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Auferstehung/Aufwerweckung

Meint die Auferstehung bzw. Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.

Altes Testament

Wenn ein Mensch gestorben war, ging er nach der Vorstellung des Alten Testaments in das Totenreich ein, wo er eine Existenz als Schatten führte (1. Samuel 28,7-15). Obwohl Gott Macht über den Tod und das Totenreich besitzt (5. Mose/Deuteronomium 32,39; 1. Samuel 2,6), gelten die Toten dort als für immer von Gott und vom Leben getrennt (siehe Psalm 6,6). Aber aus dem Vertrauen auf Gott als den Herrn über Leben und Tod erwächst schließlich die Hoffnung, dass er auch über die Grenze des Todes hinweg wirkt: Er befreit die Menschen, die sich an ihn halten, aus dem Totenreich (Psalm 16,8-­11) und nimmt sie auf in seine Herrlichkeit (Psalm 73,24). Damit kommt auch hier die Treue zur Geltung, die zu dem Bund Gottes mit seinem Volk gehört.
Zum ersten Mal ausdrücklich genannt wird der Glaube an die Auferstehung der Toten in der Zukunftsschau des Daniel­buches (Daniel 12,2­3). Er gehört dort zu den Endereignissen und ist verbunden mit der Erwartung, dass Gott einen Ausgleich zwischen dem Tun des Menschen und seinem Ergehen schaffen wird. Jetzt wird belohnt oder bestraft, wie jemand sich während seines Erdenlebens verhalten hat, ob er treu zu Gott gestanden hat oder nicht. Das Leben, das Gott dann schenkt, ist keine Rückkehr in die alte irdische Existenz, sondern die Aufnahme in das ewige Leben bei Gott in seinem Reich.

Neues Testament

Alles, was im Neuen Testament über die Auferstehung gesagt wird, hat seinen Ausgangspunkt in der Auferweckung von Jesus: Gott hat Jesus, der am Kreuz gestorben ist und von seinen Anhängern ins Grab gelegt wurde, nach drei Tagen vom Tod auferweckt. Für die Deutung dieses Geschehens knüpft das Neue Testament an die Vorstellungen an, die im Alten Testament entwickelt wurden: Gott hält an Jesus fest, der ihn durch sein Leben bis hin zu seinem Tod verkündet hat, und bestätigt das, was Jesus gesagt und getan hat, indem er ihn vom Tod auferweckt.  

Evangelien

Die Evangelien verkünden die Botschaft von der Auferstehung in den Erzählungen vom Ostermorgen: Den Frauen, die als erste das Grab von Jesus leer finden, verkünden Engel, dass Gott ihn vom Tod auferweckt hat (Matthäus 28,6; Markus 16,6; Lukas 24,6). Dann erscheint Jesus selbst seinen Jüngerinnen und Jüngern. Sie erkennen ihn wieder (Lukas 24,13-31; Johannes 20,11-29) und werden von ihm neu in seinen Dienst genommen mit dem Auftrag, die Gute Nachricht in die Welt zu tragen (Matthäus 28,16-20; Johannes 20,19-23).

Paulus

Dem Apostel Paulus geht es in seinen Briefen vor allem darum, seinen Lesern die Bedeutung der Auferstehung zu erklären: Es besteht ein unauflöslicher Zusammenhang zwischen der Auferstehung von Jesus und der künftigen Auferstehung der Menschen, die an Jesus glauben. Beide sind Teil der Überwindung des Todes durch das Heilshandeln Gottes am Ende der Zeit. Dieses hat in der Auferweckung von Jesus begonnen und wird in der allgemeinen Totenauferweckung vollendet werden (1. Korinther 15,20-24). Die Auferstehung betrifft den ganzen Menschen (also auch den Körper und nicht nur seine Seele wie es die griechische Lehre von der unsterblichen Seele nahe legen könnte). Wie aus einem Samenkorn eine Pflanze wächst, die sich in ihrem Aussehen komplett vom Samenkorn unterscheidet, so wird sich der Körper bei der Auferstehung von dem alten, vergänglichen Körper unterscheiden (1. Korinther 15,35-44).
Der Sieg über den Tod ist zugleich auch der Sieg über die Schuld, die Auflehnung des Menschen gegen Gott (1. Korinther 15,56). Der Glaube an die Auferstehung von Jesus begründet deshalb auch die Gewissheit, dass Gott den Menschen ihre Schuld vergibt und sie am Ende in Liebe annimmt. Es ist der Inhalt der Guten Nachricht, dass keine Macht der Welt, und eben gerade auch nicht der Tod, den Menschen, der zu Christus gehört, mehr von dieser Liebe trennen kann (Römer 8,38-39).


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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