Gaza

Andere Schreibweise: Gasa

(erstellt: April 2022)

1. Name

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Abb. 1 Statue des Pa-di-Isis, Walters Art Museum (Baltimore), mit Detail aus dem Rückenpfeiler: „der Gesandte für / aus Kanaan-Stadt in Philistien“.

„Gaza“ (dt. auch „Gasa“; arabisch‎‎ Ġazzah und hebräisch עַזָּה ‘Azzāh) von der westsemitischen Wurzel ‘zz „stark, gewaltig, tapfer“ ist akkadisch âl ḫa-za-ti und âl az-za-ti in der El-Amarna-Korrespondenz (→ Amarnabriefe; um 1340 v. Chr.) und später belegt. Ägyptisch kommt dieselbe Form ab den Annalen → Thutmose III. (18. Dynastie, um 1440 v. Chr.) als Gdt (GꜢ-dꜢ-tj; Variante: Qdt; QꜢ-dꜢ-tj) vor. Daneben wird Gaza als Sitz der ägyptischen Provinzverwaltung für Kanaan häufig als PꜢ-Kn‘n, wörtl. „Der (von) Kanaan“ bezeichnet. Die Form muss nicht als Verkürzung von pꜢ-dmj (n) Kn‘n, „die Stadt von Kanaan“ erklärt werden, sondern verwendet den genitivischen Artikel pꜢ- und umschreibt Gaza als „die Stadt (Hauptstadt) von Kanaan“ oder „Kanaan-Stadt“. Daraus ist sekundär die grammatikalisch nicht konforme Verwendung von PꜢ-Kn‘n auch für die Provinz als Ganze entstanden (dann: „das Kanaan“), während der Provinzname in der Regel ohne Artikel auskommt (Kn‘n). Noch im späten 10., 9. oder 8. Jh. v. Chr. (22./23. Dyn.) weist die Statue eines Pa-di-Isis (Padieset) diesen als ägyptischen Gesandten für oder aus PꜢ-Kn‘n n-Plst, „Kanaan-Stadt von Philistien“ aus.

Über die o.g. ägyptische Form (Gdt / Qdt) ist wohl die Wiedergabe bei Herodot (Hist. 2,159; 3,5; Text gr. und lat. Autoren) als Καδύτις Kadytis herzuleiten. In der → Septuaginta, wie auch sonst allgemein, ist griechisch Γάζα Gaza gebräuchlich, syrisch(-aramäisch) ‘Azâ, lateinisch Gaza, in der Kreuzfahrerzeit auch Gaderis oder Gadres.

2. Biblische Überlieferung

2.1. Grenzzone Gaza

Häufig wird Gaza im Alten Testament im Kontext seiner geographischen Lage im südwestlichen Randbereich des Landes thematisiert. So schon Gen 10,19 als Grenzstadt der Kanaaniter: „[…] von → Sidon […] bis Gaza“. In „einzelnen Dörfern (ba-ḥăṣērîm) bis nach Gaza hin“ waren nach Dtn 2,23 die schwer einzuordnenden → Awiter (‘awwîm) ansässig, als sie von den „Kaftoritern (kaftorîm), die aus → Kaftor ausgewandert waren“ vernichtet und ersetzt wurden. Damit dürften → Philister gemeint sein, in deren Ansiedlungsgebiet im südlichen Küstenbereich Gaza zusammen mit → Gat, → Ekron, → Aschdod und → Askalon zu den fünf Zentren (→ Pentapolis) gehört (Jos 13,3; vgl. 1Sam 6,17). Auch → Anakiter blieben vom Genozid (ḥēræm) durch → Josua „nur in Gaza, Gat und Aschdod“ verschont (Jos 11,22; vgl. Jos 10,41; Jer 47,5). Jos 15,47 reiht Gaza mit der Pentapolis in die Städteliste der Judäer ein („Gaza mit ihren Tochterstädten [bәnôtǽhā] und Gehöften [ḥǎṣērǽhā] bis zum Grenzbach Ägyptens und zum großen Meer mit dem Küstengebiet“), das sie aber nach Ri 1,18 mit Askalon und Ekron ausdrücklich nicht erobern konnten (so LXX; im masoretischen Text fehlt hier die Verneinung, was aber Ri 1,19 widerspräche). Später wird der Herrschaftsbereich → Salomos als ausgedehnt „von Tifsach (einer Eufrat-Furt) bis Gaza“ beschrieben (1Kön 5,4).

2.2. Philisterstadt Gaza

Die zentrale Bedeutung Gazas als Machtzentrum der Philister wird in den Erzählungen um den Helden → Simson aus dem Stamm Dan (→ Stämme Israels) reflektiert (Ri 13-16, bes. Ri 16,1-3.23-30). Ein sicherlich als besonders eindrucksvoll bekanntes Stadttor von Gaza wird in der kurzen Episode Ri 16,1-3 zu einem der ikonischen Requisiten von Simsons Herkulesarbeiten, indem dieser den Schutzmechanismus der mächtigen Stadt (vgl. oben „1. Name“) sabotiert (vgl. auch 1Makk 11,61; Amarna-Brief EA 296; s. unten 4.1.), nachdem er sie schon ostentativ bloßgestellt hatte. Immerhin war der meistgesuchte Gegner der Philister bereits ungehindert nach Gaza gelangt und hatte sich dort mit einer Dirne vergnügt.

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Abb. 2 Simson bringt den Palast und Tempel von Gaza zum Einsturz („Simsons Tod“, Gustave Doré, undatiert).

