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Lexikon

Akazie

Ute Neumann-Gorsolke

(erstellt: Dez. 2005)

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1. Botanisch

© public domain (Foto: Klaus Koenen)

Abb. 1 Akazie auf dem Sinai.

Die Akazie (hebr. שִׁטָּה šiṭṭāh) ist mit 5 Arten in Palästina beheimatet (Acacia laeta; A. tortilis; A. nevegensis; A. albida und A. raddiana), die sich in Standort und Wuchs unterscheiden. Akazien sind immergrüne Bäume und erreichen eine Höhe von 3-5 m. Sie bilden eine typische schirmartige Krone aus, die geeignet ist, Schatten zu spenden. Die Blätter sind doppelt gefiedert, und an den Zweigen finden sich lange scharfe weiße Dornen, Nebenblätter. Als Mitglied der Familie der Mimosengewächse bilden Akazien im Frühling und noch einmal im Spätsommer gelbe Blüten in kugeligen, langgestielten Köpfchen aus, aus denen sich vielsamige Früchte in glatten, gedrehten Hülsen entwickeln. Fallen die Hülsen ab, dienen sie verschiedenen Tieren als Nahrung. Standorte sind die Wüstenzonen des Negev und der Araba, einige Arten treten aber auch in fruchtbaren Gegenden auf (s.u.). Das Akazienholz einiger Arten wird als Bauholz genutzt, da es zwar sehr leicht, aber enorm widerstandsfähig und dauerhaft ist. LXX übersetzt hebr. שִׁטָּה šiṭṭāh daher mit xylon astēpton „unverfaulbares Holz“.

2. Vorkommen im Alten Testament

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 2 Akazie

Im Alten Testament wird die Akazie entsprechend ihrem natürlichen Vorkommen fast ausschließlich im Kontext der Wüstenwanderung des Volkes Israel erwähnt: als Baumaterial für die → Lade JHWHs (Ex 25,10; Dtn 10,3) und für andere hölzerne Teile des Wüstenheiligtums (in Ex 25,5-38,8 26mal).

Unklar ist die Bedeutung von Akazien in Jes 41,19, die hier neben Zedern, Myrten und Ölbäumen als Zeichen des Heils in der Wüste verheißen werden, obwohl Akazien gerade in Wüstenregionen heimisch sind. Nach Feliks ist hier die A. albida, der sog. Anabaum gemeint, der auch in den fruchtbareren Gegenden des oberen Jordan, z.T. in Hainen, vorkam, einen breiten Stamm ausbildete und eine Höhe von 20 m erreichte. Nach der Tradition des Jerusalemer Talmud soll auch die A. albida das Holz für das Wüstenheiligtum geliefert haben, während Zohary es für wesentlich wahrscheinlicher hält, dass die in der Araba und im Negeb beheimatete A. raddiana das Material für das Wüstenheiligtum und die heiligen Gerätschaften geliefert habe.

Die Pluralform שִׁטִּים šiṭṭîm wird verwendet, um Örtlichkeiten zu bezeichnen, so die Gegend östlich des Jordan gegenüber Jericho: Abel-Schittim (Num 33,49; s. auch Joel 4,18; Num 25,1; Jos 2,1; Jos 3,1; Mi 6,5).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Kurzes Bibelwörterbuch, Tübingen / Leipzig 1903
  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Biblisches Reallexikon, 2. Aufl., Tübingen 1977
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • Calwer Bibellexikon, Stuttgart 2003

2. Weitere Literatur

  • Hepper, F.N., 1992, Pflanzen der Bibel. Eine illustrierte Enzyklopädie, Stuttgart
  • Neumann-Gorsolke, U. / Riede, P., 2003, Das Kleid der Erde. Pflanzen in der Lebenswelt des alten Israel, Stuttgart
  • Zohary, M., 3. Aufl. 1995, Pflanzen der Bibel, Stuttgart

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Akazie auf dem Sinai. © public domain (Foto: Klaus Koenen)
  • Abb. 2 Akazie © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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