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Lexikon

Heiligung (AT)

Thomas Wagner

(erstellt: April 2017)

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heilig / profan / Heiligkeit

1. Zum Begriff

Der Begriff „Heiligung“ wird im Hebräischen nicht in Nominal-, sondern in Verbalformen ausgedrückt. Während קָדוֹשׁ qādôš „heilig“ sowie sein aramäisches Äquivalent קַדִּישׁ qaddîš ebenso wie קֹדֶשׁ qodæš „Heiliges / Heiligkeit“ und מִקְדָּשׁ miqdåš „Heiligtum“ nominalisierte Formen bilden und entweder als Adjektiv oder als Nomen verwendet werden, stellt „Heiligung“ einen dynamischen Vorgang dar, der beschrieben, nicht aber als Abstraktum ausgedrückt wird. Derartige Vorgänge werden mit קדשׁ qdš Nif. „sich als heilig erweisen“, Pi. „heiligen / weihen / als heilig behandeln“, Pu. „geheiligt / geweiht sein“, Hitp. „sich heiligen / geheiligt werden“ und Hif. „als geheiligt behandeln / darbringen“ formuliert. Der Trennung zwischen dem „Heiligen“ und dem „Profanen“ folgend (→ heilig / profan / Heiligkeit), stellt die „Heiligung“ den Übergang vom Profanen zum Heiligen dar. In enger Verbindung zur „Heiligung“ steht die „Reinigung“ (טָהֳרָה ṭåhŏrāh; → Reinigung). Während die „Reinigung“ ein mechanischer Vorgang ist („Säuberung“), bezeichnet die „Heiligung“ eine Absonderung des jeweiligen Menschen / Tieres / Gegenstandes von der Sphäre der Profanität.

Die Septuaginta übersetzt קדשׁ qdš meist mit ἁγιάζω hagiazō „heiligen / weihen“, womit sowohl der Absonderung vom Profanen als auch der Vorgang einer äußeren Reinigung beschrieben werden kann.

2. Heiligung zum Kult

2.1. Heiligung des Heiligtums

Heiligtumseinweihung

Die „Heiligung“ des Heiligtums wird in Form einer Weihehandlung beschrieben. Dabei ist zwischen der auf 1Kön 8 basierenden Darstellung der Einweihung des salomonischen Heiligtums (→ Tempel) durch das königliche Opfer und der „Heiligung“ der → Stiftshütte als Ort der göttlichen Präsenz in der → Priesterschrift zu unterscheiden.

1Kön 8,64 berichtet von der „Weihe“ des Altars nach Einbringung der → Lade und einem → Gebet Salomos. Die „Heiligung“ des Altars erfolgt durch ein erstes Opfer. Diese deuteronomistisch geprägte Darstellung (→ Deuteronomismus) nimmt 2Chr 7 auf, erweitert den in ihr beschriebenen Vorgang jedoch um ein erstes Opfer auf dem Vorhof. Nach chronistischem Bericht (→ Chronistisches Geschichtswerk) wurde auf diesem ein weiterer Opferplatz eingerichtet. Dieser erweiterte Weihevorgang wird auch in 2Chr 29 nach der Restauration des Heiligtums durch → Hiskija geschildert. 2Chr 29,15 berichtet, dass sich die → Leviten, die den Tempel reinigten, zuvor heiligten. Anders als in 2Kön 8 setzt 2Chr die Vorstellung der Heiligung der den Tempel betretenden Personen (s.u. Heiligung von Menschen) voraus.

