Sohn Gottes

Im Alten Testament konnte ganz Israel, im Frühjudentum auch der einzelne exemplarisch Gerechte in Israel »Sohn Gottes« genannt werden (2Mo 4,22-23; Hos 11,1; Weish 2,17-20). Das Neue Testament sieht in beidem einen prophetischen Hinweis auf Jesus Christus, in dem dieser Titel seine wahre Erfüllung finden sollte (vgl. Mt 2,15; 27,43).

Vor allem aber galt im Alten Testament der König Israels als Gottessohn (vgl. 2Sam 7,14). Bei seiner Thronbesteigung wurde er zum »Sohn Gottes« eingesetzt (Ps 2,7), d.h., er sollte an Gottes Stelle über das Volk regieren. Es ist daher möglich, dass schon das Judentum den erhofften König der Endzeit, den Messias, als Gottessohn bezeichnet hat. Nach frühen urchristlichen Bekenntnissen ist Jesus zum »Sohn Gottes« im Sinn von Ps 2,7 mit seiner Auferstehung geworden (Röm 1,3-4; Apg 13,33; Christus).

Tiefer und umfassender ist die Sohn-Gottes-Bezeichnung, wie sie z.B. in Gal 4,4; Kol 1,13-18; Joh 1,14; Hebr 1,2-3 vorliegt. Sie ist vor dem Hintergrund der Aussagen über die »Weisheit« Gottes zu verstehen, führt aber zugleich weit darüber hinaus (Weisheit).

Neben der Bezeichnung »Sohn Gottes« gibt es für Jesus auch die Bezeichnung »der Sohn« bzw. »der eingeborene Sohn« (v.a. bei Johannes). Während sich die erste Bezeichnung aus der Messiasvorstellung (Christus) herleitet und an 2Sam 7,14; Ps 2,7 anknüpft, bringt die zweite die Würde von Jesus als Menschensohn und auf Erden erschienene Weisheit Gottes zum Ausdruck. An vielen Stellen durchdringen sich die Vorstellungen gegenseitig und sind ihre Inhalte miteinander verschmolzen.

Jesus selbst hat seine einzigartige Nähe zum Vater in der Gebetsanrede »Abba« zum Ausdruck gebracht.