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Johannes 20,19-20(21-23)24-29 | Quasimodogeniti | 07.04.2024

Einführung in das Johannesevangelium

Das Johannesevangelium ist wie ein Fluss, in dem ein Kind waten und ein Elefant schwimmen kann.

Robert Kysar

Das Evangelium „nach Johannes“ ist das tiefgründigste und theologisch wie kulturgeschichtlich wirkungsvollste der kanonischen Evangelien. Es unterscheidet sich in Stoff, narrativer Gestalt, Sprache und Theologie signifikant von den Synoptikern. Die Erklärung dieser Besonderheiten sowie die Frage nach seinen Quellen und seinem historischen und theologischen Wert gehören zu den schwierigsten und umstrittensten Fragen der Forschung.

Joh ist wie Mk eine kerygmatische Erzählung vom Wirken, Sterben und Auferstehen Jesu, d.h. ein Evangelium. Es ist programmatisch aus nachösterlicher Perspektive gestaltet, aus der durch den Geist gewirkten „Erinnerung“ (Joh 2,22; 12,16), und es trägt diese Perspektive bewusst in die Erzählung der Geschichte Jesu und seines Todes (19,30), so dass alle Einzel-Episoden schon im Licht des Ganzen des Christusgeschehens, im ‚österlichen Glanz‘, zu lesen sind.

Joh enthält eigentümliche Stoffe (Prolog, Abschiedsreden, ausgedehnte Reden und Dialoge Jesu mit Nikodemus, der Samaritanerin oder Pilatus), Erzählungen wie das Weinwunder (Joh 2), Lazarus (Joh 11), die Fußwaschung (Joh 13). Wichtige synoptische Stoffe (z.B. Geburtsgeschichten, Gleichnisse, Bergpredigt, Endzeitrede) fehlen. Die Tempelreinigung (Joh 2,13-22) ist aus dem Passionskontext an den Anfang umgestellt, der Todesbeschluss des Hohen Rates (Joh 11,45-54) erfolgt ebenfalls schon vor der Passion als Antwort auf die Lazarus-Erweckung. Dies weist auf eine bewusste Umgestaltung der älteren Jesusüberlieferung hin, die auch geschichtliche Sachverhalte in großer Freiheit anders erzählt. Dies zeigt sich auch in der anderen Sprache Jesu, die im Grunde die Sprache aller anderen Figuren und des Autors ist. D.h., auch in Jesu Worten und Reden spricht faktisch der joh Autor.

1. Verfasser

Das „Evangelium nach Johannes“ ist wie alle kanonischen Evangelien anonym überliefert. Die Überschrift ist im 2. Jh. nachgetragen. Traditionell wurde es ab dem späten 2. Jh. dem Apostel und Zebedaiden Johannes zugeschrieben, der mit der Figur des „Jüngers, den Jesus liebte“ (Joh 13,23) identifiziert wurde. Diese Zuschreibung ist erklärlich, weil man diesen ‚Lieblingsjünger‘ (LJ) mit dem ‚unbekannten‘ zweiten Jünger aus Joh 1,35-40 identifiziert hat und (aufgrund von Mk 1,16-20 oder Apg 3-5) in diesem den Zebedaiden Johannes sah. So ‚wurde‘ der LJ zum Augenzeugen der ganzen Erzählung und das Evangelium bekam ‚apostolische‘ Würden. Nach der Johanneslegende (bei Irenäus u.a.) soll dieser Johannes als Greis sein Werk in Ephesus in Kleinasien geschrieben haben, nach Clemens v. Alex. ist es als „geistliches“ Evangelium in Ergänzung und Vertiefung zu den drei eher „leiblichen“ Erzählungen der Synoptiker abgefasst.

Aufgrund von Stoff, Sprache und erzählerischer Gestalt ist allerdings höchst unwahrscheinlich, dass der galiläische Fischer im hohen Alter das Werk verfasst hat. Und selbst wenn er der Autor wäre, wäre schwer erklärlich, warum es sich von der älteren Tradition so unterscheidet.

Nur das wohl als ‚Nachtrag‘ angefügte Kapitel 21 führt die Abfassung auf den LJ zurück, in Joh 1-20 ist dieser zwar an wenigen Stellen ab dem letzten Mahl (13,23; 19,25-27; 20,1-10) Petrus an die Seite gestellt, doch eher als ‚ideale Figur‘, die Jesus näher ist und ihn besser versteht. Der eigentliche „Autor“ ist in Joh 1-20 der „erinnernde“ Geist (Joh 14,25f). Wenn hinter dem LJ auch eine ‚reale‘ Figur im Umkreis der joh Gemeinden stand (wie 21,22f nahelegt), ist fraglich, ob dieser mit einer bekannten Gestalt zu identifizieren ist. Das Joh wäre in dann Fall posthum von Schülern (21,24f) herausgegeben. Wenn der Autor des Joh mit dem von 1-3Joh identisch ist, wäre der autoritativ schreibende „Presbyteros“ aus 2Joh 1; 3Joh 1 am ehesten mit dem bei Papias von Hierapolis (Eus., h.e. 3,39,4) als Traditionsträger in der Asia erwähnten „Presbyteros Johannes“ zu identifizieren. Die spätere Zuschreibung an den Zebedaiden wäre dann in einer Verwechslung oder eher intentionalen Überblendung der Namen erfolgt.

