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  • DIE WEISHEIT SALOMOS
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Der Gerechte und der Gottlose im Endgericht

51Dann wird der Gerechte in großer Zuversicht dastehen vor denen, die ihn geängstigt haben und seine Mühen nicht gelten ließen.

2Wenn sie ihn dann sehen, werden sie in Furcht und Schrecken geraten und außer sich sein über seine Rettung, die sie nicht erwartet hatten;

3sie werden voller Reue untereinander sprechen und in Herzensangst seufzen: »Das ist der, über den wir früher gelacht und gespottet haben, wir Narren!

4Wir hielten sein Leben für unsinnig und sein Ende für ehrlos.

5Wie konnte er nur zu den Söhnen Gottes gezählt werden, sodass sein Erbteil bei den Heiligen ist?

6Dann sind also wir vom Weg der Wahrheit abgeirrt, und das Licht der Gerechtigkeit hat uns nicht geleuchtet, und die Sonne ist uns nicht aufgegangen.

7Wir sind unrechte und verderbliche Wege gegangen und haben unwegsame Wüsten durchwandert, aber den Weg des Herrn haben wir nicht erkannt.

8Was hilft uns nun der Übermut? Was bringt uns nun der Reichtum samt dem Prahlen ein?

9Es ist alles dahingefahren wie ein Schatten und wie ein Gerücht, das vorübergeht,

10wie ein Schiff, das auf den Wasserwogen dahinfährt: wenn es vorüber ist, kann man seine Spur nicht mehr finden und nicht die Bahn seines Kiels in den Wellen.

11Oder wie man bei einem Vogel, der durch die Luft fliegt, keine Spur seines Weges finden kann: denn er regt sich und schlägt in die leichte Luft, peitscht und zerteilt sie mit seinen Flügeln; aber danach findet man in ihr kein Anzeichen seines Fluges mehr.

12Oder wie wenn ein Pfeil abgeschossen wird zum Ziel: die durchschnittene Luft schlägt sogleich wieder zusammen, sodass man seine Bahn nicht mehr erkennen kann.

13So haben auch wir, nachdem wir ins Leben gekommen sind und wieder ein Ende genommen haben,

14kein Zeichen der Tugend vorzuweisen; wir haben uns in unsrer Bosheit verzehrt.«

15Denn die Hoffnung des Gottlosen ist wie Staub, vom Winde zerstreut, und wie feiner Schnee, vom Sturm getrieben, und wie Rauch, vom Winde verweht, und wie man einen vergisst, der nur einen Tag lang Gast gewesen ist.

16Aber die Gerechten werden ewig leben, und der Herr ist ihr Lohn, und der Höchste sorgt für sie.

17Darum werden sie das Reich der Herrlichkeit und eine schöne Krone aus der Hand des Herrn empfangen. Denn er wird sie mit seiner Rechten beschirmen und mit seinem Arm verteidigen.

18Er wird seinen Eifer nehmen als Rüstung und die Schöpfung bewaffnen zur Abwehr der Feinde.

19Er wird Gerechtigkeit anziehen als Panzer und unbestechliches Gericht sich aufsetzen als Helm.

20Er wird unüberwindliche Heiligkeit ergreifen als Schild,

21er wird seinen strengen Zorn schärfen zum Schwert; mit ihm zusammen aber wird die Welt kämpfen gegen die Toren.

22Die Geschosse der Blitze werden gut gezielt dahinfliegen und aus den Wolken wie von einem straff gespannten Bogen ins Ziel treffen.

23Und wie aus einer Steinschleuder werden zornige Hagelschauer herabstürzen. Die Wasser des Meeres werden toben gegen die Toren, und die Ströme werden sie wild überfluten.

24Der Geist göttlicher Kraft wird sich gegen sie erheben, und wie ein Wirbelwind wird er sie zerstreuen.