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Standbilder

Andere Schreibweise: Statuen; Statuentheater

Mirjam Zimmermann

(erstellt: Febr. 2019)

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Digital Object Identifier: https://doi.org/10.23768/wirelex.Standbilder.200645

1. Was sind Standbilder?

„Standbilder sind bildliche Darstellungen von sozialen Situationen, Personen, Konstellationen, Beziehungsstrukturen oder Begriffen. Mit Standbildern können erlebte oder vorgestellte Situationen und Personen fixiert, ausgestellt und gedeutet, Handlungsverläufe unterbrochen und verfremdet, Haltungen sichtbar gemacht, Beziehung und Ereignisse auf den (sinnlichen) Begriff gebracht werden. Interpretiert werden dabei Situationen, Haltungen und Beziehungen nicht nur durch den Ausschnitt, das bildliche Arrangement und die Perspektive, sondern vor allem auch durch die Bedeutungen, die dem Bild und den Haltungen, Gesten und der Mimik der Personen zugeschrieben werden“ (Scheller, 1998, 59).

Ingo Scheller, der diese Methode wie kein anderer profiliert hat, bringt in seiner knappen Beschreibung von Standbildern sowohl den Kerngehalt der Methode (Visualisierung) als auch die Vielfalt ihrer Verwendung (Situationen, Personen, Handlungsverläufe, Beziehungen) auf den Punkt. Deutlich wird auch, dass nicht nur der Vollzug der Konstruktion für die Methode entscheidend ist, sondern auch der Schritt der Dekonstruktion, also der Deutung, die die Konstrukteure, aber auch die Betrachter dem Arrangement zusprechen, die sie im interpretierenden Dialog der visuellen Umsetzung zuschreiben.

Zu Schellers Beschreibung kann man ergänzen, dass die Methode des Standbildbauens sowohl in der schulischen als auch in der kirchlichen Bildungsarbeit breite Verwendung findet, ursprünglich aber aus der Theaterpädagogik kommt, zuerst in die Deutschdidaktik und dann in den Unterricht vieler anderer Fächer Einzug gehalten hat und heute aus der Schule und der außerschulischen Bildungsarbeit selbst mit Erwachsenen nicht mehr wegzudenken ist. Dennoch fehlt sie in einigen methodischen Kompendien (Rendle, 2014; Niehl/Thömmes, 2014, in Ansätzen unter „Bilder nachstellen“, 24).

Teilweise werden Standbilder von Statuen abgegrenzt. So hat Augusto Boal in seinem „Theater der Unterdrückten“ (1989) Standbilder unter „Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler“ (Inhaltsverzeichnis) aufgeführt und dort dezidiert zwischen Standbild und Statue unterschieden. Von Standbildern, die jeweils eine Situation aus einer bestimmten Perspektive, meist von vorne, abbilden und von dort aus zu deuten sind, seien Statuen zu unterscheiden, die einerseits von allen Seiten betrachtet werden können und einen höheren Abstraktionsgrad auch schon bezüglich der Themenstellung erfordern (Boal, 1989, 71-73). Ein Standbild würde sich deshalb für narrative Settings wie z.B. biblische Geschichten eignen, von Statuen würde man bei der Umsetzung abstrakter Themen sprechen. Diese Differenzierung wird aufgegeben, weil in der Praxis (siehe 2.) beide Umsetzungen unter „Standbild“ subsummiert werden (Volpert, 2006).

2. Standbilder im Lehrplan und im Schulbuch

In den Kernlehrplänen Evangelische Religionslehre für Gesamtschulen und auch Haupt- und Realschulen in Nordrhein-Westfalen, Evangelische Religionslehre (2012), die hier exemplarisch herangezogen werden, wird unter „Kompetenzerwartungen und zentrale Inhalte in den Jahrgangsstufen 5/6“ im Bereich der Methodenkompetenz dezidiert auf Standbilder als Hilfe zur Erschließung biblischer Texte Bezug genommen: „biblische und religiös relevante Texte durch vorgegebene Zugänge erschließen (u.a. Rollenspiele, Standbilder)“ (Ministerium NRW, 2012a, 18).

