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Zolleinnehmer, Zollstation

Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen.

Zur Zeit des Neuen Testaments wurden in den verschiedenen Provinzen des römischen Reichs Zölle erhoben. Diese Gelder flossen nicht in die Kassen des Kaisers, sondern in die der jeweiligen Landsherren. Die verschiedenen Zölle eines Bezirks (Marktzölle, Grenzzölle usw.) wurden für eine feste jährliche Summe verpachtet, wahrscheinlich an den Meistbietenden. Die Pächter ihrerseits hatten wieder Unterpächter angestellt. Auch sie mussten einen festgelegten Betrag abliefern, kassierten jedoch den Zoll in die eigene Tasche. Die Tarife waren nicht streng festgelegt. Auch da, wo es feste Tarife gab, hielten sich die Zolleinnehmer in der Regel nicht daran, sondern versuchten einen möglichst hohen Profit für sich zu erwirtschaften. Kein Wunder, dass sie von ihren Landsleuten Dieben und Räubern gleichgestellt wurden. Da sie überdies im Dienst der heidnischen Besatzungsmacht (Rom) standen und durch ihren Beruf häufig mit Heiden in Berührung kamen, galten sie als unrein.


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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