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Frieden

Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.

Nach biblischem Verständnis meint »Frieden« (Hebräisch: »Schalom«) nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern viel mehr: umfassendes Glück, Gesundheit und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, gelungenes Leben in gelungenen Beziehungen – zu anderen Menschen, zu sich selbst und zu Gott (vgl. besonders Psalm 72). Das Wort »Schalom« stammt aus der altorientalischen Umwelt der Bibel und bezeichnet den Zustand des »Heilseins« und des Wohlergehens.

Altes Testament 

Im Alten Testament begegnet »Friede« als Segensformel (2. Mose/Exodus 4,18) besonders beim Abschied: Ein Mensch soll in Frieden gehen (2. Samuel 15,9) oder zurückkehren (1. Mose/Genesis 28,21). Es ist eine besondere Gnade, wenn ein Mensch nach einem langen und erfüllten Leben in Frieden sterben darf (1. Mose/Genesis 15,15). Frieden zeigt aber auch den Zustand eines intakten, d.h. von Ausbeutung und Unterdrückung freien Sozialgefüges an. Dabei gehören Frieden, Gerechtigkeit und staatliche Gewalt (Jesaja 60,7-18) eng zusammen. In Psalm 85,11 heißt es, dass Frieden und Gerechtigkeit sich küssen.
Der Frieden als gelungene Beziehung zu Gott hat grundlegende Bedeutung für alle anderen Beziehungen. Leben im Frieden ist nur da möglich, wo Gott geehrt wird und seine Rechts­- und Lebensordnungen bewahrt werden (3. Mose/Levitikus 26,3-6; Psalm 85,9-14; Psalm 119,165; Psalm 147,10-14; Jesaja 32,15-18; Jesaja 48,18; Jesaja 54,13; Jesaja 57,21).

Neues Testament

Im Neuen Testament ist »Friede« vor allem die Wiederherstellung des durch die Schuld gestörten Verhältnisses zu Gott und das daraus erwachsende umfassende Heil (Lukas 1,79; Lukas 2,14; Apostelgeschichte 10,36). Jesus Christus »ist es, der uns allen den Frieden gebracht hat« (Epheser 2,14; vgl. Micha 5,4), weil durch seinen Tod am Kreuz das gestörte Verhältnis der Menschen zu Gott wieder in Ordnung gebracht ist.
Die Menschen des Alten wie auch des Neuen Testaments begrüßen und verabschieden sich, indem sie einander »Frieden« wünschen. Die von Jesus ausgesandten Boten vermitteln mit diesem Gruß den Frieden, den Gott schafft, indem er durch Jesus sein Reich errichtet (Lukas 10,5-6; vgl. Matthäus 10,12-13). Wenn der vom Tod auferstandene Jesus seinen Jüngern den Frieden wünscht (Lukas 24,36; Johannes 20,19; Johannes 20,21; Johannes 20,26) oder wenn Paulus dies zu Beginn seiner Briefe den Gemeinden gegenüber tut (z.B. Römer 1,7; 1. Korinther 1,3), so geht es um den Frieden, den Gott der Welt durch das Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus geschenkt hat.


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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