Auch unter den Möglichkeiten der Leistungsüberprüfung wird das Standbild neben „schriftliche(n) Beiträge(n) zum Unterricht“, „Dokumentation längerfristiger Lern- und Arbeitsprozesse“, „kurze(n) schriftliche(n) Übungen“ und „Beiträge(n) im Prozess eigenverantwortlichen, schüleraktiven Handelns in unterschiedlichen Sozialformen“ unter „fachspezifische Ergebnisse kreativer Gestaltungen (z.B. → Bilder, Videos, Collagen, Rollenspiel, Standbilder, Liedtexte)“ (Ministerium NRW, 2012b, 52) wieder aufgeführt.

In manchen Schulbüchern finden sich (deshalb) sogar Methodenkarten, die schülergerecht erklären sollen, was das Ziel eines Standbilds ist: „Beim Standbild gestaltet ihr als Gruppe eine Situation ohne Worte. Eure Darstellung wird ,eingefroren‘ (engl. to freeze), das heißt, ihr dürft euch während der Präsentation nicht bewegen oder sprechen. Deshalb achtet ihr auf euren Gesichtsausdruck und eure Körperhaltung“ (Hahn/Schulte, 2013, 184; so auch ähnlich: Husmann/Merkel, 2013, 175).

In den Schulbüchern wird von der Primarstufe (z.B. Gauer/Grünschläger-Brenneke/Röse, 2013, 76) bis zur Sekundarstufe II sowohl in Bezug auf biblische Texte, aber auch auf Themen (z.B. schon für Grundschule zum Thema „Glaube macht stark“: Freudenberger-Lötz, 2011, 24) auf die Methode des Standbilds zurückgegriffen. Teilweise finden sich sogar Standbilder mit gleichaltrigen Kindern als Fotos in den Schulbüchern, die beschrieben und (optional) nach- bzw. neu gestellt werden sollen (Gauer/Grünschläger-Brenneke/Röse, 2013, 76).

3. Didaktischer Ertrag

Nicht umsonst findet sich diese Methode so häufig in Schulbüchern und wurde sogar in diverse Kerncurricula aufgenommen; denn die Kompetenzförderung erfolgt beim Standbildbauen auf unterschiedlichen Ebenen, nicht nur bei der Beschäftigung mit biblischen Texten (Zimmermann/Zimmermann, 2018, 556-561), sondern auch bei ethischen Fragen, kirchengeschichtlichen Themen oder Inhalten der Weltreligionen (→ Kompetenzorientierter Religionsunterricht).

Der didaktische Gewinn bezieht sich auf die Förderung von Wahrnehmungs-, Darstellungs-, Gestaltungs- und Dialogkompetenz, was wie folgt begründet werden kann:

Das Thema bzw. der Text, das/der dem Standbild zugrunde liegen soll, muss als Vorbereitung intensiv wahrgenommen werden, um die Umsetzung im Standbild vorzubereiten. Dabei müssen Handlungsfiguren erfasst, Figurenkonstellationen analysiert, Problemzusammenhänge wahrgenommen, gedeutet und abstrahiert werden (Wahrnehmungs- und Darstellungskompetenz).

Die Kernaussage des Textes, des Themas oder des Problems, welcher bzw. welches in der Umsetzung in ein Standbild zum Tragen kommen soll, muss durch die visuelle Anordnung kreativ bearbeitet und dabei gedeutet und ebenso nach der Durchführung dekodiert, also von der Gruppe der Beobachtenden wiederum interpretiert werden (Deutungskompetenz).

In der Verständigung schon beim Erstellen und später über Intention und Wirkung des Standbildes von außen können viele gemeinsam am religiösen Dialog argumentierend teilnehmen (Dialogkompetenz).

