Bibelfilme (AT)

(erstellt: Juni 2012; letzte Änderung: April 2020)

1. Einleitung

Mit der Erfindung des Films durch die Gebrüder Louis und Auguste Lumière im Jahr 1895 bekommen Heilige Schrift und bildliche Darstellungen in Bibel und Kirchen neue Interpretationsmöglichkeiten. Für Künstler und Kirchenvertreter stellt sich die Frage, wie die Erzählungen der Bibel, wie insbesondere das Wirken Jesu auf Leinwand dargestellt werden können. Während für die einen Unterhaltung und Kommerzialisierung im Vordergrund stehen, geht es anderen vor allem um die theologisch-christliche Relevanz eines Films.

2. Die Anfänge: Der Stummfilm

Die ersten Bibelfilme widmen sich noch nicht dem Alten Testament, vielmehr wird schon im Jahr 1897 die Passion Jesu gleich mehr als sechsmal verfilmt, zuerst von den Brüdern Basile, dann von Louis Lumière mit Bildern aus 13 Szenen der Passion „Leben und die Passion Christi“. Die ersten Stummfilme reihen einzelne Szenen aneinander, werden im Studio mit Laiendarstellern gefilmt und sind meist nur 10 bis 15 Minuten lang. Ab 1915 wird an historischen Orten gefilmt, z.B. in Ägypten. Filme erhalten Zwischentitel, oft einzelne Bibelzitate. Biblische Texte werden als Drehbuchvorlage verwendet. Damit soll Echtheit erreicht werden. Das Publikum soll erkennen: So war es. Zu den beliebtesten alttestamentlichen Erzählungen gehört → Simson und → Delila, verfilmt von Ferdinand Zecca (Frankreich 1903), weitere Verfilmungen folgen 1908, 1922, 1927, 1949. Weitere beliebte Themen sind: „Daniel in der Löwengrube“ (→ Daniel; Frankreich 1905) sowie „Judit und Holofernes“ (→ Judit; Italien 1906; das Thema wird unter dem gleichen Titel 1914, 1928 und 1960 verfilmt). 1897 wird der Film Industriezweig: Die Brüder Charles und Emile Pathé gründen die Firma Pathé Cinema zur Massenproduktion eigener Filme im großen Stil. „Kino wird Theater, Zeitung und Schule von morgen sein.“

  • La Fuite en Ègypte (Frankreich 1898; Regie: Alice Guy. Dieser Film stellt eine Besonderheit dar: Eine Frau führt Regie, was zur damaligen Zeit völlig ungewöhnlich ist.).
  • Samson et Delila (→ Simson; SAMSON AND DELILAH; Frankreich 1903; Produktion: Pathé; Regie: Ferdinand Zecca; 15 Min. Es ist die erste Verfilmung dieses beliebten Themas, die nächsten folgen 1908, 1922, 1927, 1949.).
  • Daniel dans la fosse aux lions (→ Daniel; DANIEL IN THE LION’S DEN; Frankreich 1905; Produktion: Pathé; Regie: Lucien Nonguet. Es ist die erste Verfilmung dieses beliebten Themas, die nächste folgt bereits 1913.).
  • La Vie de Moïse (→ Mose; Frankreich 1905; Produktion: Pathé Frères. Der Film beinhaltet 6 Teile: Mose teilt die Wasserfluten, brennender Dornbusch, Durchzug durch das Rote Meer, Wüstenwanderung, Sinai, das goldene Kalb.
  • Moses et l’Exode de l’Egypte (→ Moses; Frankreich 1907; Produktion: Pathé). Das biblische Thema Mose ist beim Publikum so beliebt, dass eine Reihe von weiteren Verfilmungen um 1910 folgt.
  • Samson (Frankreich 1908; Produktion: Pathé; Regie: Ferdinand Zecca). Der Film stellt eine Neuinszenierung von 1903 dar. Zu Beginn des Films wollen die Eltern ihren Säugling Simson Gott anbieten. Als die Philister Simson gefangen nehmen und ihn an einer Tür im Innenhof festbinden, kann er das Tor wegschieben und sich befreien. Delilah lockt ihn in ihr Schloss und wiegt ihn in den Schlaf. Um ihm die Haare abzuschneiden. Es folgen die weiteren bekannten Szenen der Handlung. Im Finale des Films fährt Simson gen Himmel.
  • Joseph vendu par ses frères / Joseph sold by his Brethren / Josef sælges af sine Brødre / Joseph verkauft von seinen Brüdern (→ Josef; Frankreich 1909) Produktion: Pathé frères; Regie: Vincent Lorant-Heilbronn; Gaston Dumesnil Hugues Laurent. Der Film enthält fünf Bilder: Sold by his Brethren. In Captivity. Tempted by Potiphar’s Wife. Interpretation of Pharaoh’s Dreams. Joseph Exalted. – Apotheosis.).
  • The Judgment of Solomon (→ Salomo; Alternativer Titel: Solomon’s Judgment; USA 1909; Produktion: Vitagraph; Regie: J. Stuart Blackton; Darsteller: William Humphrey, Florence Lawrence).

König David wird um 1900 zum beliebten Film-Thema, z.B.

  • David and Goliath (→ David; USA 1908; Produktion: Kalem; Regie: Sidney Olcott. Es ist die erste Verfilmung dieses Themas. Das Hauptanliegen des Films besteht darin aufzuzeigen, wie man durch Stärke Glauben gewinnt. Der Film wird eröffnet mit der Szene: Der Hirtenjunge David, der sich liebevoll um seine Schafe kümmert, wird von Samuel aufgesucht, um ihn zum König zu salben. „Und der Geist des Herrn kam von diesem Tag an über David.“).
  • Saul and David (→ Saul; USA 1909; Produktion: Vitagraph; Regie: J. Stuart Blackton. Der Film erzählt die Ereignisse um den Fall von Saul (William V. Ranous) und, wie David (Maurice Costello) der neue König der Hebräer wird.).
  • David and Saul (DAVID ET SAÜL; USA / Frankreich 1911; Produktion: Pathé Frères; Regie: Henri Andréani).
  • David, King of Israel (USA 1912)
  • David (Italien 1912).

Auch Davids Sohn Absalom findet schon früh Filminteresse:

  • Absalon (→ Absalom; Frankreich 1912; Regie: Henri Andréani; Buch: Eugène Creissel; Darsteller: Berthe Bovy, Georges Dorival, Paul Franck. Absalom will unbedingt König sein und schafft es, eine Arme gegen seinen Vater David zu rekrutieren. Im Wald von Ephraim kommt es zur blutigen Schlacht: Davids übermächtige Soldaten schlagen Absalom zurück.).

Um 1910 werden vermehrt Themen des Alten Testaments verfilmt, z.B.:

  • La Reine de Saba (Frankreich 1910; Produktion: Pathé; Regie: André Harry).
  • The Life of Moses (USA 1910; Produktion: Vitagraph; Regie: J. Stuart Blackton; der Zyklus besteht aus 5 selbstständigen Teilen: Die Verfolgung der Israeliten durch die Ägypter [THE PERSECUTION OF THE CHILDREN OF ISRAEL BY THE EGYPTIANS; 1909]; 40 Jahre im Land der Midianiter [FORTY YEARS IN THE LAND OF MIDIAN; 1909]; Die Plagen von Ägypten und die Befreiung der Hebräer [THE PLAGUES OF EGYPT AND THE DELIVERANCE OF THE HEBRWS; 1910]; Israels Sieg [THE VICTORY OF ISRAEL; 1910]; Das gelobte Land [THE PROMISED LAND; 1910]).
  • Giuseppe Ebreo (Italien 1910; Produktion: Cines; Darsteller: Alfredo Bracci, Gianna Terribili-Gonzales, Emilio Ghione. Der Film zeigt den Aufenthalt Josephs in Ägypten.).
  • I Macabei (→ Makkabäer; Italien 1910; Regie: Enrico Guazzoni. Wie in den Apokryphen beschrieben spielt der Film im Jahr 166 v. Chr. und erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie in ihrem Kampf um Religionsfreiheit. Der daraus entstandene Film zeigt jedoch ein Konglomerat biblischer Themen und Kostüme).

Die biblische Erzählung von → Adam und Eva wurde in den Jahren nach 1910 noch mehr als vierzigmal verfilmt. Dabei weichen viele Regisseure stark vom biblischen Thema ab.

  • Adam and Eve (England 1910. Der Film bietet fast eine Ein-Mann-Show des Produzenten und des Regisseurs Phil Bruns, der auch die Rolle des Adam spielt. Für damalige Verhältnisse zeigen Adam und Eva viel nackte Haut.).
  • Adam und Eva (ADAM AND EVE (ADAM ET EVE) / ADAM ȘI Eva; Serbien 1912. Der Regisseur Ivo Urbanic aktualisiert die biblische Vorlage: Adam ist ein armer Gauner. Seine Frau Eva überredet ihn, einen Hausierer zu bestehlen, um so zu Luxus zu gelangen.).
  • The New Adam and Eve (USA 1915; Regie: Richard Garrick).
  • Young Eve and Old Adam (USA 1920; Regie: Richard Garrick, Rate Künstler).
  • Adam and Eve a la Mode (USA 1920; Regie: Jess Robbins).
  • Adam and Eve in the Andes (USA 1920; Regie: C.L. Chester).
  • Adam und Eva (Deutschland 1928; Regie: Rudolf Biebrach; Darsteller: Hermine Sterler, Ernst Hofmann, Elza Temary, Valery Boothby. Der Film wurde 1928 mit Jugendverbot zensiert.).

Auch in späteren Zeiten wird das Thema „Adam und Eva“ vielfach aufgenommen:

  • Good Morning Eve (USA 1934; Regie: Roy Mack; Drehbuch: Cyrus Wood, Eddie Moran, A. Dorian Otvos. Der 17minütige Film ist ein Vitaphone-Kurzfilm. Im Garten Eden diskutieren Adam und Eva, ob sie einen Apfel essen sollen. Nach dem Genuss unternehmen sie einen Spaziergang durch die Zeit und halten unterwegs für musikalische Zwischenspiele an: In den Gärten von Kaiser Nero von Rom um 100 n. Chr., in König Arthurs Hof und in einem Strandhotel in der Neuzeit.).
  • Adán, Eva y el diablo (Mexiko 1945; Regie: Alfredo B. Crevenna; Buch: Edmundo Báez, Francisco Cabrera).
  • Adamo ed Eva (Italien 1949; Regie: Mario Mattoli; Buch: Marcello Marchesi, Vittorio Metz. Der Perückenmacher Adam Rossi (Erminio Macario) und die Maniküre Eva Bianchi (Isa Barzizza) treffen sich in einem Schönheitssalon und verlieben sich. Als erste Probleme in ihrer Beziehung auftauchen, wirft Adam einen Blick zurück auf die Menschheitsgeschichte: der Trojanische Krieg, Cleopatra und Marc Anton, der Wilde Westen, ein orientalischer Harem. Alle aufgeführten Episoden finden ein tragisches Ende. Die jeweiligen Liebespaare parodieren einen bekannten Film oder ein Filmgenre.).
  • Adam wa Hawa (Ägypten 1951; Regie: Hussein Sedki).
  • Adam og Eva (Schweden 1953; Regie: Erik Balling; Darsteller: Louis Miehe-Renard, Sonja Jensen, Per Buckhøj; eine romatische Liebeskomödie).
  • Adam und Eva (ADAN Y EVA; Mexiko 1956; Regie: Alberto Gout und Friedrich Nietzsche; Drehbuch: Alberto Gout; Darsteller: Christiane Martel (Eva), Carlos Baena (Adam); Bernhard Goetzke (Yztac), Steffen Trantow (Mamexi). Beziehungskomödie: In der deutschen Fassung des Unterhaltungsfilms wurde der mexikanischen Filmvorlage eine Rahmenhandlung beigefügt, die die Handlung als Indio-Legende ausweisen soll.).
  • Stvoreni Sveta (La Création du monde / The Creation of the World; Frankreich / Tschechoslowakei 1958; Buch und Regie: Eduard Hofman).
  • The Creation of Woman (USA / Indien 1960; Buch und Regie: Charles F. Schwep, Kurzfilm 14 Min.).
  • The Private Lives of Adam and Eve (USA 1960; Regie: Mickey Rooney, Albert Zugsmith).
  • Male and Female Since Adam and Eve (Argentinien 1961; Produktion: Eduardo Bedoya; Regie: Carlos Rinaldi; Darsteller: Carlos Cores, Eduardo Cuitiño, Golde Flami).
  • Adam och Eva (Dänemark 1963; Regie: Åke Falck; Darsteller: Per Myrberg, Gio Petré, Per Oscarsson).
  • El pecado de Adán (The Sin of Adam and Eve; Mexiko 1969; Regie: Miguel Zacarías. In dem Film sind Adam (Jorge Rivero) und Eva (Candice ‚Candy’ Wilson) die einzigen Akteure, die meist nackt und gestikulierend auftreten oder sich gegenseitig die Namen zurufen.).
  • Mary’s Incredible Dream (USA 1976; CBS-TV 60 minutes Color Producer: Jack Good; Directors: Gene McAvoy und Jaime Rogers; Buch: Jack Good und Mary Tyler Moore.).
  • Adan y Eva, la primera historia de amor (Alternativer Titel: Adam and Eve, Blue Paradise; Spanien / Italien 1983; Regie: John Wilder).
  • Adipapam (Indien 1988; Produktion: Chandrakumar).
  • Adam & Eva (Schweden 1997; Regie: Hannes Holm, Måns Herngren; Liebeskomödie).
  • Adam & Eve (Kanada 2002; Regie: Izidore K. Musallam. Der junge Priester Adam (Michael Kremko) zieht die Aufmerksamkeit von Eva (Nadia Mansouri) auf sich. Adam will seine sexuellen Wünsche bekämpfen, schafft dies aber nicht. Der homosexuelle Tänzer Jason (Jake Simons) kann seine Eifersucht nicht stoppen, als er das Paar sieht.).
  • The Story of Adam & Eve (USA 2002; Regie: Alessandro Aronadio; Darsteller: Manuela Mezzadri, Richie Cantor, Craig T. Raisner; Liebenskomödie).
  • Adam & Eva (Deutschland / Österreich 2003; Regie: Paul Harather. Neuverfilmung des schwedischen Films Adam & Eva, 1997).
  • Adam and Eve (Korea 2005; Regie: Jeff Kanew. Adam (Cameron Douglas) und Eve (Emmanuelle Chriqui) freunden sich im College an. Eva will aber Jungfrau bleiben, was Adam nicht verstehen kann.).
  • The Tragedy of Man (AZ EMBER TRAGÉDIÁJA; Ungarn 2011; Regie: Marcell Jankovics. Der Film basiert auf „The Tragedy of Man“ von Imre Mardach [verfasst 1859-1860]. Der Film verwendet u.a. Musik von Mussorgsky / Arr Rimsky-Korsakov: Night on the Bare Mountain, Mozart: Requiem in D minor, K.626: Lacrymosa dies illa, Berlioz: La symphonie fantastique, Op. 14, Songe d’une nuit du Sabbat).
  • The Fall of Man (USA 2014; Regie: David Helling; Buch: David Helling, Shawn Rapier; Darsteller: Daniel da Silva [Gott], Rafael Molina [Adam], Taren Maroun [Eva], Ted Harvey [Schlange]; Musik: Tony Anderson. Der 9 min. Kurzfilm will Gründe für Schmerz, Leid und Tod aufzeigen: Sie liegen im Sündenfall, im Ungehorsam gegenüber Gott.).

Der französische Regisseur Henri Andréani (1877-1936) dreht zwischen 1911 und 1913 in Frankreich die Titel:

  • Cain et Abel (Frankreich, 1911; 5 Min.).
  • Moïse Sauvé des Eaux (Frankreich 1911; Darsteller: Jean Jacquinet, Madeleine Roch).
  • David et Saül (Frankreich 1912).
  • La mort de Saül (Frankreich 1912. David ist zurückgekehrt vom Krieg gegen die Philister.).
  • Le sacrifice d’Abraham (THE SACRIFICE OF ABRAHAM; Frankreich 1912).
  • Le sacrifice d’Ismael (THE SACRIFICE OF ISHMAEL; Frankreich 1912).
  • Le jugement de Salomon (THE JUGEMENT OF SALOMON; Frankreich 1912).
  • La fille de Jephtè (THE DAUGHTER OF JEPHTHAH; Frankreich 1913). In den USA dreht J. Farrell MacDonald im gleichen Jahr den Film:
  • Jephtah’s Daughter (USA 1913; Buch: Arthur Maude; Darsteller: Constance Crawley, Arthur Maude, Edith Bostwick).
  • Joseph fils de Jacob (Frankreich 1913; Produktion: Pathé Frères).
  • Rébecca (Frankreich 1913).
  • Esther (Frankreich 1913).

