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Lehrer

(1) Der Titel, der Esra beigelegt wird, lautet wörtlich »Schreiber«, ergänzt durch den Zusatz »kundig im Gesetz Moses« (Esra 7,6; vgl. 7,11-12). Der Zusatz stellt klar, dass Esra dieses → Gesetz nicht geschrieben, sondern studiert hat, um auf seiner Grundlage das Leben der Juden in der persischen Provinz Juda zu ordnen (Esra 7,25-26; 9–10; Neh 8). Esra wurde auf diese Weise zum Urbild der späteren → Gesetzeslehrer.

(2) Schüler (→ Jünger) um sich zu versammeln ist Sache des »Lehrers«. Jesus gleicht darin den → Gesetzeslehrern seiner Zeit, und wie sie wird er oft mit → »Rabbi« angeredet (z.B. Mk 9,5; 11,21; Joh 1,38.49; 3,2) bzw. mit dem entsprechenden »Lehrer« (z.B. Mt 8,19; Mk 4,38). Für die Jünger – und für seine Gemeinde – ist er der Lehrer (Mt 23,8; vgl. 28,19; Mk 14,14).

(3) In den frühchristlichen Gemeinden gab es neben → Aposteln und → Propheten auch Lehrer (1 Kor 12,28-29; Eph 4,11; vgl. Apg 13,1). Von Gottes → Geist berufen, war es wohl ihre Aufgabe, die den Glauben an Christus begründende Überlieferung (z.B. 1 Kor 15,3-5; Röm 1,3-4; 1 Kor 11,23-25) wie auch die Weisungen, die das sittliche Leben der Christen betreffen (→ Bergpredigt), zu bewahren und in der Gemeinde lebendig zu erhalten. Grundlegend geschah diese Art von Unterweisung bei der Vorbereitung der Täuflinge auf die → Taufe (vgl. Röm 6,17). Die Lehrer hatten auch die Aufgabe, die Schriften des Alten Testaments im Licht des Christusglaubens auszulegen (vgl. 2 Tim 3,14-17).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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