Ast

(erstellt: Jan. 2020)

Zweig

1. Bezeichnungen

Es gibt im Hebräischen zwei Bezeichnungen für den Ast von Bäumen bzw. Sträuchern: אָמִיר ’āmîr (nur Jer 17,6; in Jes 17,9 lies: הָאֱמֹרִי hā’ämorî „der Amoriter“) und עָבֹת ’āvot (9 Belege).

2. Lebenswelt

Jes 17,6 setzt die Nachlese während der Olivenernte voraus: Dabei kann man jeweils noch zwei, drei reife Früchte ganz oben im Geäst finden, die man dann abklopft, um auch noch der letzten Früchte habhaft zu werden.

3. Kult

Auf Baumkulte, die die Israeliten während der Zeit der Landnahme kennenlernten, rekurriert Ez 20,28. Diese Kulte fanden unter astreichen, belaubten Bäumen statt, die sie zum Ort ihrer Opfer machten (vgl. Ez 6,13). Ps 118,27 bezieht sich dagegen auf ein Fest, bei dem die Feiernden mit Zweigen und Ästen in der Hand tanzen. Die Äste „dienen nicht zum Bau von Hütten auf dem Tempelareal“ (Hossfeld / Zenger 2008, 331), sondern sind Teil der Königshuldigung, die nun aber dem göttlichen König gilt. Nach der Verkündung der → Tora durch → Esra in Jerusalem werden aufgrund der dort enthaltenen Bestimmungen beim Laubhüttenfest Äste von Ölbäumen, Myrten, Palmen und weiteren, nicht näher bestimmbaren astreichen Bäumen zur Anfertigung von → Laubhütten verwendet (Neh 8,15). Mit dem Sammeln von Palmwedeln, Ästen von Laubbäumen und Bachweiden als Grundlage für den Hüttenbau beginnt nach Lev 23,40 das Laubhüttenfest.

4. Metaphorik

Das Bild der Nachlese bei der Olivenernte, bei der nur zwei, drei Früchte ganz oben im Geäst übrigbleiben, bezieht Jes 17,6 auf das Schicksal Israels, dem durch die Feinde ein fast völliger Untergang bereitet wird (vgl. Beuken 2007, 155). Zu Ez 19,11 sowie Ez 31,3.10.14Zweig.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

  • Beuken, W.M.A., Jesaja 13-27 (HThKAT), Freiburg 2007
  • Hossfeld, F.-L. / Zenger, E., Psalmen 101-150 (HThKAT), Freiburg 2008
  • Rüthy, A.E., Die Pflanze und ihre Teile im biblisch-hebräischen Sprachgebrauch, Diss. Bern 1942

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