Der französische Regisseur Louis Feuillade (1873-1925), der mehr als 450 Filme (u.a. „Fantômas“, „Judex“) herausbrachte, hat auch eine Reihe von Filmen mit biblischen Themen gedreht, die allerdings nicht alle mehr erhalten sind. Die wichtigsten Titel aus 1909-1911 sind:

  • Judith et Holofernes (Frankreich 1909).
  • Esther (Frankreich 1910).
  • L’exode (THE EXODUS; Frankreich 1910).
  • Israel in Egypt (Frankreich 1910; Produktion: Société des Etablissements L. Gaumont. Der Film beginnt mit der Szene: Pharao weigert sich, auf die Bitten Moses einzugehen und das Volk Israel ziehen zu lassen. In der nächsten Szene sitzen die Israeliten an Tischen und feiern das Passahfest. Sie warten auf Moses.).
  • The Deluge (USA 1911; Produktion: Vitagraph. Die erste amerikanische Verfilmung der Sintflut. Der Film erzählt, wie Gott die Sünden der menschlichen Rasse sehen muss und sich im Jahre 3317 entschließt, die Welt mit Ausnahme Noahs zu zerstören.).

Der niederländische Regisseur Theodorus Maurita Frenkel (1871-1956) gibt 1911 und 1912 die Filme mit biblischen Themen heraus:

  • Esther: A Biblical Episode (United Kingdom 1911).
  • Samson and Delilah (United Kingdom 1911).
  • The Fall of Babylon (United Kingdom 1911).
  • Judith (United Kingdom 1912).
Aus: DVD Alpha Home Entertainment ALP 67670

Abb. 1 Still aus: Judith of Bethulia (1913).

  • Judith von Bethulien (JUDITH OF BETHULIA; USA 1913; Regie: David Llewelyn Wark ok Griffith. Gilt als einer der ersten Monumentalfilme Hollywoods und ist zugleich D.W. Griffiths erste Großinszenierung. Der Film ist eine straff konstruierte Wiedergabe der biblischen Geschichte von Judith und Holofernes und wird in vier verschiedenen Episoden erzählt. Die assyrischen Truppen König Nebukadnezars belagern die jüdische Stadt Bethulien und beschießen sie von allen Seiten mit größter Heftigkeit. Die Bevölkerung erleidet Gewalt. Die Witwe Judith verführt Holofernes, den Oberbefehlshaber des assyrisches Heeres, und tötet ihn. Der Film gilt als erster, bei dessen Produktion ein Orchester eingesetzt war.).
  • Le Jugement de Salomon (Frankreich 1913; Produktion: Pathé; Regie: Henri Andréani).
  • La Reine de Saba (Frankreich 1913; Produktion: Pathé; Regie: Henri Andréani; 19 Min.).

Im Jahr 1914 wird der biblische Josef dreimal verfilmt:

  • Joseph fils de Jacob (JOSEPH’S TRIALS IN EGYPT; Frankreich 1914; Produktion: Pathé Frères, Paris; Regie: Henri Adréani [= Gustave Sarrus, 1877-1936]).
  • Joseph and His Coat of Many Colours (Alternativer Titel: Joseph and His Brethren; USA 1914; Studio: States Rights; Regie und Buch: Louis N. Parker; Darsteller: Emile La Croix (Pharao), John St. Polis u.a.).
Aus: https://www.fandor.com/films/joseph_in_the_land_of_egypt (Zugriff: 1.4.2019)

Abb. 2 Still aus: Joseph in the Land of Egypt (1914).

  • Joseph in the Land of Egypt (USA 1914; Regie: Eugene Moore. Die zweite „Thanhouser Big Production“ dauert 52 Min., für damalige Verhältnisse ein besonders langer Film. Die ägyptischen Sets zeigen eine deutliche Anlehnung an Aquarelle des 19. Jahrhunderts. (01:10) Zwischentitel: Joseph, being seventeen years old, was feeding the flock with his brethren. (01:36) Zwischentitel: And when his brethren saw that their father loved him more than all his brethren, they hated him. (14:40) Zwischentitel: And the Midiantes sold him into Egypt unto Potiphar, an officer of Pharaoh’s and captain of the guard.).

Ab 1920 versuchen die Filme, entweder möglichst die ganze Geschichte des Alten Testaments oder konzentriert einzelne Gestalten zu zeigen. Um die Attraktivität der Filme beim Zuschauer zu erhöhen, wird der Aufwand an Ausstattung erhöht. Bei der Vielzahl der produzierten Bibel-Filme entsteht zunehmend der Eindruck, dass diese nun untereinander in Konkurrenz treten. Immer hat die Kirche versucht, bei der Rollengestaltung der Filme mitzubestimmen. Sie sah sich im Besitz eines sogenannten Urheberrechts, das sie vehement vertrat.

 Aus: https://biblefilms.blogspot.com/2017/10/la-sacra-bibbia-after-six-days-1920.html (Zugriff: 1.4.2019)

Abb. 3 Still aus: La Sacra Bibbia / After Six Days (1920). Eva (Ada Marucelli) will Adam (Umberto Semprebene) verführen.

1920 erscheint in Italien die mehrteilige 123 Min. Reihe.

  • The Sacred Bible (LA SACRA BIBBIA; Italien 1920; Produktion: Vay-Film / Appia Nuova; Regie: Pier Antonio Gariazzo; Buch: Kathryn Stuart; Darsteller: Bruto Castellani, Ada Marucelli, Mario Cionci, Umberto Semprebene, Guido Guiducci, Augusto Mastripietri, Zuppelli. Der letzte Teil dieser Reihe: LA BIBBIA: THE STORY OF JOSEPH IN EGYPT, Italien 1920; Regie: Herbert M. Dawley; 9 Min. „Der 9minütige Film beginnt mit Pharaos Träumen. Die Verführungsszene mit den Verleumdungen von Potifars Frau gegen Josef und Josefs Bestrafung mit Gefängnis sind ausgelassen. Über Pharaos Kopf, in eine Maske eingetaucht, treten fette und magere Kühe auf einer Weide und fette und dünne Weizenstile auf. Der Film endet mit Josefs Aufsicht über das ägyptische Getreide und mit der Ankunft seiner Familie. Bemerkenswert ist, dass die Filmtitel hier – im Gegensatz zu früheren Bibelverfilmungen – nicht Bibelzitate sind, sondern die Filmhandlung erläutern: Als Josef seine Gefängniszelle verlässt, wird erklärt, dass Josef sich noch rasieren muss, bevor er vor Potifar treten kann.“ [Tiemann 2020, 314f.]).
Aus: https://www.wikiwand.com/en/The_Queen_of_Sheba_(1921_film) (Zugriff 1.4.2019)

Abb. 4 Still aus: The Queen of Sheba (1921).

Die → Josefgeschichte ist so beliebt, dass sie in Italien im gleichen Jahr noch einmal verfilmt wird:

  • Joseph (Italien 1920; Regie: Romolo Bacchini; Darsteller: Attilio de Virgiliis, Ettore Mazzanti, Fabbris, Dedy D’Alteno: Ein Filmorchester oder eine Filmorgel spielte hierzu die Komposition von Pater Giocondo Fino).
  • The Queen of Sheba (USA 1921; Produktion: Fox; Regie: J. Gordon Edwards; Buch: J. Gordon Edwards; Darsteller: Betty Blythe, Fritz Leiber, Claire de Lorez. In dem als verschollen geltenden exotischen Film spielt der damalige Leinwand-Star Betty Blythe leichtbekleidet die „Queen of Sheba“.).
 Aus: DVD Der Österreichische Film / Edition Der Standard

Abb. 5 Still aus: Sodom und Gomorra (1922).

  • Sodom und Gomorrha (→ Sodom; Alternativer Titel: Sodom und Gomorrha – Legende von Sünde und Strafe; Österreich 1922; Produktion: Sascha Kolowrat-Krakowsky, Arnold Pressburger; Regie: Michael Kértèsz [Michael Curtiz]; Darsteller: Georg Reimers, Lucy Doriane, Walter Slezak, Erika Wagner; 180 Min. / 95 Min. [rekonstruierte Fassung]; Kinostart 13.10.1922 [Wien]. Die Geschichte vom Untergang der Stadt Sodom im Schwefel- und Feuerregen steht am Ende des Stummfilms. Die österreichische Großproduktion zeigt gigantische Bauten und über 5000 Statisten. Dieses Mammutwerk ist das aufwendigste in der Geschichte des österreichischen Kinos. Die verzogene Mary Conway ist in reichem Hause aufgewachsen. Nun soll sie nach dem Willen ihrer Mutter mit dem ebenso reichen älteren Jackson Harber vermählt werden, doch ihr Herz schlägt eigentlich für den Bildhauer Harry Lighton. Harry Lighton will sich das Leben nehmen. Mary wendet sich von ihm ab und dem jungen Studenten Edward Harber zu, dem Sohn ihres Verlobten. Im Traum versucht ein Priester, ihr klarzumachen, dass sie sündigt, ebenso wie damals die Bewohner von Sodom und Gomorrha. Ein moralisierender Aspekt: Lust und Sünde, wie damals in Sodom und Gomorrha, sind heute anzuklagen. Die Lust der Frau ist Ursache allen Übels. Mary oder Lots Frau, als warnendes Beispiel: Die Verführungskünste dieser Frauen sorgen für den Niedergang der Männer. Die Frau: „Ich brauche um mich herum Glanz und Pracht, ohne die ich nicht sein kann. Es ist klüger, man lebt, ohne zu denken.“).
 Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=sX7of-MVMkU (Zugriff: 5.5.2017)

Abb. 6 Still aus: Samson and Delilah (1922).

1922 wird gleich zweimal das Thema Simson und Delila verfilmt:

  • Samson and Delilah (England 1922; Produktion: Master Films; Regie: H.B. Parkinson / Edwin J. Collins; Darsteller: Valia [Delila], W.D. Waxman [Simson]. Der Film, der 1927 erneuert wurde, zeigt Filmaufnahmen einer Opernaufführung.).
  • Simson und Delila (SAMSON AND DELILAH; Österreich 1922; Produktion: Corda-Film / Vita-Film; Regie: Alexander Korda; Darsteller: Maria Corda [Delila], Franz Herterich, Paul Lukas, Ernst Arndt, Oskar Hugelmann, Alfredo Galaor). Weitere Verfilmungen folgen: Samson and Delilah (USA 1949; Regie: Cecil B. DeMille). Samson and Delilah (USA 1984; Regie: Lee Philips). Die Bibel – Samson und Delila (SAMSON AND DELILAH; USA / Deutschland 1996; Regie: Nicolas Roeg).

Weitere Stummfilme mit alttestamentlichen Themen, die in den 20er Jahren entstanden sind:

 Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=ZKv8205oPRA (Zugriff: 5.5.2019)

Abb. 7 Still aus: Die Sklavenkönigin (1924). Das jüdische Sklavenmädchen Merapi (María Corda) verliebt sich in Prinz Seti (Adelqui Migliar).

  • Die Sklavenkönigin (THE MOON Of ISRAEL; Österreich 1924; Produktion und Regie: Michael Curtiz; Darsteller: Maria Corda, Arlette Marchal, Adelqui Miller, Oscar Beregi, Ferdinand Onno; Buch: Ladislaus Vajda nach dem Roman von Henry Rider Haggard „The Moon of Israel“; Kinostart: 24. Oktober 1924; 103 Min. Die Israeliten sind in ägyptischer Sklaverei. Das jüdische Sklavenmädchen Merapi (María Corda) verliebt sich in Prinz Seti (Adelqui Migliar), den Sohn des Pharao Menapta (Adolf Weisse). Mose (Hans Marr) kann die Israeliten aus Ägypten und ins Gelobte Land führen. Gedreht wurde in Wien mit rund 5000 Statisten. Große Beachtung fand damals die Darstellung der Teilung des Roten Meeres, die durch Tricktechnik entstand.).
 Aus: 50th ANNIVERSARY COLLECTION Paramount, Universal Pictures, P 453016, DVD 3)

Abb. 8 Still aus: The Ten Commandments (1925).

  • The Ten Commandments (→ Dekalog; USA 1925; Regie: Cecil B. DeMille; Buch: Jeannie MacPherson; Darsteller: Theodore Roberts, Edythe Chapman, Richard Dix, Rod la Rocque. Der Film ist aufgrund eines Ideenwettbewerbs in der „Los Angeles Times“ zustande gekommen. Die Knechtschaft der Kinder Israels und ihr Auszug aus Ägypten. Als Mose (Theodore Roberts) das goldene Kalb zerstört, blendet der Film in die Gegenwart über. DeMille nennt sein Opus „ein zeitgenössischer Film mit einem Biblischen Prolog“. Der Prolog zeigt „gemäß dem Buch Exodus“ die Befreiung der Hebräer aus Ägypten unter der Führung von Mose, ihren Zug durch die Wüste zum Sinai und die Übergabe der Gebote. Die zeitgenössische Geschichte stellt das Leben zweier Brüder dar, von denen der eine die Gebote einhält, während der andere sie bricht und deshalb scheitert. Der Film kostete damals 1.475836 Dollar und brachte etwa das Vierfache ein. Er bietet raffinierte Trickfilmaufnahmen, z.B. vom Zug der Juden durchs Rote Meer, und einige Farbszenen. Es entstand ein insgesamt aufwendiges, sentimentales Spektakel.).
Abb. 9 Still aus: Metropolis (1926; neu restaurierte Langfassung).

Abb. 9 Still aus: Metropolis (1926; neu restaurierte Langfassung).

  • Die Filmsequenz „Turmbau zu Babel“ in Metropolis (Deutschland 1925; Regie: Fritz Lang. In der gigantischen Stadt Metropolis leben zwei voneinander klar getrennte Gesellschaften: Eine Oberschicht in absolutem Luxus – die Arbeiterklasse, die an riesigen Maschinen für den Gewinn der Reichen schuftet. Maria predigt vom Scheitern des Turmbaus zu Babel: Die Arbeiter hätten die Bedeutung des Projekts nicht verstanden, die Bauherren andererseits die Bedürfnisse der Arbeiter nicht erkannt, weil zwischen ihnen ein „Mittler“ gefehlt habe. Die baldige Ankunft eines solchen Mittlers, der Hirn (die Führungsschicht) und Hände (die Arbeiterschaft) verbinde, stellt sie in Aussicht. Nach der Predigt offenbart Freder sich Maria, und sie erkennt ihn als den lang erwarteten Mittler. Die Parabel vom Turmbau zu Babel wird abgeändert: Im Film sprechen Planer und Arbeiter dieselbe Sprache, verstehen einander aber dennoch nicht. Deshalb kommt es zur Revolte der Arbeiter und das Projekt scheitert. Die Handlung übt Kritik an der Revolution, welche die Lebensgrundlage der unteren Klasse vernichtet.).
Abb. 10 Still aus: Noah’s Ark (1928/58).

Abb. 10 Still aus: Noah’s Ark (1928/58).

  • Arche Noah (NOAH’S ARK; USA 1928/58; Produktion: Associated Artits / Dominant Release; Regie: Michael Curtiz; Buch: Anthony Coldeway; S/W, 69 Min. Als Stummfilm begonnen, wurde dieser kuriose Versuch später zum Tonfilm frisiert. Die biblische Geschichte wird mit einer Spielhandlung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs verzahnt, alle Schauspieler sind in Doppelrollen zu sehen. Die Aussage des Films: „Zu Noahs Zeit sandte der Herr in seinem Zorn die Flut – uns er schickte zur Strafe den Ersten Weltkrieg.“).

3. Spielfilme – Monumentalfilme

Die Bibel als Drehbuchvorlage eignet sich offensichtlich gut für das Monumentalkino. Hier vernachlässigen die Filme narrative Elemente, bevorzugen dagegen Materialschlachten mit Massenszenen und aufwendigen Kulissen. Das erfundene Breitwandverfahren Cinemascope eröffnet auch dem Bibel-Film neue Möglichkeiten und Dimensionen, Massenszenen (oft mit mehr als 50.000 Komparsen) und Monumentaleffekte zu produzieren und damit die Schaulust der Besucher zu befriedigen. Die meisten Kolossalgemälde und Historienspektakel dauern länger als 120 Minuten.

Anfang der 30er Jahre setzt sich der Tonfilm weiter durch. Die Realitätstreue kann intensiviert werden durch Geräusche und unterlegte Musik.

  • Die grünen Weiden (THE GREEN PASTURES; USA 1936; Produktion: Warner; Regie: Marc Conelly, William Keighley; Buch: Marc Conelly, nach Roark Bradfords Erzählung „Ol’ Man Adam an’ His Chillun“; Darsteller: Rex Ingram (Adam / Hezdrel), Oscar Polk (Gabriel), Eddie Anderson (Noah), Frank Wilson (Mose), George Reed (Deshea / Isaak), Ernest Whitman (Pharao), Myrtle Anderson (Eva), Al Stokes (Kain); 90 Min. Die Bibelerzählungen, z.B. von Adam und Eva sowie vom Auszug aus Ägypten, die in der Sonntagsschule erzählt und erklärt werden, „beschäftigen die Einbildungskraft eines kleinen schwarzen Mädchens so stark, dass sich Traumwelt und Wirklichkeit verwischen und sie die Welt der Bibel in ihre eigene Umwelt übertragen erlebt.“ Film-Dienst).
 Aus: DVD filmjuwelen

Abb. 11 Still aus: Der Apfel ist ab (1948).

