Versöhnungstag

(Jom kippur) Der große Feiertag, der am 10. Tag des 7. Monats, fünf Tage vor dem Laubhüttenfest, im alten Israel begangen wurde und im Judentum noch heute als Bußtag begangen wird. In umfassenden Sühneriten wurden, solange der Tempel in Jerusalem bestand, Priester, Volk und Heiligtum von der Befleckung durch Sünden gereinigt. Der Hohepriester brachte dabei Opferblut in das Allerheiligste des Tempels, das er nur an diesem Tage betrat, und der »Sündenbock« wurde, beladen mit den Sünden der ganzen Gemeinde, in die Wüste getrieben (3Mo 16). Für den Verfasser des Hebräerbriefes wird der Blutritus im Allerheiligsten zum Bild, um die Bedeutung der Versöhnungstat Jesu Christi zum Ausdruck zu bringen. In Jesu Opfertod am Kreuz ist ein für alle Mal die umfassende Sühne für alle menschliche Schuld erbracht worden (Hebr 9,1–10,18).