Siedlungsreste aus der Mitte des 8. Jh.s v. Chr. (Stratum II).

Nach einem offensichtlich verheerenden Erdbeben um 760 v. Chr. (vgl. Am 1,1) mit seinem Epizentrum im Libanon nutzte → Jerobeam II. offenbar die katastrophale Situation in der Großregion, um sein Siedlungsgebiet auszuweiten (vgl. 2Kön 14,25; Am 6,13; Am 8,14). In Kinneret errichtete er eine kleine, ca. 1 ha große, mit insgesamt vier Türmen auffallend gut geschützte Stadtanlage (Stratum II), die wohl nicht nur die Straße schützen sollte, sondern auch Übernachtungsmöglichkeiten für internationale Händler bot (Abb. 11).

Mit freundlicher Erlaubnis © Kinneret Regional Project; Zeichnung: Axel Maurer

Abb. 12 Rekonstruktion der Toranlage mit der vorgelagerten Plattform und zwei Pfeilerhallen.

Durch solche gut gesicherten Stützpunkte wurde der internationale Handel sicherer, und damit konnte Israel auch stärker vom Handel profitieren. Über ein Zweikammertor konnte man den Ort betreten. Damit verlief damals die Handelsstraße relativ weit hoch am Hügel. Im Inneren gab es mindestens zwei Pfeilergebäude (eines davon ausgegraben), die von der Ortsgemeinschaft als Lagerraum für Getreide, aber auch für Wein und andere Flüssigkeiten genutzt wurden (Abb. 12).

© Wolfgang Zwickel

Abb. 13 Photo der ausgegrabenen Torhälfte des Zweikammertors (Stratum II).

Die ausgegrabene Hälfte des 2-Kammer-Tors von Stratum II hat eine Sitzmöglichkeit im Inneren der Torkammer, die z.B. für Gerichtsverhandlungen genutzt werden konnte (Abb. 13).

© Klaus Koenen

Abb. 14 Photo der Pfeilerhalle neben dem Zweikammertor (Stratum II).

Im Rahmen des Feldzuges von Tiglat-Pileser III. im Jahr 732 v. Chr. wurde diese Stadtanlage völlig zerstört. Im Bereich des Tores, aber auch des an die Stadtmauer angrenzenden Pfeilerhauses fand man eine mächtige Brandschicht.

Auch wenn die Zerstörung von Stratum II sehr umfassend war, gab es auch anschließend noch eine Besiedlung des Hügels (Stratum I; Abb. 15).

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 15 Siedlungsreste der Assyrerzeit (Stratum I).

Auf dem westlichen Hügel der Akropolis (Areal B) gab es eine kleine ummauerte Siedlung mit einer Größe von etwa 0,25 ha. Sie war nur für einen Zeitraum von etwa 50 Jahren im späten 8. und frühen 7. Jh. v. Chr. besiedelt. Angesichts der Größe dürften hier vielleicht 70 Personen gelebt haben, die aber über einige Luxusgerätschaften verfügten.

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Abb. 16 Salbschale aus Ägyptisch-Blau.

Hierzu gehören eine Salbschale aus Ägyptisch-Blau (Abb. 16), ein dreiblättriges Steatitsiegel und einige Kosmetikschalen. Die Salbschale und das Siegel haben Parallelen, die nach Nordsyrien verweisen. Diese kleine Siedlung oder Bastion wurde nach einigen Jahrzehnten durch ein heftiges Feuer zerstört. Wer die Ortschaft zerstört hat, ist leider völlig unklar. Wohl zeitgleich existierte in Areal A auf dem östlichen Hügel der Akropolis eine weitere kleine befestigte Anlage, vielleicht Lagerräume oder Ställe.

Daneben gab es eine Palastanlage in Areal E, die aber leider stark erodiert und zudem weitgehend fundleer ist. Zu diesem → Palast gehören einige, gleichfalls stark erodierte Nebenbauten (Ställe?). Die Anlage dürfte, wie die wenigen hier gefundenen Scherben nahelegen, aus assyrischer und achämenidischer Zeit stammen. Die Assyrer und später auch die Perser hatten ein gut organisiertes System von lokalen Palästen aufgebaut, die jeweils etwa eine Tagesreise voneinander entfernt waren. Hier konnten Händler gesichert übernachten, sie dienten aber vornehmlich dem in dieser Zeit aufgebauten Postverkehr als Pferdewechselstationen, so dass Nachrichten schnell über weite Strecken übermittelt werden konnten. Solche Paläste sind in Tell el-Qāḍī / → Tel Dan (Koordinaten: N 33° 14' 51'', E 35° 39' 05''), ʽAyyelet ha-Šaḥar bei Hazor (Koordinaten: 33° 01′ 19″ N; 35° 34′ 35″ O) und eben Kinneret nachgewiesen. Die nächste südlich gelegene Station dürfte Tell el-Muḫarḫaš / Tel Rekeš (Koordinaten: 32° 39' 12" N, 35° 27' 58" E) sein, wo erste Anzeichen für ein großes Verwaltungsgebäude ausgegraben wurden. Die Straßenführung endete dann wohl in Tell el-Mutesellim / → Megiddo (Koordinaten: N 32° 35' 07.5", E 35° 11' 05"), der neuen Hauptstadt der assyrischen Provinz.