  • Der Apfel ist ab (THE APPLE HAS BEEN EATEN; in USA: THE ORIGINAL SIN; Deutschland 1948; Produktion: Camera; Regie: Helmut Käutner; Buch: Helmut Käutner, Bobby Todd, nach Motiven der gleichnamigen musikalischen Komödie von Kurt E. Heyne, Helmut Käutner und Bobby Todd; Darsteller: Bobby Todd [Adam Schmidt], Bettina Moissi [Eva Meier]; 102 Min. Der Apfelsaftfabrikant Adam Schmidt erlebt im Koma nach einem Selbstmordversuch die Geschichte von Adam und Eva und dem verhängnisvollen Apfel als Spiegelbild seiner eigenen Liebesprobleme. „Der Apfel ist ab, der von dem Baum der Erkenntnis nämlich. Das ist die tragische Geschichte des Mannes Adam Schmidt. Er gerät durch zwei Frauen, die beide auf gleichermaßen reizende Weise sein Interesse beanspruchen, in heillose Verwirrung. Ihm wird leider nicht klar, dass er allein Schuld an seinem Zwiespalt trägt. Nach allerlei Strapazen aber wird ihm die glückliche Lösung seines Problems buchstäblich im Schlaf gegeben. Adam Schmidt träumt, er sei Adam, der erste Mensch. Noch einmal erlebt er von Anfang an seine Geschichte, und in den Stationen, Himmel, Paradies, Hölle und Erde trifft er, seltsam verwandelt, die Figuren seiner Umwelt. Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft durchdringen ihn humorvoll, und siehe da, Adam Schmidt von Schmidts Apfelsaft, der Träumer auf dem Wolkensessel in der Halle der Heilsstätte für Zeitkranke, erkennt deutlich, was falsch ist.“ [aus: Filmheft Illustrierte film-Bühne Nr. 249, S. 3]. Die katholische Kirche kritisierte den Film als blasphemisch. Der Jesuit Max Gritschneder, der in Bayern die kirchliche Zensur vertrat, soll das Filmskript entwendet und gegen das Urheberrecht verstoßen haben.).
  • María Magdalena (Alternativer Titel: Pecadora de Magdala; Mexico 1946; Regie: Miguel Contreras Torres; Darsteller: Luis Alcoriza, Medea de Novara, Tito Junco). Die Filmhandlung konzentriert sich auf Tod und Auferstehung Jesu. Prinz Pta-Ho-tep stiehlt den „Talisman der Isis“ von einer Statue der Göttin in einem Tempel, um diesen der Kurtisane Maria Magdalena (Medea de Novara) zu bringen. Maria Magdalena lehnt ab und begleitet Jesus.
  • Queen Esther (→ Ester; USA 1948; Produktion: Cathedral Films; Regie: James F. Fredrich; Drehbuch: John T. Coyle, James K. Friedrich; Darsteller: Attile Kruger (Ester), Richard Hale, Addison Richards (Haman), Charles Evans (Xerxes), Charles Jordan, Michael Ansara, Virginia Wave, Douglas McEachin. Der Film wurde von der katholischen Kirche zur Erbauung und zur Missionierung eingesetzt.). Weitere Verfilmungen folgen: Das Schwert von Persien (ESTHER AND THE KING; Italien / USA 1960; Regie: Raoul Walsh, Mario Bava; Kinofilm). The Thirteenth Day: The Story of Esther (USA 1979; Regie: Leo Penn; Fernsehfilm). Die Bibel – Esther (ESTHER; USA / Italien / Deutschland 1999; Regie: Raffaele Mertes; Fernsehfilm). Eine Nacht mit dem König (ONE NIGHT WITH THE KING; USA / Indien 2006; Regie: Michael O. Sajbel; Kinofilm). A História de Ester (Brasilien 1998 / 2010; Regie: Michael O.Sajbel; TV-Miniserie). The Book of Esther (USA 2013; Regie: David A.R. White; Fernsehfilm).
  • Samson und Delilah (SAMSON AND DELILAH; USA 1949; Produktion: Paramount; Regie: Cecil B. DeMille; Darsteller: Hedy Lamarr (Delila), Victor Mature (Simson), George Sanders (Saran of Gaza), Angela Lansbury (Semadar), Henry Wilcoxon (Athur), Olive Deering (Mirjam), Fay Holdon (Hazel); 128 Min. Die Handlung ist an das Alte Testament angelehnt: Die Daniter werden von den Philistern unterjocht. Auf dem übermenschlich starken Rebellen Simson ruht die Hoffnung seines Volkes. Er richtet ein Blutbad an, als ihm die Heirat mit der geliebten Philisterin Semandar verweigert wird. Deren Schwester Delila will sich an ihm rächen und ihn vernichten. Der Film erhielt Oscars für Ausstattung und Kostüme. Ein US-Monumentalklassiker, ein Sensationsfilm, ein kolossalisches Kinoschaustück, naiv, weitschweifig, mit guten Massenszenen und ein paar aufregenden Spezialeffekten. Cecil B. DeMille nimmt in seinem pompösen Kostümspektakel keine historische Rücksicht auf Gebräuche, Moden und Weltbilder. Der Film zeigt einen geschwächten Simson in schöner römischer Sklaventracht, die bösen Philister dagegen tragen obskure vasenartige Helme.).

Das Hollywood-Kino der 50er Jahre mit seinen Monumental- und Bibelfilmen stürzt sich auf antike Themen: Biblische, ägyptische, römische, punische, griechische Motive werden ausgeschlachtet. Melodramatische Aspekte, Anspielungen auf populäre Motive, Intrigen und das Auskosten der Grausamkeiten sollen das Publikum befriedigen. Auffallend groß ist die filmische Adaption alttestamentlicher Themen. Nach den Gräueln der Nazi-Diktatur werden jüdisch-christliche Werte wiederentdeckt.

  • Moses and the Ten Commandments (USA 1950; aus einer 13teiligen Serie, produziert von „The Religious Film Association on behalf of the (US) National Council of Churches.“).
 Aus: DVD: Paramount Pictures (Universal Picture)

Abb. 12 Still aus: The Ten Commandments (1956).

  • Die Zehn Gebote (THE TEN COMMANDMENTS; USA 1956; Produktion: Cecil B. DeMille; Regie: Cecil B. DeMille; Buch: Aneas MacKenzie, Jesse L. Lasky jr., Jack Gariss, Fredric M. Frank; Darsteller: Charlton Heston, Yul Brynner, Anne Baxter, Yvonne de Carlo, John Derek; 215 Min. Das Leben Moses, Israels Befreiung aus ägyptischer Knechtschaft, der Zug durchs Rote Meer und Gottes Gesetzgebung auf dem Berg Sinai als Stoff für den letzten Film des US-Regisseurs DeMille – in Breitwandformat. „Die Zehn Gebote“ gilt als Klassiker der US-Monumentalfilme: Moses Leben als Kolossalgemälde mit vielen Hollywoodstars, Kolossalbauten und vielen Spezialeffekten. Die Produktionskosten wurden anfänglich auf 8 Millionen Dollar geschätzt, tatsächlich sollten sie auf 13 Millionen steigen. Von den Gremien der amerikanischen Filmwirtschaft wurde „Die Zehn Gebote“ 1957 zum „besten Film des Jahres“ erklärt.).
  • David und Goliath (DAVID E GOLIA; Italien 1959; Produktion: Cineriz; Regie: Richard Pottier und Ferdinando Baldi; Buch: V. Scarpelli; Darsteller: Ivo Payer, Orson Welles, Giulia Rubini, Eleonora Rossi Drago; 96 Min. Ein großes Schau- und Unterhaltungsspektakel mit naiven Kuriositäten: Saul als grimmiger Bösewicht rettet David das Leben und gibt ihm seine Tochter zur Frau. David als halbentkleideter amerikanischer Fürsorgezögling.).
  • The Egyptian (USA 1954; Regie: Michael Curtiz; Darsteller: Michael Wilding, Jean Simmons, Victor Mature, Bella Darvi. Die Filmhandlung basiert auf dem finnischen Roman „Sinuhe Egyptiläinen“ von Mika Waltari. Der Film endet mit den Worten: „Diese Dinge geschahen dreizehn Jahrhunderte vor der Geburt Jesu Christi ...“.).
  • Joseph and His Brethren (USA 1955; Regie: William Dieterle; Darsteller: Rita Hayworth, Kerwin Mathews, Lee J. Cobb. Um die Rollenbesetzung gab es immer wieder Streit, der vor Gericht entschieden werden musste. Für die Rolle Joseph waren Jack Lemmon, Tony Curtis und Frank Sinatra in Verhandlungen vorgesehen, übernommen hat sie dann Kerwin Mathews.).
 Aus: DVD „MGM HomeEntertainment“ (Reihe: Studio Classics; DY 26408.1)

Abb. 13 Still aus: Solomon and Sheba (1959).

  • Salomon und die Königin von Saba (SOLOMON AND SHEBA; USA 1959; Regie: King Vidor; Drehbuch: Anthony Veiller, Paul Dudley, George Bruce. Der Film wird eröffnet mit einer Kampfszene zwischen einer Streitmacht des Pharaos und den Truppen von König David unter der Führung von dessen Sohn Adonija. Salomon wird von seinem Bruder ausgelacht: „Du bist ein Dichter und Liedersänger, aber auf dem Schlachtfeld kommt man damit nicht weit.“ „King Vidors Film wird regiert von zwei Spannungsbögen, deren Anlage sinnfällig macht, wie wenig er sich auf ‚biblical correctness‘ verpflichtet sieht. Zum einen wird die Rivalität zwischen Adonija und Salomo bis zu einem Showdown am Filmende verlängert, unbekümmert darum, dass Salomo seinen Bruder schon bald nach Übernahme des Throns hatte töten lassen (vgl. 1Kön 2,25). Nicht nur der imaginierte Pakt Adonijas mit den Ägyptern, sondern fast die gesamte Adonija-Handlung ist eine Neubildung, die vor allem dazu dient, Salomo gegenüber der dunklen Folie eines intriganten und skrupellosen Gegenspielers in ein günstiges Licht zu setzen. Der zweite Spannungsbogen ist die Beziehung zwischen Salomo und Sheba. Die eigentliche Saba-Episode in 1Kön 10,1-13 über den Besuch der geheimnisvollen Königin wird neu motiviert (Spionage-Absicht) und aufgeladen mit Motiven aus 1Kön 11 (Abfall Salomos zu den Götzen seiner Frauen und daraus resultierender Zorn Gottes). Daraus wird eine Geschichte um List, Verführung und zerstörerisches Begehren konstruiert …“. [Zwick, 2017, 11]).

Ab 1957 erscheint die 36teilige Serie:

  • The Living Bible Collection – The Greatest Stories Ever Told (USA 1957, Produktion: Sam Hersh, Victor B. Growcock; Sender: VCI Entertainment; Regie: Edward Dew; Buch: Betty Luersson.). Hieraus die Folge JOSEPH, THE YOUNG MAN (USA 1957. „In diesem Teil der Serie werden Episoden aus Josefs Jugend, sein Weg in die Sklaverei, sein Aufenthalt in Ägypten, seine Inhaftierung und seine Deutung der Träume des Pharao inszeniert. „After his brothers sell him into slavery, Joseph is imprisoned in Egypt. With God’s help, he explains Pharaoh’s dream and is appointed governor of Egypt.“ „This is the story of a God-fearing young man who kept his faith and remained true to God in spite of severe trials and temptations. Joseph is sold into slavery by his jealous brothers. His captors take him to Egypt, where he is thrown into prison by his master after being falsely accused by his master’s wife. In prison he gains a reputation for interpreting dreams and is brought before the pharaoh to interpret his dreams of a forthcoming plenty and famine. God’s purpose in bringing Joseph to Egypt is revealed when he is made second in command of all Egypt.“ [Tiemann 2020, 316f.]).
  • Das Buch Rut (→ Rut; THE STORY OF RUTH; USA 1960; Produktion: Samuel G. Engel; Regie: Henry Koster; Buch: Norman Corwin; Darsteller: Elana Eden, Tom Tryon, Peggy Wood, Stuart Whitman, Viveca Lindfors; 118 Min. Die schlichte biblische Kurzgeschichte wird zur üppig bebilderten überlangen Hollywood-Phantasie ausgeschlachtet. Henry Koster inszenierte effektsicher im Ausstattungsgeschmack der Operette.).
  • Das Schwert von Persien (ESTHER AND THE KING / ESTHER E IL RE; Italien 1960; Produktion: Galatea; Regie: Raoul Walsh; Buch: Raoul Walsh, Michael Elkins; Darsteller: Joan Collins, Richard Egan, Dennis O’Dea, Sergio Fantoni, Rik Battaglia; 102 Min. Nach siegreichem Feldzug gegen die Ägypter kehrt Perserkönig Xerxes nach Susa zurück. Dort hat der verschlagene Prinz Haman seine Abwesenheit genutzt, um eine Verschwörung anzuzetteln. Der Film konzentriert sich auf die romantische Liebesgeschichte des Königs mit dem jüdischen Mädchen Ester, die ihr bedrohtes Volk vor der Vernichtung bewahrt. Frei nach der biblischen Geschichte. Der Abenteuer-Spezialist Raoul Walsh drehte dieses opulente Leinwand-Epos.).
 Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=GbQq9NSte1Y (Zugriff: 1.12.2018)

Abb. 14 Still aus: Giuseppe venduto dai fratelli (1961).

  • Giuseppe Venduto dai Fratelli (Italien 1961; Regie: Irving Rapper, Luciano Ricci; Buch: Oreste Biancoli, Ennio De Concini; Musik: Mario Nascimbene; 102 Min. Der Monumentalfilm wird in den Titanus Studios und im Latium (Rom) gedreht. Im Film sind viele wesentliche Veränderungen zur biblischen Vorlage zu finden, z.B.: • Auf dem Sklavenmarkt rettet Josef Potifars (Giorgio Capecchi) Leben (0:25:12). • Bereits beim Fest am Nil zeigt Potifars Frau Interesse an Josef (0:38:04). • Potifar lässt seine Frau Hebet hinrichten und begeht Selbstmord. • Erst in der Gefängniszelle erlangt Josef seine Fähigkeit, Träume zu deuten. • Josef heiratet Asenat (Vira Silenti), die Tochter des Bäckers (Julian Brooks). • Ägypten führt unter Josef einen Krieg gegen Syrien. Ursprünglich hat Filmproduzent Harry Cohn, der die Filmrechte dem Ex-MGM-Chef Leo B. Mayer abgekaufte, Rita Hayworth für die Rolle der Potifera vorgesehen. Als Rita Hayworth aber ablehnt, kann auch Kim Novak für die Rolle nicht gewonnen werden. Vgl. Tiemann 2020, 320.).
  • Sodom und Gomorra (SODOMA E GOMORRA / SODEME ET GOMORRHE; Italien / Frankreich 1961; Produktion: Titanus / C.G.C. / Pathé; Regie: Robert Aldrich und Sergio Leone; Buch: Giorgio Prosperi; Darsteller: Stewart Granger, Stanley Baker, Anna-Maria Pierangeli, Anouk Aimée; 165 Min. Ein Kolossalfilm mit vielen grausamen Szenen, der die biblische Erzählung stark verfälscht und zu einem blutrünstigen Abenteuerfilm verändert.).
  • Der Kampf der Makkabäer (IL VECCHIO TESTAMENTO; Italien 1962; Produktion: Associate; Regie: Gianfranco Parolini; Buch: Ginafranco Parolini, Giogio C. Simonelli; Darsteller: Brad Harris, Susan Paget, Mara Lane, John Heston, Carlo Tamberlani; 115 Min. Der Historienfilm zeigt den jüdischen Aufstand gegen die syrische Besatzung.).
  • Joseph the Dreamer (BA‘AL HAHALOMOT; Israel 1962; Alternativer Titel: Joseph Sold By His Brothers; Israel 1962; Regie: Alina Gross und Yoram Gross, Buch: Natan Gross, Musik: Eddie Halperin; 90 Min. Der erste vollständige Marionettenfilm, von Eddie Halpern und dem Kol Radio Orchestra musikalisch untermalt, gewinnt mehrere internationale Filmpreise: Beste Animationsgeschichte, Quatrièmes Journèes Internationales Du Cinema D’Animation, Frankreich 1963, Beste Animationsgeschichte, Internationale Presse-Festival der La Presse Cinèmatographique, Wien 1963. Der Film hat zwei Teile: Im ersten Teil betrügt Jakob (Keith Michell) seinen Bruder Esau (Julian Glover) um das Recht der Erstgeburt. Jakob muss zu seinem Onkel Laban (Herschel Bernardi) nach Haran fliehen. Er verliebt sich in Labans Tochter Rahel (Yona Elian), die er nach 14 Jahren harter Arbeit heiraten darf. Nach Kanaan zurückgekehrt, söhnt Jakob sich mit seinem Bruder Esau aus. Im zweiten Teil geht es um Josef (Tony Lo Bianco), wie er von seinem Vater bevorzugt, von seinen Brüdern gehasst und von ihnen an eine Karawane verkauft wird. Als Sklave gelangt Josef nach Ägypten. Dort kommt er in den Besitz von Potifar (Bennes Mardenn), einem Obersten des Pharao (Josef Shiloach). Potifars Frau (Rachel Shore) begehrt Josef. Es folgen die bekannten Stationen der biblischen Erzählung: Verleumdung, Anklage wegen Vergewaltigung, Gefängnisstrafe, Traumdeutungen, Aufstieg, Aussöhnung mit den Brüdern.).