Elke Terwey formuliert das so: „Beim Bauen werden Gefühle wahrgenommen, die Spieler werden sich dieser bewusst und tauschen sich mit anderen aus. Das fördert die Kommunikation untereinander und das Verständnis füreinander. Im Standbild zu fühlen und das zu formulieren, wie ich auf andere wirke, bewirkt oft heilsame Erkenntnis. Darüber hinaus gewinnen Schülerinnen und Schüler die Erkenntnis, dass die in den archetypischen literarischen Formen dargestellten Personen keine Menschen einer längst vergangenen Zeit sind, sondern dass sie die zu allen Zeiten gültigen menschlichen Grunderfahrungen spiegeln“ (Terwey, 2000, 56).

Dem konstruktivistischen Ansatz gemäß findet so eine multiperspektivische Wahrnehmung statt, bei der als Ausgangspunkt der Vorbereitung in der Kleingruppe persönliche Erlebnisse erinnert und aktualisiert werden, die dann durch das Arrangement als Standbild eingespielt, in Frage gestellt, aufgearbeitet und zu (neuen) Erfahrungen verdichtet und verarbeitet werden.

Als Wahrnehmung zweiter Ordnung werden so beim Betrachten (siehe methodische Umsetzung) dekonstruktivistische Zugänge erforderlich, die die Subjektivität verdeutlichen, was wiederum im Gespräch reflektiert werden kann.

Nachhaltig wird dieses Lernen, weil es durch das Körpergedächtnis unterstützt wird („etwas ver-körpern“), innere und äußere Haltungen zu Tage bringt, sprachliches Handeln integriert und so Lernen mit allen Sinnen ist.

Denkbar sind Standbilder in Bezug auf viele Kompetenzen der EKD (EKD, 2010, 18) wie „Den eigenen Glauben und die eigenen Erfahrungen wahrnehmen und zum Ausdruck bringen“, „Grundformen biblischer Sprache verstehen“, „Individuelle und kirchliche Form der Praxis von Religion kennen“, „Ethische Entscheidungssituationen im individuellen und gesellschaftlichen Leben wahrnehmen“, „Sich mit anderen religiösen Glaubensweisen und nicht-religiösen Weltanschauungen (…) auseinandersetzen“, „Religiöse Motive und Elemente in der Kultur identifizieren“.

4. Methodisches Vorgehen

Um sich besser vorstellen zu können, was ein Standbild darstellen soll, kann man dieses mit einem Schnappschuss mit der Kamera vergleichen, wenn Handlungsverläufe an einer zentralen Stelle unterbrochen werden. Darin werden dann nicht nur Körperhaltungen in Gestik und Mimik, sondern auch Beziehungen festgehalten und fixiert. Diese Hilfestellung passt allerdings nicht, wenn es um Standbilder zu Themen oder Problemen geht, also eher Statuen (siehe oben) gemeint sind, bei denen ein Abstraktionsprozess im Sinne der Symbolisierung in stärkerem Maße erfolgt.

4.1. Notwendige Vorbereitungen

Da ein Standbild weniger Spontaneität, Expressivität und Schauspielkunst verlangt, sind die Abwehr der Schülerinnen und Schüler und deren Schampotential geringer. Vorbereitend ist es sinnvoll, mimetische Übungen in den Unterricht einzubauen, die die visuelle Darstellung z.B. von Angst, Erschrecken, Freude, Ärger etc. unterstützen (Wiemer/Edelbrock/Käss, 2010, M 62). Auch die Bedeutung von Gesten sowie Möglichkeiten von bildlichen Symbolisierungen sollte vorbereitend erarbeitet werden.

Wichtig ist darüber hinaus, für einen ausreichend großen Raum bzw. für Ausweichmöglichkeiten zu sorgen und sich zu überlegen, wie die Betrachtungszeit in Ruhe durch einen akustischen Impuls unterstützt werden kann (Gong, Klangschale oder Ähnliches).