6.6. Stratum 0: Hellenistische Zeit bis Gegenwart

Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Abb. 17 Siedlungsreste von der hellenistischen Zeit bis in die Gegenwart (Stratum 0).

Alle Bauten, die jünger als die Achämenidenzeit sind, wurden von den Ausgräbern als Stratum 0 zusammengefasst. Dies ist insofern gerechtfertigt, als es nun keine großflächigere Besiedlung des Hügels gab, sondern nur noch vereinzelte Bauten oder Nachweise längerfristiger menschlicher Präsenz aus unterschiedlichen Zeiten, verteilt über den Hügel.

Im Bereich der ehemaligen Toranlage der kleinen Siedlung der Eisenzeit II (Stratum II) wurden einige wenige Mauern eines hellenistischen Gebäudes, wahrscheinlich eines Bauernhofes, entdeckt. Die zugehörige Keramik kann in die 2. Hälfte des 3. Jh.s v. Chr. datiert werden. Dies bestätigen auch zwei Bronzemünzen aus der Zeit Ptolemäus’ II. (285-246 v. Chr.). Zu seiner Zeit begannen im Bereich des Sees wieder erste räumlich sehr begrenzte Siedlungsaktivitäten, z.B. in Chirbet el-Kerak am Ausfluss des Jordans aus dem See Gennesaret oder in et-Tell / Bet-Saida im Norden unmittelbar östlich des Jordans. Der Bauernhof scheint aber nicht lange bestanden zu haben.

Überraschenderweise gibt es keine Siedlungsreste aus der späthellenistischen und der frührömischen Zeit. Ein sinnvoller Grund hierfür könnte sein, dass in dieser Zeit der Fischfang aufblühte. Kapernaum war die größte vom Fischfang lebende Siedlung am See, Magdala wurde zum Pökelzentrum. Die besten Fischfanggründe liegen unmittelbar vor dem Tell. Fischfang verträgt aber keinen Lärm, und daher hat man vielleicht auf eine Besiedlung hier verzichtet. Der Hügel scheint aber als Weidegebiet, vielleicht auch für den Getreideanbau genutzt worden zu sein, denn es finden sich einige römisch-byzantinische Scherben hier.

Auch in der byzantinischen Zeit war der Ort unbesiedelt. Ab dem Ende des 4. Jh.s siedelten Mönche auf der Ostseite des Tell in den drei Kirchen und der Klosteranlage von eṭ-Ṭābġa / Heptapegon. Schon Jahrzehnte vorher wurde dieses Gebiet religiös verehrt und von Pilgern besucht. Zwei Münzen aus dem frühen 4. bzw. dem 5./6. Jh., die in Areal R auf dem Siedlungshügel gefunden wurden, stammen vielleicht von Pilgern. Wahrscheinlich verlief die Römerstraße dieser Zeit, die durch einen Meilenstein bei Kapernaum nachgewiesen ist, aber nicht über den Siedlungshügel von Kinneret, sondern im Tal im Bereich der heutigen Straße 90.

Vielleicht stammt aus spätbyzantinischer Zeit auch ein Badehaus am Fuß des Tell auf dessen Westseite. Dieses wurde ausgegraben, aber nie veröffentlicht. Andere vermuten eine Datierung in die Umajjadenzeit. Bei einer neuen, noch unveröffentlichten Grabung aus dem Jahr 2020 wurden offenbar spätbyzantinische Scherben im Bereich des Badehauses gefunden. In einem in den Felsen geschlagenen Kanal, der teilweise ausgegraben ist, wurde über den Siedlungshügel hinweg Wasser von eṭ-Ṭābġa zu diesem Badehaus geleitet. Dieser Kanal war im 19. Jh. noch sichtbar und wurde auch als Wanderweg benutzt.