Eine noch spektakulärere Rolle spielen dann die beiden Mittelsäulen im Zentralpalast, also das Herz des Machtzentrums von Israels Erzfeind, gegen die Simson sich stemmt und als Selbstmordattentäter eine noch „größere Zahl (an Männern und Frauen), als die, die er während seines Lebens getötet hatte“ zur Strecke bringt, wie triumphierend resümiert wird (Ri 16,30). Das Bauwerk, bezeichnet als hab-bajit, „das Haus“, wird als riesiger Palast mit überhöhtem Fassungsvermögen („Das Haus war voll von Männern und Frauen; alle Fürsten der Philister waren da und auf dem Flachdach saßen etwa dreitausend Männer und Frauen“, Ri 16,27) und Tempel zugleich dargestellt: mit dem Freudenfest über die Gefangenname Simsons wird ein Opfer für → Dagon dargebracht (Ri 16,23), der hier als Hauptgott Gazas und der Philister eingeführt wird (vgl. den Tempel des Dagon auch in Aschdod, 1Sam 5; 1Makk 10,84). Dieser semitische Fruchtbarkeitsgott (vgl. hebräisch dāgān, „Getreide“?) wurde vielleicht mit einer ehemaligen und für uns nicht mehr greifbaren Hauptgottheit der Philister gleichgesetzt.

Als → Hiskia die Philister „bis Gaza und den Umkreis (gəvûlêhā) dieser Stadt“ schlug (2Kön 18,8), wird wieder ein Bauwerk als Landmarke genannt und erneut die Stärke der Stadt betont: „vom Wachtturm (migdal nôṣrîm) bis zur befestigten Stadt (‘îr mivṣār)“.

2.3. Prophezeiungen über Gaza

In der Aufzählung der Länder und Fürsten, über die in Jer 25 der Becher des Zorns ausgegossen wird, folgen auf Jerusalem und Juda, Ägypten und das Land → Uz „alle Könige des Philisterlandes, Askalon, Gaza, Ekron und den Rest von Aschdod“ (Jer 25,20). Noch vor Askalon wird Gaza genannt, wenn Jer 47 den Philistern die Vernichtung durch Pharao vorhergesagt wird: „Kahlscheren wird sich Gaza, Askalon wird verstummen“ (Jer 47,5). Ob mit dem Trauerritus des Kahlscherens hier auch noch auf das Schicksal Simsons (Ri 16,17ff) angespielt wird?

Amos kündigt nach Aram-Damaskus sogleich Gaza die Zerstörung durch Feuer an (Am 1,6f), während in Zef 2 die Liste der Nachbarvölker, die am Tag des Zorns des Herrn (Zef 2,3) gerichtet werden, und die immerhin mit → Assur und → Ninive kulminiert, nun sogar von Gaza angeführt wird: „Gaza (‘Azzāh) wird verlassen (‘ǎzûvāh) sein“ und das ganze Philisterland „dem Rest des Hauses Juda“ zufallen (Zef 2,4-7). Dass hier Kanaan (Kəna‘an) als Synonym zum Land der Philister (’æræṣ pəlištîm) gebraucht wird, mag eine Reflexion des ägyptischen Sprachgebrauchs für Gaza (vgl. oben „1. Name“) sein.

Wie schon Gen 10,19, Am 1,9f und besonders Jer 47,4 wird das als gegen Israel gerichtete Bündnis Gazas und der Philister mit den nördlich gelegenen Küstenstädten der Phönizier, → Tyrus und Sidon, von → Sacharja thematisiert, wenn er deren Zerstörung als Ankündigung auch für das Ende der Philisterstädte einführt: „Askalon soll es sehen und sich fürchten, auch Gaza, und sie sollen gewaltig zittern, auch Ekron. Denn er lässt dahinschwinden, wonach sie Ausschau hielten. Verschwunden ist der König aus Gaza […]“ (Sach 9,5). Hier wird zugleich das Ende paganer Essgewohnheiten („Blut [also nicht-blutentleertes Fleisch] aus ihrem Mund und das, was ich verabscheue aus ihren Zähnen“; Sach 9,7) angekündigt und die Eingliederung des verbliebenen, aber nun gefahr- und bedeutungslosen Restes der Philister in das, was „unserem Gott zu eigen ist“ beschrieben. Gaza und das Philistergebiet sollen demnach mit dem Ende der philistäischen Geschichte im Siedlungs- und Herrschaftsbereich Judas aufgehen, was aber der Realität in nachexilischer Zeit nicht entspricht.

Im 1. Makkabäerbuch ist vom Versuch des Hasmonäers → Jonatan die Rede, Gaza einzunehmen, und wieder von den (verschlossenen) Toren der Stadt. Die Belagerung endete mit dem Abschluss eines Vertrages (1Makk 11,61f).

2.4. Gaza in der Apostelgeschichte

In neutestamentlicher Zeit lag Gaza außerhalb der Provinz Judäa und wird weder in den Evangelien, noch in den Briefen erwähnt. Lediglich in der Apostelgeschichte findet sich die „Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt“ (Apg 8,26). Sie dient als Wegbeschreibung in der Episode um die Bekehrung des Kämmerers der Kandake, der „Königin von Äthiopien“, durch Philippus (Apg 8,26-40). Den Philippusbrunnen zeigt eine ältere Tradition an der Ain el-Dhirwe-Quelle in Halhul nahe → Hebron, eine jüngere an der Ain Haniye-Quelle im Refaïmtal, südwestlich von Jerusalem. Auf dem Weg von Jerusalem nach Ägypten (und dann weiter nach „Äthiopien“ – damit ist Meroë im heutigen Sudan gemeint) ist Gaza, wie schon seit Jahrtausenden, die wichtigste Wegstation im Grenzbereich. Nach einer lokalen Tradition der einheimischen Christen lag Gaza natürlich auch auf dem Weg der Heiligen Familie auf der Flucht nach Ägypten.

