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  • DIE WEISHEIT SALOMOS
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111Sie ließ ihre Werke gelingen durch einen heiligen Propheten.

Die verschiedene Behandlung der Ägypter und der Israeliten bei der Durstplage (11,2-16; Fortsetzung Kap 16,1–19,21)

2Die Israeliten zogen durch eine unbewohnte Wüste und schlugen ihre Zelte auf in der Einöde,

3sie widerstanden ihren Feinden und erwehrten sich ihrer Widersacher.

4Als es sie dürstete, riefen sie dich an und ihnen wurde Wasser gegeben aus schroffem Fels, und sie löschten den Durst aus hartem Stein.

5Denn wodurch ihre Feinde bestraft wurden, eben dadurch geschah ihnen Gutes, als sie Not litten.

6Jene nämlich bestraftest du für den Befehl, die Kinder zu töten, dadurch, dass du das immer fließende Wasser des Nils mit Blut vermischtest;

7ihnen aber gabst du ganz unerwartet reichlich Wasser,

8nachdem du ihnen vorher durch ihren Durst gezeigt hattest, wie du die Widersacher bestrafst.

9Denn als sie zwar versucht, dabei aber nur mit Gnaden gezüchtigt worden waren, erkannten sie, wie die Gottlosen im Zorn gerichtet und gequält wurden.

10Denn du hast sie wie ein Vater zurechtgewiesen und geprüft, jene aber wie ein strenger König verhört und verdammt.

11Und es wurden die, die dabei waren, wie die, die nicht dabei waren, in gleicher Weise geplagt.

12Denn es kam doppeltes Leid über sie und Seufzen, wenn sie an das Vergangene dachten.

13Denn als sie hörten, dass jenen Gutes durch das geschah, wodurch sie selbst bestraft worden waren, spürten sie das Walten des Herrn.

14Denn den sie einst ausgesetzt und ins Wasser geworfen und später verspottet und abgewiesen hatten, über den mussten sie staunen, als es am Ende so ausging, während sie selbst ganz anders als die Gerechten Durst gelitten hatten.

15Zur Strafe für die törichten Gedanken, die aus ihrer Ungerechtigkeit kamen und durch die sie verführt wurden, unvernünftiges Gewürm und Ungeziefer anzubeten, sandtest du unter sie eine Menge unvernünftiger Tiere,

16damit sie erkennen sollten: Womit jemand sündigt, damit wird er auch bestraft.

Gottes Erbarmen mit seiner Schöpfung

17Denn deiner allmächtigen Hand, die die Welt aus ungestaltetem Stoff geschaffen hat, fehlte es nicht an Macht, über sie eine Menge von Bären kommen zu lassen oder mutige Löwen

18oder neu geschaffene, grimmige unbekannte Tiere, die Feuer speien oder stinkenden Rauch schnauben oder schreckliche Funken aus den Augen blitzen ließen

19und die ihnen nicht nur durch Verletzungen Verderben bringen, sondern sie auch mit ihrem furchtbaren Anblick völlig vernichten können.

20Aber sie könnten auch ohne dies alles durch einen einzigen Hauch fallen, verfolgt von der strafenden Gerechtigkeit und weggerafft von dem Hauch deiner Macht.

21Aber du hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet. Denn deine Kraft gewaltig zu erweisen ist dir allezeit möglich, und wer kann der Macht deines Arms widerstehen?

22Denn die ganze Welt ist vor dir wie ein Stäublein an der Waage und wie ein Tropfen des Morgentaus, der auf die Erde fällt.

23Aber du erbarmst dich über alle; denn du kannst alles und du übersiehst die Sünden der Menschen, damit sie sich bessern sollen.

24Denn du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast; denn du hast ja nichts bereitet, gegen das du Hass gehabt hättest.

25Wie könnte etwas bleiben, wenn du nicht wolltest? Oder wie könnte erhalten werden, was du nicht gerufen hättest?

26Du schonst aber alles; denn es gehört dir, Herr, du Freund des Lebens,