Schriftgelehrte

Ausgebildete und ordinierte jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Da die fünf Mosebücher auch als Gesetzessammlung für das bürgerliche Leben galten, waren diese Theologen zugleich Juristen. Sie gaben ihr Wissen an ihre Schüler (»Jünger«) weiter. Sie traten erst in nachexilischer Zeit auf, als das religiöse Gesetz für das Leben der Juden eine immer größere Bedeutung gewann. Ihr großes Vorbild war Esra (vgl. Esr 7,6.10.25); erste schriftliche Erwähnung finden sie in den Makkabäerbüchern (1Makk 7,12; 2Makk 6,18). Die meisten Schriftgelehrten der neutestamentlichen Zeit gehörten der religiösen Gemeinschaft der Pharisäer an; die führenden Schriftgelehrten wurden die Häupter der pharisäischen Partei. Die Schriftgelehrten hatten ein engmaschiges Netz von gesetzlichen Bestimmungen ausgearbeitet, die sicherstellen sollten, dass die göttlichen Gebote (etwa das Ruhegebot am Sabbat) auf keinen Fall übertreten wurden (vgl. Mk 2,23–3,6).

Nach Mt 13,52 und 23,34 gab es auch in der christlichen Gemeinde »Schriftgelehrte«, die wohl die Aufgabe hatten, die Gesetzesauslegung Jesu, wie sie u.a. in der Bergpredigt (Mt 5–7) vorliegt, auf die aktuelle Situation der Gemeinden anzuwenden.