3. Lage und Lokalisierung

Als einzige Stadt der philistäischen Pentapolis blieb Gaza kontinuierlich besiedelt, so dass die antike Stadt unter der historischen Bebauung der Altstadt zu suchen ist und der archäologischen Erschließung weitgehend entzogen bleibt. Deren ausgedehnte, hügelige Erhebung im Umfang von etwa 750 x 750 m, in der sonst überwiegend flachen Küstenebene, markiert den Tell Ḥarūbe (hebr. Tel ‘Azzah; Koordinaten: 0995.1015; N 31° 30ʹ 15ʺ, E 34° 27ʹ 51ʺ), mit der Großen Moschee (s. unten) am höchsten Punkt (49 m üNN). Lediglich an dessen Nordhang konnten 1922 durch den Palestine Exploration Fund unter William J. Pythian-Adams Sondierungsgrabungen durchgeführt werden. Sie brachten eine Abfolge von fünf Stadtmauern zu Tage, die von der Spätbronzezeit (um 1500 v. Chr.) bis in hellenistische Zeit datiert wurden.

An der vier Kilometer entfernten Küste wurden Reste der in römischer Zeit blühenden Hafenstadt Gazas, die Maiumas genannt wurde, identifiziert, so eine 1965 von der ägyptischen Altertümerverwaltung entdeckte und 1967-1976 durch die israelische Altertümerverwaltung unter Asher Ovadiah erschlossene Synagoge aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. mit Handwerkerviertel und Wohnhäusern. Eine zweite hellenistisch-römisch-byzantinische Satellitenstadt Gazas, Anthedon / Agrippias, liegt ebenfalls an der Küste drei Kilometer weiter nördlich (al-Blakhiyah [Liblakhiyeh] beim Flüchtlingslager ash-Shati). Dort führte von 1995 bis 2005 die Palästinensische Altertümerverwaltung zusammen mit der französischen École biblique et archéologique von Jerusalem unter Moain Sadeq und Jean-Baptiste Humbert Grabungen durch, die auch eisenzeitliche Befestigungen erfassten.

Sechs Kilometer südlich der Altstadt, nahe dem Wadi Ghazzah (hebr. Nahal ha-Besor), liegen nebeneinander der Tell Sakan und der Tell el-‘Aǧǧûl (→ Tell el-‘Aǧǧūl; Koordinaten: 0934.0976; N 31° 28' 03'', E 34° 24' 15''). Während auf dem Tell Sakan ein palästinensisch-französisches Team unter Moain Sadeq und Pierre de Miroschedji ab 1999 eine frühbronzezeitliche, stark ägyptisch geprägte Siedlung ergrub, wurde auf dem Tell el-‘Aǧǧûl schon 1930-1934 im Auftrag der British School of Archaeology in Egypt durch W.M. Flinders Petrie und 1938 durch E.H. Mackay und M.A. Murray gegraben. Dabei wurde eine bedeutende, ägyptisch beeinflusste Stadt der Mittleren und Späten Bronzezeit erfasst. Erneuerte Grabungen auf dem Tell el-‘Aǧǧûl wurden 1999 und 2000 von einem palästinensisch-schwedischen Team unter Moain Sadeq und Peter M. Fischer durchgeführt.

Weil griechische und römische Quellen von Alt-Gaza (παλαία Γάζα palaia Gaza) und Neu-Gaza (νέα Γάζα nea Gaza, auch νεάπολις neapolis, „Neustadt“) sprechen, vermutete Petrie am Tell el-‘Aǧǧûl das vorhellenistische Gaza und publizierte die Grabungsberichte unter dem Titel „Ancient Gaza“. Die Differenzierung dürfte aber eher auf die Bedeutungsverschiebung der Stadt hin zur Küste (Maiumas als „neues Gaza“) Bezug nehmen, und die Lage des alten Gaza auf dem Tell Ḥarūbe (heutige Altstadt) gilt inzwischen als gesichert. Für die Identifizierung von Tell el-‘Aǧǧûl (arab. „Kälberhügel“) wurde Bet-‘Aglajim (hebr. „Ort der beiden Kälber“) aus dem Onomastikon des Eusebius (48,19: Βηθαγλαίμ Bēthaglaim; Onomastikon) vorgeschlagen, sowie, mit einiger Wahrscheinlichkeit, die in ägyptischen Quellen bedeutende Stadt Scharuhen (vgl. Jos 19,6), für die aber auch der 20 km landeinwärts gelegene Tell el-Fār‘a (Süd) (→ Tell el-Fār‘a (Süd); Koordinaten: 1006.0770; N 31° 16' 56'', E 34° 28' 57'') beansprucht wird.

