Satan

Zunächst Bezeichnung für jede Art von Widersacher oder Versucher (vgl. 2Sam 19,23), erhält das Wort in der israelitischen Rechtspraxis eine spezielle Bedeutung: Es bezeichnet den Ankläger (»Staatsanwalt«), der die Vergehen des Beschuldigten aufzählt. In nachexilischer Zeit kennt man auch einen Ankläger beim himmlischen Gericht, der vor Gottes Thron die Sünden der Menschen vorbringt. Im Buch Hiob (1,6; 2,1) wird er zu den »Gottessöhnen«, d.h. zum himmlischen Hofstaat, gezählt. Doch wird hier schon deutlich, dass er Welt und Menschen vor Gott zu verleumden und schlecht zu machen und sie in die Rebellion gegen Gott zu treiben sucht. In neutestamentlicher Zeit ist der Satan schließlich zum Gegenspieler Gottes geworden, dem Teufel, der als Herr dieser Welt gilt, aber endlich von Gott überwunden und vernichtet wird. Der Zeitpunkt, zu dem er aus seiner himmlischen Machtstellung entfernt wurde, wird im Neuen Testament verschieden angegeben, doch wird das Ereignis immer im Zusammenhang mit dem Auftreten Jesu bzw. mit Jesu Tod und Auferstehung gesehen (Lk 10,18; 11,18-22; Joh 12,31; Offb 12).