1963/64 werden in Italien gleich mehrere mehrstündige Historienspektakel gedreht:

  • The Patriarchs of the Bible (I PATRIARCHI DELLA BIBBIA; Italien 1963; Produktion: San Paolo Film; Regie: Marcello Baldi; Darsteller: Fosco Giachetti, Judy Parker; 96 Min.).
  • Der Kampf der Makkabäer (IL VECCHIO TESTAMENTO; Italien 1963; Produktion: Cineproduzione / Filmar; Regie: Gianfranco Parolini; Drehbuch: Gianfranco Parolini, Luciano Martino, Giorgio Prosperi; 120 Min. Als Jerusalem von den Syrern besetzt wird, ruft der jüdische Priester Mattatias (Carlo Tamberlani) sein Volk zum Widerstand auf.).
  • Saul e David (Italien / Spanien 1964; Produktion: San Paolo Film Roma / Madrid; Regie: Marcello Baldi; Buch: Emilio Cordero, Marcello Baldi und Tonino Guerra; Darsteller: Norman Wooland (Saul), Gianni Garko (David); 150 Min.).
  • Great Leaders of the Bible(→ Gideon; I GRANDI CONDOTTIERI; Italien / Spanien 1964/65; Produktion: San Paolo Film; Regie: Marcello Baldi; Darsteller: Fernando Rey (Gideon), Anton Geesink, Ivo Garrani, Rosalba Neri, Luz Marquez, Paolo Gozlino, Maruchi Fresno, Giorgio Cerioni, Ana Maria Noe, Jose Jaspe; 105 Min. In der Einleitung des Films wird erzählt: „Im 12. Jahrhundert vor Christus hatte sich das Volk Israel in Palästina niedergelassen. Aber bald hatte das Volk Israel Gott und seine Wohltaten vergessen und begann falsche Götter anzubeten. Und Gott strafte seine Söhne und überließ sie den Händen ihrer Feinde. Doch in seiner Güte sandte der Herr seinem Volk auserwählte Männer, die in den Herzen der Israeliten wieder den wahren Glauben entfachen sollten. Nur durch sie und Gottes Hilfe war es möglich, sich von der Tyrannei der Feinde zu befreien. Diese außergewöhnlichen Männer nannte das Volk Richter. Zwei von ihnen waren Gideon und Samson.“ (Text aus dem Film).
 Aus: DVD-Inlet Twentieth Century Fox. Home Entertainment

Abb. 15 Kinoplakat zu: Die Bibel … Am Anfang schuf Gott (1965).

  • Die Bibel (LA BIBBIA; Italien 1965; Produktion: Dino de Laurentiis; Regie: John Huston; Buch: Christopher Fry; Darsteller: Michael Parks, George C. Scott, Ava Gardner, Ulla Bergryd, Peter O’Toole; 216 Min. Fernsehfassung: 170 Min. Der Film ist in sechs Episoden mit Aufnahmen von der Erschaffung der Welt bis zur Geschichte Abrahams aufwendig inszeniert: Zum Beispiel wurden für die Szenen auf der Arche Noah 300 Tiere und 1000 Singvögel mit ihren 50 Pflegern und 30 Trainern nach Rom geschafft. Dieser Kostümfilm vermittelt eine völlig unkritische, unreflektierte Textgläubigkeit.).
  • The Story of Jacob and Joseph (USA 1974; Regie: Michael Cacoyannis; Buch: Ernest Kinoy; Darsteller: Keith Michell, Tony Lo Bianco, Colleen Dewhurst).
  • Die Arche Noah (GIACOBBE, L’UOMO CHE LOTTO CON DIO; Italien 1975; Regie: Marcello Baldi; Drehbuch: Ottavio Jemma, Giuseppe Mangione; Darsteller: Fosco Giachetti, Luisa della Noce, Jean Morcier, Giorgio Cerioni, John Douglas, Judy Parker, Bernard Faber, Alfredo Rizzo, Roberto Paoletti; 85 Min. Kritik: „Bilderbogen mit alttestamentlichen Szenen, von Kain und Abel bis Jakob, ohne Gespür für die religiöse Thematik inszeniert; ein Bibelfilmversuch mit unübersehbaren künstlerischen und formalen Schwäche“ (Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins).
  • Moses (MOSES, THE LAWGIVER, England / Italien / Israel 1975; Produktion: Vincenzo Labella Regie: Gianfranco De Bosio; Drehbuch: Anthony Burgess, Vittorio Bonicelli, Gianfranco De Bosio; 360 Min. Der Monumentalfilm will effektvoll eine „Biographie“ von Mose aufzeigen: Sethos Tochter Bithia (Mariangela Melato) findet das ausgesetzte Kind und erzieht es als ihr eigenes; Mose (William Lancaster) heiratet Jitros Tochter Zippora (Irene Papas), die ihm den Sohn Gersom gebiert. Moses (Burt Lancaster) fordert von Pharao Merenptah (Laurent Terzieff) die Freiheit Israels. Kritik: „Was die filmische Realisierung des Dornbusches, der Plagen, den Durchzug durch das Rote Meer usw. anbelangt, ist das derart primitiv gemacht, daß man meint, die Tricktechnik stecke noch in den Kinderschuhen.“ Günther Bastian, in: Filmdienst 20043.).
  • Oh, Moses (WHOLLY MOSES; USA 1980; Produktion: Columbia Pictures; Regie: Gary Weis; Buch: Guy Thomas; Darsteller: Dudley Moore, Laraine Newman, Madeline Kahn; 104 Min. Erzählt wird die Geschichte des erfolglosen Herschel, dem der erfolgreiche Mose stets um eine Nasenlänge voraus ist. Gagreiche Parodie auf Mose und die Pharaonen, Sodom und Gomorra und andere bekannte Bibelgeschichten.).
  • König David (KING DAVID; USA 1984; Produktion: Paramount; Regie: Bruce Beresford; Buch: Andrew Birkin, James Costigan; Darsteller: Richard Gere, Ian Sears, Arthur Whybrow, Tim Woodward, Simon Dutton; 114 Min. Der Film möchte die alttestamentliche Geschichte vom Aufstieg des Hirtenjungen David zeigen. Einige Motive aus der alttestamentlichen David Geschichte werden aufbereitet als Historiengemälde, als monumentaler Historienfilm, mit großem aufwendigem Dekor und mit großen Schlachten und Gewaltakten. Richard Gere ringt als der von Gott berufene David mit viel Kampfeskraft und Geschick um den rechten Glauben.).
  • Simson und Delila (SAMSON AND DELILAH; USA 1984; USA TV Film; Regie: Lee Philipps; Darsteller: Anthony Hamilton, Belinda Bauer, Max von Sydow, Stephen Macht, Victor Mature; 100 Min. Dem israelitischen Führer Simson wird seine Liebe zur schönen Delila zum Verhängnis, die ihn an die feindlichen Philister verrät. Der Film beinhaltet ein frei nach biblischen Motiven entwickeltes Liebesdrama in exotischer Kulisse.).
 Aus: hänssler Video 203.398 VHS

Abb. 16 Still aus: Josef (1978/1979). Potifera will Josef verführen.

  • JOSEF (Das Genesis-Projekt; Alternativer Titel: Josef … wie uns die Bibel berichtet; The New Media Bible: Book of Genesis: Joseph, USA 1978/1979; Regie: John B. Heyman; Kamera: Nimi Getter; Darsteller: Jonathan Sagall (Josef), Eiran Baniel (Jakob) u.a. Das Genesis-Projekt Josef setzt sich zusammen aus den fünf Teilen: Der Träumer; Pharaos Bevollmächtigter; Josefs Brüder; Versöhnung; Israel in Ägypten. Der amerikanische Regisseur John B. Heyman (1933-2017), 1938 als gebürtiger Jude emigriert, will mit seinem Genesis-Projekt Zuschauer ansprechen, die nicht mehr die Bibel lesen und die biblischen Geschichten nicht kennen. Bei dem Genesis-Projekt handelt es sich um einen Versuch der Verfilmung der ganzen Bibel in mehr als 300 Teilen (Dauer jeweils ca. 20 Min.). Das Projekt versteht sich als „visuelle Hilfestellung“ analog der mittelalterlichen „biblia pauperum“ oder „biblia picta“ und will eine Brücke zum Glauben sein. Die biblischen Geschichten sollen möglichst „objektiv“ ohne Ausschmückungen oder Veränderungen dargestellt werden. Die einzelnen Filmbeiträge folgen dem biblischen Text in der Umsetzung der biblischen Geschichten. Die Szenen werden so original getreu wie möglich nachgespielt (Landschaft, Kostümierung, Sprache), der Bibeltext wird zum Film gelesen. Die Filme erheben den Anspruch von Genauigkeit und historischer Realität im Sinne eines sichtbaren Ablaufs der Ereignisse des Alten bzw. Neuen Testaments. Aus einem Interview mit Friedrich Hänssler, dem Inhaber des deutschen Verleihs: „Der Film ist kein Ergebnis der historisch-kritischen Methode. Ich würde sogar in provozierender Weise sagen, der Film geht davon aus, dass die historisch-kritische Forschung ihrem Ende entgegen geht. (…) Es ist für mich keine Frage, dass die Herausgeber und Produzenten des Genesis-Projektes ganz bewusst die Ergebnisse der historisch-kritischen Forschung, soweit sie die Texte der Bibel in Frage stellen, nicht in ihrem Konzept mit verarbeitet haben, im Gegenteil, das auch nicht wollten.“ (Hänssler 1981, 13).

Ab 1994 wird versucht, das gesamte Alte Testament für das Fernsehen zu drehen: Heinrich Krauss (1990) erläutert das Projekt (Leo Kirch, „Beta Film“, mit seinem italienischen Partner Ettore Bernabel, „Lux“) der sukzessiven Verfilmung der gesamten Bibel: In 50 (!) Stunden soll es um Nacherzählungen der biblischen Geschichten aus dem Alten Testament gehen. Die 20teilige Mammut Serie zu je 94 Minuten sowie ein Prolog von einhundert Minuten über die Schöpfungsgeschichte sollen 120 Millionen Dollar kosten.

Eingeteilt wird in drei Blöcke: I. Die Gestalt des → Abraham, die Patriarchengeschichten und Mose und Exodustraditionen; II. Die Richter und Königszeit bis zum Untergang Jerusalems; III. Die Exilszeit. Das Projekt umfasst folgende Teile: Prolog: Die Schöpfung; Abraham I und II; Jakob; Josef I und II; Mose I und II; Josua; Debora; Simson; Saul; David I und II; Salomo; Elia; Jesaja; Jeremia; Daniel; Ester; Hiob.

Angestrebt ist einerseits große Nähe zur biblischen Vorlage, andererseits soll ein spannender Handlungsablauf erreicht werden. Ziel der Bibelverfilmung ist eine möglichst lebendige und „authentische“ inhaltliche Umsetzung.

„Es geht nicht darum, die biblischen Geschichten prachtvoll und aufwendig zu verfilmen, man hat auch nicht die Absicht, einen wissenschaftlichen Dokumentarfilm zu drehen oder die in der Bibel erzählten Begebenheiten historisch zu rekonstruieren. Vielmehr erlaubt das Fernsehen mit seiner Fiktion eine Synthese: Auf dem Weg über ein angenehmes Unterhaltungsprogramm wird ein Akt der Erkenntnis möglich.“ (T.P. Gangloff, Die größte Geschichte aller Zeiten, a+b. Für Arbeit und Besinnung. Zeitschrift für die Evangelische Landeskirche Württemberg, 4 [1994], 222).

„Ich habe das Projekt Ende der siebziger Jahre mit aus der Taufe gehoben, und zwar in einer Zeit, als andere Produzenten darüber nachdachten, die biblischen Geschichten als Comic Strip auf den Bildschirm zu bringen. … In dieser Inszenierung soll Gott nicht als drohende Stimme vom Himmel kommen, sondern er soll sich in den Worten und Taten der Akteure widerspiegeln. … Wir bleiben ganz dicht dran am Konfliktpotential der Bibel. Aber wir müssen die manchmal kargen Angaben ausfüllen, können dem Text des Alten Testaments nicht Wort für Wort folgen.“ (H. Krauss, zit. nach: E. Presler, Eine neue Bilderbibel. Das Buch der Bücher im Fernsehen, Evangelische Kommentare 27 [1994], 176)

Zum filmischen Konzept betont Heinrich Krauss: „Die Verfilmung bringt die biblischen Geschichten rein als Spielhandlung, ohne theoretische Diskussionen, etwa über den Offenbarungscharakter der Bibel, über die Entstehungsgeschichte der Texte oder deren historische Zuverlässigkeit. … Wo immer es nötig erscheint, wird die biblische Handlung durch Szenen oder Dialoge ergänzt, um das religiöse, politische und soziale Umfeld einer biblischen Geschichte zu rekonstruieren oder auch den ihr zugrundeliegenden Plot präziser herausarbeiten und den handelnden Charakteren Gelegenheit zu geben, ihre Eigenart zu entfalten. Auf romanhafte Ausweitungen der Handlung, etwa durch frei erfundene Liebes oder Abenteuergeschichten wird grundsätzlich verzichtet.“ (H. Krauss, 1990, 133)

„Das Alte Testament beinhaltet mehr als nur gute Geschichten. Es reflektiert die Lebensgeschichte eines jeden Menschen und behandelt die Grundelemente unserer Existenz: Lebenssinn, Liebe, Einsamkeit, Gewalt, Macht – Dinge, mit denen sich Menschen, gleich welcher Rasse und Religion, auseinandersetzen müssen. Zudem suchen die Menschen nach dem Zusammenbruch der modernen Ideologien überall nach geistiger Orientierung – vielleicht mehr denn je, an der Schwelle eines neuen Jahrtausends.“ (TaurusFilm München)

Das Fernsehen wird als „die bunten Kirchenglasfenster von heute“ bezeichnet: „Die archaische Sprache, die langen Genealogien, der nicht selten verschlüsselte Sinn, machen das Alte Testament schwer zugänglich für das breite Publikum. Schon immer waren Interpreten nötig, die ‚das Wort’ den Menschen sichtbar und begreifbar machten: von den Künstlern des Mittelalters, die die biblischen Geschichten in Skulpturen, Mosaiken und bunten Kirchenfenstern visualisierten, über die ‚Biblia Pauperum’, der bebilderten Bibel für Arme, bis hin zu den Mysterienspielen und den Oratorien des Barock und der Neuzeit. Heute erreicht das Fernsehen wie kein anderes Medium eine riesige und unterschiedliche Zahl von Menschen. Es spricht gleichermaßen Gefühl und Intellekt an. Seine vielfältigen audiovisuellen Möglichkeiten erlauben eine eindringliche und alle Schichten zugängliche Darstellung der literarischen Inhalte des Alten Testaments. Damit ist gerade das Medium Fernsehen einzigartig geeignet, die biblischen Geschichten dem heutigen Menschen näherzubringen.“ (TaurusFilm München)

1993 begann der Regisseur Ermanno Olmi (geb. 1931), der z.B. durch seine Filme IL TEMPO SI E FERMATO (Als die Zeit stillstand; 1959), L’ALBERGO DEGLI ZOCCOLI (Der Holzschuhbaum; 1978) und CAMMINACAMMINA (Und sie folgten einem Stern; 1983) bekannt ist, mit Dreharbeiten zur Schöpfungsgeschichte. Die Musik schrieb Ennio Morricone. Unter Regisseur Joe Sargent („Lassie“, „Bonanza“, „Raumschiff Enterprise“) wurden die Dreharbeiten in Marokkos Wüste fortgesetzt und dauerten noch weitere zehn Jahre. Robert McKee („Columbo“) führte Regie bei „Jakob“ und „Mose“. Die italienischen und amerikanischen Drehbuchautoren wurden von namhaften Wissenschaftlern und Vertretern aller großen Konfessionen beraten. Weitere bedeutende Filme sind:

