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Einführung: Das dritte Buch Mose/Levitikus

Der Name »Levitikus« leitet sich ab von einem der zwölf Stämme Israels, dem Stamm Levi. Zu den Nachkommen des Stammvaters Levi zählt neben Mose auch dessen Bruder Aaron. Aaron gilt als erster Hohepriester Israels. Entsprechend geht es im 3. Buch Mose/Levitikus hauptsächlich um die Aufgaben der Priester und Leviten. Das Buch Levitikus verwendet dafür eine besondere Fachsprache, die viele Begriffe nicht erklärt, sondern voraussetzt.



Das Buch lässt sich in zwei Hauptteile gliedern: die »Gesetzgebung für Priester« (1–16) und das »Heiligkeitsgesetz« (17–27).



Im ersten Teil des Buches geht es um Opfer (1–7), die Gott dargebracht werden. Die Möglichkeit zum Opfer ist ein Angebot Gottes an die Israeliten. Nach dem Verständnis des Alten Testaments wird durch Verfehlungen des Menschen die Gemeinschaft mit Gott zerstört. Die Opfer ermöglichen es, die lebensnotwendige Gemeinschaft wiederherzustellen. So schaffen die Opferanweisungen eine Art Kommunikationskanal zu Gott. An die Opferbestimmungen schließen sich Regeln dafür an, wer und was in Gottes Nähe kommen darf oder nicht (11–15). In der Mitte des Buches stehen die Anweisungen zum »großen Versöhnungstag«, einem im Judentum bis heute wichtigen Fest. Einmal im Jahr soll dabei die Beziehung der Israeliten zu Gott erneuert werden (16). Das »Heiligkeitsgesetz« hat seinen Namen von der Aussage: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig« (19,2). Dieser Kernsatz fordert die Israeliten dazu auf, ein Leben nach dem Willen Gottes zu führen. Genauso geht es bei allen Bestimmungen in der Gesetzessammlung um die Voraussetzungen, mit Gott in Kontakt zu treten. Speisevorschriften (11,1-23 und 11,41-47) und Festkalender (23) richten sich nicht nur an das Fachpersonal am Heiligtum. Sie schaffen auch bei den übrigen Israeliten ein Bewusstsein für die Nähe Gottes im Alltag. Sie gipfeln im Gebot der Nächstenliebe: »Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst« (19,18).



Die Regeln, die im 3. Buch Mose/Levitikus aufgezeichnet sind, stehen in dem Erzählzusammenhang, der mit dem Auszug aus Ägypten beginnt und in der Wanderung durch die Wüste fortgesetzt wird. Sie sind Teil der Bestimmungen, die die Israeliten am Berg Sinai von Gott selbst erhalten. Was im 3. Buch Mose/Levitikus zu den Opfern gesagt wird, ist eine Voraussetzung dafür, den Tod von Jesus Christus am Kreuz zu verstehen. Dieser Tod am Kreuz nimmt ein für alle Mal die Sünden der Welt weg und eröffnet neu einen Weg zu Gott.

 

(BasisBibel. Altes und Neues Testament, ​© 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

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