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Lexikon

Ela

Andere Schreibweise: Elah (engl.)

Judith E. Filitz

(erstellt: Febr. 2019)

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1. Name

Ela (אֵלָה ’elāh) ist ein männlicher, fünf Mal im Ersten Testament vorkommender, hypokoristischer Personenname, der aus dem theophoren Element אֵל ’el „Gott“ gebildet ist; bei der Endung ָה āh kann es sich um ein Suffix handeln, das im 1. Jt. häufig bei auf Nomen basierenden Namen vorkommt. Womöglich liegt auch die Kurzform eines Namens wie Elnatan (אֶלְנָתָן ’ælnātān „Gott hat gegeben“) vor.

2. Ela, König von Israel

1Kön 16,6.8-14 erzählt von Ela, Sohn König → Baschas aus dem Stamm Issachar, der zwei Jahre über Israel herrschte (ca. 883-882 v. Chr.; 26. Jahr des Asa). → Simri, Kommandant der einen Hälfte der Streitwagentruppe, verschwor sich gegen ihn: Ela war in seiner Residenzstadt → Tirza (Tell el-Fār’a Nord) im Haus Arzas, betrank sich und wurde von Simri getötet, der sich daraufhin selbst zum König machte. Er tötete die Männer aus dem Haus Baschas und verhinderte so eine neue Dynastiebildung, was als Strafe für die Sünden Baschas und Elas – den Fremdkult – sowie als Erfüllung des Prophetenwortes von Jehu gegen Bascha (1Kön 16,1-4.7) dargestellt wird. Für die weiteren Geschehnisse während Elas Herrschaft wird auf die Annalen der Könige von Israel verwiesen.

Die Einführung von Elas Regentschaft in 1Kön 16,8 ist verkürzt, auch fehlen das Frömmigkeitsurteil und der Hinweis auf ein Begräbnis, jedoch erinnert 1Kön 16,11-13 an 1Kön 15,29f. Offen bleibt, ob der Grund für Elas Tötung in seiner schlechten Herrschaft lag, wie die Trunkenheit und sein Aufenthalt in Tirza (während das Heer Gibbethon belagert) zeigen soll (vgl. Spr 31,4-7), oder ob Simris Eigeninteresse die Motivation für den Mord war. Deutlich wird die Negativbeurteilung über die Ausrottung der Nachkommen als Erfüllung der Prophetie (vgl. auch 1Kön 14,10f und 1Kön 15,29; 1Kön 21,21f und u.a. 2Kön 9,7-9; 2Kön 10,17) sowie über den Fremdkult, die als deuteronomistisch-theologische und nicht als historische Aussagen zu lesen sind (→ Deuteronomismus).

3. Weitere Namensträger

In Gen 36,40-43 werden die Fürsten → Esaus genannt, zu denen ein Mann mit Namen Ela gehört (Gen 36,41). Der Liste ist ein Hinweis beigefügt, die Fürsten seien nach Stämmen, Orten und Namen aufgeführt, und so ist es möglich, dass mit Ela auch ein Ortsname (eventuell → Elat, jedoch dies mit anderer Etymologie) verbunden ist. In 1Chr 1,51-54 findet sich diese Aufzählung wieder, allerdings nur mit dem Verweis, es handele sich um die Fürsten → Edoms.

Der Vater des letzten israelitischen Königs → Hoschea trug ebenfalls den Namen Ela. Genannt wird er stets formelhaft im Kontext seines königlichen Sohnes, so in 2Kön 15,30; 2Kön 17,1; 2Kön 18,1.9.

1Chr 4,15 ist Teil einer Liste zum Stamm Juda und führt unter den Söhnen → Kalebs (Sohn des Jefunne) einen Ela auf. Unklar ist der Versschluss: Ist Kenas der Sohn des Ela oder fehlt ein zweiter Sohn des Ela, da im Masoretischen Text Kenas mit einer Konjugation verbunden ist? Womöglich liegt hier eine Rahmung mit 1Chr 4,13 vor, sodass die Söhne Kalebs als Kenisiten zu verstehen sind (Japhet, 134f).

In einer Liste zu der nachexilischen Bevölkerung von Jerusalem nennt 1Chr 9,8 unter den Söhnen Benjamins, die als Häupter der Vaterhäuser gelten, Ela, den Sohn des Usi, Sohn des Michri. In der Liste in Neh 9 kommt er nicht vor.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • The Anchor Bible Dictionary, New York 1992
  • Calwer Bibellexikon, 2. Aufl., Stuttgart 2006
  • Encyclopedia of the Bible and its Reception, Berlin u.a. 2009ff.

2. Weitere Literatur

  • Dietrich, J., 2017, Der Tod von eigener Hand. Studien zum Suizid im Alten Testament (ORA 19), Tübingen
  • Dietrich, W., 1972, Prophetie und Geschichte. Eine redaktionsgeschichtliche Untersuchung zum deuteronomistischen Geschichtswerk (FRLANT 108), Göttingen
  • Finkelstein, I., 2017, Das vergessene Königreich. Israel und die verborgenen Ursprünge der Bibel, München
  • Frevel, C., 2. Aufl. 2018, Geschichte Israels (KStTh 1,2), Stuttgart
  • Fritz, V., 1996, Das erste Buch der Könige (ZBK.AT 10.1), Zürich
  • Hieke, T., 2003, Die Genealogien der Genesis (HBS 39), Freiburg
  • Japhet, S., 2002, 1 Chronik (HThKAT), Freiburg
  • Knauf, E.A., 2019, 1 Könige 15-22 (HThKAT), Freiburg
  • Noth, M., 1928, Die israelitischen Personennamen im Rahmen der gemeinsemitischen Namengebung, Stuttgart
  • Noth, M., 1968, Könige. 1. Teilband: 1Kön 1-16 (BKAT IX/1), Neukirchen-Vluyn
  • Timm, S., 1982, Die Dynastie Omri. Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Israels im 9. Jahrhundert vor Christus (FRLANT 124), Göttingen
  • Werlitz, J., 2002, Die Bücher der Könige (NSK.AT 8), Stuttgart
  • Würthwein, E., 1977, Das erste Buch der Könige. Kapitel 1-16 (ATD 11,1), Göttingen
  • Zadok, R., 1988, The Pre-Hellenistic Israelite Anthroponymy and Prosopography (OLA 28), Leuven

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