Innerhalb der Priesterschrift wird die „Heiligung“ zu einer Voraussetzung für den Gotteskontakt. Programmatisch wird dies in einem Spruch Moses in Lev 10,3 deutlich, der auf die Tötung der beiden ältesten Söhne → Aarons (→ Nadab und → Abihu), die unzulässig ein Opfer darbrachten, an eine göttliche Vorgabe erinnert: Gott wird sich an denen als „heilig“ erweisen, die ihm nahe sind, während er vor dem Volk als „herrlich“ (→ Verherrlichung; → Herrlichkeit) erscheinen wird. Damit wird eine räumliche Differenzierung vorgenommen (→ Raum). Diejenigen, die das Heiligtum betreten respektive Dienst an dem vor der Stiftshütte stehenden Altar versehen, müssen sich „heiligen“, während das Volk davon entfernt steht und vor ihm allein die „Herrlichkeit“ Gottes sichtbar wird. Verbunden mit der Abtrennung des Heiligtums vom Profanen ist der Vorgang der „Heiligung“ des Heiligtums durch Gott selber. Dieser Vorgang wird in Ex 29,42-46 beschrieben.

Die „Heiligung“ des Heiligtums erfolgt nach Ex 29,43 durch die Herrlichkeit (כָּבוֹד kavôd) Gottes. Diese Ansage ist innerhalb der Priesterschrift direkt mit der Präsenz der → „Herrlichkeit“ in der Stiftshütte verbunden (Ex 40,34f). Ex 29,44 greift zugleich aber auch auf Lev 8f und die dort beschriebene „Heiligung“ des Altars sowie von Aaron und seinen Söhnen voraus. Damit stellt die Ansage in Ex 29,42-46 eine Gelenkstelle innerhalb der Priesterschrift dar, da die „Heiligung“ des Heiligtums in dieser Ansage so vorabgebildet wird, dass die in Ex 40; Lev 8-10 folgenden Darstellungen als Teile dieser Ankündigung gedeutet werden können (vgl. Wagner 2012, 54-56.96-99). Zugleich wird die „Heiligung“ mit dem Phänomen eines sichtbar werdenden verzehrenden → Feuers verbunden, als das die göttliche Herrlichkeit über dem → Sinai erscheint (Ex 24,17 P).

2.2. Heiligung in Lebensvollzügen

2.2.1. Heiligung der Priester

In Lev 10,3 wird von → Mose die Notwendigkeit der „Heiligung“ all derer betont, die Gott nahe kommen (→ Priester, AT). Anspielungen auf eine „Heiligung“ solcher Personen finden sich in den vorpriesterschriftlichen Texten des Alten Testaments nur selten. So wird z.B. → Eleasar in 1Sam 7,1 geheiligt, um über die → Lade wachen zu dürfen. Hier klingt ein kultischer Dienst an der Lade an. Erst in der Priesterschrift wird das Konzept weiter ausgeführt. Hier gilt es im Besonderen für die Priester.

In Ex 28f werden die Regelungen zur Priesterweihe sowie die Ausstattung der Priester für den Dienst im Heiligtum dargestellt. In Lev 8f folgt dann die narrative Ausgestaltung der „Heiligung“ des aaronidischen Priestergeschlechts. Die „Heiligung“ der Priester erfolgt nach Ex 28,41 im Zusammenhang mit dem Anlegen der Priestergewänder, der Salbung und der Füllung der Hände, d.h. der Sicherung des Unterhalts.

In Ex 29 wird dieser „Heiligungs“-Ritus weiter ausgeführt: Aaron und seine Söhne werden vor der Stiftshütte die Priestergewänder sowie der zu diesen gehörige Schmuck angelegt. Sie erhalten einen Korb mit ungesäuerten Broten und Ölkuchenfladen. Sie werden gesalbt (→ Salbung), legen ihre Hände auf den Kopf eines Jungstieres, der anschließend geschlachtet wird. Danach werden zuerst der Stier, dann ein erster Widder auf dem Altar dargebracht. Mit dem → Blut eines zweiten Widders werden das rechte Ohrläppchen und der Daumen der rechten Hand bestrichen. Mit dem restlichen Blut werden Priester und Priestergewänder besprengt. Fett, Eingeweide, Leberlappen und Nieren werden zusammen mit einem ungesäuerten Brot und einem Ölkuchenfladen von den einzusetzenden Priestern als Schwingopfer dargebracht. Das Brustfleisch wird anschließend als Schwing- und Hebopfer geopfert. Diese Form des Opfers bleibt den geheiligten Aaroniden auf Dauer vorbehalten. Nach diesem öffentlichen Salbungs- und Opferakt wird das restliche Fleisch des zweiten Widders sowie des übrigen Brotes und der Ölkuchenfladen verzehrt. Die Lebensmittel, die am kommenden Morgen noch übrig sind, müssen dann verbrannt werden. Schließlich folgt ein siebentägiger Dienst in der Stiftshütte, bei dem täglich ein Jungstier als Sündopfer geopfert wird, um den Altar zu entsündigen und ihn anschließend zu salben. Auf diese Weise wird der Altar „geheiligt“. Dadurch wird der Altar zum Hochheiligen.