  • Abraham (Italien 1993; Produktion: Lube für Lux. Taurusfilm und Quinta in Zusammenarbeit mit Turner Pictures, RAIUNO, France 2, ORF, Antenna 3, CZECH TV, MTM, NCRV und BSKYB; BDrehbuch: Robert McKee; Regie: Joseph Sargent; Musik: Ennio Morricone; Darsteller: Richard Harris (Abraham), Barbara Hershey (Sara), Maximilian Schell (Pharao), Vittorio Gassman (Terach), Carolina Rosi (Hagar), Andera Prodan (Lot), Gottfried John (Elieser), Kevin McNally (Nahor); 2 Teile, je 94 Min. Abraham Darsteller Richard Harris [„Der Mann, den sie Pferd nannten“] stellt klar: „Das hier ist nicht Hollywood. Ich bin nicht Kirk Douglas und nicht Charlton Heston. Gott erscheint in diesem Film weder in einem himmlischen Strahlenglanz noch als alter Mann in einer Baumkrone. Wenn das die Absicht gewesen wäre, hätte ich für diese TV Serie nicht zur Verfügung gestanden.“ [Richard Harris, zit. nach „HÖR ZU“, Heft 30 vom 23.7.1993, 16]. Auf die Frage, was ihn veranlasst hat, die Rolle als Abraham zu übernehmen, antwortet Harris: „Ich wollte weder einen weiteren Cecil B. deMille Film, noch einen Hollywood-Schinken. …“ [Richard Harris, zit. nach Präsentation von „Die Bibel – Abraham“ des „TaurusFilm“, München]. Harris interpretiert seine Darstellung der Abraham Figur: „Das Schwierigste und natürlich das Wichtigste für mich war die Interpretation seines Charakters. Hollywood hatte biblische Gestalten immer entweder als Heilige oder als Rebellen dargestellt. Daran war ich nicht interessiert. Ich wollte einen zweifelnden Abraham spielen. … Abraham wurde nicht in seine Größe hineingeboren, sondern sie wurde ihm zuteil. Und ständig zweifelt er, ob er auch wirklich von Gott auserwählt worden ist. So wie ich die Rolle verstehe, ist sich Abraham erst ganz am Ende – nach der Opferung seines Sohnes Isaak – sicher, daß er die ganze Zeit über Gottes Stimme gehört hatte. Ich habe versucht das Staunen Abrahams wiederzugeben, aber auch all seine Zweifel darüber, ob er einer solchen Aufgabe gewachsen sei, ja ob er solcher Gnade überhaupt würdig sei.“ (Präsentation von „Die Bibel – Abraham“ des „TaurusFilm“, München)
  • Am Anfang (IN THE BEGINNING – Part 1; USA 2000; Regie: Kevin Connor, Buch: John Goldsmith. Darsteller: Martin Landau, Eddie Cibrian, Fred Weller, Jacqueline Bisset, Christopher Lee, Ian Burfield, Diana Rigg, Alan Bates, Bill Campbell, Geraldine Chaplin, Art Malik, Steven Berkoff, Amanda Donohoe, Anne White, David Threfall, David Warner, Sara Carver, Mark Jax. Die Geschichte beginnt mit dem hebräischen Patriarchen Abraham, der zum Führer seines Volkes wird. Gott verspricht ihm einen männlichen Nachkommen, der seine Dynastie begründen soll, doch Abrahams Frau Sara bleibt kinderlos. Sara rät Abraham, die ägyptische Magd Hagar zur Konkubine zu nehmen, damit diese ihm einen Sohn gebäre. Hagar wird schwanger und schenkt Abraham den gewünschten Sohn, den er Ismael nennt. Abraham und Sara sind schon alt, als ihnen Gott in Gestalt dreier geheimnisvoller Wanderer erscheint und verheißt, dass Sara selbst einen Sohn zur Welt bringen wird. Ein Jahr später bringt Sara Abrahams Sohn Isaak zur Welt. Jahre später gerät Isaaks Leben in Gefahr, als Gott von Abraham eine schwere Prüfung verlangt. Er soll zum Beweis seines Glaubens, seinen Sohn opfern. Schweren Herzens zieht Abraham mit seinem über alles geliebten Sohn Isaak auf den Opferberg. Als er zum Todesstoß ansetzt, greift Gottes Engel ein und rettet Isaak. Aber mit diesem Opfer hat Abraham sich Gott würdig erwiesen. Die Jahre vergehen, Abraham stirbt und wird von seinen Söhnen begraben, die nun wiederum Väter werden. Isaaks Sohn Jakob, ebenso Gott ergeben, heiratet Rahel und bekommt elf Söhne. Der jüngste Sohn namens Josef ist Jakobs Lieblingssohn, doch seine eifersüchtigen Brüder verkaufen ihn in die Sklaverei nach Ägypten.).
 Aus: DVD KINOWELT

Abb. 17 Still aus: Die Bibel: Josef (1994). Potifera (Lesley Ann Warren) überrascht Josef (Paul Mercurio) im Bad und will ihn verführen.

  • Josef (Deutschland / Italien / USA 1994; Regie: Roger Young. Die „Kirch-Bibel“ setzt Josef zwischen zwei gegensätzliche Lebenskreise und Welten, zwischen Potifar und seinen Vater Jakob. In einer Art „Lebensbeichte“ versucht Josef dem Potifar seine Unschuld zu beweisen und erzählt seine familiäre Herkunft. Es ist eine Geschichte voll Leid und Bedrängnis.

Gleich zu Anfang der Verfilmung wird Josef an Potifar verkauft. Potifars Frau lauert Josef beim Baden auf. „Herrin, bitte, ihr solltet nicht hierher kommen!“ „Ach wirklich? Hat mein Gefühl dich in diese Stellung erhoben, die dir zu sagen erlaubt, wo ich sein darf und wo nicht?“ „Nein, Herrin, natürlich nicht.“ „Dann sei still. Du hast etwas Staub auf deiner Schulter. Komm, lass ihn mit abspülen. Na komm! Du arbeitest hart. Deine Muskeln beweisen es: Josef mit den goldenen Händen. Mein Gedanke ist überzeugt, dass der Gott uns diesen vielen Erfolg gebracht hat. Dass du der Schlüssel zu allem bist, was er sich je erhofft hat. Würde er auch meine Wünsche erhören, wenn ich deine Freundin wäre?“ „Bitte, Herrin! Ich bin nur aus Fleisch und Blut. Überfordere nicht meine Willenskraft!“ Die „Kirch-Bibel“ setzt – im Gegensatz zur biblischen Vorlage – u.a. folgende Schwerpunkte: Josef ist Glaubensheld und Bekenner des einen Gottes im Land der Vielgötterei. Er bleibt stets tugendhaft edel und unangefochten aufrichtig. Josef als Heiliger? Potifar wird gezeigt als weltmännischer, humaner Beamter, der auf höfische Etikette achtet. Die Darstellung gesellschaftspolitischer Fragen (Hungersnot) wird zugunsten des Privaten stark vernachlässigt: Die Verführungsversuche (Gen 39) werden im Film breit ausgemalt. Mit der Reduzierung auf die Dreieckskonstellation von Josef, Potifar und dessen Frau kann der Zuschauer emotional leichter eingefangen werden: Auch Potifar ist von der Schönheit Josefs angetan und verspürt heimliches Verlangen. Die Josefnovelle als moderne Sex & Crime-Story? Im Gegensatz zur biblischen Novelle zweifelt Potifar die Behauptung seiner Frau, Josef habe sie vergewaltigt, an. Nur um seine Frau nicht öffentlich bloßzustellen, läßt Potifar Josef ins Gefängnis werfen. (Dialogtexte sind vom Film abgehört.).

Der Schauspieler Ben Kingsley charakterisiert seine Rolle als Potifar: „Potifar ist ein Mann, der keine Veränderungen scheut. Der Film spielt in einer außergewöhnlichen Gesellschaft, weil der Kontext, in dem sich die Veränderungen zutragen, Ordnung und Disziplin ist. Diese Gesellschaft ist in strenge Hierarchien gepreßt, die die Beziehungen zu den Mitmenschen, den Frauen und Göttern prägt. Der Pharao hatte keine politische Funktion und war deshalb schon fast ein Gott auf Erden. Potifar ist mit einem Präsidenten oder einem Premierminister eines wichtigen Landes zu vergleichen. Im Grunde geht also die Ausführung der Macht über Potifar. Daß jemand wie er erkennt, daß die bestehenden Gesetze nicht funktionieren und dies auch noch öffentlich macht, ist ein außergewöhnlicher Schritt. … Interessant ist auch, daß Potifar sich in der Öffentlichkeit verändert: er gibt zu, daß er sein Verhältnis gegenüber Juden und Sklaven überprüft hat und behandelt Josef wie einen Sohn. … Ich glaube nicht, daß Potifar ein Tyrann ist. Ich glaube, daß eine große Weisheit in ihm steckt, viel Pragmatismus, ein Sinn für Ironie und Vergnügen. …“ [zit. nach Präsentation „Die Bibel – Josef“, ARD 1996, 7ff.]).

Lesley Ann Warren sagt über Potifars Ehefrau: „Potifars Frau ist ein sehr komplexer Charakter. Was mich an ihr fasziniert ist, daß sie sehr anpassungsfähig ist. Sie ist eine loyale Frau. Modern ausgedrückt: Sie ist mit der Bequemlichkeit verheiratet. Sie ist in ihrer Ehe nicht glücklich, obwohl sie und ihr Mann ein gemeinsames Leben aufgebaut haben. Ihr Ehemann Potifar begehrt sie nicht mehr. Sie ist einsam und verrückt nach Aufmerksamkeit und emotionaler Zuwendung. Ich denke, daß sie in dem Sklaven Josef jemanden sieht, der sehr vital und lebendig ist, und daß er ein Mann ist, der Integrität und Persönlichkeit besitzt – genau das möchte sie für sich selbst haben. Die Art, wie sie versucht ihr Ziel zu erreichen, ist falsch.“ (zit. nach Präsentation „Die Bibel – Josef“, ARD 1996, a.a.O.).

Preis: Fünf Emmy-Nominierung für Josef: Beste Miniserie, Bester Nebendarsteller Ben Kingsley, Beste Ausstattung, Bestes Casting und Bester Tonschnitt. Höchste Einschaltquoten, z.B. in Italien: April 1995 mit Marktanteil 33,7% bzw. 38,2%, d.h. 10 bzw. 11,5 Mill. Zuschauer.

Kritik zur Serie der „Kirch-Bibel“: „Die je eigenen, den Texten in ihrer Gesamtkomposition zugehörigen Leitmotive werden durchgehend durch eine einzige Botschaft ersetzt, die da lautet: Die Erzväter sind Glaubensvorbilder und durch den Glauben tugendhafte, allenfalls durch tragisches Geschick schuldig werdende Menschen, arglos und voller Feindesliebe, aber auch gesegnet mit Wohlstand und Nachkommen. Ergo: edle Menschen glauben an den einen Gott der Bibel und der Glaube an ihn wiederum veredelt den Menschen. (…) Die gesamte Genesis wird also durch die Kirch-Bibel in einer hermeneutischen Einheitssoße angerichtet, die dazu noch inhaltlich einen schalen Nachgeschmack hinterlässt, und es steht zu fürchten, dass es nach diesem Gusto weitergeht. Dies ist zu kritisieren und darauf sollte in der Arbeit mit den Filmen stets aufmerksam gemacht werden.“ M. Hestermann, Die Kirch-Bibel. Bibelschinken oder ernstzunehmende Verfilmung, medien praktisch 21/1, 1997, 59.).

  • Salomon (Deutschland u.a. 1997; Regie: Roger Young; Buch: Bradley T. Winter. Nach Davids Tod (Max von Sydow) setzt sich Salomon (Ben Cross) gegen seinen Bruder Adonija (Ivan Kaye) durch und übernimmt die Königsherrschaft. Unter seiner klugen Herrschaft wird Israel zu einem reichen und mächtigen Staat und Jerusalem erhält durch den Tempel ein kultisches Zentrum. Dies ändert sich, als Salomon sich mit heidnischen Frauen einlässt, deren Rituale zulässt und die Steuerlast anhebt. Kritik: „Als ärgerlich muss man die Gestaltung der beiden Gotteserscheinungen betrachten, die völlig klischeehaft bleiben. Die in der ersten Hälfte des Films dargestellte Bitte Salomos um Weisheit ist in einer mit Weichzeichner aufgenommenen ‚paradiesischen’ Landschaft angesiedelt (Salomo wandelt zwischen Raubtieren und Lämmern), die problemlos den Titel einer Broschüre der Zeugen Jehovas zieren könnte.“ M. Wörther, SALOMON. In: Katholisches Filmwerk Frankfurt (KFW), 1998.).
  • Arche Noah – Das größte Abenteuer der Menschheit (NOAH’S ARC, Bibel-Epos, USA 1999; Regie: John Irvin. Der Produzent Robert Halmi ließ eine Stadt in einem großen Tank nachbauen, der mit 350000 Liter Wasser gefüllt wurde. Gedreht wurde in Australien. Der Film zeigt Noahs Familie: Noah lebt mit seiner Frau Naama und den drei Söhnen in Sodom. Betont wird der Gegensatz: das sündige Leben der Menschen in Sodom und Gomorrha, die im Krieg miteinander heftig streiten, und das gottesgefällige sündenfreie Leben von Noah, der die Menschen warnen und vor dem Untergang retten möchte. Diese aber hören nicht auf ihn. Nur Lot zieht mit ihm. Der Autor Peter Barnes nimmt sich einige Freiheiten gegenüber der biblischen Vorlage heraus; z.B. lässt er Noah statt Abraham dem Untergang von Sodom und Gomorrha entgehen.).

Drei Filme sind zu nennen, die biblische Themen für die jeweilige politische Situation ihres Landes aktualisieren:

  • Esther (Israel / Frankreich / Großbritannien / Österreich / Niederlande 1985; Regie: Amos Gitai; 97 Min. Der Film aktualisiert die biblische Erzählung, indem er jüdisch-arabische Geschichte in Wadi Salib, einem Stadtteil von Haifa, aufgreift, Probleme von Vertreibung und Integration zeigt und sich gegen Hass und Gewalt wendet.).
  • Die Erben von Kain und Abel (LA GENÈSE; Mali / Frankreich 1999; Produktion: Jacques Atlan, Chantal Bagilishya; Regie: Cheick Oumar Sissoko; Darsteller: Sotigui Kouyaté (Jakob), Salif Keita (Esau), Balla Moussa Keita (Hamor), Fatoumata Diawara (Dina), Maimouna Hélène Diarra (Lea). Die biblischen Erzählungen (Gen 23ff.) werden in den afrikanisch-malischen Kontext eingebettet. Der Film fragt nach Ursachen für rivalisierende Gruppen und Brudermord und möchte Möglichkeiten zur Versöhnung reflektieren. Der Film endet mit der Versöhnungsszene zwischen Jakob und Esau, d.h. er fordert Versöhnung zwischen den Stämmen und ein Ende der Fehden. Sissoko arbeitet ausschließlich mit afrikanischen Schauspielern, die in ihrer Muttersprache „Bambara“ agieren. Die biblischen Figuren Isaak, Jakob und der junge Josef werden in afrikanische Kontexte, in deren Mythen und Traditionen transponiert. Der Film erzählt die Ereignisse nicht in chronologischer Reihenfolge. Die Protagonisten werden nicht idealisiert, sondern sie werden als gemischte Charaktere mit ihren Höhen und Tiefen und als gebrochene und unzuverlässige Menschen vorgestellt. Der Film beginnt mit einer kurzen Szene von Esau und seinen Dienern. Esau ist verärgert darüber, dass sein Vater seinen jüngeren Bruder Jakob (Yacouba) zum Familienoberhaupt gemacht hat. Er bereitet Rache in den Bergen vor. Jakob trauert weiter um den Verlust seines Lieblingssohnes Josef (Youssouf) und beschützt nicht seine Tochter Dina. Dina wird von Sichem, dem Sohn von Cousin Hamor, dem Chef der kanaanitischen Bauern, entführt und vergewaltigt (vgl. Gen 34). Sichem verliebt sich in Dina und er bittet Jakob, sie heiraten zu können. Während Jakob akzeptiert, sind seine Söhne in der Familienehre verletzt. Sie wollen nur unter der Bedingung zustimmen, dass sich alle Sichemiten beschneiden lassen. Diese gehen auf die gestellte Bedingung ein. Während der Beschneidung überfallen die Söhne Jakobs die Sichemiten: Es kommt zum Krieg und zum Völkermord. Jakob bittet Esau um Versöhnung. Jakob, seine Söhne und Esau und Dina finden in Ägypten Harmonie und Wohlstand. Josef wird einer der Minister des Pharao. Der Film, der einen wichtigen Beitrag zur Inkulturation liefert, wird 1999 in der Sektion Un Certain Regard bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt. Vgl. Tiemann 2020, 342f.).
  • Eine Nacht mit dem König (ONE NIGHT WITH THE KING; USA / Indien 2006; Regie: Michael O. Sajbel, 123 Min. Der Film greift Inhalte der biblischen Ester-Gestalt auf und reiht sie in den Konflikt zwischen Israel und Amalek ein. Ester steht als Lichtgestalt des friedlichen Westens in Kontrast zu dem dunklen hasserfüllten Haman-Amalek.).

Ein besonderer Film ist zu nennen: Biblische Geschichten werden aus ägyptischer Sicht erzählt, z.B.

  • al-Mohager (L’ÉMIGRÉ; Ägypten 1994; Produktion: Films A2, MISR International Films; Regie: Youssef Chahine; Buch: Youssef Chahine, Rafik El Sabban, Khaled Youssef; Musik: Mohamed Nouh; 129 Min. Der ägyptische Filmregisseur Youssef Chahine (1926-2008) lässt in seinem Film al-Mohager die biblische Handlung aus ägyptischer Sicht erzählen. Ram (Khaled Nabawy) will nicht mehr mit seinen Brüdern das rückständige, abergläubische Leben weiterführen. Seine Brüder sind eifersüchtig und wollen ihn töten. Ram will das einfache Nomadenleben verlassen und flieht nach Ägypten, um dort Landwirtschaft zu studieren. Seine Brüder verkaufen ihn im Sinai an den Ozir, der für den thebanischen Militärführer Amihar (Mahmood Hemaidah) arbeitet. Zunächst muss Ram bei der Mumifizierung von Körpern helfen. Amihar ist angetan von Rams Leistungen und vertraut ihm. Amihar überlässt ihm ein karges Stück Land, das Ram schnell erfolgreich bebaut und bewirtschaftet. Ram lernt Amihars Frau Simihit (Youssra) kennen, die als Hohepriesterin den Gott Amun verehrt. Amihar als Eunuch und ehemaliges Mitglied der Haremgarde ging die Ehe mit der ehemaligen Prinzessin Simihit nur aus politischen Gründen ein. Simihit begehrt Ram und will ihn verführen. Simihit beschuldigt Ram, er habe sie vergewaltigen wollen. Ihr Mann glaubt ihr nicht und will von Ram wissen, was passiert sei. Ram bestätigt die Aussagen von Simihit und wird mit Gefängnis bestraft. Simihit wird durch Rams Haltung irritiert: Dass Ram lieber schuldlos die Strafe antritt, statt ihre Untreue aufzudecken, hat sie sehr beeindruckt. Später wird Ram aus Gefängnis und Sklaverei entlassen, er heiratet eine ägyptische Frau und steigt auf zum vertrauten Berater des Pharao. Der Film beinhaltet eine Initiationsgeschichte. Hier wird der biblische Josef als Ram zum Spielball im Machtkampf zwischen einem Militärmachthaber und dessen Frau, einer Priesterin der Amun-Sekte. Vgl. Tiemann 2020, 333.).

