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  • DIE WEISHEIT SALOMOS
  • Weish 6

61Gesetzlosigkeit verwüstet das ganze Land, und Freveltat stürzt die Throne der Herrscher.

Die Regenten werden zur Weisheit ermahnt

2So hört nun, ihr Könige, und versteht; lernt es, die ihr die ganze Erde richtet;

3horcht auf, die ihr herrscht über die Menge und die ihr prahlt mit den Scharen eurer Völker!

4Denn vom Herrn ist euch die Macht gegeben und die Gewalt vom Höchsten, der fragen wird, wie ihr handelt, und erforschen, was ihr plant.

5Denn obwohl ihr Diener seines Reiches seid, habt ihr nicht recht regiert und das Gesetz nicht gehalten und habt nicht nach dem Willen Gottes gehandelt.

6Er wird schrecklich und schnell über euch kommen, denn es ergeht ein strenges Gericht über die Machthaber.

7Denn dem Geringsten kann wohl Erbarmen widerfahren, aber die Gewaltigen werden mit Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden.

8Denn der Herr des Alls wird niemand begünstigen noch irgendeine Macht scheuen. Er hat die Kleinen und die Großen geschaffen und sorgt für alle gleich.

9Die Mächtigen aber werden streng verhört werden.

10An euch nun, ihr Herrscher, ergehen meine Worte, damit ihr Weisheit lernt und nicht in Sünde fallt.

11Denn wer das Heilige heilig hält, der wird geheiligt werden, und wer darin unterwiesen ist, der wird im Gericht bestehen.

12Verlangt also nach meinen Worten; begehrt sie, so werdet ihr Belehrung empfangen!

13Die Weisheit ist strahlend und unvergänglich und lässt sich gern erkennen von denen, die sie lieb haben, und lässt sich von denen finden, die sie suchen.

14Sie kommt denen entgegen, die sie begehren, und gibt sich ihnen zu erkennen.

15Wer sich früh zu ihr aufmacht, braucht nicht viel Mühe; denn er findet sie vor seiner Tür sitzen.

16Denn über sie nachdenken, das ist vollkommene Klugheit, und wer ihretwegen sich wach hält, wird bald ohne Sorge sein.

17Denn sie geht umher und sucht, wer ihrer wert ist, und erscheint ihm freundlich auf seinen Wegen und begegnet ihm immer, wenn er über sie nachsinnt.

18Denn da ist Anfang der Weisheit, wo einer aufrichtig nach Unterweisung verlangt; wer aber nach Unterweisung trachtet, der hat die Weisheit lieb;

19wer sie lieb hat, der hält ihre Gebote; wo man aber die Gebote hält, da ist unvergängliches Leben gewiss;

20unvergängliches Leben aber bewirkt, dass man Gott nahe ist.

21So führt das Verlangen nach Weisheit zu rechter Herrschaft.

22Habt ihr nun Gefallen an Thron und Zepter, ihr Herrscher der Völker,

23so haltet die Weisheit in Ehren, damit ihr für immer die Herrschaft behaltet.

24Was aber die Weisheit ist und wie sie entstand, will ich verkündigen und euch ihre Geheimnisse nicht verbergen, sondern nach ihr forschen von Anfang der Schöpfung an und will die Kenntnis von ihr ans Licht bringen und will an der Wahrheit nicht vorbeigehen.

25Denn ich will mit dem giftigen Neid nichts zu tun haben; denn er hat nichts gemein mit der Weisheit.

26Viele Weise aber sind Heil für die Welt, und ein kluger König ist das Glück seines Volks.

27Darum lasst euch unterweisen durch meine Worte, so werdet ihr Nutzen haben.