Der Einsatz der Methode findet sich vor allem im Umgang mit biblischen Texten (fast alle Beispiele bei Wiemer/Edelbrock/Käss, 2010, M 62, außer „fremd sein“), so dass an dieser Stelle auch diese Fokussierung methodisch aufgenommen werden soll.

4.2. Einsatz im Unterrichtssetting

Standbilder können sowohl vorbereitend, vertiefend oder nachbereitend Verwendung finden (ähnlich auch in Zimmermann/Zimmermann, 2018, 557-559).

1. Thematische Vorbereitung: Standbilder können die Beschäftigung mit (biblischen) Texten vorbereiten und vergleichbare Situationen aus dem Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler aufbereiten, die dann später eventuell mit einem Standbild zum biblischen Text verglichen werden können (z.B. Standbild zum Thema Staunen; biblisches Standbild im Anschluss an ein Heilungswunder).

2. Vertiefung des Inhalts – Variante I: Ein Standbild entsteht beim Vorspielen der Handlung eines (biblischen) Textes durch spontanes Einfrieren (z.B. mit Gong). Jetzt kann die Situation genauer betrachtet, bei Mitspielenden nachgefragt und es können einzelne Elemente (Gestik, Mimik, Beziehung) gedeutet werden.

Variante II: Ein Standbild entsteht, indem eine zentrale Stelle des Textes, die von einer Kleingruppe selbst bestimmt oder vom Spielleiter bzw. von der Spielleiterin vorgegeben, dann als Standbild vorbereitet und schließlich der restlichen Lerngruppe präsentiert wird.

3. Nachbereitende/zusammenfassende Darstellung: Die Hauptaussage eines (biblischen) Textes oder eines Themas wird abschließend durch ein Standbild wiedergegeben.

4.3. Zu den Aufgaben der Lehrperson

Die Lehrperson kann entscheiden und didaktisch begründen, an welcher Stelle im Umgang mit dem biblischen Text die Methode eingesetzt wird (siehe oben 1. - 3.). Bis eine Gruppe mit der Methode vertraut ist, sollte die Lehrperson auch als Spielleiterin bzw. Spielleiter fungieren, später können einzelne dafür geeignete Schülerinnen und Schüler die Aufgabe übernehmen. Die Spielleiterin bzw. der Spielleiter formuliert die Aufgabenstellung für die Gruppe und beobachtet den Aufbau der Standbilder. Dabei muss sofort interveniert werden, wenn die Regeln (z.B. nicht zu sprechen) nicht eingehalten werden. Anschließend muss sie/er dafür sorgen, dass nach Fertigstellung alle die Chance haben, das Standbild mindestens eine Minute lang genau und in Ruhe anzuschauen. Hier lohnt sich der Einsatz eines Gongs oder einer Klangschale. Auch für die Vorbereitung der Reflexionsfragen, um das Gespräch über das Standbild anzustoßen, ist sie/er verantwortlich. Denkbar ist, das Standbild als Foto festzuhalten, um es später oder für andere Kontexte zu konservieren.

4.4. Planungs- und Durchführungsphase

Je nach Aufgabenstellung müssen die Vorgaben für die Schülerinnen und Schüler entsprechend angepasst werden. Man kann bei einer Szene mit mehr als drei Personen auch größere Gruppen zu Mitspielenden machen, wobei die Aufteilung der Lerngruppe in Kleingruppen meist mit ca. 4-6 Personen erfolgt, die dann jeweils ein Standbild

  • zu verschiedenen Texten (z.B. Wundererzählungen),
  • zu verschiedenen Szenen desselben Textes oder
  • zu derselben Szene erarbeiten.

Die vorgängige gemeinsame Analyse des Textes oder des Themas ist hilfreich, bei Kenntnis der Methode aber nicht unbedingt nötig.