4. Geschichte

4.1. Ägyptische Herrschaft

Obwohl Gaza das Ende des schon im 3. Jahrtausend für Ägypten bedeutsamen sog. Horuswegs, entlang der Nordküste der Sinaihalbinsel, markiert, ist die Stadt weder archäologisch noch in historischen Quellen vor der Spätbronzezeit bezeugt. Als Thutmose III. 1457 v. Chr. auf dem Weg zur bedeutenden Schlacht bei → Megiddo die ägyptische Vorherrschaft über Kanaan begründet, erwähnt er in seinen Annalen im Amuntempel von Karnak als erstes „die Stadt, die der Herrscher eingenommen hat: Gaza (Gdt)“.

© Stefan J. Wimmer, 2018.

Abb. 3 Feldzug Sethos’ I. gegen Schasu-Beduinen vor Gaza; Außenrelief am Hypostyl des Amuntempels von Karnak.

© Stefan J. Wimmer, 2018

Abb. 4 Schematische Darstellung Gazas („Kanaan-Stadt“) aus Abb. 3, oben links.

Gaza bildet nun gleichsam den Eckstein für die Ausdehnung und den Erhalt des ägyptischen Machtbereichs in Syro-Palästina. Als besonders bedeutsam für die Aufrechterhaltung der Sicherheit werden in der Amarna-Korrespondenz (Mitte 14. Jh. v. Chr.) die Stadttore von Gaza und von → Jaffa erwähnt (EA 296). Die Darstellung von Gaza auf Reliefs Sethosʼ I. (frühes 13. Jh. v. Chr.) in Karnak ist allerdings ohne realitätsbezogenen Abbildungswert. Bei den turmartigen Festungen für kanaanäische Städte handelt es sich um standardisierte Bild-Icons. Eine historische Aussage wird mit dem Kampf gegen Schasu-Beduinen (→ Schasu) außerhalb der Stadt verbunden sein, die Stadt selbst musste aber nicht nochmals erobert werden.

Aus der späten 19. Dynastie (um 1200 v. Chr.) ist ein Fest für die einheimische Göttin „Anat von Gaza“ belegt (Ostrakon Michaelides Nr. 85). Wenig später, unter → Ramses III., wird ein ägyptischer Tempel in Gaza beschrieben, der der Verehrung des Reichsgottes Amun geweiht war (Pap. Harris I.). Aus ägyptischer Sicht muss es sich um einen für die ganze Provinz bestimmenden und zentralen Tempel gehandelt haben, denn ägyptische Tempelbauten mit entsprechender Architektur zur Verehrung ägyptischer Gottheiten sind sonst in kanaanäischen Orten nirgendwo belegt und waren auch nicht intendiert (Ausnahme: → Byblos). Zumindest für die näher gelegenen Ortslagen im südlichen Palästina diente der Amuntempel auch als Empfänger für Erntesteuerabgaben an die ramessidische Verwaltung, wie wir aus zahlreichen hieratisch beschrifteten Votivschalen aus der Region erschließen können. Auf ihnen wird für die aus dem Dominanz- und Unterwerfungsverhältnis resultierenden Zwangsabgaben der semitische Begriff brjt (hebr. bәrît „Bund“; → Bund) verwendet.

4.2. Gaza als Philisterstadt

Aus: O. Keel et al. (Hgg.), Studien zu den Stempelsiegeln aus Palästina / Israel III, OBO 100, 1990, S. 14, Abb. 4.

Abb. 5 Skarabäus mit Darstellung eines Philisterfürsten vor dem widderköpfigen Amun, aus Tell el-Far’a (Süd).

Ein Skarabäus aus der ersten Hälfte des 12. Jh.s v. Chr. wird als möglicher Beleg für die fortgesetzte Verehrung des Amun-Kultbildes von Gaza durch einen lokalen Stadtfürsten gedeutet, der ikonographisch als Philister identifiziert werden kann. Die früher gängige These, wonach der südliche Küstenraum Palästinas den Philistern nach der Abwehr der Seevölkerbedrohung (→ Seevölker) Ägyptens durch Ramses III. gezielt zugewiesen worden wäre, ist inzwischen umstritten. Jedenfalls ist ab dem 11. Jh. v. Chr. die mit vielen Einflüssen aus dem ägäischen Raum, aus Zypern und aus Anatolien durchsetzte Kultur der Philister in dem von der Bibel als „Pentapolis“ (s. oben) beschriebenen Raum, aber auch weiter nördlich (Tell Qasīle; Koordinaten: 1307.1676; N 32° 06' 05'', E 34° 47' 37'') greifbar. Anders als für Gat, das im 8. Jh. v. Chr. unter judäische Herrschaft fiel, lässt sich für Gaza während der gesamten Eisenzeit keine Eroberung oder gar Besiedlung durch Israeliten belegen.

4.3. Assyrische, babylonische und persische Hegemonie

Aus: M.P.E. Botta, Monument de Ninive, Paris 1849, T.II, Pl. 90

Abb. 6 Einnahme einer Stadt (vermutlich Gaza) durch Sargon II. und Gefangennahme ihres Fürsten (vermutlich Ḫânûnu); Relief in der assyrischen Palastanlage Chorsabad.

Das erneute ägyptische Intermezzo war aber nur von kurzer Dauer, denn das Neubabylonische Reich ersetzte nun das Assyrische, und → Nebukadnezar II. nahm schon 605 v. Chr. auch Gaza ein.

