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Lexikon

Johannisbrotbaum

Peter Riede

(erstellt: Jan. 2017)

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1. Botanisch

 Aus: Wikimedia Commons; © Helix84, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 10.1.2017

Abb. 1 Johannisbrotbaum.

Der immergrüne, zu den Hülsenfrüchtlern gehörige Joahnnisbrotbaum (Ceratonia siliqua L.), der u.a. in küstennahen sandigen Gebieten Palästinas heimisch ist, erreicht eine Höhe von 4-8 m. Er hat gefiederte, lederartige Blätter und trägt Schoten von dunkelbrauner Farbe, die bis zu 25 cm lang und 4 cm breit werden können. Die 5-7 bohnenförmigen Kerne sind in süßes Fruchtfleisch eingebettet, das zu 50% aus Zucker und zu 11% aus Protein besteht und somit sehr nährstoffreich ist.

2. Bezeichnungen

Aus: Wikimedia Commons; © Chixoy, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 10.1.2017

Abb. 2 Schoten des Johannisbrotbaums.

Der Name „Johannisbrotbaum“ leitet sich ab von der Meinung, der nach Mt 3,4; Mk 1,6 von Johannes dem Täufer in der Wüste verzehrte wilde Honig sei identisch mit dem sirupartigen Honigsaft des Johannisbrotbaums, was nicht sicher ist. Die griechische Bezeichnung des Baumes ist κεράτιον keration.

3. Biblisch

Im Alten Testament wird der Johannisbrotbaum nicht erwähnt, häufig dagegen in → Mischna und → Talmud. Lk 15,16 erwähnt die Schoten (griechisch κεράτια / keratia) des Johannisbrotbaums indirekt: Der verlorene Sohn hätte sich in seiner Not solche Nahrung gewünscht. Vorausgesetzt ist hier die Gewohnheit, dass die Früchte des Johannisbrotbaumes als Viehfutter (z.B. für → Schweine) und in Notzeiten auch als Nahrung von Menschen verwendet wurden.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament, 2. Aufl., Stuttgart u.a. 1992
  • Calwer Bibellexikon, 2. Aufl., Stuttgart 2006

2. Weitere Literatur

  • Anderson, D.A., All the Trees and Woody Plants of the Bible, Washington 1979, 91-93
  • Dalman, G., Arbeit und Sitte in Palästina, Bd. I, Gütersloh 1928, 57f
  • Keel, O. / Küchler, M. / Uehlinger, Chr., Orte und Landschaften der Bibel. Ein Handbuch und Studienreiseführer zum Heiligen Land, Bd. 1, Zürich u.a. 1984, 94f
  • Hepper, F.N., Pflanzenwelt der Bibel. Eine illustrierte Enzyklopädie, Stuttgart 1992, 123f
  • Löw, I., Die Flora der Juden, Bd. 2, Nachdruck Hildesheim 1967, 393-407
  • Moldenke, H.N. und A.L., Plants of the Bible, New York 1952, 72f
  • Walker, W., All the Plants of the Bible, London 3. Aufl. 1959, 120f
  • Zohary, M., Pflanzen der Bibel. Vollständiges Handbuch, Stuttgart 2. Aufl. 1984, 63

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Johannisbrotbaum. Aus: Wikimedia Commons; © Helix84, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 10.1.2017
  • Abb. 2 Schoten des Johannisbrotbaums. Aus: Wikimedia Commons; © Chixoy, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0 unported; Zugriff 10.1.2017

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