Schriftzitate und Anspielungen belegen eine gute Kenntnis des AT, das aber höchst selektiv benutzt wird. Analog ist auch für die übrigen Traditionen eine sehr eigenständige Verwendung anzunehmen. Nichts ist nur ‚abgeschrieben‘, Joh 20,30f bezeugt eine bewusste Auswahl des Autors aus den ihm verfügbaren Stoffen. Daraus folgt aber: Die Eigenständigkeit in Stoff und literarischer Ausgestaltung belegt keine ‚Unabhängigkeit‘ von der synoptischen Tradition. Jede Rekonstruktion schriftlicher Quellen (z.B. einer ‚Semeia‘-Quelle mit Wundergeschichten oder eines eigenen Passionsberichtes) ist m.E. unmöglich, doch sind neben den Synoptikern (v.a. Mk) mündliche und schriftliche Gemeindetraditionen anzunehmen, die aber alle eigenständig umgestaltet sind. Der Autor kennt das Mk (wie z.B. die Anspielungen auf die Gethsemane-Episode in 12,27f; 14,31 und 18,11 zeigen) und setzt die Kenntnis auch bei seinen Lesern voraus (s. 3,24), evtl. kennt er auch Lk oder Stoffe daraus, eine Kenntnis des Mt ist nicht zu belegen. Er ist gleichfalls vertraut mit jüdischen Bräuchen und wohl auch mit Gegebenheiten in Jerusalem. Vielleicht ist er ursprünglich ein Palästiner, der dann im Zuge des jüdischen Krieges nach Kleinasien kam.

2. Adressaten

Das Joh ist wohl in Gemeindekreisen entstanden, die auch in 1-3Joh greifbar sind. Diese Gemeinden (oder die ‚Joh. Schule‘) in Kleinasien sind erst im letzten Drittel des 1. Jh. greifbar, sie hatten eigene Traditionen, aber nahmen auch synoptische und paulinische Motive auf. Ein Teil der joh Christusgläubigen entstammte wohl der Diasporasynagoge, und die traumatischen Spuren einer erfolgten Trennung (aposynagogos: Joh 9,22; 12,42; 16,2) sind wahrnehmbar, hingegen waren andere wohl Nichtjuden („Griechen": Joh 7,35; 12,20). Der Kontext steht also ein Verband ‚gemischter‘ Gemeinden, wohl im urbanen Raum, in dem neben diesen joh Christusgläubigen auch anders geprägte Gruppen koexistierten (z.B. Apk, Eph, Pastoralbriefe).

Nach den Abschiedsreden erscheinen die Adressaten selbst verunsichert ‚in der Welt‘, so dass Jesu Wort und das ganze Joh im Durchgang durch die Geschichte Jesu eine Antwort darauf bietet. Zugleich ist das Joh nicht nur als konkretes Wort an einen begrenzten, gar ‚sektiererisch‘ abgeschlossenen Gemeindekreis zu lesen, vielmehr zielt es auch auf Lesende in einem weiteren Rahmen, ja auf die Welt der Bücher, wenn es in 1,1 die Genesis überbietend aufnimmt und in 21,25 mit einem Hinweis auf viele Bücher endet.

3. Entstehungsort

Die Herausgabe des Evangeliums wird seit der altkirchlichen Tradition in Ephesus angesetzt. Dies ist im Joh und den drei Briefen nicht positiv zu belegen, und sachlich wäre jeder urbane Kontext im östlichen Mittelmeerraum denkbar, doch weist das frühe Zeugnis des Papias von Hierapolis, Polykarp u.a. auf den Raum Kleinasiens, ebenso die frühe Verbindung mit der dort situierten Apokalypse. Andere Vorschläge (Alexandrien wegen der Rede vom Logos; Syrien wegen vermeintlicher Nähe zu gnostischen Traditionen; Ostjordanland wegen der Bedeutung der ‚Juden‘) sind ebensowenig zu belegen. Kleinasien bleibt die wahrscheinlichste Option.