Dieser in Ex 29 beschriebene Akt wird an Aaron und seinen Söhnen in Lev 8f vollzogen. Er wird dann als „Heiligung“ an allen folgenden aaronidischen Priestern durchgeführt. Die „Heiligung“ der Priester kann durch Fehlverhalten aufgehoben werden. So gelten spezielle Regeln für den Kontakt mit Toten und für die Eheschließung (Lev 21) sowie gesonderte Opfer für eine Entsündigung nach Fehlverhalten (Num 6).

Die Priesterweihe ist direkt mit der „Heiligung“ für den Tempelkult nötiger Bekleidung, Geräte und Ausstattungsgegenstände verbunden, die auf diese Weise für den Dienst im Tempel vorbereitet werden.

2.2.2. Heiligung von Gegenständen

Die „Heiligung“ von Gegenständen, die vor Gott gelangen, entstammt verbunden mit der Priesterheiligung dem priesterschriftlichen Heiligtumskonzept. Nach Ex 30,29f erhält Mose den Auftrag, nach dem Bau der Stiftshütte Lade, Tisch, Leuchter, Räucheraltar, Brandopferaltar, Becken und Gestell sowie alle zugehörigen Geräte zu „heiligen“. In Ex 40,9-13 wird diese Anweisung wiederholt. Nach Num 7,1 führte Mose diese „Heiligung“ des Mobiliars des Heiligtums sowie aller Tempelgeräte durch. In Num 7 wird dieser Vorgang mit dem Opfer der Fürsten Israels verbunden. Jährlich wiederholt wird die „Heiligung“ des Altars am → Jom-Kippur-Tag durch das Blut des geopferten Bocks (Lev 16,19).

2.2.3. Heiligung von Menschen in unterschiedlichen Situationen

Die „Heiligung“ von Menschen ist zuvorderst mit ihrer Teilnahme an Kulthandlungen verbunden. Dies wird in 1Sam 16,5 mit der Aufforderung → Samuels an das Haus → Isais deutlich, sich zu „heiligen“, um bei der Opferhandlung anwesend sein zu können. Die „Heiligung“ wird hier wohl als rituelle Reinigung und damit als ein mechanischer Akt verstanden. Ein vergleichbarer Vorgang wird in 2Kön 10,20 geschildert. In 2Kön 10,15-28 wird davon berichtet, dass → Jehu die Baals-Verehrer (→ Baal) auffordert, sich für ein Fest für ihren Gott zu „heiligen“, um anschließend die Festversammlung töten zu lassen. „Heiligung“ als Vorbereitung auf eine Festzeit ist demnach nicht auf den JHWH-Dienst beschränkt.

