sieben, die Sieben

Mit dieser Zahl verbindet sich in der Bibel die Vorstellung von Vollkommenheit und Vollendung. Nach dem Schöpfungsbericht ruht Gott am siebten Tag, weil die Schöpfung vollendet ist (1Mo 2,2-3). Damit wird auch der Sabbat begründet, der siebte Wochentag, an dem der Mensch von seiner Arbeit ruhen soll (2Mo 20,10). Alle sieben Jahre war ein Sabbatjahr und alle 49 Jahre (7 mal 7) ein Erlassjahr. Die Eroberung Jerichos erfolgte dadurch, dass sieben Priester mit sieben Posaunen an sieben Tagen um die Stadt zogen, am siebten Tag siebenmal (Jos 6,6-15). Die Sendschreiben der Offenbarung sind an sieben Gemeinden gerichtet (Offb 2–3). Die Siebenzahl der »Geister« vor Gottes Thron (Offb 1,4; 5,6; vgl. 1,16 sowie Sach 3,9; 4,10) erinnert an die Siebenzahl der damals bekannten Planeten (Sonne und Mond mitgezählt).

Ein jüdischer Ortsvorstand umfasste sieben Männer, der Vorstand einer Synagogengemeinde in der Regel sieben Älteste. In Apg 6,1-7 will Lukas modellhaft schildern, wie die Urgemeinde die Probleme der Armenfürsorge durch die Bestellung von Diakonen bewältigte. Doch ging es in diesem Fall offensichtlich um mehr und anderes. Die gewählten sieben Männer dürften das Leitungsgremium des griechisch sprechenden Teils der Jerusalemer Urgemeinde gebildet haben; sie treten nicht als Organisatoren der Liebestätigkeit hervor, sondern als geisterfüllte Verkündiger und Missionare (Stephanus; Philippus; vgl. Apg 6,8–8,40; 21,8).