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  • DIE WEISHEIT SALOMOS
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121und dein unvergänglicher Geist ist in allem.

Gottes Nachsicht in der Bestrafung der Kanaaniter

2Darum bestrafst du die, die fallen, nur leicht und warnst sie, indem du sie an ihre Sünden erinnerst, damit sie von ihrer Schlechtigkeit loskommen und an dich, Herr, glauben.

3Denn als du den früheren Bewohnern deines heiligen Landes Feind warst,

4weil sie die widerwärtigsten Dinge trieben, Zauberei und gottlose Weihen,

5wolltest du durch die Hände unsrer Väter die vertilgen, die unbarmherzige Mörder ihrer Kinder waren

6und die sich zu Opfermahlen von Menschenfleisch zusammentaten und die sich mit Blut weihten in einer Opfergemeinde und die als Eltern ihre hilflosen Kinder mit eigner Hand töteten,

7damit das Land, das dir von allen das liebste ist, als würdige Bewohner die Kinder Gottes aufnehmen könnte.

8Dennoch schontest du sie, weil auch sie Menschen waren, und sandtest deinem Heer Hornissen voraus, damit sie sie nur nach und nach vertilgen sollten.

9Es war dir zwar nicht unmöglich, die Gottlosen in einer Schlacht den Gerechten zu unterwerfen oder durch schreckliche Tiere oder durch ein hartes Wort auf einmal zu zerschmettern;

10aber du richtetest sie nur nach und nach und gabst ihnen so Gelegenheit zur Buße, obgleich du wohl wusstest, dass ihr Ursprung böse und ihre Schlechtigkeit angeboren war und dass sich ihr Sinn niemals mehr ändern würde.

11Denn sie waren ein verfluchtes Geschlecht von Anfang an.

So hast du auch nicht darum, weil du jemand gescheut hättest, ihre Sünden unbestraft gelassen.

12Denn wer darf zu dir sagen: »Was tust du?« Oder wer kann deinem Gericht widerstehen? Oder wer darf dich beschuldigen wegen des Untergangs von Völkern, die du geschaffen hast? Oder wer darf kommen und vor dich hintreten als Verteidiger für ungerechte Menschen?

13Denn es gibt außer dir keinen Gott, der für alle sorgte, sodass du beweisen müsstest, dass du nicht ungerecht richtest.

14Es kann dir auch weder ein König noch ein Tyrann die Stirn bieten um derer willen, die du bestrafst.

15Weil du aber gerecht bist, so regierst du alle Dinge gerecht und siehst es als deiner Majestät nicht würdig an, jemand zu verdammen, der die Strafe nicht verdient hat.

16Denn deine Stärke ist der Ursprung der Gerechtigkeit, und weil du über alle Herr bist, so verschonst du auch alle.

17Denn an denen, die an die Vollkommenheit deiner Macht nicht glauben, beweist du deine Stärke, und an denen, die davon wissen, bestrafst du ihren Übermut.

18Du aber, der du Herr bist über die Stärke, richtest mit Milde und regierst uns mit viel Verschonen; denn du vermagst alles, wenn du willst.

19Dein Volk aber lehrst du durch solche Werke, dass der Gerechte menschenfreundlich sein soll, und deine Söhne lässt du voll guter Zuversicht sein, dass du ihnen für die Sünden Gelegenheit zur Buße gibst.

20Denn wenn du die Feinde deiner Kinder und die, die des Todes schuldig waren, mit solcher Vorsicht und Schonung bestraft und ihnen Zeit und Gelegenheit gegeben hast, von ihrer Schlechtigkeit zu lassen:

21mit wie viel größerer Sorgfalt richtest du deine Söhne, deren Vätern du Eid und Bund voll guter Verheißungen gegeben hast!

22Während du also uns erziehst, plagst du unsre Feinde tausendfach, damit wir deine Güte bedenken, wenn wir richten, und auf deine Barmherzigkeit trauen, wenn wir gerichtet werden.

Schwere Bestrafung nach vergeblicher Warnung

23Daher quältest du auch die Ungerechten, die ein unverständiges Leben führten, mit ihren eignen Götzen.

24Denn sie waren so weit auf Irrwege geraten, dass sie, betrogen wie unverständige Kinder, die Tiere für Götter hielten, die unter den verabscheuten Tieren die verächtlichsten sind.

25Darum hast du ihnen wie unvernünftigen Kindern eine Strafe geschickt, die sie zum Gespött machte.

26Die sich aber durch Spott und Strafe nicht warnen lassen, werden das verdiente Gericht Gottes erfahren.

27Denn sie wurden eben durch die gequält, die sie für Götter hielten, und als sie unter ihnen litten, ärgerten sie sich über sie und erkannten nun deutlich den als den wahren Gott, den sie vorher nicht erkennen wollten; darum kam auch das Äußerste an Strafe über sie.