Christliches Leben in eṭ-Ṭābġa setzte sich bis zum 10. Jh. während der Umajjadenzeit (661-750) und der Abbasidenzeit (750-978) fort. Im 8. Jh., wahrscheinlich unter der Regierungszeit von Walid I. (705-715), wurde westlich des Tell in Chirbet el-Minje ein islamischer Palast errichtet. Während der Umajjadenzeit wurde auch eine Höhle auf dem Tell als Wohnhöhle benutzt, vielleicht von Bauarbeitern für den Palast.

Dieselbe Höhle wurde während der Mameluckenzeit (1250-1516) erneut bewohnt. Dies kann mit erneuten Tätigkeiten in Chirbet el-Minje verbunden werden, wo der wahrscheinlich bei einem Erdbeben 749 beschädigte Palast wiedererrichtet wurde; er diente nun der Zuckerproduktion. Vor 1444 wurde neben dem Palast auch der Chān el-Minje errichtet. Zumindest bis 1667, wahrscheinlich noch wesentlich länger, war dies ein wichtiger Übernachtungsplatz entlang der Straße zwischen Damaskus und Kairo. Nun führte über den Tell eine rund 4 m breite Handelsstraße, die gut ausgebaut war.

Während der (frühen) ottomanischen Zeit (1516-1917) gab es in Areal Q einen Bauernhof. Er scheint aber im 19. Jh. schon aufgegeben worden sein, da ihn kein Reisender dieser Zeit erwähnt. Außerdem gab es auf dem Tell noch einige nicht näher datierbare Beduinengräber.

Ende des 19. Jh.s erwarb der Deutsche Verein vom Heiligen Lande das Gelände und errichtete am Fuß des Siedlungshügels einige Bauten, u.a. ein Pilgerhospiz. Die letzte Bauaktivität auf dem Tell war ein 1939 errichtetes einfaches Grabungshaus, das aber wegen des Ausbruchs des 2. Weltkriegs nie genutzt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein Teil des Hügels von der israelischen Wassergesellschaft in Besitz genommen. Dieser Teil stellt heute einen unzugänglichen Hochsicherheitstrakt dar.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Hafenanlagen an den Ufern des See Gennesaret (aus unterschiedlichsten Jahrhunderten) und einige wichtige Orte am Seeufer. Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 2 Karte zur Lage von Tell el-‘Orēme und der unmittelbar benachbarten Ortslagen. Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 3 Der Tell el-‘Orēme von der Ebene von Ginnosar aus gesehen (vor 1931). Aus: J. Garstang, Joshua, Judges (London 1931, Pl. XIXa = Archive des Palestine Exploration Fund P-G1413 (abgedruckt mit freundlicher Erlaubnis des PEF)
  • Abb. 4 Gesamtübersicht über die stratigraphische Verteilung der einzelnen Areale. © Wolfgang Zwickel
  • Abb. 5 Nachgewiesene Siedlungsreste der Frühbronzezeit I und II. Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 6 Außenseite der Stadtmauer der Frühbronzezeit II, darüber die Stadtmauer der Eisenzeit I (dunklere Steine). © Klaus Koenen
  • Abb. 7 Nachgewiesene Siedlungsreste der Mittel- und Spätbronzezeit. Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 8 Stadtanlage des Stratum V. Mit freundlicher Erlaubnis © Kinneret Regional Project
  • Abb. 9 Die politische Situation in der Eisenzeit I. © Wolfgang Zwickel
  • Abb. 10 Festungsanlage des 9. Jh.s v. Chr. auf der Akropolis (Stratum III). Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 11 Siedlungsreste aus der Mitte des 8. Jh.s v. Chr. (Stratum II). Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 12 Rekonstruktion der Toranlage mit der vorgelagerten Plattform und zwei Pfeilerhallen. Mit freundlicher Erlaubnis © Kinneret Regional Project; Zeichnung: Axel Maurer
  • Abb. 13 Photo der ausgegrabenen Torhälfte des Zweikammertors (Stratum II). © Wolfgang Zwickel
  • Abb. 14 Photo der Pfeilerhalle neben dem Zweikammertor (Stratum II). © Klaus Koenen
  • Abb. 15 Siedlungsreste der Assyrerzeit (Stratum I). Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 16 Salbschale aus Ägyptisch-Blau. Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Abb. 17 Siedlungsreste von der hellenistischen Zeit bis in die Gegenwart (Stratum 0). Mit freundlicher Erlaubnis © Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

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