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Einführung: Der zweite Brief an die Thessalonicher

Der zweite Brief an die Thessalonicher ist dem ersten thematisch sehr ähnlich. Es gibt sogar einige wörtliche Übereinstimmungen. Dennoch unterscheiden sich die Briefe in einem wichtigen Punkt – der Frage, wann Jesus Christus wiederkommt. Während Paulus im ersten Brief davon ausgeht, dass dieser Zeitpunkt unmittelbar bevorsteht (1. Thessalonicher 5,1-11), wird diese Erwartung im zweiten Brief abgelehnt. Aus diesem Grund nehmen manche an, dass der zweite Thessalonicherbrief nicht von Paulus stammt, sondern erst in den Jahren vor 100 n. Chr. entstanden ist. 



Offenkundig hat sich die Situation in der Gemeinde seit der Entstehung des ersten Briefes verändert. Zur Zeit des ersten Briefes war die Gemeinde beunruhigt, weil die Wiederkehr von Jesus noch immer auf sich warten ließ. Inzwischen – zur Zeit des zweiten Briefes – gehen einige Mitglieder der Gemeinde davon aus, dass diese letzte Zeit bereits da ist (2,2). Das führte dazu, dass sie ihre geregelte Arbeit aufgegeben haben und ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienten (3,11-12). 



Solchen falschen Erwartungen begegnet der Brief, indem er zunächst die Ereignisse schildert, die bis zum Kommen des Herrn noch eintreten müssen (2,3-12): Ein Gegenspieler wird auftreten und sich gegen Gott auflehnen (2,3). Er wird allerdings jetzt noch zurückgehalten. Der Gemeinde scheint klar gewesen zu sein, durch wen oder was das geschieht (2,6-7). Doch sobald der Gegenspieler Gottes offen auftritt, wird er von Christus besiegt werden (2,8). Bis dahin soll die Gemeinde standhaft bleiben (2,15-17) und geduldig auf Gott vertrauen (3,3-5). Auf alle Fälle sollen die Christen auch weiterhin ihrer geregelten Arbeit nachgehen (3,6-12).

 

(BasisBibel. Altes und Neues Testament, ​© 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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2. Thessalonicher 1
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