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7.04.02. Das 2. Buch der Makkabäer (2Makk)

Übersicht über das 2. Makkabäerbuch

1,1-2,18 Briefe an die Juden in Ägypten, die die Aufforderung zur Feier der Tempeleinweihung enthalten
2,19-32 Vorwort des Autors und Verweis auf das Werk des Jason von Kyrene
3,1-40 Versuchte Beraubung des Tempels durch Heliodor, der von einer Erscheinung vertrieben wird und sich daraufhin zu Gott bekennt
4,1-10,8 Die Hohepriester Jason und Menelaus führen in Jerusalem hellenistische Bräuche ein. Danach plündert und entweiht Antiochus IV. Epiphanes den Tempel. Judas der Makkabäer entfesselt einen Aufstand und kann nach dem Tod des Antiochus den Tempel neu weihen
10,9-15,36 Judas kämpft gegen die Nachbarvölker und kann seinen Einfluß ausweiten. Er erreicht die offizielle Zulassung des Kults . Als Nikanor, ein seleukidischer Feldherr, gegen den Tempel lästert, wird er von Judas und seinen Truppen getötet.
15,37-39 Schlusswort des Autors

Geschichte

Das zweite Makkabäerbuch behandelt einen deutlich kürzeren Zeitraum als das erste Buch; es beschäftigt sich nur mit Ereignissen vom Ende der Regierungszeit des Seleukos IV. (Vorgänger des Antiochus IV. Epiphanes) 187 v. Chr. bis zum Sieg der aufständischen Juden über den Seleukiden Nikanor im Jahre 161 v. Chr., kurz vor dem Tode des Judas Makkabäus. Obwohl das Interesse des zweiten Buches stärker als das des ersten auf theologische Themen gerichtet ist, sind ihm doch wichtige historische Informationen zu entnehmen. So ist der Darstellung der ersten Phasen der Auseinandersetzung um die Hellenisierung des Kults in Jerusalem zu entnehmen, dass es sich hier vor allem um eine innerjüdische Auseinandersetzung gehandelt hat. Im ersten Buch werden undifferenziert die syrischen Seleukiden verantwortlich gemacht.

Die Darstellung der handelnden Makkabäer ist ausgewogener, eine kritiklose Unterstützung der Dynastie wie im ersten Buch findet sich hier nicht. Allerdings finden auch hier Typisierungen statt, etwa die wiederholte Feststellung, dass die Sünder gerechte Strafen erhalten (vgl. 6,13 und 9,28 beim Tod des Antiochus).

Quellen

Die literarische Besonderheit des 2. Makkabäerbuches besteht darin, dass es in seinen wesentlichen Teilen die Zusammenfassung des ausführlicheren, fünfbändigen Buches eines sonst unbekannten Jason von Kyrene ist, wie der Autor/Redaktor selbst in 2,23-31 angibt. Doch scheinen auch andere Quellen benutzt worden zu sein, dies ist an den beiden vorangestellten Briefen unmittelbar erkennbar. Die Echtheit des zweiten Briefes ist strittig, der erste hatte wahrscheinlich ein semitisches Original, er stammt aus der Zeit um 124 v. Chr. Der Rest des Buches ist ursprünglich in griechischer Sprache verfasst worden. Der Autor hat wohl in der ägyptischen Diaspora gelebt und wird das Werk nach dem Jahre 50 v. Chr. verfasst haben.

Absicht

Der Stil des 2. Makkabäerbuches ist als „pathetische Geschichtsschreibung“ bezeichnet worden. Damit soll ausgedrückt werden, dass der Autor zwar ein historisches Interesse hat, dass es ihm aber in besonderem Maße auf die Weitergabe einer bestimmten Überzeugung ankommt. Hier steht das Geschick des Jerusalemer Tempels im Mittelpunkt.

Die drei Hauptteile berichten von der Gefährdung das wahren Kults durch die Heiden Heliodor, Antiochus und Nikanor und die jeweilige Bewahrung des Heiligtums durch Gottes Hilfe. Zur Erinnerung an die Rettung des Tempels sind das Chanukkafest (10,6ff.) und der Nikanortag (15,36) zu feiern.

Theologie

Daneben sind im zweiten Makkabäerbuch theologische Vorstellungen ausgesprochen worden, die für das frühe Christentum von besonderer Bedeutung werden. So findet sich in Kapitel 7 die Geschichte vom Martyrium der Mutter und ihrer sieben Kinder, die sich weigerten, Schweinefleisch zu essen. Als alle nacheinander getötet werden, bekennen sie die Hoffnung, dass alle, die so ungerecht leiden, einst auferstehen werden (V. 9.14, vgl. auch 12,44 und 14,46). Ebenfalls im 7. Kapitel findet sich die Vorstellung, dass Gott alles „nicht aus schon Bestehendem geschaffen hat“ (7,28), eine klassische Formulierung der creatio ex nihilo (vgl. dazu das Thema-Kapitel „Schöpfung“). Eine besondere Thematik des zweiten Makkabäerbuches ist auch das theologische Problem des Leidens. Diese Frage wurde angesichts der Verfolgung der toratreuen Juden durch die Seleukiden virulent. Das Volk leidet, weil es Gott durch frühere Sünden erzürnt hat (5,17f.), doch nach dem Leiden steht wieder Gottes Erbarmen (8,4f.); er setzt den Tempel zu seiner alten Herrlichkeit ein. Damit wird erstmals eine ausführliche Märtyrertheologie formuliert.

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Die Texte auf dieser Seite sind mit freundlicher Genehmigung übernommen aus:

Cover der Bibelkunde des Alten Testaments von Martin Rösel

Rösel, Martin: Bibelkunde des Alten Testaments. Die kanonischen und apokryphen Schriften. Mit Lernübersichten von Dirk Schwiderski, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 11., veränd. Aufl. 2021.

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