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Israel (Nordreich)

Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).

Die Stämme des Volkes Israel hingen anfangs nur lose zusammen und zerfielen schließlich – geographisch bedingt – in zwei Gruppen: den Stamm Juda im Süden und die anderen Stämme im Norden. Unter dem Druck der Philister schlossen sich die Nordstämme zusammen und wählten Saul zum König (1. Samuel 10–11), der im Kampf gegen die Philister fiel (1. Samuel 31). Sein Nachfolger, David, wurde um 1000 v. Chr. zunächst  König über Juda (2. Samuel 2,1­4) und dann auch König über die Nordstämme (2. Samuel 5,1­3). Er schuf ein großes Reich (2. Samuel 8,1-14), das er seinem Sohn und Nachfolger Salomo hinterließ.
In den Erzählungen über David treffen wir auf einen Sprachgebrauch, der zwischen Israel und Juda unterscheidet (z.B. 2. Samuel 2,1­4). Israel ist hier also der Name der Nordstämme. Als die Nordstämme sich nach dem Tode Salomos von Juda trennten (1. Könige 12,1-20), wurde für ihren Staat fast ausschließlich der Name Israel verwendet, während der von den Nachfolgern Salomos regierte Staat Juda heißt. Den Staat Israel eroberten 722 v. Chr. die Assyrer und gliederten ihn ihrem Reich an (2. Könige 17,3-6). Der Staat Juda kam 597 v. Chr. unter die Oberherrschaft der Babylonier, die einen Teil der judäischen Oberschicht nach Babylonien deportierten (2. Könige 24,10-16) und 587 v. Chr. die staatliche Selbständigkeit Judas beendeten und weitere Judäer wegführten (2. Könige 25,1-21; s. Verbannung nach Babylon).
Nun konnte Israel auch zum Namen der in der Verbannung lebenden und der aus der Verbannung heimgekehrten Judäer werden. Meistens wurden die letzteren jedoch als Judäer bezeichnet (z.B. Nehemia 1,2; Ester 3,4), was unsere Bibelübersetzungen mit Juden wiedergeben.


(BasisBibel. Altes und Neues Testament, ​© 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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