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Einführung: Das erste Buch der Könige

Das 1. und 2. Buch der Könige bilden einen gemeinsamen Erzählzusammenhang. Der Name ergibt sich aus dem Inhalt: Die Bücher befassen sich mit den Königen von Israel und Juda. 



Die Bücher 1. und 2. Könige lassen sich in drei Teile gliedern: Der erste Teil (1. Könige 1–11) befasst sich mit der Zeit von König Salomo. Der zweite Teil (1. Könige 12–2. Könige 17) erzählt von den zwei Königreichen Israel und Juda. Dazu gehört ein größerer Abschnitt (1. Könige 17–2. Könige 8), der vor allem die Propheten Elija und Elischa in den Blick nimmt. Im dritten und letzten Teil (2. Könige 18–25) geht es um das Ende des Königreichs Juda. 



Den Auftakt bildet der Bericht über die Regierung von König Salomo, dem Sohn von König David. Salomo wird als idealer Herrscher dargestellt, unter dem das Volk Israel lange Frieden hat und in einem »goldenen Zeitalter« lebt. Die wichtigste Tat Salomos ist der Bau eines Tempels in Jerusalem. Damit wird die Stadt zum zentralen Ort der Verehrung Gottes. Sie ist von da an der politische und geistliche Mittelpunkt des Volkes Israel und später der wichtigste Ort des Judentums. Der Tempel als Zentrum der Hauptstadt wird zum Zeichen dafür, dass Gott selbst der eigentliche König Israels ist. Trotz seiner überwiegend erfolgreichen Regierung schafft Salomo es nicht, den Zusammenhalt in seinem Reich auf Dauer zu garantieren. Die Texte beschreiben die Wirren um seine Nachfolge als Teilung Israels in zwei Königreiche: Eines ist das »Nordreich«, das weiterhin »Israel« heißt und dessen Hauptstadt Samaria ist. Das andere ist das »Südreich« Juda mit Jerusalem als Hauptstadt. 



Die Erzählungen über die Könige von Israel und Juda folgen alle einem bestimmten Muster. Für jeden König werden die Regierungsdaten angegeben. Außerdem wird jeder König nach seinem Verhältnis zu Gott beurteilt: Maßstab dafür ist das 5. Buch Mose/Deuteronomium. Die Geschichte von König Joschija von Juda (2. Könige 22,1–23,30) zeigt, wie es sein sollte: In seiner Regierungszeit wird ein Gesetzbuch gefunden, das vermutlich eine frühe Fassung des 5. Buch Mose/Deuteronomium ist. Joschija erkennt in ihm die zuvor vernachlässigten Gebote Gottes und erneuert daraufhin den »Bund« der Israeliten mit Gott, das wechselseitige Versprechen von Treue. Andere Könige verstoßen aber gegen Gottes Gebote. Der erste ist Jerobeam I. von Israel. Er richtet neue Orte für den Gottesdienst ein (1. Könige 12,25-33) und verstößt damit gegen das Gebot, dass Gott nur an einem einzigen Ort verehrt werden darf (5. Mose/Deuteronomium 12,4-7).


 


(BasisBibel. Altes und Neues Testament, ​© 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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