Ab 2014 wird eine Renaissance der Bibel-Monumental- und Historienfilme eingeläutet: „Bibelfilme haben wieder Konjunktur“ (Anke Westphal in Frankfurter Rundschau vom 25.3.2016).

  • Noah (USA 2014; Regie: Darren Aronofsky. In seinem biblischen Historienfilm spielt Emma Watson die RiIla, die Noahs Sohn Shem liebt. Noah wird von Russell Crowe dargestellt. Die Kosten für den Film lagen bei $ 130.000.000. Der Film weicht von der biblischen Botschaft ab und ersinnt einen Grundkonflikt, der über Generationen lastet: Zwischen den Menschen aus dem „Stamm Kains“, die sündhaft leben und Jäger und Fleischesser sind, und den unschuldigen Nachfahren Sets, die gottesfürchtige Sammler, Pazifisten und Vegetarier sind. Noah: „Wir sammeln nur, was wir brauchen.“ Der Film als Kostümkino, Actionfilm und Animationsspektakel erhielt massive Kritik: In mehreren islamischen Ländern wurde der Film verboten, z.B. in den Vereinigten Arabischen Emirate Ländern. Die al-Azhar-Universität in Kairo erließ gegen den Film eine Fatwa (Rechtsgutachten) mit dem Ergebnis, dass der Film mit den Grundsätzen des islamischen Rechts nicht vereinbar sei. Christliche Gruppen in den USA sahen den Film als nicht bibelgemäß an. In einer Antwort betonte das Studio Paramount, der Film sei von Noahs Geschichte lediglich inspiriert. Dies hat den Regisseur Aronofsky verärgert.
  • Exodus: Götter und Könige (EXODUS: GODS AND KINGS, USA 2014; Regie: Ridley Scott [„Gladiator, Königreich der Himmel – Kingdom of Heaven“] will in nicht das Volk in Massenszenen darstellen, sondern als Schwerpunkt auf Moses (Christian Bale) Beziehung zum Pharao Ramses (Joel Edgerton) eingehen. An dem Film wurde heftig kritisiert, dass die Hauptrollen mit weißen Darstellern (Christian Bale, Joel Edgerton), die Nebenrollen und israelitische Sklaven oder ägyptische Bürger überwiegend mit dunkelhäutigen Schauspielern besetzt wurden. Außerdem wurden die vielen Veränderungen zur biblischen Geschichte und historische Ungenauigkeiten bemängelt. „Der mit gewaltigen Schauwerten wuchernde Monumentalfilm ist im Kern nur ein Action-Spektakel, das mit den biblischen Quellen recht frei umgeht. … Doch je mehr eine solche Erzählung als Blockbuster für ein weltweites Publikum funktionieren soll, desto mehr muss die fehlende Spannung über den Ausgang der Handlung durch das „Wie“ wettgemacht werden, durch Schauwerte, Stars und kleinere Handlungsdetails, die den großen Bogen ausschmücken.“ (film-dienst 26/2014).
  • David and Goliath (USA 2015; Produktion: Jeffrey Giles; Regie: Wallace Brothers. Der junge Hirte David (Matt Berberi) wird von Gott auserwählt, der nächste König von Israel zu sein. Angeleitet vom Propheten Samuel (John Knox) bereitet er sich auf diese Aufgabe vor. Doch bevor er seine Bestimmung erfüllen kann, muss er eine scheinbar aussichtslose Prüfung bestehen, die seine Tapferkeit und sein Gottvertrauen auf eine schwere Probe stellt: Im Kampf gegen den übermächtigen Giganten Goliath (Michael Foster) muss David sein Volk vor der Versklavung durch die Philister retten. Der Film weicht vielmals von der biblischen Überlieferung ab, z.B. trainiert der Prophet Samuel David für den Kampf mit Goliat.

Neuinterpretationen biblischer Erzählungen:

  • Die Entdeckung des Himmels (THE DISCOVERY OF HEAVEN; Niederlande 2001; Regie: Jeroen Krabbé. Der Film wurde ausgezeichnet mit dem Golden und Platin Film Award. Er spielt mit den Motiven des Bundes am Sinai und der Sintflut. In der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von Harry Mulisch beschließt Gott, die Zehn Gebote in den Himmel zurückzuholen, weil er das Treiben der Menschen nicht mehr ertragen kann. Gott will den Bund, den er mit Moses geschlossen hat, brechen. Dazu muss der Vertrag, die Steintafeln mit den Zehn Geboten, von den Menschen an den Himmel zurückgegeben werden. Ein junger Engel wird beauftragt, das Vorhaben auszuführen. Er sucht einen Menschen, der den Bund findet und ihn dem Himmel zurückgibt. Der Film ist in vier Abschnitte gegliedert: „Der Anfang vom Anfang“, „Das Ende vom Anfang“, „Der Anfang vom Ende“, „Das Ende vom Ende“. Er lässt Zeitgeschichte und christliche Heilslehre zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen. Es entsteht eine Welt, in der es keine Zufälle mehr gibt, sondern nur ein genau vorgezeichnetes Schicksal. Der Film zeigt den Himmel als düsteres, labyrinthartiges Gemäuer, das von schwarz gekleideten Engeln ohne Flügel bevölkert wird. Wie in der Sintflutgeschichte Gott die Schöpfung zurücknehmen will, so will er hier den Bund am Sinai rückgängig machen. Gottes Motiv ist in beiden Fällen das gleiche: Erbitterung über das Fehlverhalten der Menschen. Vgl. Tiemann 2009, 59).
  • Babel (USA 2006; Regie: Alejandro González Iñárritu. Der Film bietet eine Neuinterpretation des biblischen Turmbau-zu-Babel-Motivs. Er gewann 25 Preise und 73 Nominierungen, z.B. den Golden Globe USA 2007. Er zeigt drei unterschiedliche Geschichten an drei Orten. In der ersten Geschichte hüten die beiden marokkanischen Brüder Ahmed und Yussef die Ziegenherde der Familie. Dabei experimentieren sie mit einem Jagdgewehr, das sie zum Schutz der Herde mitbekommen haben. Sie zielen auf einen Touristenbus und treffen Susan, die mit ihrem Mann Richard unterwegs ist, an der Schulter.– In Japan lebt die Hauptperson der zweiten Geschichte, Chieko. Sie ahnt nicht, dass die Ereignisse in Marokko auch ihre Familie betreffen.– Die dritte Hauptperson ist eine mexikanische Nanny. Ihr sind die Kinder von Susan und Richard anvertraut und sie gerät in Schwierigkeiten, als die Eltern nicht zurückkehren.– Als Verständnisschlüssel kann die biblische Geschichte von der babylonischen Sprachverwirrung dienen. Im Kern steht die pessimistische Sicht: Die Menschen sind einander fremd geworden. Sie verstehen einander nicht.
 Aus: DVD payless PEL 928

Abb. 18 Still aus: Joseph’s Gift (1998). Clara (Caroline Ambrose) will Joseph (Freddy Rodriguez) verführen.

  • Joseph’s gift (USA 1998; Produktion: Jed Nolan und George Peirson; Regie: Philippe Mora; Buch: Patricia Monville; Musik: Joseph Bishara; 90 Min. Die Familie Keller führt 1979 ein erfolgreiches Bekleidungsunternehmen in Los Angeles, Kalifornien. Sie bewohnt eine große Luxusvilla in einer gepflegten Parkanlage. Materiell geht es ihr sehr gut. Dies zeigen die teuren Einrichtungen der Zimmer: Vom Flügel bis zu den Möbeln scheint das Beste gerade gut genug zu sein. Aber der Haussegen hängt schief: Da Jakob Keller (John Saxon) seinen jüngsten Sohn Josef (Freddy Rodriguez) immer bevorzugt, gibt es Streit. Die Brüder Ashton (Ben Bottoms), Simon (Joseph Bottoms) und Robert (Sam Bottoms) planen, Josef aus dem Wege zu räumen. Sie unternehmen mit Josef eine Geschäftsreise nach New York, um ihn dort von Frank Childress (Brion James) entführen zu lassen. Als Josef sich wehrt und fliehen will, wird er von Franks Freund Thompson (Martin Kove) zusammengeschlagen und in einem Raum gefangen gehalten. Josef erweckt Mitleid bei Frank und er bekommt die Möglichkeit, in seinem Büro zu arbeiten. Josefs Geschäftssinn macht Frank mit seiner Bekleidungsfirma erfolgreich. Frank stellt Josef seiner Frau Clara (Caroline Ambrose) vor. Bereits von der ersten Begegnung an ist Clara von Josef sehr angetan. Clara sucht Josef in der Fabrik auf, bestaunt die Entwürfe für die neue Bekleidungskollektion. Sie schaut sich diese nur kurz an, denn sie ist mehr an Josef interessiert. „Clara zu Joseph: Hi! Joseph: It’s nice to see you. I … I didn’t hear you were coming. Clara: Surprise inspection. Joseph: Really? Clara zu einer Näherin: Hi Martha. Martha: Hello.“ Vgl. Tiemann 2020, 338f.).
 Aus: DVD SCM Hänssler 210.265

Abb. 19 Still aus: Seasons of Gray: A Modern Day Story of Joseph (2013). Bei einer Party zeigt Julia Tanner (April Hartman), die Frau seines neuen Chefs, sexuelles Interesse an Brady Gray (Andrew Cheney).

  • Der Träumer (SEASONS OF GRAY; USA 2013; Regie: Paul Stehlik Jr.; Drehbuch: Sarah Stehlik. Der Film will die biblische Geschichte von Josef und seinen Brüdern im Kontext des 21. Jahrhunderts aktualisieren: Brady Gray (Andrew Cheney) ist der Lieblingssohn seines Vaters. Er wird deshalb von seinen fünf älteren Brüdern gehasst und verraten. Sie zwingen ihn dazu, sein Elternhaus zu verlassen. Der Vater glaubt, Brady sei im Fluss ertrunken. In der Fremde schafft Brady einen Neuanfang: Er verdient sich durch einen guten Job Geld und Ansehen, bis er unschuldig verhaftet wird: Er soll für ein Verbrechen büßen, dass er nicht begangen hat. Als sein Prozess noch einmal aufgerollt wird, kann seine Unschuld bewiesen werden. Er kommt frei. Mit seiner neuen Firma schafft er den wirtschaftlichen Aufstieg. Der Film trägt missionarische Züge: Er zeige, „wie Gott in schweren Zeiten hinter den Kulissen am Werk ist“. [DVD Hänssler SCM]).

0:02:04 – 0:02:24 Stimme auf dem Off: „basierend auf einer wahren Geschichte. Jede Familie hat eine Geschichte und diese Geschichte ist immer ein Teil von dir. Ob du willst oder nicht. Ganz egal wie sehr du dich bemühst, sie hinter dir zu lassen oder zu vergessen.“

Der Film will die biblische Geschichte von Josef und seinen Brüdern im Kontext des 21. Jahrhunderts aktualisieren: Brady Gray (Andrew Cheney) ist der Lieblingssohn seines Vaters. Seine Mutter starb vor fünfzehn Jahren bei der Geburt seines kleinen Bruders Logan. Nach ihrem Tod ist die Familie immer mehr auseinander gebrochen. Für den Vater ist das besonders schlimm. Er war zweimal verheiratet. Das erste Mal eher aus Pflichtgefühl. Das zweite Mal aus Liebe. Er hatte vier Söhne mit seiner ersten Frau, bevor er sie wegen Bradys Mutter verließ.

(0:04:19 – 0:04:23) Brady zu einem seiner Brüder: „Hab ich dir schon von meinem Traum erzählt, da geht es nämlich um dich, um Logan (Spencer Harlan), um alle. Ihr habt Probleme und es ist von mir euch zu helfen.“ [Tiemann 2020, 359f.]).

4. Musikfilme – Ballett

In den 70er Jahren gewinnt das Jesus Musical an Bedeutung: die Hippie Bewegung nimmt Einfluss bei der Suche nach neuen Sinngebungen. Die Jugendkultur (ebenfalls die Jesus People Bewegung) in den USA entdeckte Jesus als neue Hoffnungsgestalt. Die Jesus Renaissance der „Flower Power“ Bewegung wird deutlich in Filmen als Show Ereignis wie „Jesus Christ Superstar“ (USA 1972) u.a. Vorläufer ist Andrew Lloyd Webbers 1968 geschriebene Kinderoper zu Josef.

 Aus: DVD: Universal Pictures Germany GmbH

Abb. 20 Still aus: Josef and the Amazing Technicolor Dreamcoat (1999).

  • Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat (USA 1999; Act I: Prologue – Narrator; Any Dream Will Do – Joseph, Children; Jacob and Sons – Narrator, Brothers, Wives, Children, Ensemble; Joseph’s Coat – Jacob, Narrator, Brothers, Wives, Children, Ensemble; Joseph’s Dreams – Narrator, Brothers, Joseph; Poor, Poor Joseph – Narrator, Brothers, Children; One More Angel in Heaven – Reuben, Narrator, Brothers, Wives, Jacob, Children; Potiphar – Children, Narrator, Male Ensemble, Mrs Potiphar, Potiphar, Joseph; Close Every Door – Joseph, Children; Go, Go, Go Joseph – Narrator, Butler, Baker, Ensemble, Joseph, Guru, Children; Act II: Pharaoh’s Story – Narrator, Children; Poor, Poor Pharaoh – Narrator, Butler, Pharaoh, Children; Song of the King – Pharaoh, Ensemble; Pharaoh’s Dream Explained – Joseph, Ensemble, Children; Stone the Crows – Narrator, Pharaoh, Children, Joseph, Female Ensemble; King of My Heart – Pharaoh; Those Canaan Days – Simeon, Jacob, Brothers; The Brothers Come To Egypt / Grovel, Grovel – Narrator, Brothers, Joseph, Female Ensemble, Children; Who’s the Thief? Joseph, Brothers, Female Ensemble; Benjamin Calypso – Judah, Brothers, Female Ensemble; Joseph All the Time – Narrator, Joseph, Children; Jacob in Egypt – Narrator, Jacob, Children, Ensemble; Any Dream Will Do (Reprise) – Joseph, Narrator, Ensemble, Jacob, Children; Close Every Door (Reprise) – Joseph, Children; Joseph Megamix – Ensemble; eine Erzählerin bringt die biblischen Geschehnisse Kindern näher. Dabei parodiert Webber die biblischen Hauptfiguren, z.B. Benjamin Calypso mit Harry Belafonte, Pharao mit Elvis Presley (Song of the King).
 Aus: Blue-ray Disc Bel Air classiques (Naxos Deutschland GmbH)

Abb. 21 Still aus: Moses und Aron (1974 / 2015).

  • Moses und Aron (→ Aaron; BRD 1974; Regie: Jean Marie Straub und Daniele Huillet; Verfilmung Arnold Schönbergs gleichnamiger Oper; 110 Min. Der Film stellt einen radikalen Bruch mit den Regeln der herkömmlichen Filmnarration dar: Eine gänzlich in Außenaufnahmen im Amphitheater Alba Fucese in den Abruzzen gedrehte Filminszenierung der Oper von Schönberg, in der Mose, der Mann der Gesetzestafeln, und Aaron, der Mann des Goldenen Kalbes, um die Herrschaft des Volkes rivalisieren. Der Zuschauer sieht eine live Darstellung der Sänger: die natürlichen Geräusche von Fußschritten, Atmen und andere Bewegungen vermischt mit der Musik von Schönberg. Der Film stellt eine Anti Fantasia, eine Anti DeMille Konzeption dar.).
  • Die Oper Moses und Aron von Arnold Schönberg wurde 2015 in Paris mit dem Orchstre de´l Opera National de Paris verfilmt (Regie: Philippe Jordan, Romeo Castellucci).
 Aus: DVD Deutsche Grammophon 00440 073 4315

Abb. 22 Still aus: Josephs Legende (1977).

  • Josephslegende (Ballett-Aufnahme; Hamburg 1977; Judith Jamison, Kevin Haigen, Karl Musil, Franz Wilhelm, Wiener Staatsopernballett, Wiener Philharmoniker, Heinrich Hollreiser; 66 Min. Harry Graf Kessler umschreibt die Handlung der Josefslegende: „Der Inhalt des ‚Joseph’ ist der Gegensatz und Kampf zwischen zwei Welten. Der Kontrast reicht vom Kostüm bis in das innerste, durch Gebärden und Musik sich offenbarende Seelenleben der Figuren. Die eine Welt, die des Potiphar, ist emporgekommen und hat allen Reichtum, alle Macht, Schönheit, Lebenskunst in sich aufgesammelt; aber diese Elemente haben sich infolge ihrer Fülle aneinander so abgeschliffen, so gesättigt, daß kaum noch irgendwelche Reize oder Spannungen in einer solchen Welt möglich sind; sie ist prunkhaft, üppig, schwül, voll von seltsamen Düften und Geschöpfen wie ein tropischer Garten, aber ohne Geheimnis, in sich ausgeglichen, klassisch, hart, schwer, eine Welt, in der selbst noch die Luft mit Goldstaub geladen scheint. … Die andere Welt ist die des Joseph.“ H. Graf Kessler, Die Handlung der Josephslegende, in: B. Schoeller (Hg.), H. v. Hofmannsthal, Gesammelte Werke in 10 Bd., Dramen VI: Ballette, Pantomimen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Frankfurt 1979, 91ff.).

