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Manna

Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste.

Wenn in der Bibel von »Manna« die Rede ist, ist damit die Nahrung gemeint, die auf wunderbare Weise vom Himmel kommt und mit der Gott das Volk Israel auf ihrem Weg durch die Wüste versorgt hat (2. Mose/Exodus 16,13-36). Jeden Morgen fanden die Israeliten kleine runde Körner, die Tautropfen ähnelten. Die Körner ließen sich kochen und backen und schmeckten süß wie Honigkuchen. Die Israeliten durften jeweils nur eine Tagesration sammeln, zusätzlich am Tag vor dem Sabbat eine weitere Ration für den kommenden Tag.
Welches Phänomen genau mit dem Wort »Manna« beschreiben wird, ist unsicher. Im Arabischen bezeichnet das Wort »mann« einen dünnen Belag auf einer Pflanze. Am ehesten passt die Beschreibung aus 2. Mose/Exodus 16,21 auf das sogenannte Tamariskenmanna. Dabei handelt es sich um Honigtau, der von Blatt- und Schildläusen erzeugt wird, die auf den Tamarisken auf der Sinaihalbinsel leben. Die Läuse trinken den Pflanzensaft und scheiden ihn  als Honigtau wieder aus. Das Tamariskenmanna wird von den Beduinen bis heute als Süßstoff verwendet. Für das biblische Manna kommt es jedoch kaum in Frage, denn seine Verbreitung ist auf sehr wenige Regionen auf der Sinaihalbinsel beschränkt. Zudem sind die von den Läusen erzeugten Mengen relativ gering. Sie reichen keinesfalls aus, um eine größere Menschengruppe für längere Zeit zu ernähren.
In Johannes 6,30-40 fordern die jüdischen Zuhörer von Jesus ein Wunder zur Beglaubigung, wie es unter Mose in der Wüste geschehen ist. Jesus weist diese Forderung zurück und stellt Gott als den einzigen Spender der Nahrung vom Himmel heraus. Gleichzeitig bezeichnet er sich selbst als diese Nahrung (Johannes 6,41): Die Israeliten, die das Manna gegessen haben, sind gestorben (Johannes 6,49). Aber wer an Jesus glaubt, wird ewig leben (Johannes 6,47-51). Damit überbietet Jesus das Manna, das die Israeliten in der Wüste gegessen haben.


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

die-Bibel.dev.4.16.20
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