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Tribut

Geld- oder Sachleistungen, die ein unterworfenes Volk an die Großmacht zahlen muss.

Das Wort Tribut kommt aus dem Lateinischen und bedeutet »Beitrag« oder »Abgabe«. Wenn ein Volk ein anderes Volk besiegt hatte, so verpflichtete es das unterlegene Volk oft dazu, Tribut zu leisten. Die Besiegten mussten dann an die Siegermacht Geld zahlen oder andere Sachleistungen erbringen. Die Tributzahlungen waren meistens keine einmaligen, sondern regelmäßige Abgaben. Dabei ging es nicht so sehr um den wirtschaftlichen Wert der Leistungen. Der Tribut war vor allem ein Zeichen dafür, dass die Besiegten die Vorherrschaft der Siegermacht akzeptierten, und zeigte ihr die eigene Unterwerfung und Treue.
Israel und Juda waren zeitweise Ägypten oder Assyrien zu regelmäßigen Tributleistungen verpflichtet. Das Silber und Gold, das hierzu verwendet wurde, nahm man in der Regel aus dem Tempelschatz oder aus dem Schatz des Königspalasts. König Menahem von Israel war der erste, der einen anderen Weg ging: Den Tribut, den er an den Assyrerkönig Tiglat Pileser III. zahlen musste, brachte er durch eine Steuer auf, die er den Großgrundbesitzern auferlegte (2. Könige 15,20).
Unter Umständen konnten auch hohe Beamte oder Teile der Königsfamilie Bestandteil des Tributs sein. König Nebukadnezzar nimmt bei der Eroberung Jerusalems die gesamte Führungsschicht Judas als Tribut mit nach Babylonien: erfahrene Handwerker, die Hofleute, die Königin mitsamt ihren Frauen und sogar den König Jojachin selbst (2. Könige 24,13-15).


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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