Segen

Er wird als Übertragung von lebenwirkender und -erhaltender Kraft verstanden, ebenso, wie Fluch zerstörende Wirkung zeigt. Das hebräische Denken sieht im gesprochenen Wort eine wirkende Macht. Seine Wirkung hängt freilich auch von Art und Bedeutung der sprechenden Persönlichkeit ab. Bestimmte Menschen sind mit besonderer Segensmacht begabt. Das kann bei Sterbenden mit der Todesnähe zusammenhängen (Jakob in 1Mo 48), es kann Folge einer besonderen Begabung sein (wie bei Bileam in 4Mo 22–24), aber auch in einer Amtsstellung und Weihe gründen wie bei den Priestern, die zum Abschluss des Gottesdienstes die Gemeinde segnen (4Mo 6,22-27). In Israel ist letztlich Gott der Geber des Segens, auch wenn er ihn durch Worte und Hände von Menschen weitergibt. Am Beispiel der Segensworte Jakobs (1Mo 48–49) wird der Zusammenhang zwischen Segnen und prophetischem Schauen deutlich (vgl. 4Mo 22–24).