4. Wichtige Themen

Wichtige Themen der exegetischen Interpretation sind die hohe Christologie: Jesus ist der eine Offenbarer Gottes, ja er ist ‚Gott‘. Er gibt Leben, gibt den Geist. Sein Tod ist ‚Vollendung‘ der Schrift und des Willens Gottes (19,30), seine Sendung (ans Kreuz) der Erweis der ‚Liebe‘ Gottes zur Welt (3,16). Auffällig ist die ‚Vergegenwärtigung‘ der Eschatologie: Das ‚ewige Leben‘ ist schon jetzt im Glauben gegeben (5,24), das Gericht ergeht jetzt in der Begegnung mit Jesus (3,18). Zentrale Bedeutung hat der Geist, der als ‚Beistand‘ (Paraklet) der nachösterlichen Gemeinde diese begleitet, erinnert und zum Zeugnis befähigt. Joh entwickelt eine Art, von Vater, Sohn und Geist in personaler Unterscheidung zu reden, die bereits in die Richtung der späteren Trinitätslehre führt. Das alles wird in Bezug auf die Schriften Israels entfaltet, die nach Joh sämtlich von Jesus zeugen. Daher beansprucht der joh Jesus Exklusivität als Offenbarer (1,18; 14,6), während alle anderen Wege, auch der der nicht an Jesus glaubenden Schüler Moses (9,28) nicht „zum Vater“ führen. Die schroffe antijüdische Polemik ist z.T. Ertrag der schmerzhaften Trennungs- und Identitätsbildungsprozesse. Für die Gemeinde ergibt sich daraus eine innere Trennung von der ‚Welt‘, der mit einer (Familien-)Ethik der (nicht nur, aber vorrangig) auf die eigene Gruppe gerichteten Liebe begegnet wird.

5. Besonderheiten

Das Joh will, dass seine Leser:innen besser und tiefer verstehen. Diesem Ziel dient die literarische Ausgestaltung durch ein eine Vielzahl literarischer Gestaltungsmittel: die Vor-Information durch den Prolog lässt die Leserschaft stets ‚wissender‘ sein als die textlichen Figuren, deren ‚dumme‘ Fragen oft Verwunderung auslösen. Die Wundergeschichten sind durch textliche Verweise so ausgestaltet, dass sie nie nur als Bericht eines vergangenen Ereignisses gelesen werden können, sondern stets auf das Ganze des Heilsgeschehens bezogen sind. Explizite und implizite Erzählerkommentare und Erläuterungen lenken den Blick auf textliche und theologische Bezüge. Narrative Figuren bieten Identifikationsangebote und provozieren durch ihre Ambivalenz zur Stellungnahme. Miteinander vernetzte, z.T. breit symbolisch ausgestaltete Metaphern (wie Wasser, Brot, Hirte, Weinstock, aber auch Geburt, Familie, Tempel, Garten) verstärken das Wirkungspotential des Textes und laden die Lesenden ein, ihn „zu bewohnen“ (Ricœur). Als subtiler literarischer Text spiegelt das Joh nicht nur die hohe Kunst seines Autors, sondern wurde selbst zur Weltliteratur.

Literatur:

  • Meyers KEK: Jean Zumstein, Das Johannesevangelium, Göttingen 2016; C.K:Barrett, Das Evangelium nach Johannes, Üs. H. Balz (KEK Sonderband), Göttingen 1991.
  • Martin Hengel, Die johanneische Frage, WUNT 67, Tübingen 1993.
  • Jörg Frey, Die Herrlichkeit des Gekreuzigten. Studien zu den johanneischen Schriften 1, WUNT 307, Tübingen 2013: https://www.mohrsiebeck.com/buch/die-herrlichkeit-des-gekreuzigten-9783161527968?no_cache=1
  • Francis Moloney, The Gospel According to John, Sacra Pagina 4, Collegeville MN 1998; Marianne Meye Thompson, John: A Commentary, NTL, Louisville KN 2015.

A) Exegese kompakt: Joh 20,19-20(21-23)24-29

Sonderbehandlung für den zu spät gekommenen

19Οὔσης οὖν ὀψίας τῇ ἡμέρᾳ ἐκείνῃ τῇ μιᾷ σαββάτων καὶ τῶν θυρῶν κεκλεισμένων ὅπου ἦσαν οἱ μαθηταὶ διὰ τὸν φόβον τῶν Ἰουδαίων, ἦλθεν ὁ Ἰησοῦς καὶ ἔστη εἰς τὸ μέσον καὶ λέγει αὐτοῖς· εἰρήνη ὑμῖν. 20καὶ τοῦτο εἰπὼν ἔδειξεν τὰς χεῖρας καὶ τὴν πλευρὰν αὐτοῖς. ἐχάρησαν οὖν οἱ μαθηταὶ ἰδόντες τὸν κύριον.