Josef träumt von einem Engel. Josef wird entführt. Am Hofe Potifars feiert man ein Fest. Potifars Frau weigert sich, daran teilzunehmen. Zur Unterhaltung wird ein Wettkampf auf Leben und Tod veranstaltet. Eine fremde Gestalt von wundersamer Schönheit überwältigt den Kämpfer, der bis zuletzt siegreich war. Während Josef hereingetragen und an Potifar als Sklave verkauft wird, gibt sich die Gestalt zu erkennen: Es ist der Engel, von dem Josef geträumt hat. Josef tanzt für Potifar. Die biblische Verführungsgeschichte (Gen 39) wird in Szene IV eingeleitet und in Szene V und VI tanzend entfaltet: „In der Mitte des Saales wird die Hängematte auf die Erde gelegt. Sowie sie den Boden berührt, öffnet sie sich, und man sieht in ihr wie in einer Blume ruhend, in tiefem Schlafe Joseph, eingewickelt in einen goldblauen, sonnenfarbenen seidenen Hirtenmantel. Der Knabe lächelt im Schlafe. Der Sheik tritt an ihn heran, beugt sich über ihn, weckt ihn, nimmt ihn bei der Hand und lässt ihn aufstehen. Der Mantel bleibt in der Matte liegen; der Knabe steht in einem kurzen weißen Ziegenfell da und blickt sich verwundert, aber keineswegs erschrocken, sondern hoheitsvoll um, als ob ihn höhere Mächte schützten. Ein unsichtbarer Glorienschein umschwebt sein Haupt. …“ [H. v. Hofmannsthal, a.a.O., S. 107ff.]. Die biblischen Texte werden nicht wortwörtlich als historische Berichte verstanden, sondern als Legenden, als Mythen, als Bilder. Die in der Bibel handelnden Personen werden nicht wortwörtlich als historische Gestalten, die tatsächlich gelebt haben, verstanden, sondern als Bilder, als Verkörperungen von Mächten und Welten, als Seelenleben. H.v. Hofmannsthal hat Josef einerseits als unschuldigen und naiven Hirtenknaben, andererseits als Heiligen, als Märtyrer konzipiert. Josef, der durch den Erzengel gerettet wird, stellt die gute Welt dar, während Pharao dagegen die schlechte Welt verkörpert, die bestraft wird. Josef wird nicht von Anfang an als der Heilige gezeigt, sondern als ein religiöser Mensch, der auf der Suche nach Gott ist und diesen endlich findet und versöhnt wird. Josef gilt nicht mehr als Sinnbild für Keuschheit, sondern als ein Mensch, der in seinen tänzerischen Sprüngen nach oben sehnsüchtig nur etwas von dem Unendlichen erfassen und für sich einfangen will. Neumeier reduziert die Handlung im Sinne von H.v. Hofmannsthal: „Joseph tanzt für Potiphar. Von diesem Tanz, durchwirkt von seltsamen Visionen, ist Potiphars Frau zutiefst betroffen. Die Gäste verlassen das Fest. Joseph schläft in der leeren Halle ein. Wieder träumt er vom Engel. … Potiphars Frau fühlt sich zu Joseph hingezogen. Ihre Faszination steigert sich zu äußerster Leidenschaft. … Potiphar überrascht seine Frau, als sie versucht, Joseph zu verführen. Fälschlich hält Potiphar Joseph für den Verführer und ordnet an, ihn zu foltern. Enttäuscht und seelisch verletzt, schlägt Potiphars Frau auf Joseph ein. Plötzlich jedoch, im Augenblick der tiefsten Not Josephs, vollzieht sich in Potiphars Frau eine Wandlung. Sie stellt sich gegen Potiphar und dessen Wut, und sie schützt Joseph.“ zit. nach: Beiheft zur Videoaufnahme Philips (070 109-3), 1977, 6).

  • König David (Musik: Arthur Honegger; dramatischer, symphonischer Psalm in drei Teilen. Nach dem Drama von René Morax; Buch und Regie: Jochen Richter; Orchestre National de France. Musikalische Leitung: Georges Prétre. ZDF / ORF / SRG 1992; 64 Min. Bereits mit 29 Jahren erzielte Arthur Honegger mit seinem Oratorium König David den ersten großen Erfolg. Auf der Grundlage des Alten Testamentes wird die Lebensgeschichte des biblischen Königs David erzählt. Ein Erzähler verbindet die einzelnen ausführlich gestalteten Teile des Werkes miteinander. Die Außenaufnahmen zu dieser Produktion wurden im Herbst 1991 in Israel, vor allem in Jerusalem, aber auch am See Genezareth, in Elat, Timna, Qumran und in Massada am Toten Meer gedreht. Die Musikaufnahme des Oratoriums wurde in der Urfassung zusammen mit Radio France in Paris hergestellt.).

5. Fernsehspiele

In den 90er Jahren versuchen z.B. Fernsehspiele, biblische Inhalte auf die heutige Alltagswelt zu übertragen und deren Aktualität aufzuzeigen. Geschichten aus dem Alten Testament in neuem Gewand – Grundidee einer Reihe, mit der das ZDF biblische Motive aktualisiert wiedergeben will. Die Spiele sind keine Verfilmung der Bibel, sondern rücken sympathische Frauen in den Mittelpunkt, die sich zeitlosen Konflikten stellen und ihr Leben in die Hand nehmen. Hauptpersonen der Gegenwartshandlung, die immer wieder Parallelen zu der biblischen Vorlage ahnen lässt, sind Alltagsmenschen. „Die Geschichte starker Frauen, die in der Überlieferung einer eher patriarchalisch orientierten Tradition fast vergessen sind: Judit, die schöne Witwe, die ihr Volk rettet, Sara und Hagar, die Mütter der Söhne Abrahams, Anna, die Mutter der Maria wird in der Sendereihe Biblische Frauen neu erzählt, modern und mit neuen Akzenten.“ (ZDF-Monatsjournal 10/1992, 76). Es sind vier Filme gedreht und ausgestrahlt worden: „Judit“, „Die Wüste oder Abrahams Frauen“, „Mirjams Mutter“ und „Die Fremde“. Noch eine weitere Folge ist geplant zur Thematik der Magdalena mit dem Titel „Lena“.

  • Judith (Fernsehspiel in der Reihe: Biblische Frauen; BRD 1992; Produktion: Tellux Film München; Regie: Konrad Sabrautzky; Buch: Dorothée Dhan; Darsteller: Barbara Auer, Viorel Illiescu, Klaus J. Behrendt u.a.; TV: ZDF 10.8.1992. Die biblische Erzählung der Israelitin Judit, die ihr Volk rettete, indem sie Holofernes, dem Feldherrn Nebukadnezzars, nach einer Liebesnacht den Kopf abschlug, wird in das Ceaucescu Regime in Rumänien 1989 verlegt. „Wir haben uns gefragt, was heute bei so einem Mord passieren würde“, erzählt Michaela Pilters von der ZDF Redaktion. Aus Holofernes wird der Chef des verbrecherischen Geheimdienstes Securitate. Ihn ereilt das Schicksal in Gestalt einer schönen Deutsch Rumänin, deren Mann dem Diktator zum Opfer fiel. „Die Tat Judiths darf man nicht als Racheakt sehen. Sie wollte ein Zeichen setzen und zeigen, daß man sich nicht unterdrücken lassen darf.“ Judit (Barbara Auer) arbeitet auf einer Ausstellung in Hamburg als Dolmetscherin und Hostess am rumänischen Messestand. Die schöne Deutsch Rumänin will sich nach der Ermordung ihres Mannes durch den rumänischen Geheimdienst in Deutschland ein neues Leben aufbauen. Als sie den Leiter der Handelsdelegation aus Rumänien sieht, erleidet sie einen Schock. Es ist Aurel Rosalescu (Viorel Iliesca), Chef des Ceaucescu Geheimdienstes Securitate. Er macht sich nichtsahnend an Judit heran. Sie nutzt die Möglichkeit, den schwerbewachten Mann allein in seinem Hotelzimmer zu stellen.).
  • Die Wüste oder Abrahams Frauen (Fernsehspiel in der Reihe: Biblische Frauen; Produktion: Tellux Film München; Redaktion: Juliana Weiss, Michaela Pilters; Buch: Michael Juncker; Regie: Karin Hercher; Darsteller: Stefanie Mühle (Sybille Täubner), Mark Kuhn (Jochen Täubner), Susanne Evers (Xandra), Dalila Meftati (Hagar), Sabi Dorr (Adam Anne), Hlima Daoud (Sara), Ahmed Snoussi (Abraham), Nabil (Ismael); ZDF 1992; 88 Min. „Der Ingenieur Jochen Täubner und seine Frau Sybille haben sich nach zehn harten Jahren gemeinsam eine Position aufgebaut und einen gewissen Lebensstandard erworben. Aus Vernunftgründen haben sie ihren Kinderwunsch aufgeschoben. Eine berufliche Krise bringt Jochen auf fast kriminelle Abwege, in die er Xandra mit hineinzieht. Fast ausweglos wird die Situation für ihn, als Xandra nach einer mehr zufälligen Begegnung schwanger wird. Das ersehnte Kind, aber mit der falschen Frau – wie sollen sich Jochen und Xandra entscheiden? Sybille nimmt inzwischen ahnungslos in Tunesien die Aufgabe wahr, den Weg für das lebenswichtige Projekt für die Firma auf ihre Art mit Jochens Geschäftspartner Adam Anne zu ebnen. Sie wird mit orientalischem Luxus verwöhnt wie einst Sara vom Pharao. Doch Adam Anne hat Jochen in der Hand, besonders als Sybille von Xandras Schwangerschaft erfährt und ihren Mann verlassen will. Der Dolmetscherin Hagar gelingt es, zu vermitteln. Sie führt Sybille in die Wüste – ob im Traum oder in Wirklichkeit, bleibt in der Schwebe –, wo sie Hagars Sohn Ismael begegnet, in Saras Zelt die Geburt Isaaks erlebt und mitleidet, als Abraham Hagar mit ihrem Kind verstößt. Die Konfrontation mit alter Kultur und Religion gibt Sybille den Anstoß, ihr Verhältnis zu ihrem Mann Jochen zu überdenken und ihr Leben zu ändern.“ [Inhaltsangabe nach ZDF Monatsjournal 10/1992, 76]).

6. Trickfilme

Mit Zeichentrickfilmen und Animationen wird versucht, biblische Themen kindgerecht zu vermitteln. Im Folgenden ist ein repräsentativer Querschnitt des Spektrums aufgeführt.

  1. Der Turmbau (Aus der Reihe: Biblische Geschichten; Trickfilm; BRD 1974/75; Buch und Regie: Wolf Halstenberg; 9 Min. Je höher der Turm wächst, umso gereizter werden die Arbeiter, eine Gemeinschaft ist nicht mehr möglich. Das Miteinander wird zum Gegeneinander.).
  2. Josef und seine Brüder (Aus der Reihe: Biblische Geschichten; Trickfilm; BRD 1975; Teil 1 3; je 9 bis 11 Min.; Autoren: Konrad Hartmann, Jaroslav Bartak; Teil 1: Verkauf Josefs nach Ägypten und sein Aufstieg zum Berater Potifars; Teil 2: Josefs Leben als Verwalter Potifars und die Rettung aus dem Gefängnis; Teil 3: Die Not der anderen Länder und der Wohlstand Ägyptens.).
  3. David und Goliath (Trickfilm; BRD 1976; 11 Min.; Autoren: Jaroslav Bartak, Konrad Hartmann, Jan Cerny. König Saul und sein Volk werden von den Philistern lebensgefährlich bedroht. Israel scheint zu unterliegen angesichts der mächtigen Rüstung und der Drohung des riesigen Goliat. David bietet sich an und ist bereit, gegen Goliat anzutreten.).
 Aus: DVD Geschichte des Deutschen Animationsfilms IV. Kritik und Experiment. Der westdeutsche Animationsfilm

Abb. 23 Still aus: Shalom Pharao (1978/82). Die Verführungsszene im Comic-Stil.

  • Shalom Pharao (Zeichentrickfilm im Comic Stil; BRD 1979/82; Produktion: Linda Film / ZDF; Gestaltung: Curt Linda; Musik: Bert Grund; 77 Min. Curt Linda schafft mit dem Trickfilm einen neuen Zugang zur Bibel, indem er anregend-witzig die Geschichte von Josef und seinen Brüdern erzählt und Pontius Pilatus, dessen Frau Claudia und seinen Sekretär gegenwartsbezogene Kommentare abgeben lässt. Linda will weder die Bibel bebildern noch einen wissenschaftlichen Beitrag zur Erhellung der Novelle liefern, sondern durch eine moderne und witzig-schnottrige Sprache einen direkten Bezug zur Gegenwart herstellen sowie die Erzählung durch kontrastierende Nachfragen von Pilatus und seiner Frau Claudia verfremden.).
  • Daniel (Menschen im Widerstand; Frankreich 1986; 20 Min. Legetrickfilm zum Buch „Daniel“. Eine Stadt wird belagert und erobert. Unter den deportierten befinden sich Daniel und seine drei Freunde. In der Fremde machen sie Karriere. Daniel deutet die Visionen des Herrschers. Doch verweigern die vier dem Diktator den absoluten Gehorsam. Sie werden dem Feuertod preisgegeben.).
  • In der Arche ist der Wurm drin (Trickfilm; BRD 1987; Regie: Wolfgang Urchs; 80 Min. Die Holzwürmer Willi und Aloisia geraten unfreiwillig an Bord der Arche Noah. Man beschuldigt sie, das rettende Schiff einfach aufzufressen.).
  • Bibel-Abenteuer für Kinder (THE GREATEST ADVENTURE. STORIES OF THE BIBLE, USA ohne Jahr; Produzenten: William Hanna und Joseph Barbera. Teile: Die Schöpfung. Josef und seine Brüder. Daniel in der Löwengrube. Die einzelnen Folgen sind in eine Rahmenhandlung eingebettet: Bei Grabungen im Orient geraten die beiden jungen Archäologen Derek und Margo zusammen mit dem Nomadenjungen Moki in einen Sandsturm. Der Boden unter ihren Füßen gibt plötzlich nach, und sie fallen in riesige unterirdische Kammern, die gefüllt sind mit gewaltigen Kunstwerken vergangener Zeiten. „Der sieht ja richtig gut aus.“ „Das hat Potiphars Frau auch gedacht.“ „Ja, meine Herrin, kann ich irgendetwas für Euch tun?“ „Hältst Du mich eigentlich für attraktiv?“ „Ich respektiere meinen Herrn, Ihren Gemahl, im Gegensatz zu Ihnen.“ „Komm zurück! Hilfe!“ „Was ist los? Was ist passiert?“ „Der Hebräer, der bei uns ist, hat uns beide beleidigt. Er versuchte, mich zu umarmen. Er rannte schnell raus und verlor sein Gewand.“ [Die Dialogtexte sind vom Film abgehört]. Kritik: Der Titel der Serie „Bibel-Abenteuer“ ist zugleich Programm der Reihe: Gefragt sind nicht Zentralstellen der biblischen Botschaft, sondern es geht hier um Erzählstoffe, die sich dramatisch, heldenhaft und abenteuerlich ausbeuten lassen. Die Bibel wird als chronologisches Protokoll der Menschheitsgeschichte bzw. der Geschichte Israels gesehen, nicht als Dokument der Glaubenserfahrung. Der fundamentalistische Ansatz der Produktion lässt jegliche Ergebnisse theologischer und historisch-kritischer Forschung außer Acht. Der Film vermittelt die Ideologie einer Leistungsreligion.).
 Aus: DVD eurovideo 21 891

Abb. 24 Still aus: Joseph: King of Dreams (2000).

  • Joseph – König der Träume (JOSEPH: KING OF DREAMS; USA 2000; Produktion: DreamWorks SKG; Regie: Rob LaDuca und Robert C. Ramirez. Der US-amerikanische Zeichentrickfilm wurde direkt für den DVD/Video-Markt produziert. Er befriedigt eine teilweise US-evangelikale Frömmigkeit. Er vermittelt die Botschaft: Das Gute, das Josef verkörpert, siegt zum Schluss. Der Film verlässt oft die biblische Vorlage, erfindet neue Szenen oder greift ältere literarische Vorlagen auf, z.B. während der Zeit, die Josef im Gefängnis verbringt, wächst ein Granatapfelbaum, den er pflegt. Asenat besucht Josef im Gefängnis und versorgt ihn mit Speisen.
  • Die Zehn Gebote – Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln (THE TEN COMMANDMENTS; USA 2007; Regie: Bill Boyce, John Stronach. Der Animationsfilm will jungen Menschen „eine der wichtigsten und spannendsten Passagen der Bibel näher (…) bringen.“ (Werbematerial). Er zeigt die Stationen: Die Geburt Moses und seine Aussetzung in einem Binsenkorb, sein Aufwachsen am ägyptischen Königshaus, seine Erwählung von Gott, um die Israeliten aus der Knechtschaft in die Freiheit zu führen, die schwierige Wüstenwanderung mit vielen Wundern, der brennende Dornbusch, Wasser aus einem Felsen und die Wachteln, die vom Himmel fallen. Am Schluss der Filmhandlung steigt Mose vom Berg Sinai und überreicht seinem Volk die Tafeln mit den zehn Geboten.).
  • CHI RHO – Das Geheimnis (Deutschland 2005-2010, Zeichentrickserie, die mit Unterstützung der Evangelischen und Katholischen Kirche entstand.).

