Zeichenhandlung

In Ergänzung zu ihrer Verkündigung vollziehen die Propheten gelegentlich Handlungen, die ein künftiges Geschehen bildhaft vorwegnehmen. Jeremia trägt ein Joch (Jer 27,1-11) zum Zeichen, dass Jerusalem unter das »Joch« der Babylonier kommt; Hesekiel (4,9-11) wog sich Hungerrationen auf der Waage ab zum Zeichen, dass in Jerusalem während der von ihm vorausgesagten Belagerung Hungersnot herrschen wird. Solche Handlungen sind in den Augen des antiken Menschen nicht nur drastische Veranschaulichungen des zu erwartenden Geschehens, sondern sie führen dessen Unausweichlichkeit vor Augen, ja, sie beschwören es geradezu herauf und setzen es in Gang. Sie haben also eine »magische« Wirkung, auch wenn diese nicht aus ihnen selbst kommt, da es ja Gott ist, der den Propheten solche Handlungen befiehlt.