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Lexikon

Bachweide

Peter Riede

(erstellt: Febr. 2015)

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1. Botanisch

Aus: Wikimedia Commons; © Crusier, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 24.3.2015.

Abb. 1 Salix alba.

An ganzjährig wasserführenden Bächen und im Bereich des → Jordantals, aber auch im Zweistromland ist die Weide verbreitet. Am häufigsten sind in Palästina die Salix alba L. (= Linnaeus) und die Salix acmophylla anzutreffen. Während die Erstere eher kühleres Klima bevorzugt, verträgt die zuletzt Genannte auch wärmere Temperaturen. Die Stämme der Bäume können bis zu 30 cm dick werden; sie tragen längliche, spitze Blätter, die gegen Ende des Sommers abgeworfen werden.

2. Biblisch

Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.3.2015.

Abb. 2 Der Feststrauß des Laubhüttenfestes („Lulav“) besteht aus Palmzweig, Myrtenzweig und Bachweidenzweig sowie dem Etrog, einer Zitrusfrucht, die für die kultivierten Früchte steht.

Die hebräische Bezeichnung für die Weide ist עֲרָבָה ‘ǎrāvāh; manchmal wird der Begriff jedoch mit den Euphratpappeln identifiziert (→ Pappel). Die Bezeichnung „Bachweide“ geht auf עַרְבֵי־נָחַל ‘ǎrəvê nāḥal „Weiden eines Baches“ in Lev 23,40 (vgl. Hi 40,22) zurück.

Weidenzweige sind Teil des „Lulav“ genannten Feststraußes beim → Laubhüttenfest (Lev 23,40; → Sukkot; → Myrte). Da die Bäume schnell wachsen, können sie in Jes 44,4 das schnelle Emporsprießen der im Exil befindlichen Israeliten versinnbildlichen. Diese Stelle ist genauso wie Ps 137,2 von babylonischem Lokalkolorit geprägt, wenn hier wie dort der Bewässerungsfeldbau vorausgesetzt wird (vgl. dazu Berges 2008, 323). Die in Jes 15,7 belegte Bezeichnung eines Flusses als „Weidenfluss“ zeugt – gleich welcher Fluss gemeint ist – von markanten Weiden in einem Flusstal. Der Schatten von Weiden beschirmt in Hi 40,22 den Lagerplatz des → Behemot.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Der Kleine Pauly, Stuttgart 1964-1975 (Taschenbuchausgabe, München 1979)
  • Calwer Bibellexikon, 2. Aufl., Stuttgart 2006

2. Weitere Literatur

  • Berges, U., Jesaja 40-48 (HThKAT), Freiburg 2008
  • Hepper, F.N., Pflanzenwelt der Bibel,. Vollständiges Handbuch, Stuttgart 1992, 72f
  • Löw, I., Die Flora der Juden, Bd. III, Nachdruck: Hildesheim 1967, 322ff
  • Zohary, M., Pflanzen der Bibel. Eine illustrierte Enzyklopädie, Stuttgart 2. Aufl. 1986, 131

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Salix alba. Aus: Wikimedia Commons; © Crusier, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 24.3.2015.
  • Abb. 2 Der Feststrauß des Laubhüttenfestes („Lulav“) besteht aus Palmzweig, Myrtenzweig und Bachweidenzweig sowie dem Etrog, einer Zitrusfrucht, die für die kultivierten Früchte steht. Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.3.2015.

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