7. Biblische Figuren, verfilmt aus islamischer Tradition

Sowohl alttestamentliche Figuren (z.B. Abraham, Josef, Mose, Salomon u.a.) als auch neutestamentliche Figuren (z.B. Jesus, Maria) sind im Koran aufgenommen und wurden aus islamischer Sicht verfilmt. Es sind hier nur wenige Beispiele genannt:

Abraham mit dem Beinamen „Freund Gottes“ gilt im Koran als einer der wichtigsten Propheten.

  • Abraham: The Friend of God (Iran 2008; Regie: Mohammad Reza Varzi; Darsteller: Roshanak Agmian, Behzad Farahani, Mohammad Sadegh; 140 Min.).

Der iranische Regisseur Shahriar Bahrani (geb. 1951), der in der Tradition von Koran und islamischer Tradition steht, dreht die beiden folgenden Filme:

  • Maryam al-Muqaddasah (SAINT MARY; Iran 2010; Produktion: Mohsen Aliakbari; Regie: Shahriar Bahrani; Buch: Mohammad Saeed Bahmanpoor, Hossein Nuri; 114 Min. Als Maryam (Shabnam Golikhani) in einer Hütte betet, hört sie eine Stimme: „O Maryam! Gott hat dich auserwählt und rein gemacht! Er hat dich vor den Frauen der Menschen in aller Welt auserwählt. O Maryam! Sei deinem Herrn demütig ergeben, wirf dich nieder …“ (Koran, Sure 3, 42f.). Der Film beinhaltet die Botschaft, dass Jesus ein Prophet und nicht der Sohn Gottes ist. Maryam leidet unter dem Patriarchat, öffnet sich jüdischen Frauen und wird als selbstbewusste „emanzipierte“ Frau gezeichnet.).
  • Molke Soleiman (THE KINGDOM Of SOLOMON THE PROPHET; Iran 2010; Produktion: Farabi Cinema Foundation; Regie: Shahriar Bahrani; Drehbuch: Shahriar Bahrani; Darsteller: Amin Zendegani (Salomon), Mahmood Pakniat (Yazar), Elham Hamidi (Miriam), Hossein Mahjoub (Assef), Alireza Kamalinejad (Adonijah) (110 Min.). Der König und Prophet Salomon bittet Gott, ihm ein ideales Königreich zu geben, da es vor seiner Zeit noch nie gab.).

Im Koran wird Salomo zum Propheten und zum Vorläufer Mohammeds. Die Königin von Saba bekennt Salomo (Suleiman): „Mein Herr, wahrlich, ich habe mir selbst Übles getan. Und ich bin ergeben mit Salomo Gott, dem Herrn der Welten.“ (Koran Sure 27, 44: in der Übersetzung von Ahmad Karimi, Der Koran, Freiburg u.a. 2014).

Der iranische Regisseur Nader Talebzadeh Ordubadi (geb. 1953) wird bekannt mit seinem Film:

  • al-Masih (JESUS THE SPIRIT OF GOD; THE MESSIAH; 2007; Produktion: Abdollah Saeedi; Regie: Nader Talebzadeh Ordubadi; 81 Min. Der Film orientiert sich inhaltlich an die Überlieferungen des Koran (Sure 4,156-158; 5,112-115 und 61,6) und an Überlieferungen aus dem Barnabas-Evangelium. Der Film bietet zwei unterschiedliche Schlusssequenzen: Die christliche Sequenz verzichtet auf die Auferstehung und endet mit der trauernden Maria Magdalena (vgl. Cecil B. DeMilles Film „König der Könige“.) Die Darstellung von Jesus mit langem blonden Haar (Ahmad Soleinani Nia) erinnert an die ersten Stummfilme, z.B. FROM THE MANGER TO THE CROSS (USA 1912). Der Film wurde 2007 mit dem Preis für den interreligiösen Dialog auf dem „Religion Today Film Festival“ in Trient ausgezeichnet.).
Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=MTJVBlNd-0c (Zugriff: 1.10.2019)

Abb. 25 Still aus: Musa, Part 7 (2008).

  • Musa (Biopic-TV-Serie über den Propheten Mose; 2008). Der iranische Regisseur Farajullah Salahshur hat eine 70-teilige Biopic-TV-Serie über den Propheten Moses (PBUH) mit dem Rundfunk der Islamischen Republik Iran (IRIB) produziert. Die Hälfte des Drehbuchs wurde unter Aufsicht und Anleitung verschiedener religiöser Führer und Berater der iranischen Provinz Qom geschrieben.

Orientalische Texte bearbeiten die Josefgeschichte meist als Liebesromanze. Neben dem Koran gibt es 17 persische und neun türkische Fassungen. Im Koran bleibt Josef unverheiratet, dagegen zeigen die Prophetenlegenden des at-Ta‘labi im 11. Jh. einen glücklichen Ausgang der Liebesgeschichte. Der Koran nennt die gesamte Josefgeschichte „die schönste Erzählung“ und widmet ihr eine ganze Sure. Er betont die menschliche Seite Josefs, dass auch er die Frau begehrt habe. Nur ein „Zeichen“, eine Offenbarung seines „Herrn“ habe ihn gebremst. Der Koran zeigt einen Josef, der gefestigt ist in seinem Gehorsam gegenüber Gott. Er entlastet die Versucherin. Sie lädt andere Frauen zum Gastmahl ein, und als diese den schönen Josef erblicken, schneiden sie sich mit den Obstmessern ihre Hände auf. Die Frauen sind entzückt (Koran, Sure 12, 31). Vgl. o. zu dem Film al-Mohager.

 Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=PKl3Xnw_3a0 (Zugriff: 1.10.2019)

Abb. 26 Still aus: Yousuf e Payambar (Prophet Yusuf; 2008).

  • Yousuf e Payambar (PROPHET YUSUF; 45 Episoden; Iran 2008; Regie: Farajollah Salahshoor; Darsteller: Mostafa Zamani (Prophet Josef / Osarseph / Yusuf), Mahmoud Pak Niat (Prophet Jakob), Katayoun Riahi (Zuleikha), Hossein Jafari (der junge Prophet Josef), Elham Hamidi (Asenat). Zu Beginn einer jeden Episode der Serie werden die ersten vier Verse (Ayah) des Kapitels (Surah) über Yusuf zitiert: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alif Lam Ra’. Das sind die Verse der deutlichen Schrift. Wir haben den Koran auf Arabisch offenbart, auf dass ihr begreifen möget. Wir erzählen dir die schönsten der Geschichten, indem Wir dir diesen Koran offenbaren, obwohl du zuvor unter denen warst, die keine Kenntnis besaßen. Damals sagte Yusuf zu seinem Vater: ‚O mein Vater, ich sah elf Sterne und die Sonne und den Mond, ich sah sie vor mir niederfallen.’“ Die Fernsehserie, auf Persisch gedreht, greift Inhalte des Korans und islamische Traditionen auf. Der Anfang der Filmhandlung wird auf das Jahr 1160 v. Chr. datiert.
  • Hazreti Yusuf'un Hayati (Türkei 1966; Regie: Muharrem Gürses; Darsteller: Yusuf Sezgin, Sevda Ferdag, Birsen Menekseli, Sami Ayanoglu).
  • Yusuf ile Züleyha (Türkei / Iran 1968/1969; Produktion: Türker Inanoglu; Regie: Türker Inanoglu, Esmail Kushan; Drehbuch: Mehdi Reisfirooz; Darsteller: Fourouzan, Yasemin Alev, Ali Zandi. Nachdem Jacob von seinen Söhnen erfährt, dass sein jüngster Sohn Yusuf tot sei, wird er blind vor Trauer. Eine Karawane bringt Yusuf (Cüneyt Arkin) nach Ägypten. Der Pharao wünscht, dass Rakiras Tochter Züleyha seinen Wesir Butifer heiratet, doch Züleyha lehnt ab, denn sie liebt Josef, Josef wird ihr Diener. Als Butifer die beiden zusammen sieht, wird er eifersüchtig und lässt Josef ins Gefängnis werfen.
  • Yusuf ile Züleyha (Türkei / Iran 1970; Regie: Türker Inanoglu; Darsteller: Yasemin Alev, Cüneyt Arkin, Necdet Tosun). Aus Darsteller finde ich angegeben: Cüneyt Arkın, Furuzan, Yasemin Alev, Necdet Tosun, Ahmet Tanrıkul.
  • Hazreti Yusuf (Türkei 1973: Regie und Buch: Nuri Akinc; Darsteller: Yaşar Yağmur, Bahar Erdeniz, Nuri Altınok).

8. Ausblick

Der erfolgreiche Hollywood-Produzent Ralph Winter plant eine Trilogie über das Leben von König David. „In der Bibel gibt es über 500 spannende Geschichten, und wenn es irgendwelche Menschen gibt, die gute Geschichten erzählen, dann sollten das Christen sein. Wir haben darin eine lange Tradition, aber mit den neuen Technologien haben wir das irgendwie verloren.“ (Ralph Winter in: Hollywood mag die Bibel. pro. Christliches Medienmagazin 13.9.2016).

Schauspieler Will Smith will mit The Redemption of Cain (Alternativer Titel: The Legend of Cain, USA 2020 (?), Drehbuch: Daniel Knauf) sein Debüt als Regisseur geben.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

  • Babington, B. / Evans, P.W., Biblical Epics: Sacred Narrative in the Hollywood Cinema, Manchester 1993
  • Campbell, R. / Pitts, M., The Bible on Film. A Checklist 1897-1980, Metuchen 1981
  • Eichenberger, A., Auf der Suche nach „gottdurchlässigen" Filmen. Zum Dialog zwischen Film und Theologie, Wort und Antwort 34 (1993), 131-136
  • Ford, Ch., Der Film und der Glaube, Nürnberg 1955
  • Graff, M.l., Himmel über Hollywood. Gottesbegegnungen im Kino (Reihe KS-Kompakt Heft 2), erweiterter Sonderdruck der gleichnamigen Serie aus dem katholischen Sonntagsblatt 1995, Ostfildern 1995
  • Greeley, A., Religion in der Popkultur. Musik, Film und Roman, Graz / Wien / Köln 1993
  • Hänssler, F., Die Botschaft: Authentizität versus Interpretation. Interview zum „Genesis-Projekt“ mit Richard Hänssler, medien praktisch 5/2 (1981), 10-14
  • Hasenberg, P. / Luley, W. / Martig, Ch. (Hgg.), Spuren des Religiösen im Film. Meilensteine aus 100 Jahren Kinogeschichte, Mainz 1995
  • Heilmann, R., Paradigma Babylon: Rezeption und Visualisierung des Alten Orients im Spielfilm (Diss.), Mainz 2009
  • Krauss, H., Biblische Geschichten für das Fernsehen. Zum Projekt einer Verfilmung des Alten Testaments, Lebendiges Zeugnis 45 (1990), 129-138
  • Kötzing, A., Warum Hollywood so gerne Bibelfilme dreht. Andreas Kötzing im Gespräch mit Patrick Wellinski, Deutschlandfunk Kultur (Beitrag vom 19.03.2016)
  • Tiemann, M., Bibel im Film. Ein Handbuch für Religionsunterricht. Gemeindearbeit und Erwachsenenbildung, Stuttgart 1995
  • Tiemann, M., Joseph lernt das Laufen Filme zum Thema „Joseph“, ru. Ökumenische Zeitschrift für den Religionsunterricht 28 (1998), 59-64
  • Tiemann, M., Filme für Religionsunterricht und Gemeinde. Schnelle Suche, Göttingen 2009
  • Tiemann, M., Josef und die Frau Potifars im populärkulturellen Kontext. Transkulturelle Verflechtungen in Theologie, Bildender Kunst, Literatur, Musik und Film (pop. religion: lebensstil – kultur – theologie), Wiesbaden 2020
  • Zwick, R. (Hg.), Religion und Gewalt im Bibelfilm (Film und Theologie 20), Marburg 2012
  • Zwick, R., Der Weise und die schöne Fremde. Salomo im Film. Die Bibel in der Kunst / Bible in the Arts 1, 2017 (https://www.bibelwissenschaft.de/fileadmin/user_upload/Bibelkunst/BiKu_2017_08_Zwick-Salomo_Film.pdf)

Hinweis: Alle Abbildungen sind erstellt und bearbeitet von Manfred Tiemann.

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Still aus: Judith of Bethulia (1913). Aus: DVD Alpha Home Entertainment ALP 67670
  • Abb. 2 Still aus: Joseph in the Land of Egypt (1914). Aus: https://www.fandor.com/films/joseph_in_the_land_of_egypt (Zugriff: 1.4.2019)
  • Abb. 3 Still aus: La Sacra Bibbia / After Six Days (1920). Eva (Ada Marucelli) will Adam (Umberto Semprebene) verführen. Aus: https://biblefilms.blogspot.com/2017/10/la-sacra-bibbia-after-six-days-1920.html (Zugriff: 1.4.2019)
  • Abb. 4 Still aus: The Queen of Sheba (1921). Aus: https://www.wikiwand.com/en/The_Queen_of_Sheba_(1921_film) (Zugriff 1.4.2019)
  • Abb. 5 Still aus: Sodom und Gomorra (1922). Aus: DVD Der Österreichische Film / Edition Der Standard
  • Abb. 6 Still aus: Samson and Delilah (1922). Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=sX7of-MVMkU (Zugriff: 5.5.2017)
  • Abb. 7 Still aus: Die Sklavenkönigin (1924). Das jüdische Sklavenmädchen Merapi (María Corda) verliebt sich in Prinz Seti (Adelqui Migliar). Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=ZKv8205oPRA (Zugriff: 5.5.2019)
  • Abb. 8 Still aus: The Ten Commandments (1925). Aus: 50th ANNIVERSARY COLLECTION Paramount, Universal Pictures, P 453016, DVD 3)
  • Abb. 9 Still aus: Metropolis (1926; neu restaurierte Langfassung).
  • Abb. 10 Still aus: Noah’s Ark (1928/58).
  • Abb. 11 Still aus: Der Apfel ist ab (1948). Aus: DVD filmjuwelen
  • Abb. 12 Still aus: The Ten Commandments (1956). Aus: DVD: Paramount Pictures (Universal Picture)
  • Abb. 13 Still aus: Solomon and Sheba (1959). Aus: DVD „MGM HomeEntertainment“ (Reihe: Studio Classics; DY 26408.1)
  • Abb. 14 Still aus: Giuseppe venduto dai fratelli (1961). Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=GbQq9NSte1Y (Zugriff: 1.12.2018)
  • Abb. 15 Kinoplakat zu: Die Bibel … Am Anfang schuf Gott (1965). Aus: DVD-Inlet Twentieth Century Fox. Home Entertainment
  • Abb. 16 Still aus: Josef (1978/1979). Potifera will Josef verführen. Aus: hänssler Video 203.398 VHS
  • Abb. 17 Still aus: Die Bibel: Josef (1994). Potifera (Lesley Ann Warren) überrascht Josef (Paul Mercurio) im Bad und will ihn verführen. Aus: DVD KINOWELT
  • Abb. 18 Still aus: Joseph’s Gift (1998). Clara (Caroline Ambrose) will Joseph (Freddy Rodriguez) verführen. Aus: DVD payless PEL 928
  • Abb. 19 Still aus: Seasons of Gray: A Modern Day Story of Joseph (2013). Bei einer Party zeigt Julia Tanner (April Hartman), die Frau seines neuen Chefs, sexuelles Interesse an Brady Gray (Andrew Cheney). Aus: DVD SCM Hänssler 210.265
  • Abb. 20 Still aus: Josef and the Amazing Technicolor Dreamcoat (1999). Aus: DVD: Universal Pictures Germany GmbH
  • Abb. 21 Still aus: Moses und Aron (1974 / 2015). Aus: Blue-ray Disc Bel Air classiques (Naxos Deutschland GmbH)
  • Abb. 22 Still aus: Josephs Legende (1977). Aus: DVD Deutsche Grammophon 00440 073 4315
  • Abb. 23 Still aus: Shalom Pharao (1978/82). Die Verführungsszene im Comic-Stil. Aus: DVD Geschichte des Deutschen Animationsfilms IV. Kritik und Experiment. Der westdeutsche Animationsfilm
  • Abb. 24 Still aus: Joseph: King of Dreams (2000). Aus: DVD eurovideo 21 891
  • Abb. 25 Still aus: Musa, Part 7 (2008). Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=MTJVBlNd-0c (Zugriff: 1.10.2019)
  • Abb. 26 Still aus: Yousuf e Payambar (Prophet Yusuf; 2008). Aus: Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=PKl3Xnw_3a0 (Zugriff: 1.10.2019)

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