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24Θωμᾶς δὲ εἷς ἐκ τῶν δώδεκα, ὁ λεγόμενος Δίδυμος, οὐκ ἦν μετ’ αὐτῶν ὅτε ἦλθεν Ἰησοῦς. 25ἔλεγον οὖν αὐτῷ οἱ ἄλλοι μαθηταί· ἑωράκαμεν τὸν κύριον. ὁ δὲ εἶπεν αὐτοῖς· ἐὰν μὴ ἴδω ἐν ταῖς χερσὶν αὐτοῦ τὸν τύπον τῶν ἥλων καὶ βάλω τὸν δάκτυλόν μου εἰς τὸν τύπον τῶν ἥλων καὶ βάλω μου τὴν χεῖρα εἰς τὴν πλευρὰν αὐτοῦ, οὐ μὴ πιστεύσω. 26Καὶ μεθ’ ἡμέρας ὀκτὼ πάλιν ἦσαν ἔσω οἱ μαθηταὶ αὐτοῦ καὶ Θωμᾶς μετ’ αὐτῶν. ἔρχεται ὁ Ἰησοῦς τῶν θυρῶν κεκλεισμένων καὶ ἔστη εἰς τὸ μέσον καὶ εἶπεν· εἰρήνη ὑμῖν. 27εἶτα λέγει τῷ Θωμᾷ· φέρε τὸν δάκτυλόν σου ὧδε καὶ ἴδε τὰς χεῖράς μου καὶ φέρε τὴν χεῖρά σου καὶ βάλε εἰς τὴν πλευράν μου, καὶ μὴ γίνου ἄπιστος ἀλλὰ πιστός. 28ἀπεκρίθη Θωμᾶς καὶ εἶπεν αὐτῷ· ὁ κύριός μου καὶ ὁ θεός μου. 29λέγει αὐτῷ ὁ Ἰησοῦς· ὅτι ἑώρακάς με πεπίστευκας; μακάριοι οἱ μὴ ἰδόντες καὶ πιστεύσαντες.

Johannes 20:24-29NA28Bibelstelle anzeigen

Übersetzung

19 Als es nun Abend war an jenem ersten Tag nach dem Sabbat, und die Türen verschlossen waren, wo die Jünger waren, wegen der Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat in die Mitte und sagt zu ihnen: „Friede [sei mit] euch!“ 20 Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. …

24 Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die anderen Jünger zu ihm: „Wir haben den Herrn gesehen.“ Er aber sagte: „Wenn ich nicht in seinen Händen den Abdruck der Nägel sehe und meinen Finger in den Abdruck der Nägel lege und meine Hand in seine Seite lege, werde ich nicht Glauben fassen. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen, und Thomas mit ihnen. [Da] kommt Jesus, obwohl die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und sagte: „Friede [sei mit] euch!“ 27 Daraufhin sagt er zu Thomas: „Führe deinen Finger hierher und sieh meine Hände, und führe deine Hand und lege sie in meine Seite, und werde nicht ungläubig, sondern gläubig!“ 28 Thomas antwortete und sagte zu ihm: „Mein Herr und mein Gott!“ 29 Jesus sagt zu ihm: „Weil du gesehen hast, glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“

1. Fragen und Hilfen zur Übersetzung

19: μία σαββάτων: hier ist ἡμέρα ausgelassen, wörtl. „[Tag] eins nach dem Sabbat“ = der erste Tag der Woche.

24: Thomas (aram. Te’ômāh = Zwilling). Griech. Δίδυμος ist die Übersetzung des aram. Namens: «Zwilling». Wurde er Zwilling genannt, weil er einer war, der noch einen Zwillingsbruder hatte? Die spätere Tradition in Syrien hat ihn dann als „Zwillingsbruder“ oder „Double“ Jesu gedeutet.

25: οὐ μὴ - starke Verneinung: „gewiss nicht“.

26 πιστεύσω – Aorist punktuell bzw. incohativ: „Glauben fassen / zum Glauben kommen“.

27: μὴ γίνου: wörtlich: „werde nicht“.

29: πεπίστευκας ist ein Perfekt, hier präsentisch zu übersetzen (Zustand als Folge des Zum-Glauben-Kommens); πιστεύσαντες ist Aorist: Vielleicht „doch zum Glauben kommen“.

29: Der erste Satz Jesu kann eine Frage oder eine Feststellung sein. Satzzeichen fehlen im Ausgangstext.

2. Literarische Gestalt und Kontext

Die Ostererzählungen in Joh 20 gliedern sich in 4 Abschnitte (1-10: das leere Grab und der ‚Wettlauf‘ der beiden Jünger; 11-18: Jesu Begegnung mit Maria im Garten; 19-24: Jesu Begegnung mit den Jüngern; 25-29: Begegnung mit Thomas), dann folgt der erste Buchschluss 20,30f. Der Predigttext fasst die 3. und 4. Szene zusammen, übergeht aber die Geistübermittlung und Beauftragung (V. 21-23). Der Fokus liegt auf der österlichen Begegnung mit den Jüngern und dann mit Thomas.

