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Eunuch

Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter.

Vor allem die Haremswächter, aber auch andere bedeutende Hofbeamte waren in vielen Ländern im Vorderen Orient Eunuchen. Jedoch ist nicht sicher, ob der Titel »Eunuch« in jedem Fall einen Kastraten bezeichnet oder lediglich als Titel verwendet wird, wie z. B. im Falle des verheirateten Potifars, 1. Mose/Genesis 39,1.
Die Kastration war für den antiken Menschen ein schwerwiegender Eingriff. Denn durch die Zeugungsunfähigkeit wurde das Fortleben in den Nachkommen unmöglich gemacht. In Israel war die Kastration bei Mensch und Tier verboten. Eunuchen waren vom Gottesdienst im Tempel ausgeschlossen (vgl. 3. Mose/Levitikus 22,24; 5. Mose/Deuteronomium 23,2). Ein Eunuch durfte nur den äußeren Vorhof des Tempels betreten.
Diese Einstellung gegenüber dem Eunuchen beginnt sich bei den Propheten langsam zu ändern – siehe Jeremia 39,16-18 (vgl. Jeremia 38,7-13); Jesaja 56,3-5; Weisheit 3,14. Im Neuen Testament werden schließlich die Eunuchen mit einbezogen, wenn Gott sich in Jesus Christus allen Menschen zuwendet. Dies gibt dem Einzelfall der Taufe des Eunuchen aus Äthiopien (Apostelgeschichte 8,27-39) seine grundsätzliche Bedeutung.


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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