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Gemeindeälteste

Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde.

Älteste im Sinne von Amtsträgern sind Oberhaupt der Gemeinschaft, aus der sie kommen (z.B. Großfamilie, Stamm oder religiöse Gruppe) und vertreten sie nach außen. Zur Zeit des Neuen Testaments wurden die Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde des Judentums, als Älteste bezeichnet. Sie waren auch für die örtlichen Gemeinden verantwortlich, die sich in den Synagogen trafen.
Nach diesem Vorbild wurde ein Teil der frühen christlichen Gemeinden, v. a. auch die in Jerusalem (Apostelgeschichte 11,30; Apostelgeschichte 15,4-6), von einer solchen Gruppe von Ältesten geleitet. Anderen Gemeinden stand dagegen ein Gemeindeleiter vor.
Wo beide Formen der Gemeindeleitung aufeinander trafen, wurde zwischen der Aufgabe der Ältesten und der der Gemeindeleiter nicht unterschieden (vgl. z. B. Apostelgeschichte 20,17 mit Apostelgeschichte 20,28 oder Titus 1,5 mit Titus 1,7).
Erst im 2. Jahrhundert n. Chr. bildete sich eine dreistufige Leitungsstruktur heraus: ein Gemeindeleiter (griechisch episkopos, davon leitet sich der Begriff »Bischof« ab), unter ihm die Gemeindeältesten (griechisch presbyteroi, davon leitet sich der Begriff »Priester« ab), dazu die Diakone/Diakoninnen (griechisch diakonoi).


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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