Die Erscheinung im Jüngerkreis hat eine enge Parallele in Lk 24,36-49. Dort liegt der Fokus auf der materiellen Leiblichkeit des Auferstandenen, der kein ‘Geist’/Gespenst ist und sogar Fisch isst. Das fehlt hier, und man kann fragen, ob der Aspekt der materiellen Leiblichkeit in die Thomas-Episode, die nur Joh hat, ausgelagert ist, insofern Thomas Jesus sogar betasten will. Doch zeigen sich dort andere Anliegen.

3. Literarischer Kontext und historische Einordnung

Manches spricht dafür, dass V. 19-24 mit der lk. Parallele zusammenhängen, evtl. von ihr abhängig sind. Dann wären die Aspekte der Materialität weggelassen, stattdessen fügt Joh hier das ‚Pfingsten‘, die Geist-Übergabe an die Jünger und die Beauftragung zu ihrem Wirken in ‚Verlängerung‘ des Werks Jesu ein. Die Thomasperikope findet sich nur bei Joh. Sie ist parallel zur Erscheinung vor den Jüngern und vermutlich aus dieser heraus – als eine fiktionale Szene – gestaltet. Hier zeigt sich, was dem Evangelisten (im Blick auf seine Leserschaft) besonders wichtig ist.

Die ganze Passage ist aus nachösterlicher Perspektive gestaltet. Die Wendung „Furcht vor den Juden“ trägt die undifferenzierte Rede von „den Juden“ in die Situation in Palästina ein, wo alle – Jesus wie seine Freunde – natürlich Juden waren, während im Joh aus dem Blickwinkel der späteren Situation (nach dem Jahr 70; in der Diaspora), die Differenzierung zwischen den Oberen, und dem ganzen Volk verwischt wird.

4. Schwerpunkte der Interpretation

Dass der Auferstandene durch verschlossene Türen geht und unverhofft ‚erscheint‘, zeigt, dass es sich um unverfügbare, souveräne Akte handelt, in denen Jesus Menschen begegnet und sich darin als Gott erweist. Der Auferstandene ist zwar ‚leiblich‘, aber doch nicht ein wiederbelebter Leichnam. Alle Spekulationen über die Art seiner physischen Beschaffenheit gehen am Text vorbei und sind verfehlt.

Jesus wird erkannt an den Zeichen seiner Kreuzigung und an dem Wort der Anrede „Friede euch!“. Erst dann werden die Jünger „froh“, d.h. sie ‚glauben‘. Erst indem sie im Erscheinenden den wieder erkennen, den sie aus dem früheren Zusammensein kennen, wird die Erscheinung für sie tröstlich – sonst wäre sie nur verstörend, beängstigend, gespenstisch (vgl. Lk 24,37). Das Sehen von ‚Zeichen‘ und eine Anrede führen zum Glauben (so bei Maria, bei den Jüngern, bei Thomas). Dieser Glaube impliziert nicht nur „er ist wieder da“ bzw. „er ist nicht mehr tot“, sondern vielmehr „der uns erscheint, ist der, den wir kennen, der uns anspricht, annimmt“. Oder eben „mein Herr und mein Gott“ (V. 28).

Thomas hat einen schlechten Ruf. Er gilt als der ‚Ungläubige‘, der ‚Zweifler‘. Dahinter steht das  Miss­verständnis, dass Glaube nur ohne zu sehen wahrer Glaube sei, dass wahrer Glaube blind sein müsse und im Gegensatz zum Wissen(-Wollen) stehe. Darum wird V. 29 meist als Tadel an Thomas, seinem Sehen- und Tastenwollen, gedeutet. Diese Deutung passt zur protestantisch wohlfeilen Kritik am Wunderglauben, aber sie verfehlt den joh Punkt: Thomas ist nicht ‚ungläubiger‘ als die anderen: Diese sind gegenüber dem Zeugnis der Maria (V. 18) genauso ‚ungläubig‘ wie Thomas gegenüber ihrem Bericht (V. 25). Ihnen wird das Sehen der Wundmale und die Anrede Jesu gewährt, ebenso wie dann Thomas. Jesus zusätzlich zu betasten wäre zwar eine Steigerung der sinnlichen Wahrnehmung, aber letztlich nichts anderes als das Sehen der Wundmale.

