Tammus

(Hes 8,14; Dan 11,37) Sumerischer Hirtengott, der mehr und mehr zum Gott der jährlich sterbenden und wieder erstehenden Vegetation wurde. Der Tammuskult drang im 8./7. Jahrhundert v.Chr. bis nach Palästina vor. Beweint wird Tammus während des Wartens auf den Regen im Herbst, und zwar von den Frauen, die sinnbildlich an der Stelle der auf Befruchtung durch den »Himmelstau« wartenden Erde stehen. Die sog. »Adonisgärtchen« (Jes 17,10-11) gehören zur Verehrung eines ähnlichen Gottes, des phönizischen Adon (griechisch Adonis): Rasch aufgehende Samen sollen seine Auferstehung sinnbildlich darstellen und in magischer Weise die Lebenskraft derer steigern, die sie ausgesät haben.