Samarien, Samaritaner

Nach der Eroberung des Nordreiches Israel durch die Assyrer errichteten diese auf dem alten Reichsgebiet eine Provinz, die nach Samaria, der bisherigen Hauptstadt des Landes, den Namen Samarien erhielt (2Kön 17,24). Als Samarit(an)er bezeichnet man die Mischbevölkerung, die fortan dieses Gebiet bewohnte. Sie entstand durch Ansiedlung unterworfener Völkerschaften aus dem syrisch-mesopotamischen Raum. Die Einwanderer vermischten sich mit den im Lande Zurückgebliebenen (vgl. 2Kön 17,24-41).

Von den aus dem babylonischen Exil zurückgekehrten Judäern wurden sie nicht als Israeliten anerkannt, und ihre Mithilfe beim Wiederaufbau des Tempels wurde zurückgewiesen (Esr 4,2-3; Hag 2,10-14). Trotzdem hat sich die samaritanische Gemeinde erst später, wahrscheinlich im 3. Jahrhundert v.Chr., endgültig von Jerusalem getrennt (sog. Samaritanisches Schisma). Zur Zeit Jesu galten Samarit(an)er bei den Juden als Ketzer, weil sie nur die fünf Mosebücher als heilige Schriften anerkannten und ihnen der Berg Garizim und nicht der Zion als der in 5Mo 12 geforderte eine Ort für den Gottesdienst galt. Sie und ihr Land wurden von den Frommen verachtet und gemieden. Nach Lukas ist Jesus auf seinem Weg von Galiläa nach Jerusalem mitten durch das Gebiet von Samarien gezogen und der Begegnung mit den Samaritanern nicht ausgewichen (vgl. Lk 9,51-52 mit Mk 10,1/Mt 19,1; s. ferner Lk 10,29-37; 17,11-19; Joh 4,1-42).