To touch or not to touch: Hat er ihn betastet? Zwar läuft die Erzählung darauf hin, dass man dies erwartet, doch wird nur das Angebot Jesu, nicht die Ausführung berichtet. Thomas sieht (wie die anderen) Jesu Wundmale, aber ein Berühren wird gerade nicht erzählt. Man kann die Erzählung auch anders lesen: Dass Jesus um sein Begehren weiss, ihn darauf anspricht, ihm einen Sonderweg bietet, auch zum Glauben zu kommen, das führt unmittelbar zum Bekenntnis des Thomas, dem höchsten Bekenntnis im Joh überhaupt. Er ist durchschaut und zugleich angenommen – er muss den Finger nicht mehr in die Wunde legen.

Jesu letztes Wort an Thomas ist nicht ein Tadel („Wärest du besser blind gläubig gewesen!“), sondern eine Verheißung an alle Zu-spät-Gekommenen oder Nachgeborenen: Selig sind, die nicht mehr (physisch) sehen können – und doch zum Glauben kommen (sollen und können), selig, die nicht mehr Zeitgenossen Jesu sind und doch durch das Zeugnis, durch das Evangelium, glauben. Es ist eine Verheißung an alle Leserinnen und Leser des Joh. Ihnen, denen Jesus physisch entzogen ist (16,7), soll das Zeugnis des Buchs mit den darin aufgeschriebenen Zeichen (20,30f.) zum Glauben helfen.

5. Theologische Perspektivierung

In der frühen Kirche (gegen die Gnosis) wurde die Episode stets als Bekräftigung der Wirklichkeit der Auferstehung Jesu gedeutet: Thomas hat ihn berührt, also ist Jesus wahrhaftig auferstanden. Vor allem seit der Reformation zeigt sich die kritische Frage, ob das Ansinnen des Thomas nicht vermessen ist. Nun wurde er zum ‚Ungläubigen‘. Zwei Kunstwerke veranschaulichen die unterschiedliche Lektüre der Thomasepisode und können helfen, sie zu differenzieren: Das berühmte Bild von Caravaggio zeigt eine fast inquisitorische Handgreiflichkeit, in der die Hand des Thomas in die Wunde Jesu eindringt. Andererseits Rembrandt, bei dem Thomas schon auf Jesu Wort hin zurückschreckt und überwunden ist.

Die Episode hat enormes theologisches Gewicht: Der Auferstandene ist immer auch der Gekreuzigte und der Inkarnierte. „Mein Herr und mein Gott“ ist bleibend auch der Menschgewordene, dessen Menschsein, dessen Solidarität mit den Menschen, mit seinen ‚Freunden‘, nicht zum Ende kommt, sondern bleibt. Mehr noch: Gott hat, wenn er sich zum Gekreuzigten gestellt, ihn erhöht und verherrlicht hat, das Menschsein und seine tiefsten Tiefen in sich selbst aufgenommen. Insofern hat sich Gott in Christus auf eine menschliche Geschichte eingelassen und bleibt nicht unberührt von ihr. „Mein Herr und mein Gott“ trägt bleibend, die Stigmata, die Narben dieser Geschichte mit sich. Daran ist er erkennbar – und ‚himmelweit‘ oder besser ‚erdenweit‘ von jedem philosophischen Gottesbild unterschieden.

B) Praktisch-theologische Resonanzen

1. Persönliche Resonanzen

Die exegetische Ehrenrettung des „ungläubigen Thomas“ tut gut. Wie oft habe ich mich selbst bei der Begegnung mit dieser Glaubensfigur auf frischer Tat ertappt gefühlt. Auch bei mir nistet sich dieser Zweifel ein, wenn ich Gott mal wieder längere Zeit so gar nicht in der Welt „sehen“ kann. Dann wünsche ich mir eine greifbare Gotteserfahrung, die mich Glauben fassen lässt. Nicht nur Thomas und mir geht es so, erkenne ich. Auch die anderen Jünger brauchen nach der unglaublichen Nachricht der Frauen etwas mehr „Fleisch“ für ihren Glauben. Alle Erzählfiguren sind gleich „ungläubig“ und haben ihren eigenen (Um-/Sonder-)Weg zum Glauben an den Auferstandenen: Thomas, die Frauen, die übrigen Jünger. Schließlich auch die Lesenden.

Dass es in der Perikope nicht um Spekulationen über die physische Beschaffenheit des Auferstandenen geht, mag im ersten Moment enttäuschen, fokussiert man sich heute doch so gern auf alle Aspekte der Leiblichkeit. Anregend ist wiewohl das ganze Themen- und Sprachfeld der Berührung und des Finger-in-die-Wunde-Legens. Wer traut sich letzten Endes, wirklich zu berühren und berührt zu werden? Gott geht den ganzen Weg, lässt sich auf die menschliche Geschichte ein, lässt den Finger in die Wunde (seiner Schöpfung) legen und bleibt eben nicht unberührt davon. Berührung ist kein einseitiges Geschehen.

