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  • DAS BUCH HIOB (IJOB)
  • Hiob 36

Elihus letzte Rede

361Elihu hob noch einmal an und sprach:

2Warte noch ein wenig, ich will dich lehren; denn ich habe noch etwas für Gott zu sagen.

3Ich will mein Wissen weit herholen und meinem Schöpfer Recht verschaffen.

4Meine Reden sind wahrlich nicht falsch; vor dir steht einer, der es wirklich weiß.

5Siehe, Gott ist mächtig und verwirft niemand; er ist mächtig an Kraft des Herzens.

6Den Gottlosen erhält er nicht am Leben, sondern hilft dem Elenden zum Recht.

7Er wendet seine Augen nicht von dem Gerechten, sondern mit Königen auf dem Thron lässt er sie sitzen immerdar, dass sie groß werden.

8Und wenn sie gefangen liegen in Ketten und elend, gebunden mit Stricken,

9so hält er ihnen vor, was sie getan haben, und ihre Sünden, dass sie sich überhoben haben,

10und öffnet ihnen das Ohr zur Warnung und sagt ihnen, dass sie sich von dem Unrecht bekehren sollen.

11Gehorchen sie und dienen ihm, so werden sie bei guten Tagen alt werden und glücklich leben.

12Gehorchen sie nicht, so werden sie dahinfahren durch des Todes Geschoss und vergehen in Unverstand.

13Die Ruchlosen verhärten sich im Zorn. Sie flehen nicht, auch wenn er sie gefangen legt;

14so wird ihre Seele in der Jugend sterben und ihr Leben unter den Hurern im Tempel.

15Aber den Elenden wird er durch sein Elend erretten und ihm das Ohr öffnen durch Trübsal.

16So reißt er auch dich aus dem Rachen der Angst in einen weiten Raum, wo keine Bedrängnis mehr ist; und an deinem Tische, voll von allem Guten, wirst du Ruhe haben.

17Wenn du aber richtest wie ein Gottloser, so halten dich Gericht und Recht fest.

18Sieh zu, dass nicht dein Zorn dich verlockt oder die Menge des Lösegeldes dich verleitet.

19Wird dein Geschrei dich aus der Not bringen oder alle kräftigen Anstrengungen?

20Sehne dich nicht nach der Nacht, die Völker wegnimmt von ihrer Stätte!

21Hüte dich und kehre dich nicht zum Unrecht, denn Unrecht wählst du lieber als Elend!

22Siehe, Gott ist groß in seiner Kraft; wo ist ein Lehrer, wie er ist?

23Wer will ihm weisen seinen Weg, und wer will zu ihm sagen: »Du tust Unrecht«?

24Denk daran, dass du sein Werk preisest, von dem die Menschen singen.

25Denn alle Menschen schauen danach aus, aber sie sehen's nur von ferne.

26Siehe, Gott ist groß und unbegreiflich; die Zahl seiner Jahre kann niemand erforschen.

27Er zieht empor die Wassertropfen und treibt seine Wolken zusammen zum Regen,

28dass die Wolken überfließen und Regen senden auf die Menge der Menschen.

29Wer versteht, wie er die Wolken türmt und donnern lässt aus seinem Gezelt?

30Siehe, er breitet sein Licht um sich und bedeckt alle Tiefen des Meeres.

31Denn damit regiert er die Völker und gibt Speise die Fülle.

32Er bedeckt seine Hände mit Blitzen und bietet sie auf gegen den, der ihn angreift.

33Ihn kündet an sein Donnern, wenn er mit Zorn eifert gegen den Frevel.