Sauerteig

Als Treibmittel verwendete man beim Brotbacken ein Stück gegorenen Teig, das man vom letzten Backen aufgehoben hatte. So war stets Sauerteig im Haus; nur aufs Passafest musste aller Sauerteig entfernt werden (vgl. 1Kor 5,6-8). Auch für Speisopfer und bei Dankopfern (Opfer) durfte kein Sauerteig verwendet werden. Erlaubt war gesäuertes Brot als zusätzliche Gabe beim Dankopfer (3Mo 7,13-14) und als Erstlingsopfer (3Mo 23,17). Hinter dem Ausschluss von Gesäuertem steht die Vorstellung, dass die Gärung als eine Art Fäulnisprozess die unversehrte Ursprünglichkeit und Reinheit der Gabe verletzt (rein). – Sauerteig hat die Eigenschaft, »ansteckend« zu sein; darauf beruht das Gleichnis vom Sauerteig (Mt 13,33) und die Warnung in Mk 8,15, sich nicht von der Lehre der Pharisäer beeindrucken zu lassen.