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Lexikon

Baumwolle

Peter Riede

(erstellt: Nov. 2017)

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1. Botanisch

 Aus: Wikimedia Commons; © Llez, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 21.11.2017

Abb. 1 Baumwolle (Gossypium herbaceum L.).

Die Baumwollstaude (Gossypium herbaceum L.) ist ein etwa 1 m, maximal 2 m hoher Strauch. Seine großen Blätter sind drei- oder fünffach gelappt. Charakteristisch sind die roten bzw. cremefarbenen Blüten auf den oberen Zweigen, die auf engen Stielen sitzen. Die Frucht ist eine vielsamige Kapsel, die sich mit drei Klappen öffnet. Die Samen sind mit langen weißen bzw. gelblichen Fasern bedeckt, um deretwillen die Baumwolle angebaut wird.

2. Bezeichnung und Herkunft

Die hebräische Bezeichnung für Baumwolle lautet כַּרְפַּס karpas. Das Wort ist ein Lehnwort aus dem Sanskrit (karpāsa), was darauf hindeutet, dass Stoffe aus Baumwolle aus Indien exportiert wurden und mit ihnen die Bezeichnung. In Indien ist Baumwolle seit frühester Zeit nachweisbar, wie Funde, die um 5000 v. Chr. zu datieren sind, zeigen. → Sanherib soll wolletragende Bäume (evtl. Gossypium arboreum) aus dem Amanusgebirge in seine Gärten verbracht und dort angepflanzt haben (Luckenbill 1924, 11 Z.56 und 116 Z. 64).

In Israel war die Pflanze lange nicht verbreitet. Erstmals wird sie bei Pausanias (5,2.5) um 175 v. Chr. genannt, der Baumwollanbau in Juda voraussetzt.

3. Biblisch

Von der Baumwolle ist im Alten Testament nur einmal die Rede. Est 1,6 setzt Vorhänge / Sonnensegel aus Baumwolle für den persischen Königspalast in Susa voraus. Sie sind Ausdruck der königlichen Pracht.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Paulys Real-Encyclopädie der classischen Alterthumswissenschaft, Stuttgart 1894-1972
  • Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie, Berlin 1928ff
  • Lexikon der Ägyptologie, Wiesbaden 1975-1992
  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Der Kleine Pauly, Stuttgart 1964-1975 (Taschenbuchausgabe, München 1979)
  • Biblisches Reallexikon, 2. Aufl., Tübingen 1977
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • Calwer Bibellexikon, 2. Aufl., Stuttgart 2006

2. Weitere Literatur

  • Hepper, F.N., Pflanzenwelt der Bibel. Eine illustrierte Enzyklopädie, Stuttgart 1992, 168f
  • Löw, I., Die Flora der Juden, Bd. II, Nachdruck Darmstadt 1967, 235-242
  • Luckenbill, D.D., The Annals of Sennacherib (OIP 2), Chicago 1924
  • Meissner, B., Babylonien und Assyrien, Bd. I, Heidelberg 1920, 209.254
  • Moldenke, H.N. und A.L., Plants of the Bible, New York 1952, 109f
  • Staubli, Th., Kleider in biblischer Zeit, Freiburg (Schweiz) 2012, 82
  • Walker, W., All the Plants of the Bible, London 1958, 62f
  • Zohary, M., Pflanzen der Bibel. Vollständiges Handbuch, Stuttgart 2. Aufl. 1986, 73.79

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Baumwolle (Gossypium herbaceum L.). Aus: Wikimedia Commons; © Llez, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 21.11.2017

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