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  • DAS BUCH JUDIT
  • Jdt 5,8

Der Ammoniter Achior gibt Bericht über die Juden

51Und es wurde dem Holofernes, dem Feldhauptmann von Assyrien, gesagt, dass die Israeliten sich rüsteten und sich wehren wollten und die Wege im Gebirge gesperrt hätten. Da entbrannte sein grimmiger Zorn und er rief alle Obersten und Hauptleute der Moabiter und Ammoniter zu sich und fragte sie:

2Sagt mir: Was ist das denn für ein Volk, das im Gebirge wohnt? Wie viel Städte haben sie? Was haben sie für ein Heer und wie groß ist es? Welcher König führt ihr Heer? Warum sind sie die Einzigen im Morgenland, die uns verachten und uns nicht entgegengekommen sind, um uns in Frieden zu empfangen?

3Da antwortete Achior, der Oberste aller Ammoniter, und sagte:

4Will mein Herr mich anhören, so will ich dir die Wahrheit sagen über dies Volk, das im Gebirge wohnt, und dich nicht belügen.

5Dies Volk stammt von den Chaldäern ab.

6Es hat zuerst in Mesopotamien gewohnt. Weil sie aber nicht den Göttern ihrer Väter in Chaldäa folgen wollten,

7verließen sie die Bräuche ihrer Väter, die viele Götter verehrten, um dem einzigen Gott des Himmels zu dienen, der ihnen auch gebot, fortzuziehen und in Kanaan zu wohnen.

8Als nun über das ganze Land eine Hungersnot kam, zogen sie nach Ägypten hinab. Dort sind sie in vierhundert Jahren so viele geworden, dass man sie nicht mehr zählen konnte.

9Als aber der König von Ägypten ihnen die Zwangsarbeit auferlegte, aus Ton Ziegel zu streichen, um seine Städte zu bauen, schrien sie zu ihrem Gott. Der schlug ganz Ägypten mit vielen Plagen.

10Als nun die Ägypter sie aus ihrem Land gestoßen hatten und die Plage von ihnen abließ und man sie wieder fangen und zu ihrem Dienst zurückholen wollte, tat ihnen der Gott des Himmels auf ihrer Flucht das Meer auf, sodass das Wasser auf beiden Seiten stand wie eine Mauer und sie trockenen Fußes auf dem Grund des Meeres gingen und hindurchkamen.

11Als aber die Ägypter ihnen mit einem unzählbaren Heer nacheilten, wurden sie im Meer ersäuft, sodass kein Einziger übrig blieb, der es den Nachkommen hätte sagen können.

12Und als dies Volk aus dem Roten Meer kam, lagerte es sich in der Wüste des Berges Sinai, wo vorher kein Mensch wohnen noch sich aufhalten konnte.

13Dort wurde das bittre Wasser süß, sodass sie es trinken konnten, und sie bekamen Brot vom Himmel vierzig Jahre lang;

14und wohin sie auch zogen ohne Bogen, Pfeil, Schild und Schwert, da stritt ihr Gott für sie und siegte.

15Niemand konnte diesem Volk Schaden tun, außer wenn es vom Dienst des Herrn, seines Gottes, abwich.

16Sooft sie aber außer ihrem Gott einen andern anbeteten, wurden sie weggeführt, erschlagen oder in Schande gebracht.

17Sooft sie es aber bereuten, vom Dienst ihres Gottes abgefallen zu sein, gab ihnen der Gott des Himmels wieder die Kraft, ihren Feinden zu widerstehen.

18So erschlugen sie die Könige der Kanaaniter, der Jebusiter, der Perisiter, der Hetiter, der Hiwiter, der Amoriter und alle Mächtigen von Heschbon und nahmen ihr Land und ihre Städte ein.

19Und es ging ihnen gut, solange sie sich nicht an ihrem Gott versündigten; denn ihr Gott hasst das Unrecht.

20Weil sie in früheren Zeiten von dem Weg abgewichen waren, auf dem sie gehen sollten, wie Gott ihnen geboten hatte, darum wurden sie von vielen Völkern im Kampf besiegt, und die meisten von ihnen wurden gefangen in ein fremdes Land geführt.

21Aber nachdem sie sich zu ihrem Gott bekehrt hatten, sind sie jüngst aus den Ländern heimgekehrt, in die sie zerstreut waren, und sind in dies Gebirge hinaufgezogen und wohnen jetzt wieder in Jerusalem, wo ihr Heiligtum steht.

22Darum, mein Herr, versuche zu erfahren, ob sie sich an ihrem Gott versündigt haben; dann wollen wir hinaufziehen, und ihr Gott wird sie dir gewiss in die Hände geben, sodass du sie bezwingst.

23Haben sie sich aber nicht an ihrem Gott versündigt, so richten wir nichts gegen sie aus; denn ihr Gott wird sie beschirmen, und wir werden vor aller Welt zum Gespött werden.

24Als Achior seine Rede beendet hatte, wurden alle Hauptleute des Holofernes zornig und dachten daran, ihn zu töten, und sagten zueinander:

25Wer wagt zu sagen, dass die Israeliten sich wehren könnten gegen den König Nebukadnezar und sein Heer? Das sind doch nur waffenlose Leute ohne Macht und Kriegserfahrung!

26Damit aber Achior sieht, dass er gelogen hat, wollen wir ins Gebirge hinaufziehen; und wenn wir ihre besten Leute gefangen nehmen, so werden wir mit ihnen auch Achior erstechen, damit alle Völker erkennen, dass Nebukadnezar der Gott des Landes ist und sonst keiner.