Für die expandierenden → Assyrer wurde Gaza, nun in umgekehrter Stoßrichtung, zum strategisch entscheidenden Einfallstor nach Ägypten. 841 v. Chr. entrichtete Gaza erstmals Tributzahlungen an → Salmanassar III., blieb aber weiter selbstständig. → Tiglat-Pileser III. nahm Gaza 734 v. Chr. ein. Der philistäische Stadtfürst Ḫânûnu floh zunächst nach Ägypten und schmiedete später eine Koalition gegen die Assyrer, was aber 720 v. Chr. mit dem Sieg → Sargon II. über die Philister und deren von nun an enge Anbindung an das Assyrische Reich als Vasallen endete. Die Darstellung einer besonders mächtigen Stadt im Palast Sargons in Chorsabad, ohne Beischrift, zeigt möglicherweise Gaza und den gefangenen Ḫânûnu. → Sanherib teilte 701 v. Chr. einige von Juda abgetrennte Gebiete Gaza zu. Im 7. Jh. drangen die Assyrer schließlich über Gaza tief nach Ägypten ein und beherrschten es kurzzeitig (671-664 v. Chr.). Im Zuge der pharaonischen Renaissance in der 26. Dynastie nahm → Necho II. 609 v. Chr. Gaza ein, worauf vermutlich Jer 47,1 anspielt (s. oben). Er gelangte, wie schon Thutmose III., nach Megiddo, wo ihm → Josia von Juda zum Opfer fiel (Herodot, Hist. 2,159; Text gr. und lat. Autoren).

Aus: M.P.E. Botta, Monument de Ninive, Paris 1849, T.II, Pl. 100

Abb. 7 Einnahme einer Stadt (vermutlich Gaza) durch Sargon II. und Gefangennahme ihres Fürsten (vermutlich Ḫânûnu); Relief in der assyrischen Palastanlage Chorsabad (Detail).

Mit der Vernichtung des Babylonischen Reiches durch die persischen → Achämeniden 539 v. Chr. versuchten die Pharaonen erneut, sich die Kontrolle über Gaza zu sichern. Trotz heftiger Gegenwehr Gazas gegen die Perser, die der griechische Historiker Polybios eindrucksvoll schildert (Hist. 16,22a; Text gr. und lat. Autoren), drang aber → Kambyses II. 525 v. Chr. nach Ägypten vor, um es dem Perserreich einzuverleiben. Gaza wurde, mit Askalon und Ekron, von Aschdod aus verwaltet.

Unter persischer Herrschaft gelangt Gaza zu zunehmender wirtschaftlicher Blüte. Von immer stärkerer Bedeutung wird nun die Weihrauchstraße (→ Weihrauch), die Gaza als deren Endpunkt am Mittelmeer mit Südarabien verbindet. Zugleich bildet Gaza ein Bollwerk, das die Nabatäer, die den Löwenanteil am Ertrag dieser bedeutenden Handelsachse erwirtschaften, daran hindert, selbst bis ans Mittelmeer vorzustoßen.

4.4. Hellenistische und römische Herrschaft

Wie schon gegen die Perser, so versucht Gaza 332 v. Chr. ähnlich heftig, aber mit verheerenden Folgen, sich gegen Alexander d. Großen zur Wehr zu setzen. Erst nach fünfmonatiger Belagerung gelang ihm die Eroberung der Stadt, an deren Bevölkerung er durch Tötung der Männer und Versklavung von Frauen und Kindern ein Exempel statuierte (Arrian, Anab. 2; Text gr. und lat. Autoren). In der Folge stritten sich die Diadochen um ihre Machtbereiche. Diodorus Siculus berichtet von der Elefantenschlacht 312 v. Chr. bei Alt-Gaza, die Ptolemäus I. für sich entschied (19.59,2; 84,6-8; Text gr. und lat. Autoren), so dass Gaza wieder von Ägypten aus beherrscht wurde. 198 v. Chr. übernehmen die → Seleukiden von Syrien aus die Herrschaft über Palästina, erneut gegen den Widerstand der Bewohner von Gaza.

Die in 1Makk (s. oben) geschilderte vertragliche Einigung in Folge der Belagerung durch den → Hasmonäer Jonatan 145 v. Chr. wäre im sonst charakteristischen Verhaltensmuster der Gazäer eine Ausnahme. Nochmals wurde nämlich Gaza durch den Hasmonäerkönig Alexander Jannäus 96 v. Chr. schwer zerstört, der es erst nach einem Jahr Belagerung einnehmen konnte („Die Gazäer […] ließen sich weder durch den Mangel an Lebensmitteln noch durch die Menge der Gefallenen einschüchtern, wollten vielmehr lieber alles Ungemach erdulden, als in die Hände ihrer Feinde geraten“, Jos. Ant 13,360; Text gr. und lat. Autoren). Die Folge war, dass Jannäus sein Vorhaben, Gaza zum „Hafen von Jerusalem“ zu machen, aufgab und die zerstörte Stadt wohl erst über hundert Jahre später, nach der Eroberung Judäas durch Pompeius, von Statthalter Gabinius 61 v. Chr. neu aufgebaut wurde. Mit diesem Jahr beginnt die neue, gazäische Zeitrechnung („aer. Gaz.“), die bis in byzantinische Zeit zur Datierung verwendet wird.

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Abb. 8 Marmorstatue des Zeus-Marnas von Gaza; Archäologisches Museum Istanbul.