Grundsätzlich können als Hilfestellung für den Aufbau folgende Hinweise nützlich sein:

1. Auswahl an Figuren und Aussagen: Welche Figuren bzw. Figurengruppen kommen vor? Beratet euch kurz, welche Mittel der Gestik, Mimik, Körperhaltung, Stellung der Figuren zueinander und so weiter euch sinnvoll erscheinen, damit das Standbild die von euch intendierte Aussage haben kann. Überlasst möglichst wenig dem Zufall.

2. Zuweisung von Personen zu Erzählfiguren: Wählt Personen als Darstellerinnen oder Darsteller aus, am besten nicht mehr als zwei bis drei. Sie verhalten sich im Folgenden passiv – wie bewegliche Puppen. Sie dürfen nicht sprechen. Die Darsteller sind also ‚nur‘ Material, das nach dem Willen anderer geformt wird.

3. Wahl der Spielleiterin oder des Spielleiters und Aufbau des Standbildes: Wählt entweder eine Regisseurin oder einen Regisseur, der/dem ihr zutraut, eure Absprachen umsetzen zu können, oder formt miteinander wie „Regisseure“ das Standbild, indem ihr den Darstellerinnen und Darstellern eure Vorstellungen nonverbal, also ohne zu sprechen, ‚erklärt‘. Dabei macht so lange Haltungen, Mimik und Gestik vor, bis das Standbild den Vorstellungen der Regisseurin oder des Regisseurs bzw. der Gruppe entspricht. Gebt jeweils ein Zeichen, wenn die Mimik, die Körperhaltung, die Position zu einer zweiten Figur euren Ideen entspricht, so dass die Darstellerin oder der Darsteller weiß, dass sie/er so verharren soll.

4. Präsentation/Dokumentation des Standbildes: Wird das Standbild vor anderen präsentiert, baut es zunächst hinter einem Vorhang (z.B. Leintuch) auf und gebt erst auf ein Zeichen hin den Blick auf das fertige Standbild frei. Während der Betrachtung des Standbildes wird nicht gesprochen (ein Gong erleichtert Anfang und Ende der Präsentation).

Zusätzlich kann das Standbild fotografiert werden (z.B. mit dem Smartphone). So kann aus einer Serie von Standbild-Fotos auch eine Fotostory zu einer biblischen Geschichte entstehen.

4.5. Deutungsphase

Während der Deutungsphase sollte es nun zum Dialog oder auch zur Interaktion zwischen Standbild-Spielern und Publikum kommen. Die Deutung des Standbildes erfolgt hierbei auf unterschiedlichen Ebenen:

1. Einstellungen erfragen: Die Beobachterinnen und Beobachter befragen die Spielerinnen und Spieler nach ihren Empfindungen, Gedanken, Fantasien.

2 .Gedanken und Gefühle erkunden: Die Spielerinnen und Spieler sagen aus ihrer Position/Rolle heraus, was sie denken und empfinden. Man kann auch die Aufgabe stellen, dass man sich ein passendes Wort, einen Ausspruch oder einen Satz ausdenken soll.

3. Haltungen spiegeln und deuten: Einzelne Beobachterinnen und Beobachter nehmen die gleiche Haltung ein und erklären, welche Empfindungen sie damit verbinden.

4. Projektionen der Beobachterinnen und Beobachter: Einzelne Beobachterinnen und Beobachter legen den Personen im Standbild die Hand auf die Schulter und beschreiben in Ich-Form, was sie in deren Rolle denken und fühlen.

5. Beziehungskonstellationen herausarbeiten: Die Wirkung des Standbilds hinsichtlich der Beziehungsdimension wird verglichen mit der Intention der Regisseurin oder des Regisseurs.

6. Die Deutungen des Standbildes werden anschließend mit der Interpretation des biblischen Textes abgeglichen: Welche Dimension des Textes wurde erschlossen, vertieft, weitergeführt? Wo ging die Standbilddeutung über den Text hinaus?