Mit Sprachformen, mit denen kultische Akte beschrieben werden, wird auch der JHWH-Krieg dargestellt (→ Krieg). Diese Formen deuten darauf hin, dass im Alten Testament aufgrund der Präsenz JHWHs „Militär und Kriegführung in der Sphäre des Heiligen angesiedelt“ (Obermayer 2011) sind. Dabei „kommt der Heiligkeitsaspekt in der Formulierung einen ‚Krieg heiligen‘ (קדשׁ מִלְחָמָה qdš Pi. milḥāmāh)“ (Obermayer, → Krieg 5.1.) am deutlichsten zum Ausdruck. Jer 6,4; Jer 51,27f; Mi 3,5 rufen zur „Heiligung“, zum Kampf, auf. Jos 7,13 zeigt, dass eine „Heiligung“ für einen erfolgreichen Kampf nur dann erfolgen kann, wenn das unter → Bann Erbeutete nicht im Kreis der Kämpfenden verbleibt, sondern JHWH übergeben wird.

Joel nimmt die JHWH-Kriegs-Tradition auf und führt sie bezogen auf ein eschatologisches Gericht fort. In Joel 4,9 wird die „Heiligung“ als Vorbereitung auf eine Kampfhandlung gefordert. Joel 1,14; Joel 2,15 nennen → Fasten als Teil der „Heiligung“.

Während die oben erwähnten Texte auf ältere Traditionen über die „Heiligung“ respektive „Reinigung“ von Menschen verweisen, die in weiten, d.h. nicht-priesterlichen Teilen des Alten Testaments nur in Anspielungen greifbar sind, bilden die priesterlichen Schriften die „Heiligung“ der Gemeinde als zentrales Thema aus. Dabei werden in der Priesterschrift sowie in Ez 40-48 zwei unterschiedliche Ansätze vertreten. In den beiden literarischen Überlieferungen wird die Absonderung der Priester für den Tempeldienst als „Heiligung“ und die daraus resultierenden Möglichkeiten, Gott im Heiligsten zu dienen, beschrieben. Die Einbindung des Volkes wird jedoch unterschiedlich ausgeführt. Während Ez 44-46 eine strikte Trennung von Heiligem und Profanem fordert – Ez 46,20 weist den Priestern die Aufgabe zu, das Volk vom Heiligen fern zu halten, so dass es mit diesem nicht in Berührung kommt –, suchen die Regelungen des zu einer Erweiterungsschicht der Priesterschrift (PS) gehörenden → Heiligkeitsgesetzes (Lev 17-26) danach, das einzelne Gemeindeglied in „Heiligkeit“ leben zu lassen, um ein Leben in unmittelbarer Nähe zum Heiligen (Einwohnung Gottes inmitten der Israeliten Ex 40,34-38) zu ermöglichen. Lev 21,8 führt diesbezüglich aus, dass „Heiligung“ des Einzelnen durch Gott erfolgt. Aufgabe des Einzelnen ist es dann, die Priester heilig zu halten, da sie für die Gemeinde vor Gott opfern. Diese Aufforderung ist als Einzelgebot zu verstehen, das unter die in Lev 20,7f geäußerte Voraussetzung für den Erhalt der „Heiligung“ fällt, die „Satzungen“ (חֻקוֹת ḥuqôt), die Gott dem Volk vermittelt, zu halten (vgl. Lev 22,23, Num 20,13, sowie Dtn 32,51). Zur Entheiligung führt nach Lev 21,23 eine körperliche Missbildung von Geburt an (→ Behinderung). Nach Lev 22,9 folgt auf einen Verstoß gegen die Nahrungsvorschriften eine Entheiligung, die von Gott bewirkt wird. Vollends untersagt ist der Verzehr von „Heiligem“, den die Priester unterbinden sollen (Lev 22,10-16). Ihre Heiligkeit soll die Kultgemeinde bewahren, indem sie den Namen Gottes nicht entheiligt (Lev 22,32). Damit ergibt sich ein Entsprechungsverhältnis: Weil JHWH Israels Gott ist, ist das Volk geheiligt.