2. Thematische Fokussierung

Statt die eigene Unsicherheit als Predigende hinter irgendeiner Art von Glaubenstadel kaschieren zu müssen („richtig glaubt nur, wer Gott blind vertraut“), legt die Exegese den Ton der Ermutigung in Jesu Worten für die Predigt frei: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ bedeutet auch: Überfordere deinen eigenen Glauben nicht mit überzogenen Epiphanieerwartungen! Auch wer bisher keine übernatürliche Jesuserscheinung hatte, darf sich zu den Nachfolgenden zählen. Was es braucht, ist nicht eine Once-in-a-lifetime-Jesus-Vision, sondern eher das Gefühl des individuellen Angesprochen-Seins oder Berührt-Werdens und die Möglichkeit, Gott in der Welt wiederzuerkennen in den Zeichen des Friedens ebenso wie in denen des Kreuzes. (Wie) kann die Predigt zur Wahrnehmungsübung werden?

Vielleicht hilft es, sich zunächst klarzumachen, dass alle Gottesdienstfeiernden (samt Predigenden) wie auch die Jünger:innen gleich (un-)gläubig sind. Jede:r braucht gelegentlich eine Art sinnenfälliges Zeichen, irgendeine Erfahrung der Gottesbegegnung, wenigstens eine sanfte spirituelle Anwandlung als Kraftstoff für den eigenen Glauben. Und der Gottesdienst ist in der Erwartung mancher Menschen die bevorzugte Tankstelle dafür. Aber solche Erfahrungen gibt es nicht auf Knopfdruck. Das zeigt die Begegnung mit dem Auferstandenen. Er kommt, wenn er kommt. Manchmal durch verschlossene Türen. Das zunächst zur Entlastung der Predigenden.

Die Thomaserzählung eröffnet die Chance, auch mal spirituelle Enttäuschungen anzusprechen, die Resignation zu thematisieren, die sich aus der fehlenden Wahrnehmbar- und Greifbarkeit Gottes in unserer Welt ergibt. Mit Jesu ermutigenden Worten lassen sich jene (Un-)Glaubensgefühle entdramatisieren: Wer länger keine fassbare oder erzählwürdige Gotteserfahrung gemacht hat, muss sich nicht gleich als religiös unmusikalisch bezeichnen.

Die Exegese regt weiterhin dazu an, sich mit den Predigthörenden gemeinsam Gedanken darüber zu machen, welche Art von Berührungen und Berührtwerden individuell möglich und nötig sind, um Glauben zu fassen und welche Orte dafür bereitstehen. Brauche ich als Kraftstoff für meinen Glauben die Handgreiflichkeit des Caravaggio-Thomas oder weiche ich vor solcherlei Plastizität eher gottesfürchtig zurück wie der Rembrandt-Thomas? Bin ich eher der hingerissene Glaubensvoyeur oder die verkopfte Glaubenstheoretikerin? Brauche ich logische Dogmen von landeskirchlicher Kanzel oder spirituelle Ekstase in ICF-Hallen? Oder irgendetwas dazwischen? Gibt es Lebensphasen, in denen das eine oder das andere geraten ist? Wie kommen wir mit unseren unterschiedlichen Glaubensmotoren in einer Glaubensgemeinschaft zusammen? Können wir die Sonderwege der anderen würdigen und sie ermutigen, ohne gleich in den Ton des Tadels zu verfallen?

3. Theologische Aktualisierung

„Ich beneide alle, die an Gott glauben“, bekennt der Schauspieler Christian Ulmen in einem Interview. „Das würde ich wirklich gern können, es hat etwas Tröstliches. Leider schaffe ich es aber nicht. Ich brauche Beweise.“ Ja, so einfach ist das mit dem Glauben nicht. Gottesbegegnung können verstören (Lk 24,37), verletzen (atl. Predigttext aus 1. Mose 32: Der Kampf am Jabbok) oder jahrelang ausbleiben.

In einem Instagram-Post eines ehemaligen Gläubigen (@die.dreckigen.mondraketen) zu Ostern lese ich: „Es spielt keine Rolle, ob Jesus wirklich auferstanden ist. Bei mir kam irgendwann der Tag X, an dem ich an diese ganzen Wundererzählungen zumindest wortwörtlich nicht mehr glauben konnte. Es lag aber nicht daran, dass ich das Gott nicht zugetraut habe, sondern es lag eben an meiner Wahrnehmung, dass Gott auch sonst überhaupt nicht übernatürlich in der Welt eingreift.“