4.6. Varianten

Szagun (2010, 262-265) stellt Varianten der Standbildarbeit vor, bei denen z.B.

  • Grundschulkinder die 3 Phasen – Finden der passenden Körperhaltung, Verbalisierung von Empfindungen und knappe Kommunikation darüber – als Kompetenzen getrennt aufgebaut werden (Szagun, 2010, 262f.);
  • alle Akteure ein Bibeltheater als Abfolge von Standbildern für einen Elternabend bzw. eine Schulfeier präsentieren, das durch passend Musik unterlegen (Szagun, 2010, 264);
  • es darum geht, nicht nur ein Standbild, sondern auch Gegenstandbilder, z.B. Realbild und Idealbild, stellen zu lassen (Szagun, 2010, 265);
  • die Aufgabe lautet, Dialoge zwischen den in einem Standbild präsentierten Personen zu führen (Szagun, 2010, 265).

Literaturverzeichnis

  • Boal, Augusto, Theater der Unterdrückten. Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler, Frankfurt/M. 2. Aufl. 1989.
  • Evangelische Kirche in Deutschland, Kompetenzen und Standards für den evangelischen Religionsunterricht der Sekundarstufe I. EKD Text 111, Hannover 2010.
  • Freudenberger-Lötz, Petra (Hg.), Spuren lesen. Religionsbuch für das 3./4. Schuljahr, Stuttgart u.a. 2011.
  • Gauer, Christian/Grünschläger-Brenneke, Sabine/Röse, Micaela, Die Reli-Reise 3/4, Stuttgart u.a. 2013.
  • Hahn, Matthias/Schulte, Andrea (Hg.), Reli plus 1. Evangelische Religion, Stuttgart u.a. 2013.
  • Husmann, Bärbel/Merkel, Rainer (Hg.), Moment mal! 2. Evangelische Religion, Stuttgart u.a. 2013.
  • Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.), Kernlehrplan für Realschulen in Nordrhein-Westfalen. Evangelische Religionslehre, Düsseldorf 2012a.
  • Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.), Kernlehrplan für Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen. Evangelische Religionslehre, Düsseldorf 2012b.
  • Müller, Hans-Joachim, Vom Blitzlicht zum Standbild, in: Grundschule Religion 10 (2002), 14-15.
  • Nägeli, Monika, Petrus erlebt Wunderbares mit Jesus: Ein Sommerlager mit Petrusgeschichten voller Wunder, in: Reli 41 (2012) 3, 14-15.
  • Niehl, Franz Wendel/Thömmes, Arthur, 212 Methoden für den Religionsunterricht, München 2014.
  • Rendle, Ludwig (Hg.), Ganzheitliche Methoden im Religionsunterricht, München 2014.
  • Scheller, Ingo, Szenisches Spiel. Handbuch für die pädagogische Praxis, Berlin 1998.
  • Szagun, Anna-Katharina, Standbilder/Statuentheater, in: Adam, Gottfried/Lachmann, Rainer (Hg.), Methodisches Kompendium für den Religionsunterricht Band 2, Göttingen 2. Aufl. 2010, 259-266.
  • Terwey, Elke, ... und wer steht, dass er nicht falle: Von der Arbeit mit Standbildern im Religionsunterricht der Sekundarstufe II, in: RU. Ökumenische Zeitschrift für den Religionsunterricht 30 (2000) 2, 55-58.
  • Volpert, Sven, Blitzlicht, Standbild, Votum-Ei: Kreative Unterrichtsmethoden in den Klassen 4 bis 6, Praxis Impulse, Frankfurt/M. 2006.
  • Wiemer, Axel/Edelbrock, Anke/Käss, Ingrid, Basiskartei Religionsdidaktik, Göttingen 2010. (Standbild: M 62)
  • Zimmermann, Mirjam/Zimmermann, Ruben, Art. Standbild, in: Handbuch Bibeldidaktik, Tübingen 2. überarbeitete und erweiterte Aufl. 2018, 556-561.

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