Septuaginta

Die Septuaginta (lat. »siebzig«) ist die Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische. Sie umfasst außer den Schriften des Alten Testaments noch weitere Bücher, die sog. Apokryphen, die ursprünglich auf Griechisch abgefasst waren oder deren hebräisch/aramäische Vorlage nicht in die hebräische Bibel aufgenommen wurde.

Mit der Septuaginta trug man dem Umstand Rechnung, dass die Hebräischkenntnisse zu jener Zeit unter den griechisch sprechenden Juden in der ägyptischen Diaspora und andernorts nachließen. Nach einer im Aristeasbrief überlieferten Legende wurde die Septuaginta zur Zeit Ptolemäus' II. (285–247 v.Chr.) von 72 aus Jerusalem entsandten jüdischen Weisen in Alexandrien angefertigt (Ptolemäer); auf diese Weise erklärt sich ihr Name. Allerdings wurden zu jener Zeit in Alexandrien auf Initiative der Ptolemäer wohl zunächst nur die fünf Mosebücher übersetzt; die Übersetzung der weiteren Schriften zog sich über einen längeren Zeitraum hin und fand zum Teil auch in Palästina statt.

Auch die meisten Christen der ersten Jahrhunderte sprachen Griechisch und benutzten folglich den Text der Septuaginta als ›ihre‹ Bibel; so zitiert beispielsweise Paulus überwiegend aus der Septuaginta und nicht aus dem hebräischen Alten Testament. Als Reaktion darauf hat sich das griechisch sprechende Judentum schließlich von der alten Septuaginta abgekehrt und deren Revision nach dem hebräischen Text bzw. neue Übersetzungen der hebräischen Bibel ins Griechische initiiert (Theodotion).