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  • DER PSALTER
  • Ps 109,6-20

Ein Ruf zu Gott gegen erbarmungslose Widersacher

1091Ein Psalm Davids, vorzusingen.

Gott, mein Ruhm, schweige nicht!

2Denn sie haben ihr gottloses Lügenmaul wider mich aufgetan.

Sie reden wider mich mit falscher Zunge /

3und reden giftig wider mich allenthalben

und streiten wider mich ohne Grund.

4Dafür, dass ich sie liebe, feinden sie mich an;

ich aber bete.

5Sie erweisen mir Böses für Gutes

und Hass für Liebe.

6Gib ihm einen Gottlosen zum Gegner,

und ein Verkläger stehe zu seiner Rechten.

7Wenn er gerichtet wird, soll er schuldig gesprochen werden,

und sein Gebet werde zur Sünde.

8Seiner Tage sollen wenige werden,

und sein Amt soll ein andrer empfangen.

9Seine Kinder sollen Waisen werden

und seine Frau eine Witwe.

10Seine Kinder sollen umherirren und betteln

und vertrieben werden aus ihren Trümmern.

11Es soll der Wucherer alles fordern, was er hat,

und Fremde sollen seine Güter rauben.

12Und niemand soll ihm Gutes tun,

und niemand erbarme sich seiner Waisen.

13Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden,

ihr Name soll schon im zweiten Glied getilgt werden.

14Der Schuld seiner Väter soll gedacht werden vor dem HERRN,

und seiner Mutter Sünde soll nicht getilgt werden.

15Der HERR soll sie nie mehr aus den Augen lassen,

und ihr Andenken soll ausgerottet werden auf Erden,

16weil er so gar keine Barmherzigkeit übte,

sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Betrübten, ihn zu töten.

17Er liebte den Fluch,

so komme er auch über ihn;

er wollte den Segen nicht,

so bleibe er auch fern von ihm.

18Er zog den Fluch an wie sein Hemd;

der dringe in ihn hinein wie Wasser und wie Öl in seine Gebeine;

19er werde ihm wie ein Kleid, das er anhat,

und wie ein Gürtel, mit dem er allezeit sich gürtet.

20So geschehe denen vom HERRN, die wider mich sind

und die Böses reden wider mich.

21Aber du, HERR, /

sei du mit mir um deines Namens willen;

denn deine Gnade ist mein Trost: Errette mich!

22Denn ich bin arm und elend;

mein Herz ist zerschlagen in mir.

23Ich fahre dahin wie ein Schatten, der schwindet,

und werde abgeschüttelt wie Heuschrecken.

24Meine Knie sind schwach vom Fasten,

und mein Leib ist mager und hat kein Fett.

25Ich bin ihnen zum Spott geworden;

wenn sie mich sehen, schütteln sie den Kopf.

26Steh mir bei, HERR, mein Gott!

Hilf mir nach deiner Gnade,

27und lass sie innewerden, dass dies deine Hand ist

und du, HERR, das tust.

28Fluchen sie, so segne du. /

Erheben sie sich gegen mich, so sollen sie zuschanden werden;

aber dein Knecht soll sich freuen.

29Meine Widersacher sollen mit Schmach angezogen

und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Mantel.

30Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde

und ihn rühmen vor der Menge.

31Denn er steht dem Armen zur Rechten,

dass er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen.