Zwischenzustand

Die Erwartung eines universalen Gerichts Gottes am Ende der Zeit hat sich im Alten Testament erst nach und nach entwickelt (Dan 12,2-3; Auferstehung). Da sie nicht zu einer systematischen Lehre ausgebaut wurde, gab es über den Zeitpunkt der Auferstehung des Einzelnen unterschiedliche Vorstellungen. Die Erfahrung von Verfolgung und Martyrium in der Zeit der Makkabäer führte zur Hoffnung auf ein Weiterleben des einzelnen Gerechten nach seinem Tod bei Gott (2Makk 7). Bei einer Verbindung mit dem Gerichtsgedanken ergab sich so die Vorstellung eines Zwischenzustandes zwischen dem individuellen Tod und dem universalen Gericht. Die katholische Lehre vom »Fegefeuer« (lat. »Purgatorium«) hat an den biblischen Texten aber keinen Anhalt.