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Klappnetz

Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen.

Ein Klappnetz bestand aus zwei miteinander verbundenen halbrunden Rahmen, die jeweils mit einem Netz bespannt waren. Es wurde aufgeklappt auf den Boden gelegt und in der Mitte wurde ein Köder platziert. Sobald sich ein Vogel daraufsetzte, schnappten die beiden Hälften zusammen und der Vogel war gefangen.
Wenn in der Bibel von einem Klappnetz die Rede ist, dann geht es allerdings nie um die Beschreibung einer Vogeljagd, sondern immer um die sinnbildliche Bedeutung dieser Art des Fallenstellens, die die Menschen aus ihrem Alltag kannten.
In Psalm 140,6 steht das Aufstellen eines Klappnetzes für die besondere Hinterlist der Feinde. In Sprichwörter 7,23 wird das unerwartete Zuschnappen der Falle zum Sinnbild für das Unglück, das man nicht kommen sieht. In Psalm 124,7 ist dagegen das Entkommen aus dem Netz ein Bild für die unerwartete Rettung vor dem schon für sicher gehaltenen Verhängnis.
In Amos 3,5 wird das Zuschnappen des Klappnetzes als Vergleich herangezogen, um zu zeigen, dass eine bestimmte Ursache und eine bestimmte Wirkung untrennbar zusammengehören: Der Vogel geht nicht ins Netz, wenn kein Köder ausgelegt ist, die Falle schnappt nicht zu, wenn kein Tier hineingegangen ist. Genauso unausweichlich wie diese Vorgänge miteinander verbunden sind, muss ein Prophet Gottes Wort verkünden, wenn Gott zu ihm spricht. Ihm bleibt keine Wahl.


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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