Die Vorstellung einer „Heiligung“ von Menschen für Gott wird schließlich mit der „Heiligung“ der → Erstgeburt in Ex 13,2 sichtbar. Im narrativen Plot knüpft Ex 13 an die Ankündigung der Tötung aller Söhne der Israeliten durch den Pharao (Ex 1,16) sowie die Verschonung der Israeliten bei der Tötung der Erstgeburt (Ex 12,29-42) an. Als „Heiligung“ wird in Ex 13,2 die Übergabe erstgeborener Menschen und Tiere an JHWH bezeichnet. Die voranstehende Erzählung über die Tötung der Erstgeburt von Mensch und Tier in Ägypten (Ex 12), von der allein die Israeliten verschont bleiben, dient als → Ätiologie sowohl des → Passa-Festes als auch der Heiligung der Erstgeburt. Damit erhält die „Heiligung“ der Erstgeburt eine geschichtliche Deutung. Der mit der „Heiligung“ verbundene Gedanke einer Übereignung an JHWH wird in Ex 19,5f aufgenommen, indem Israel als Eigentum JHWHs vor allen Völkern bezeichnet wird. Die Bezeichnung Israels als „Königreich von Priestern und heiliges Volk“ drückt das Verhältnis Israels zu den Völkern mit einer aus dem Kult entlehnten Metapher aus und verdeutlicht so die Stellung Israels innerhalb der Völkergemeinschaft.

2.2.4. Heiligung von Zeit

Neben einer „Heiligung“ von Menschen und Gegenständen kennt das Alte Testament auch eine „Heiligung“ von Tagen und Zeitabschnitten. Die erste Schöpfungserzählung läuft auf eine solche „Heiligung“ hinaus, indem das Einhalten der → Ruhe am → Sabbat als „Heiligung“ dieses Tages gilt (Gen 2,3; Ex 20,8.11; Dtn 5,42; Jer 17,19-27; Neh 13,22). Dem Verhalten des Menschen, den Sabbat zu „heiligen“, entspricht dann Gottes Handeln, wenn er Israel „heiligt“, weil dieses den Sabbat hält (Ex 31,13; Ez 20,12-26; Ez 44,24).

Neben der Einhaltung des Sabbats ist die Durchführung des → Erlassjahres ein Akt der „Heiligung“ Israels. Lev 25,10-24 regelt die Rückgabe von Eigentum in jedem 50. Jahr.

3. Gott erweist sich als heilig

Während „Heiligung“ den Akt der Überführung von Menschen, Gegenständen oder Zeiten aus dem Bereich des Profanen in den Bereich Gottes bezeichnet, bezieht sich der Gedanke, dass Gott sich als heilig erweist, nicht speziell auf den Bereich des Kultes, sondern auf Gottes Handeln in der Geschichte (vgl. Jes 5,16: Gott heiligt sich in Gerechtigkeit). Im Buch → Ezechiel wird der Erweis der Heiligkeit Gottes vor den Völkern zu einem geschichtstheologischen Konzept. Das auch in Jes 40-55 (→ Deuterojesaja) auftretende Gottesprädikat „der Heilige Israels“ wird geschichtlich begründet verstanden, indem die Rückführung Israels bzw. der Sieg über dessen Feinde als „Heiligung“ JHWHs vor den Völkern gedeutet wird. Im Akt der Rückführung erweist sich JHWH als der „Heilige“ und wird von den Völkern als solcher erkannt.

Der Geschichtsrückblick Ez 20 blickt in Ez 20,41 auf die nachexilische Zeit voraus und beschreibt die Rückführung der Israeliten zum Zion als „Heiligung“ Gottes vor den Völkern. Das Motiv, dass das Ende des → Exils und die damit verbundene Rückkehr nach Jerusalem ein Akt der „Heiligung“ Gottes mit dem Ziel der JHWH-Erkenntnis der Völker ist, wird auch in Ez 28,25; Ez 36,23; Ez 37,28; Ez 39,27 aufgenommen. Ez 28,22 und Ez 38,16 nehmen die JHWH-Kriegstradition auf, stellen den Sieg Gottes über → Sidon (Ez 28) sowie → Gog (Ez 38) als „Heiligung“ JHWHs auf, deren Ziel ebenfalls die JHWH-Erkenntnis der Völker ist.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

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