Unter den Städten, die Antonius Kleopatra zum Geschenk machte, war auch Gaza, doch Augustus übertrug sie 30 n. Chr. an → Herodes d. Gr. Damit gehörte die Stadt, anders als das unabhängig gebliebene Aschdod, nun kurzzeitig zu Judäa. Sie wurde aber nach Herodesʼ Tod 4 v. Chr. wieder selbstständig innerhalb der Provinz Syria und wird von Flavius Josephus als griechisch geprägte Stadt beschrieben (Jos. Ant 17,320; Bell 2,97; Text gr. und lat. Autoren). Zu Beginn des jüdischen Krieges gegen Rom 66 n. Chr. sollen Aufständische nach Gaza vorgedrungen und dort Zerstörungen angerichtet haben (Jos. Bell 2,460; Text gr. und lat. Autoren), wovon sich die Stadt aber offenbar schnell erholte. Insgesamt brachte die römische Herrschaft nun mehrere Jahrhunderte wirtschaftlicher wie kultureller Blüte für Gaza. Besonders gefördert wurde sie von Hadrian nach seinem Besuch dort während des Bar-Kochba-Aufstands (132-135 n. Chr.). Aus seiner Zeit stammt wohl die monumentale Marmorstatue des Zeus, die heute im Archäologischen Museum Istanbul zu sehen ist.

Quelle: https://www.wildwinds.com/coins/greece/judaea/gaza/i.html (bearb. SJW)

Abb. 9 Münze Hadrians aus Gaza, mit Darstellung des Marnas-Tempels.

Die Münzen der Stadt zeigen oft ein Bildnis oder den Tempel des Gottes Marnas, der in den römischen Quellen als „kretischer Zeus“ beschrieben wird. Damit wird sicherlich nicht nur auf die allgemein gültige Geburt des Zeus in der Psychro-Höhle auf Kreta angespielt, sondern auf die zugeschriebene Verwurzelung des alten Hauptgottes der Philister. Marnas darf aramäisch als „unser Herr“ (marānā) abgeleitet werden, so dass uns der Eigenname des Gottes verborgen bleibt. Falls die alttestamentlichen Angaben zu Dagon als Hauptgottheit der Philister und Gazas (s. oben) historisch zutreffen sollten, wäre Marnas auf ihn zu beziehen. Sein Tempel an der höchsten Stelle der Stadt muss sich am Standort der heutigen Großen Moschee befunden haben. Sicherlich hatte dort auch der Haupttempel der philistäischen Stadt gestanden, vielleicht auch schon der des Amun.

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Abb. 10 König David spielt Psalmen; Bodenmosaik aus der Synagoge von Gaza, rekonstruierte Kopie.

Aus: C. Clermont-Ganneau et al., Archaeological researches in Palestine during the years 1873-1874 (1896), S. 392 (Wikipedia, Public Domain)

Abb. 11 Relief mit Menora an einer Säule aus der Synagoge von Gaza, Große Moschee (zerstört).

Zu besonderer Blüte gelangte auch die schon unter den → Ptolemäern an der wenige Kilometer entfernten Küste gegründete neue Hafenstadt „Neu-Gaza“, die den aramäischen Namen Maiumas („[Stadt] am Meer“) erhielt. In einer Synagoge aus byzantinischer Zeit zeigte ein Fußbodenmosaik u.a. eine Darstellung des psalmodierenden Königs → David. Sie wurde vor oder während des Sechstagekriegs mutwillig zerstört, so wie während der 1. Intifada das Relief einer Menora (→ Leuchter) mit hebräischer und griechischer Inschrift, das sich an einer der in der Großen Moschee (zuvor Kreuzfahrerkirche) wiederverwendeten Innensäulen befand. Auch von einer samaritanischen Synagoge in Maiumas wurden im späten 19. Jh. Spolien gefunden. Eine weitere hellenistische und römische Satellitenstadt, nördlich von Maiumas, wird ab dem 1. Jh. v. Chr. unter dem Namen Anthēdon (gr. Ἀνθηδών; „die Blühende“) erwähnt. Herodes benannte sie nach seinem Gönner Agrippa, einem Vertrauten des Augustus, in Agrippias um, was sich aber nicht durchsetzen konnte.

4.5. Christentum

In Maiumas fasste das Christentum zuerst erfolgreich Fuß, weshalb die Stadt im 4. Jh. den Namen Konstantia erhielt. Mehrere Bischöfe von Gaza in dieser Zeit stammen wohl eigentlich von dort. Der Hl. Hilarion (291-371), der in der Nähe von Gaza geboren wurde, führte als Schüler von Antonius d. Gr. aus Ägypten das anachoretische Mönchtum in Palästina ein und gründete ein Kloster südlich von Gaza (Tell Umm al-‘Amr).

© Stefan J. Wimmer

Abb. 12 Darstellung von Gaza mit Stadttor und Kathedrale; Bodenmosaik aus der Stephanuskirche von Umm ar-Rasas (Jordanien).

Doch der Widerstandsgeist der Bewohner von Gaza selbst richtete sich auch noch gegen die erzwungene Vormachtstellung des Christentums. Bischof Porphyrius konnte das Edikt Kaiser Theodosius’ von 395 n. Chr. zur Schließung der heidnischen Tempel in Gaza erst nach jahrelangen Auseinandersetzungen und schließlich unter dem Einsatz von Truppen durchsetzen. Sie zerstörten 402 n. Chr. den Marnas-Tempel und ließen ihn durch eine von Kaiserin Eudokia finanzierte, riesige Kathedrale ersetzen. Auf der Mosaikkarte von → Madaba (6. Jh.) und der entsprechenden Mosaikvignette der Stephanuskirche von Umm ar-Rasâs (718, Jordanien) ist sie vermutlich dargestellt.

