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  • DAS BUCH HIOB (IJOB)
  • Hiob 12

Hiobs erste Antwort an Zofar

121Da antwortete Hiob und sprach:

2Ja, ihr seid die Leute, mit euch wird die Weisheit sterben!

3Ich hab ebenso Verstand wie ihr und bin nicht geringer als ihr; wer wüsste das nicht?

4Ich muss von meinem Nächsten verlacht sein, der ich Gott anrief und den er erhörte. Der Gerechte und Fromme muss verlacht sein.

5Dem Unglück gebührt Verachtung, so meint der Sichere; ein Stoß denen, deren Fuß schon wankt!

6Die Hütten der Verwüster stehen ganz sicher, und Ruhe haben, die wider Gott toben, die Gott in ihrer Faust führen.

7Frage doch das Vieh, das wird dich's lehren, und die Vögel unter dem Himmel, die werden dir's sagen,

8oder die Sträucher der Erde, die werden dich's lehren, und die Fische im Meer werden dir's erzählen.

9Wer erkennte nicht an dem allen, dass des HERRN Hand das gemacht hat,

10dass in seiner Hand ist die Seele von allem, was lebt, und der Lebensodem aller Menschen?

11Prüft nicht das Ohr die Rede, wie der Mund die Speise schmeckt?

12Bei den Großvätern nur soll Weisheit sein und Verstand nur bei den Alten?

13Bei Gott ist Weisheit und Gewalt, sein ist Rat und Verstand.

14Siehe, wenn er zerbricht, so hilft kein Bauen; wenn er jemand einschließt, kann niemand aufmachen.

15Siehe, wenn er das Wasser zurückhält, so wird alles dürr, und wenn er's loslässt, so wühlt es das Land um.

16Bei ihm ist Kraft und Einsicht. Sein ist, der da irrt und der irreführt.

17Er führt die Ratsherren gefangen und macht die Richter zu Toren.

18Er macht frei von den Banden der Könige und umgürtet ihre Lenden mit einem Gurt.

19Er führt die Priester barfuß davon und bringt zu Fall die alten Geschlechter.

20Er entzieht die Sprache den Verlässlichen und nimmt weg den Verstand der Alten.

21Er schüttet Verachtung auf die Fürsten und zieht den Gewaltigen die Rüstung aus.

22Er öffnet die finstern Schluchten und bringt heraus das Dunkel ans Licht.

23Er macht Völker groß und bringt sie wieder um; er breitet ein Volk aus und treibt's wieder weg.

24Er nimmt den Häuptern des Volks im Lande den Mut und führt sie irre, wo kein Weg ist,

25dass sie in der Finsternis tappen ohne Licht, und macht sie irre wie die Trunkenen.