Syrisch-Ephraimitischer Krieg

Mit dem Regierungsantritt von Tiglat-Pileser III. (745 v.Chr.) setzte eine neue Phase assyrischer Expansionspolitik ein. In den eroberten Gebieten musste der assyrische Staatsgott als Erster der Götter verehrt werden; die staats- und kulturtragende Oberschicht wurde verpflanzt und durch eine fremde ersetzt. Angesichts dieser Bedrohung machten eine Reihe von syrisch-palästinischen Kleinstaaten den Versuch, sich gemeinsam gegen die Assyrer zu behaupten. Führend in dem antiassyrischen Bündnis waren Syrien und Nordisrael (Ephraim). Da König Ahas von Juda sich weigerte, dem Bündnis beizutreten, zogen die verbündeten Könige Rezin von Damaskus und Pekach von Samaria im Jahr 733 v.Chr. gegen Jerusalem, um ihn abzusetzen und einen Mann ihres Vertrauens als neuen König einzusetzen. Anstatt nach der Botschaft des Propheten Jesaja auf Gottes Eingreifen zu vertrauen, rief Ahas den Assyrerkönig zu Hilfe und unterwarf sich ihm durch eine Tributzahlung. Diese Politik führte zwar zu dem von Ahas gewünschten Erfolg; die Verbündeten zogen von Jerusalem ab. Doch aufs Ganze gesehen war sie verhängnisvoll: Tiglat-Pileser trennte noch im selben Jahr Galiläa und das Ostjordanland von Nordisrael ab und machte 732 v.Chr. ganz Syrien zur assyrischen Provinz. Juda wurde zum assyrischen Vasallenstaat, in dem der assyrische Staatskult eingeführt werden musste (2Kön 16,10-18).