Eine berühmte Rhetorenschule, der Äneas von Gaza (gest. 518), Prokopius von Gaza (gest. 528), Johannes von Gaza (gest. 550?) u.a. entsprangen, war neoplatonisch geprägt und konnte noch griechische Philosophie und Literatur vermitteln.

4.6. Arabische und osmanische Herrschaft

Nach einer kurzen Besatzung durch das sassanidische Persien 619-629 n. Chr., erreichten die arabischen Eroberer unter ‘Amr ibn al-‘As 634 Gaza. Auch sie stießen auf erbitterten Widerstand und konnten die Stadt erst drei Jahre später einnehmen. Der Islam fasste allmählich Fuß und begründete eigene Traditionen. So ist die nach der Großen Moschee, die die Eudokia-Kirche ersetzte, bedeutendste Moschee der heutigen Altstadt der Erinnerung an Haschim ibn Abd-Manāf gewidmet. Der Urgroßvater des Propheten Mohammed, nachdem die Familie und Dynastie der Haschemiten (Könige von Jordanien) benannt ist, soll 510 n. Chr. als Händler in Gaza gestorben sein. Auch von Mohammed selbst möchte die Tradition wissen, dass er noch vor seinem Prophetentum im Zuge des Karawanenhandels nach Gaza gelangt sei. Berühmt wurde der 767 in Gaza geborene Imam aš-Šāfiʿī (gest. 820 in Kairo), der zum Begründer einer der vier Rechtsschulen (Schafiiten) wurde. Nach den omaijadischen und abbasidischen Kalifaten in Damaskus und Bagdad kam Gaza im 9. Jh. unter die Herrschaft der Tuluniden und dann der Fatimiden von Ägypten. Das islamische Gaza exportierte weiterhin erstklassigen Wein, der in Europa als Messwein geschätzt wurde, und führte im 10. Jh. erstmals aus Indien Orangenbäume in Palästina ein. Christliche, jüdische und samaritanische Gemeinden bestanden, wie im übrigen Land, bis zu den Verheerungen der Kreuzfahrerzeit.

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Abb. 13 Große Moschee von Gaza.

Die Kreuzfahrer errichteten in Gaza eine Templerfestung als Bollwerk gegen Ägypten. Dennoch gelang Saladin 1187 die Eroberung, Richard Löwenherz gewann sie 1191 nochmals für kurze Zeit zurück. Die Johannes-Baptist-Kirche, die die Kreuzfahrer anstelle der früheren Hauptmoschee erbaut hatten, wurde mit geringen baulichen Veränderungen wieder zur Großen Moschee umfunktioniert und besteht als solche bis heute (Zerstörungen und Wiederaufbau nach britischen Bombardements im Ersten Weltkrieg).

In den folgenden Jahrhunderten unter ajjubidischer und mamlukischer Herrschaft von Ägypten aus bedeutete der Mongolensturm 1260 eine Zäsur. Gaza war dabei kurzzeitig der westlichste Punkt des Mongolenreichs. Aus der Stadt wurde ein teilweise zerstörter, unbedeutender Ort, der Hafen wurde aufgegeben.

Eine Wende brachte die Eroberung von ganz Syrien und Ägypten durch den osmanischen Sultan Selim I. 1516. Im 17. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit und war de facto Hauptstadt Palästinas. Napoleon nahm die Stadt 1799 ein, die er als „Außenposten Afrikas und Tor zu Asien“ zugleich bezeichnete. Danach stand Gaza unter Muhammad Ali wieder unter ägyptischer Kontrolle und verfiel wieder zusehends in den letzten Jahrzehnten osmanischer Herrschaft.

4.7. Moderne

Im Verlauf des Ersten Weltkriegs kam Gaza 1917 nach heftigem Bombardement unter britische Kontrolle. Die jüdische Gemeinde wurde 1929 im Zuge der landesweiten Unruhen im britischen Mandat Palästina auch aus Gaza vertrieben. Nach dem Palästinakrieg 1948 wurde der Gazastreifen ägyptisch besetzt. Die weiteren Eckpunkte sind: 1967 Sechstagekrieg und israelische Besatzung; 1987-1993 1. Intifada; 1994 Errichtung der Palästinensischen Autonomiebehörde mit dem Einzug Jasser Arafats (1929-2004) in Gaza; 2000-2005 2. Intifada; 2005 einseitige Räumung der israelischen Siedlungen; 2007 palästinensischer Bürgerkrieg, „Hamas“ übernimmt die Macht im Gazastreifen; die fortdauernde Blockade des Gazastreifens durch Israel und anhaltender Raketenbeschuss auf israelisches Gebiet führen 2008/9, 2012, 2014 und 2021 zu verheerenden Zerstörungen und katastrophalen Folgen für die Bevölkerung von Gaza.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie, Berlin 1928ff.
  • Lexikon der Ägyptologie, Wiesbaden 1975-1992
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich 1991-2001
  • Archaeological Encyclopedia of the Holy Land, New York, London 2001
  • The New Encyclopedia of Archaeological Excavations in the Holy Land, Jerusalem 1993-2008