Glauben ohne sichtbare Gotteszeichen ist schwer. In einer durchvisualisierten Welt besonders. Wir sind darauf abgerichtet, nur das für real zu halten, was uns sinnenfällig wird. Andererseits haben wir zwei Jahrzehnte nach der ikonischen Wende auch so manche Warnstufe erreicht. Realfakes (seelen-raubende Pseudoidentitäten in den sozialen Medien), KI-generierte Fakebilder (man denke an den Papst in hipper Daunenjacke) oder Chat-GPT-Referate mit zweifelhafter Quellenbasis sind in aller Munde. Seinen bloßen Augen zu trauen, ist gefährlich geworden. Umso wichtiger, zu betonen, dass Verlässlichkeit oft jenseits der Dinge zu finden ist, die sich mit bloßem Auge verifizieren lassen. Manchmal ist der Sprung über die Klippe von der evidenzbasierten zur transzendenten Welt weniger risikobehaftet als ein Tauchgang im Internet.

Verlässlich zeigt sich der Auferstandene, insofern er auch dem acht Tage zu spät Gekommenen, ja sogar den Jahrtausende später Kommenden Wege anbietet, ihm zu begegnen. Bei aller Sehnsucht nach den Ursprüngen der ersten Jesusnachfolgenden ‒ manches Mal ist es sogar besser, zu spät zu kommen, weil sich so Sonderwege der Begegnung ergeben. Gott bleibt ansprechbar: Im Gebet, im Gesang, im Staunen, im Nacherzählen, im Rezitieren alter Bekenntnisse, in Brot und Wein, im Denken, im Fühlen, im Anderen, im Spektakulären und im Gewöhnlichen. Die Wege zum und im Glauben sind mannigfaltig. Jede:r braucht etwas anderes, um zum eigenen Bekenntnis zu kommen. Und jedes Bekenntnis lautet anders. Christus weiß offenbar um unser Begehren, auch um unser Begehren nach leibhaftiger Begegnung, weil er das Menschsein ganz durchlebt hat – mit aller Einsamkeit und Verzweiflung und Verlassenheit, die dieser Weg mit sich gebracht hat. In größter Gottverlassenheit lässt er sich von Gott berühren. Genauso lässt er zu, dass wir unsere Finger in seine Wunden legen. Tun wir das umgekehrt auch? Lassen wir die Finger in unsere Wunden legen? Wo fällt es uns schwer? Wo weichen wir zurück?

4. Bezug zum Kirchenjahr

In meinem Umfeld höre ich nach den Feiertagen vom „Osterkater“ der Kolleg:innen oder von der ernüchternden Erkenntnis: Nachdem man auf Hochtouren das alles verändernde Osterereignis verkündigt hat, geht der Alltag am Dienstag erschreckend gewöhnlich weiter. Nach der Predigt ist trotzdem vor der Predigt. Wie lässt sich die Osterekstase auch am nächsten Sonntag Quasimodogeniti, dem Sonntag der wie Neugeborenen noch aufrechterhalten? Hat sie sich diese Neugeburt überhaupt ereignet?

Manch eine:r hat womöglich über die Ostertage die ernüchternde Erfahrung gemacht: Dieses Jahr ist der Oster-Funke nicht auf mich übergesprungen. Die Osterfreude blieb aus. Entweder hat irgendetwas im Gottesdienst nicht für mich gestimmt oder die Familienanstrengung hat die spirituelle Aufnahmefähigkeit blockiert. Vielleicht sendet das Gottesradar gerade nur Störmeldungen. Kurzum: Man blieb von Ostern unberührt. Eben das zum Thema zu erheben, kann von übermäßigen Erwartungen an das eigene Glaubensvermögen entlasten. Jesus kommt, wenn er kommt. Manchmal durch verschlossene Türen. Und manchmal bleibt die Gottesbegegnung rätselhaft, der Gott namenlos (1. Mose 32,23-32) oder gar gestaltlos und dennoch lässt sich der Begegnung irgendeine Art von Segen abringen, wenn man sie als Begegnung wahrnimmt.

Für solche, die übernatürliche Wunder wie die Auferstehung gleich ganz aus ihrem Glaubensbekenntnis ausklammern wollen und damit auf der anderen Seite vom Pferd fallen, lässt sich das zweite Wochenlied EG 117: Der schöne Ostertag wunderbar anstimmen: „Wär vom Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst; Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst; Wär er geblieben, wo des Todes Wellen branden, so hofften wir umsonst.“

5. Anregung

Warum nicht zu Beginn der Predigt mit folgender Frage mal den Finger in die Wunde legen: Wer fühlt sich heute, eine Woche nach Ostern, (noch) wie neugeboren?

Autoren

  • Jörg Frey (Einführung und Exegese)
  • Olivia Rahmsdorf (Praktisch-theologische Resonanzen)

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die-Bibel.dev.4.16.16
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