2. Weitere Literatur

  • El-Amin, M., 1953, Die Reliefs mit Beischriften von Sargon II. in Dûr-Sharukkîn, Sumer 9, 35-59
  • Haldimann, M.-A. / Humbert, J.-B. / Martiniani-Reber, M. / Sadeq, M. / Taha, H., 2007, Gaza a la croisée des civilisations (Ausstellung Musée d’art et d’histoire de Genève), Neuchâtel
  • Humbert, J.-B. (Hg.), 2000, Gaza méditerranéenne. Histoire et archéologie en Palestine, Bd. 1: Contexte archéologique et historique (Ausstellung Institut du monde arabe, Paris), Paris
  • Keel, O. / Küchler, M., 1982, Orte und Landschaften der Bibel. Ein Handbuch und Studienreiseführer zum Heiligen Land, Bd. 2: Der Süden, Zürich u.a.
  • Kestenbaum Green, C., 1994, King David’s Head from Gaza Synagogue Restored, BAR 20/2, 58-63.94
  • Petrie, W.M.F., 1931, Ancient Gaza, 5 Bde., London
  • Pythian-Adams, W.J., 1923a, Reports on Soundings at Gaza etc., PEQ 55, 11-17
  • Pythian-Adams, W.J., 1923b, Second Report on Soundings at Gaza, PEQ 55, 18-30
  • Pythian-Adams, W.J., 1923c, The Problem of „Deserted“ Gaza, PEQ 55, 30-36
  • Uehlinger, C., 1988, Der Amun-Tempel Ramses’ III. in pꜢ-Kn‘n, seine südpalästinischen Tempelgüter und der Übergang von der Ägypter- zur Philisterherrschaft: Ein Hinweis auf einige wenig beachtete Skarabäen, ZDPV 104, 5-25 (= O. Keel et al. [Hgg.], Studien zu den Stempelsiegeln aus Palästina / Israel III, OBO 100, Fribourg / Göttingen 1990, 3-26)
  • Villeneuve, E., 2022, Große Städte der Bibel: Gaza. Bei den Philistern, Welt und Umwelt der Bibel 103, 68-71
  • Wimmer, S., 1990, Egyptian Temples in Canaan and Sinai, in: S. Israelit-Groll (Hg.), Studies in Egyptology (FS Miriam Lichtheim), Jerusalem, 1065-1106
  • Wimmer, S., 1998, (No) More Egyptian Temples in Canaan and Sinai, in: I. Shirun-Grumach (Hg.), Jerusalem Studies in Egyptology, Wiesbaden, 87-123
  • Wimmer, S.J., 2015, Gaza – Stolperstein in der Levante. Die lange Vorgeschichte, Blätter Abrahams. Beiträge zu religionsgeschichtlicher Forschung und interreligiösem Dialog 15, 101-113

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Statue des Pa-di-Isis, Walters Art Museum (Baltimore), mit Detail aus dem Rückenpfeiler: „der Gesandte für / aus Kanaan-Stadt in Philistien“. Wikipedia, Public Domain (Bearbeitung: SJW)
  • Abb. 2 Simson bringt den Palast und Tempel von Gaza zum Einsturz („Simsons Tod“, Gustave Doré, undatiert). Wikipedia, Public Domain
  • Abb. 3 Feldzug Sethos’ I. gegen Schasu-Beduinen vor Gaza; Außenrelief am Hypostyl des Amuntempels von Karnak. © Stefan J. Wimmer, 2018.
  • Abb. 4 Schematische Darstellung Gazas („Kanaan-Stadt“) aus Abb. 3, oben links. © Stefan J. Wimmer, 2018
  • Abb. 5 Skarabäus mit Darstellung eines Philisterfürsten vor dem widderköpfigen Amun, aus Tell el-Far’a (Süd). Aus: O. Keel et al. (Hgg.), Studien zu den Stempelsiegeln aus Palästina / Israel III, OBO 100, 1990, S. 14, Abb. 4.
  • Abb. 6 Einnahme einer Stadt (vermutlich Gaza) durch Sargon II. und Gefangennahme ihres Fürsten (vermutlich Ḫânûnu); Relief in der assyrischen Palastanlage Chorsabad. Aus: M.P.E. Botta, Monument de Ninive, Paris 1849, T.II, Pl. 90
  • Abb. 7 Einnahme einer Stadt (vermutlich Gaza) durch Sargon II. und Gefangennahme ihres Fürsten (vermutlich Ḫânûnu); Relief in der assyrischen Palastanlage Chorsabad (Detail). Aus: M.P.E. Botta, Monument de Ninive, Paris 1849, T.II, Pl. 100
  • Abb. 8 Marmorstatue des Zeus-Marnas von Gaza; Archäologisches Museum Istanbul. Wikipedia, Public Domain
  • Abb. 9 Münze Hadrians aus Gaza, mit Darstellung des Marnas-Tempels. Quelle: https://www.wildwinds.com/coins/greece/judaea/gaza/i.html (bearb. SJW)
  • Abb. 10 König David spielt Psalmen; Bodenmosaik aus der Synagoge von Gaza, rekonstruierte Kopie. Wikipedia, Public Domain (Bearbeitung: SJW)
  • Abb. 11 Relief mit Menora an einer Säule aus der Synagoge von Gaza, Große Moschee (zerstört). Aus: C. Clermont-Ganneau et al., Archaeological researches in Palestine during the years 1873-1874 (1896), S. 392 (Wikipedia, Public Domain)
  • Abb. 12 Darstellung von Gaza mit Stadttor und Kathedrale; Bodenmosaik aus der Stephanuskirche von Umm ar-Rasas (Jordanien). © Stefan J. Wimmer
  • Abb. 13 Große Moschee von Gaza. Wikipedia, Mohammed Alafrangi, 2007, Public Domain

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